Gegenwind 129

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Aug 221995
 

Zum Fürchten schön

„Faust“-Aufführung am Rosenhügel stopfte das kulturelle Sommerloch

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Inhalt

♦ Wird Wilhelmshaven zum Abwrack- und Schrottplatz der Ölkonzerne? Hohn und. Spott gibt es gleich kübelweise

♦ Läßt sich ein Schlachter in Arbeitskleidung trauen? Wohl kaum. Doch die Bundeswehr besteht auf Hochzeit in Uniform. Um die dadurch in Wilhelmshaven ausgelöste Debatte geht es hier.

♦ Goethe im Komödienstadel? Urfaust mal anders – präsentiert „Open Air“ am Rosenhügel. Wir fanden die Aufführung so gelungen, daß für negative Kritik nur ein Absatz übrig blieb.

♦ „Der richtige Mann am falschen Ort“ – Wilhelm Breuer, Experte für Naturschutz und Bauleitplanung, referierte in der Stadtballe ..,leider fehlten auf den Zuhörerbänken die Leute, die es angeht.

♦ Düstere Schatten sieht der GEGENWIND bei der Pflegeversicherung voraus. Wie wird sich die Pflege verschlechtern?

♦ Warum kommt der ehemalige brasilianische Umweltminister nach Wilhelmshaven?

♦ Es steht schlecht um Beta. Wer berichten, wer daran nach Meinung von J.A. van Weelden die Schuld trägt

♦ Naturschutzkongreß in Wilhelmshaven: Friede, Freude, Eierkuchen. Nur der WWF mahnt Vollzugsdefizite an.

♦ Der Schlüsselblume – Beratungsstelle für Opfer sexuellen Mißbrauchs – geht das Geld aus. 

Zum Titelbild Zum Fürchten schön verkörperte Uwe Rohbeck den ‚Mephisto’ in der Inszenierung des ‚Urfaust’ am Rosenhügel – hier mit Katrin Aebischer als Marthe Schwerdlein. – Foto: Landesbühne

Die Druckausgabe zum Download: Gegenwind 129

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Aug 221995
 

Geballter Faust

Der „Urfaust“ als Open-Air-Spektakel am Rosenhügel: Gelungenes Experiment

(iz/noa/ts) „iih, Klassiker!“ Welchem Schülerherz entsprang nicht dieser Aufschrei, wenn wir uns mit Goethe oder Schiller abquälen sollten oder gar ins Theater geschleift wurden. Das Sommertheater der Landesbühne brachte die Erlösung: in ungewöhnlicher Umgebung und ohne übertriebene Ehrfurcht vor dem Dichterfürsten inszeniert, kam die durchaus spannende Story von Faust und Mephisto bei allen Generationen wirklich an.

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Aug 221995
 

Wilhelmshavens Verwaltungsspitze gibt nie auf: Keinen Pfennig auf der Naht, aber Bundeshauptstadt werden wollen! Die Wirtschaft unserer Stadt treibt von einer Pleite zur nächsten. Und der Oberstadtdirektor treibt sich auf Großveranstaltungen herum und versucht publikumswirksame Veranstaltungen nach Wilhelmshaven zu ziehen.

Der neueste Schreiber-Streich: Bar jeglicher Legimitation bietet er Wilhelmshaven als Ausrichtungsort der Sail 99, dieser großen und wunderschönen Zurschaustellung beinahe aller Großsegler der Welt, an. Bremerhaven und Hamburg haben die Ausrichtung der „Sail“ aus Kostengründen ablehnen müssen – doch die reiche Stadt Wilhelmshaven wird die millionenteure Sail 99 mal eben so aus der Westentasche bezahlen. (hk)

 

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Aug 221995
 

Das Bahnhofszentrum

blockiert schon vor Errichten der ersten Mauer die Stadtentwicklung. Gab es bisher lediglich die Befürchtung, daß die Innenstadt samt Marktstraße verödet, wenn der Geschäftsbetrieb im Bahnhofszentrum im geplanten Umfang aufgenommen wird, zeigt das Konsum-Monstrum schon jetzt seine Krallen – Das zeigte sich auf der letzten Sitzung des Bauausschusses. Bestrebungen von Geschäftsleuten, im Stadtnorden Einzelhandelsgeschäfte anzusiedeln, stießen auf den entschiedenen Widerstand von SPD/FDP und Bauverwaltung:

