Gegenwind 121

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Apr 271994
 

Verschwörung gegen Wilhelmshaven?

Wie die Stadt auf die Monitor-Recherche reagierte

gw121_titelInhalt:

♦ Für weltweite Schlagzeilen sorgten die Dioxinfunde im ICI-Klärschlamm. Es geht unter anderem darum, wie es überhaupt zur Genehmigung der Ablagerung von Industriemüll auf der Hausmülldeponie kommen konnte

♦ Was passiert, wenn das Land Niedersachsen der Firma JadeKost eine Landesbürgschaft gewährt? Die Tiefkühlfischindustrie bangt um ihre Existenz!

♦ Mai 1994: DGB und Infoladen kündigen getrennte Veranstaltungen an.

♦ Der Abriß des Bahnhofes steht vor der Tür. Der Abriß historischer Gebäude in Wilhelmshaven hat eine lange Tradition

♦ Welche Schiffe dürfen – und welche Schiffe können übers Hohe-Weg-Watt fahren – Fragen und Antworten

♦ Eine Einladung zur Kripo bekam der DGB-Kreisvorsitzende auf Grund einer Veröffentlichung im letzten GEGENWIND. Hintergründe

♦ Frauen in Wilhelmshaven und deren Perspektiven

♦ Kreative Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten probte und zeigt der Jugendtheaterclub im Jungen Theater


Titelbild: Burkhard Königshoff


Die Druckausgabe zum Runterladen: Gegenwind 121

 

 

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Apr 271994
 

Für die Kultur

sieht es in der Zukunft nicht mehr so gut aus. Noch vor dem Regierungswechsel in Niedersachsen kommt es zu beträchtlichen Kürzungen deren Auswirkungen auch in Wilhelmshaven spürbar werden.
So werden die Frauenmusiktage dieses Jahr möglicherweise nicht in Wilhelmshaven stattfinden. Aufgrund von vorauseilendem Gehorsam im Hinblick auf den Wechsel im Frauenministerium wurde die Fördersumme für die Frauenmusiktage von 35.000.- DM auf 10.000.- DM gekürzt.
Desgleichen sollen die Mittel für die Landesarbeitsgemeinschaft Rock in Niedersachsen e.V. um 30 – 50.000.- DM gekürzt werden. Somit stehen keine Gelder für Workshops und ähnliches mehr zur Verfügung.
Unsicher ist auch, wie es ab November mit der Musikerinitiative weitergeht, da der Vertrag zwischen Musikerinitiative, Arbeitsamt und Stadt noch nicht unterschrieben wurde.
Auch das selbstverwaltete Jugendzentrum ist noch ein Wunschtraum, da es der Stadt immer noch nicht gelungen ist, geeignete Räume zu finden , obwohl die Genehmigung für das Jugendzentrum schon seit Januar 1993 vorliegt.
Erfolgreich dagegen waren die Gespräche von Andreas Koût, Ingo Sommer und der Künstlergruppe ARTIV mit dem Leiter des Hochbauamtes. Es konnte ein offenes Atelier geboten werden. (ts)

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Apr 271994
 

Super-GAU in Tschernobyl

8 Jahre ist diese Katastrophe am 28. April dieses Jahres her. Geht uns das noch was an? fragt die Friedensinitiative Jever/Schortens und lädt ein zu einem Vortrag mit Diskussion. Die Veranstaltung findet am 28.4.94 um 20.00 Uhr im Gästehaus der Stadt Jever statt.
Zwei der drei Reaktoren in Tschernobyl sind immer noch am Netz. Letzte Woche erreichte uns wieder eine Meldung über einen Störfall. Schicksalsmeldungen über verstrahlte Menschen aus Tschernobyl tauchen hin und wieder in Nachrichtenmagazinen auf.
Ist eine Reaktorkatastrophe bei uns ausgeschlossen? ist ein Diskussionspunkt auf der Veranstaltung. Auch deutsche Atomkraftwerke machen Schlagzeilen mit diversen Störfällen. Eine Gefährdung von Mensch und Umwelt hat aber nach Aussage von Politik und Atomlobby nie stattgefunden. Eine Reaktorkatastrophe kann auch in Deutschland nicht ausgeschlossen werden. Tschernobyl geht uns etwas an. (ft)