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Aug 221995
 

Aus für Expo 2000 in Wilhelmshaven

Die Stadt Wilhelmshaven hat keine Chancen mehr, Korrespondenzstandort der EXPO 2000 zu werden! Die Milchmädchenrechnungen der EXPO-Betreiber in Wilhelmshaven erweisen sich Strich für Strich als Luftschlösser. In Wilhelmshaven war man bekanntlich davon ausgegangen, alle möglichen Landes-, Bundes- und EG-Töpfe anzapfen zu können und im Endeffekt ein Riesenspektakel zum Nulltarif durchführen zu können. Heute weiß es sogar der Oberstadtdirektor: Es klappt nicht! Inzwischen wurde bereits zur Jagd auf Sündenböcke geblasen. Der Anteil des Gegenwinds an dieser „Schuld“ ist nicht sehr groß – aber wir freuen uns auch über unser kleines Scherflein. (hk)
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Aug 221995
 

Hohn und Spott kübelweise?

Bleibt nach dem Kampf um die Entsorgung der Ölplattform ‚Brent Spar’ die Ökonomie letztlich doch wieder Sieger über die Ökologie?

(jm) „Erst mal ‚Hier‘ schreien“ mögen sich die jadestädtischen Hafenstrategen gesagt haben, als sich nach erfolgreichem Boykott der Shell-Tankstellen die Möglichkeit eröffnete, die Öl-Plattform Brent-Spar an Land – statt im Meer – zu entsorgen.

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Aug 221995
 

Reichelt ade

Zu vermuten ist, daß das Desinteresse der Stadt am Erhalt der Firma „Reichelt Elektronik“ für Wilhelmshaven auch mit dem Besatz des Bahnhofszentrums in Zusammenhang steht. Der Fall Reichelt dürfte bekannt sein: Reichelt Elektronik verlässt unter Mitnahme von 80 Arbeitsplätzen die Stadt Wilhelmshaven und wird zukünftig vom friesländischen Sande aus die Elektronik- Freaks mit Mikroprozessoren, Schaltern, Widerständen und Kabeln versorgen.

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Aug 221995
 

Auf steinigem Untergrund

müssen die Initiatoren der Ökosiedlung Wilhelmshaven ihr Projekt vorantreiben. Welche Steine ihnen Verwaltung und Politik der Stadt in den Weg legen, berichteten wir im GEGENWIND Nr. 127 („BürgerInitiative unerwünscht?“) Doch der inzwischen gegründete Verein „Ökosiedlung Aldenburg“ hat unverdrossen weitergearbeitet. Im Juli suchte man das Gespräch mit dem Amt für Wirtschaftsförderung, um die Ansiedlung von Büros und Praxen als Teil des Konzeptes vorzustellen, vor allem im Hinblick auf die wirtschaftlichen Impulse für die Stadt Wilhelmshaven. Mitte August sprach man mit der Stadtverwaltung (und dem letzten verbliebenen Konkurrenten um die Fläche) über die vorgelegten städtebaulichen Entwürfe.
Innerhalb eines Workshops mit der Fachhochschule Oldenburg wurde festgestellt: Korrekturen am bestehenden Konzept sind nicht erforderlich.
Am 3. September wird der Verein auf dem Ökomarkt am Pumpwerk sein Konzept nochmals präsentieren. Bauwillige, Mieter und Investoren fordert der Verein auf, jetzt einzusteigen. Solange kann die Stadt ja darüber nachdenken, ob sie wieder mal die Initiatoren wirtschaftlich interessanter Projekte aus der Stadt vertreiben will – wie unlängst die Firma Reichelt. (iz)

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Aug 221995
 

Christen mit und ohne Uniform

Kritischer Pastor entfacht Debatte über das Verhältnis zwischen Kirche und Militär

(iz) Stellen Sie sich vor, Sie sind Bräutigam. Sie sind aufgeregt und glücklich, die Trauung beginnt in wenigen Minuten. Da haut Ihnen der Pastor mit Blick auf Ihre Kleidung um die Ohren: „Hätte ich gewußt, daß Sie in Uniform heiraten, ich hätte Sie nicht getraut.“ Der schönste Tag – vorbei, versaut.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Pastor. Routinemäßig haben Sie sich im Gespräch mit dem Brautpaar auf die Trauung vorbereitet. Wenige Minuten vor Beginn der Zeremonie trifft der Bräutigam ein – in Militäruniform. Der Schock fährt Ihnen in die Glieder. Als ehemaliger Berufssoldat haben Sie aus gutem Grund nachträglich den Wehrdienst verweigert. Die Uniformierung des Bräutigams war nicht abgesprochen. Spontan entfährt es Ihnen:- „Hätte ich gewußt, daß Sie in Uniform heiraten, ich hätte Sie nicht getraut.“

So geschehen vor wenigen Wochen in der Neuender Kirche. Pastor Anders, der sich traute, seine kritische Äußerung vorzubringen, traute das Brautpaar anschließend doch noch. Ein Nachspiel hatte die Sache trotzdem. Dem Gemeindekirchenrat Neuende wurde der Vorfall erst durch einen Leserbrief in der WZ („Freude des Paares getrübt“ v. 15.7.95) bekannt. Es kam Unruhe in der Gemeinde auf, vor allem unter Soldatenfamilien, die androhten, die Kirchengemeinde zu wechseln.