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Apr 271994
 

Eine Demonstration

für den Erhalt des autonomen Jugendzentrums Schlachthof veranstalteten ca. 500 Jugendliche aus Göttingen, Leer, Oldenburg, Aurich und Wilhelmshaven am 26.3.94 in Aurich. Der Protest – von der Auricher antifaschistischen Bewegung initiiert – richtete sich gegen den schleichenden Abbau der Selbstverwaltung in diesem JZ. Hatte der Auricher Stadtrat noch vor einigen Monaten versucht, das Jugendzentrum ganz und gar zu schließen und damit den Auricher Jugendlichen die einzige Möglichkeit, dem „konsumorientierten Leben in Aurich zu entfliehen und demgegenüber eine eigenständige Lebenskultur zu entwickeln“ zu nehmen (die Veranstalter), so versucht man offenbar jetzt, die in den letzten Jahren von den Jugendlichen selbst aufgebauten autonomen Strukturen schrittweise mit Hilfe eines neu eingestellten sozialpädagogischen Leiters abzubauen. Dem Auricher Stadtrat ist besonders die Anfang der neunziger Jahre entstandene Auricher antifaschistische Jugendbewegung ein Dorn im Auge. Diese autonome antifaschistische Bewegung hat im Jugendzentrum Schlachthof ihren Ausgangspunkt. (ub)

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Foto: Tunnat

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Apr 271994
 

Arbeitsplatzabbau um 20 %

Das sprichwörtlich gute Verhältnis zwischen der ICI-Betriebsleitung und der Belegschaft ist empfindlich gestört. Das „Denkmodell“ der Unternehmensleitung wurde jetzt dem Betriebsrat vorgestellt. Danach will das Unternehmen bis Ende 1995 weitere 70 Stellen streichen, nachdem bereits in den letzten Monaten 25 Stellen abgebaut wurden. Die Unternehmensleitung machte dem Betriebsrat klar, daß die von der Beratungsfirma „Coopers & Lybrand“ erarbeiteten Vorschläge auch realisiert werden sollen.
Rationalisierungsmaßnahmen werden ja in beinahe allen Betrieben und Branchen durchgeführt. Bei einem Betrieb wie ICI, wo der kleinste Fehler schon zu einer Umweltkatastrophe führen kann, muß ein solcher Arbeitsplatzabbau aber besonders kritisch untersucht werden. Die Folge von Rationalisierungsmaßnahmen ist häufig, daß die verbleibenden Mitarbeiter höheren Belastungen ausgesetzt sind. Und Streß ist oftmals eine Ursache für Fehlentscheidungen. (hk)

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Apr 271994
 

FMW macht dicht

Wieder verschwindet ein traditionsreiches Unternehmen aus Wilhelmshaven. Die Förderanlagen und Maschinenbau (FMW) wird zum 1. Mai ihre Produktion einstellen. Betroffen davon sind knapp 100 MitarbeiterInnen. Erstaunlich ist, daß seitens der FMW-Beschäftigten, die ja bereits in der ersten Aprilhälfte ihre Kündigung bekamen, kein Protest und keinerlei Aktionen zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze initiiert werden. (hk)

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Apr 271994
 

Dioxin auf der Hausmülldeponie

ICI-Chemiker: Ungiftiges Ultragift

(hk) Seit der Produktionsaufnahme verseucht die ICI die Umwelt. Seit 1982 belieferte die ICI die Wilhelmshavener Hausmülldeponie, die Sondermulldeponien in Ochtrup und Hoheneggelsen mit dioxinverseuchten Abfallen aus der Kläranlage. Einen Zusammenhang zwischen der PVC-Produktion und der Entstehung des Ultragiftes Dioxin wiesen die ICI-Manager immer als Panikmache der Umweltschützer zurück.