In einer Sondersitzung des Gemeindekirchenrates bestätigte Pastor Anders, daß ihm seine spontane Äußerung anschließend sofort leid getan hätte. Es sei sein Fehler gewesen, nicht vorab mit dem Paar über die Kleidung gesprochen zu haben – bisher hatte es nie Probleme damit gegeben.

Konflikt als Chance

Der Gemeindekirchenrat war sich einig, daß ein Leserbrief in der WZ oder andere schriftliche öffentliche Äußerungen nicht die angemessene Form der Auseinandersetzung sein, und ergriff deshalb den Konflikt als Chance, zu einem Diskussionsabend „Christen mit und ohne Uniform“ einzuladen. Unter den etwa 40 TeilnehmerInnen waren mehrere Marineangehörige und Militärseelsorger vertreten.

Pastor Anders selbst war in Urlaub. Man wollte das Gespräch nicht bis zu seiner Rückkehr aufschieben. Der betroffene Bräutigam fehlte ebenfalls. Anders‘ Kollege, Pastor Andrae, gab als Gesprächsleiter zunächst allen Anwesenden Gelegenheit, ihre spontanen Gedanken und Gefühle zu dem Vorfall zu äußern (s. Kasten). Dabei gab es keinen eindeutigen Trend, für den Pastor oder den Bräutigam, für ein Miteinander oder einen Widerspruch von Kirche und Militär zu plädieren.

Deutlich wurde, daß es nicht vorrangig um Recht oder Unrecht geht, sondern um Verletzungen, die man durch Meinungsäußerung einander zufügen kann, und um Eskalation, die dadurch entsteht, daß man einander nicht richtig zuhört, sondern sich hinter herrschenden Klischees versteckt.

Die anwesenden PastorInnen konnten einiges zur Versachlichung beitragen. So erklärte Pastor Andrae, daß jede/r PastorIn alle Menschen gleich behandeln muß und niemanden aus der Kirche weisen darf; andernfalls droht ein Disziplinarverfahren. Andererseits hat jede/r PastorIn das Recht und die Pflicht, alles nach der Heiligen Schrift und nach ihrem/seinem Gewissen zu entscheiden und zu äußern, wann er/ sie etwas nicht vertreten kann. In diesem Sinne hätte Anders z.B. eine/n KollegIn bitten können, die Trauung vorzunehmen.

Mißverständnissen vorbeugen

Pastorin Hoffmann konnte den Konflikt ihres Kollegen Anders nachvollziehen und verdeutlichen. In der protestantischen Kirche gibt es keine Lehrmeinung, wie sie z. B. der Papst für bestimmte gesellschaftliche Bereiche vorschreibt. Und es hat nie eine abschließende Diskussion zum Thema „Kirche und Militär“ gegeben. Wenn nun, so Hoffmann, ein „sterbliches“, also weltliches Symbol – die Uniform – in den Mittelpunkt einer christlichen Symbolhandlung rückt, nämlich der Trauung, deren Mittelpunkt das Brautpaar nun mal bildet – dann kann das Mißverständnis entstehen, daß es eine eindeutige Entscheidung zugunsten des Militärs gäbe – seitens der Pastorin, der Gemeinde oder der Kirche schlechthin.

Jeder Berufsstand hat seine Vor- und Nachteile, muß sich Vorwürfe gefallen lassen, bei denen die Trennung zwischen dem Menschen und seiner Tätigkeit oft schwerfällt. Auch der Beruf der PastorInnen, so Frau Hoffmann, hat seine „heiklen“ Seiten. So wird sie z. B. häufig persönlich für die Verschwendung von Kirchensteuern verantwortlich gemacht. LehrerInnen und andere Beamte müssen sich öffentlich als „Faulsäcke“ beschimpfen lassen. NaturschützerInnen, im christlichen Sinne Bewahrer der Schöpfung, werden von Vertretern aus Politik und Wirtschaft „verteufelt“.

„Heilige“Marine?