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Apr 271994
 

Wer bleibt auf der Strecke?

Heiße Debatten um Tiefgefrorenes: Arbeitsplatzvernichtung durch Landesbürgschaft?

(hk) Wenn Sie diesen GEGENWIND in der Hand halten, werden sie wahrscheinlich schon wissen, ob das Land Niedersachsen für die Firma „JadeKost“ eine Bürgschaft in Höhe von 35 Millionen Mark übernommen hat. Wir wissen’s noch nicht und wollen im folgenden Artikel darstellen, was an dieser Entscheidung so schwierig ist.

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Apr 271994
 

Unser täglich Soma

(Selbst)Kritisch-Kreative Auseinandersetzung des Jugendtheaterclubs mit dem Phänomen Konsum

(iz) Diese Zeitung, die Sie gerade in der Hand halten, haben Sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit im Rahmen einer Konsumhandlung angeeignet: in einer Gaststätte, im Kiosk oder in anderen Geschäften. Wir machen uns das als Redaktion zunutze, indem wir unsere Zeitung an ebensolchen Orten für Sie bereitlegen. GEGENWIND-Leserlnnen entsprechen als solche wohl nicht dem typischen „Homo consumens“ – das gleichnamige Stück des hiesigen Jugendtheaterclubs wird Sie trotzdem oder gerade deshalb interessieren.

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Apr 271994
 

Frauenliste

Büro der FRAUENLISTE
Rheinstraße 168

Alles Bahnhof?
So ganz noch nicht. „Bahnhof‘ wird übrigens nur ein ganz, ganz kleiner Teil des geplanten „Bahnhofsprojekts“, das dem Vernehmen nach eventuell den Namen „Wilhelmspassage“ erhalten soll. Mit etwas Phantasie wird sich da hoffentlich noch etwas originelleres finden lassen. Weiterlesen »

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Apr 271994
 

Geteilter Mai

Auch in diesem Jahr gibt es wieder zwei Maiveranstaltungen

(hk) So wie es schon Tradition ist, daß der DGB-Kreisvorsitzende Manfred Klöpper im GEGENWIND zur Teilnahme an den Gewerkschaftsveranstaltungen zum 1.Mai aufruft, entwickelt sich in Wilhelmshaven noch eine zweite Tradition: Neben dem DGB rufen andere Organisationen und Personen aus dem Umfeld des „infoladen“ zu einer eigenen Demonstration auf.

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Apr 271994
 

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!

Reaktionen der Wilhelmshavener Meinungsbildner auf „Monitor“

(noa) Zehn Tage lang – vom 17. bis 26. März – hatte die WZ ein brisantes Dauerthema: Gibt es eine Häufung von Geburten fehlgebildeter Kinder in Wilhelmshaven und Umgebung?

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Apr 271994
 

Wilhelmshaven verliert sein Gesicht

Die Zerstörung des historischen Wilhelmshavens muß aufhören

(hk) Immer dann, wenn es um die Entwicklung unserer Stadt geht, wird beklagt, dass Wilhelmshaven nicht über einen gewachsenen Ortskern verfügt, daß die Stadt kaum sehenswerte Gebäude hat usw. Diesen Klagen folgt dann meist ein Plan, wie die Stadt attraktiver gemacht werden kann.

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Apr 271994
 

Tankschiffe im Nationalpark?

Offene Fragen nach dem Rückzieher Bonns

(hk) Für einen gehörigen Rummel sorgten die Veröffentlichungen im GEGENWIND und in der „Waterkant“, daß das Bundesverkehrsministerium Tankschiffen die Passage über das Hohe-Weg-Watt genehmigt hat. Inzwischen hat das Bundesverkehrsministerium diese Genehmigung zurückgezogen und ein Verbot für Tankschiffe erlassen.

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