Warum dann gerade Marineangehörige so empfindlich auf Kritik reagieren und von denselben Politikern in Schutz genommen werden, dazu äußerten sich mehrere „Zugereiste“, also Nicht-WilhelmshavenerInnen. Seit sie hier wohnen, hätten sie gelernt, dass grundsätzlich die Marine in Wilhelmshaven einem Tabu unterliegt und man als Außenstehender besser den Mund hält.

Der „Kirchenstreit“ ums Militär konnte an diesem Abend nicht abschließend bewältigt werden. (Er weitet sich sogar aus – vor wenigen Tagen weigerte sich eine Pastorin aus Minsen, einen uniformierten Bräutigam zu trauen.) Die Initiatoren waren sich jedoch einig, daß dieser Abend erst ein Anfang war, um sich innerhalb der Kirche und auch nach außen wirklich offen und konstruktiv mit Konflikten wie diesem auseinanderzusetzen.

 

„Kleines Gottverhalten“

Gefühle und Gedanken von DiskussionsteilnehmerInnen zum Vorfall in der Neuender Kirche

„Eine Uniform in der Kirche ist ebenso unhöflich, wie in der Moschee die Schuhe anzubehalten.“ (ein junges Mädchen)
„Ist so ein Pastor in Wilhelmshaven gut aufgehoben?“ (Marineoffizier)
„Lieber Gott, laß es keinen Pastor aus unserer Gemeinde gewesen sein, der an diesem Vorfall beteiligt war.“
„Soldat ist kein Beruf, sondern eine Weltanschauung.“ (Soldatenfrau)
„Symbole staatlicher Macht gehören nicht in die Kirche.“ (Pastor)
„Für Oma zieh ich schon mal die Ausgehuniform an – das ist der Donald-Duck-Anzug.“ (ein junger Marinesoldat)
„Ich habe in Uniform geheiratet, weil sie mich zu einem anderen Manschen macht: hinter mir steht das Ganze.“ (Marine-Offizier)
„Ich habe in Uniform geheiratet, weil meine Frau das so wollte.“ (dito)
„Das kleine Gott-Verhalten des Pfarrers ist nicht zu akzeptieren.“
„Ein Pfarrer muss nicht allezeit bereit sein zum Segnen.“
„Ich habe als Süddeutsche in Wilhelmshaven gelernt, zur Marine zu schweigen.“
„Die Offenheit des Pastors wäre für mich (fast) ein Grund, wieder in die Kirche einzutreten.“

PS: Unser Bräutigam hatte seine uniformierte Trauung damit begründet, dass seine Frau „weiß, worauf sie sich einlässt“.

 

Kommentar:

WESPENNEST

Wo ist eigentlich das Problem? Ein Versäumnis beim Vorgespräch zur Trauung. Ein verbaler Ausrutscher, zur. Falschen Zeit – nicht unbedingt am falschen Ort. Nicht gewollt nicht rückgängig zu machen, aber zu entschuldigen. Die Entschuldigung ist erfolgt und die Trauung auch.

Warum dann der öffentliche Aufschrei bis hin zur Diskreditierung des Pastors in einem Leserbrief- durch Unterstellungen, die mit der Sache nichts mehr zu tun haben, und gegen die ihn niemand öffentlich beschützt? Seine Versetzung wird gefordert und der kollektive Wechsel von Marinefamilien zur ‚Konkurrenzgemeinde’ angedroht.

Die Kirchengemeinde als Dienstleistungsbetrieb, der um seine Kunden resp. deren Kirchensteuer kämpfen muß. Die Angestellten des Betriebs (Pastoren) haben Loyalität zu wahren. Pastor Anders wird seitens der meisten „Kunden“ (Gemeindemitglieder). eine hohe seelsorgerische Qualität bescheinigt – und dann dieser Fauxpas. War es einer?

Pastor Anders. war nicht Ursache, sondern Auslöser einer Diskussion, die in der Marinestadt Wilhelmshaven lange fällig war. Einer hat nur – versehentlich – in ein Wespennest gestochen, in dem es schon lange brodelte. Alle Beteiligten müßten ihm eigentlich dankbar sein.

Der Ansatz der Gemeinde Neuende, zu einer offenen – wenn auch (noch) nicht öffentlichen – Diskussion einzuladen; war der einzig richtige, weil konstruktive Weg. Auch Pastor Anders wird vor dem Konflikt nicht flüchten, wenn er aus dem Urlaub zurückkehrt. Feige Flucht wäre es jedoch, wenn. die Marinefamilien ihre Drohung wahrmachen, die Gemeinde zu verlassen. Der schnöde Mammon (als Druckmittel) ersetzt die Pflicht: sich mit dem Mitmenschen auseinanderzusetzen. Löste deshalb Jesus damals den Bazar im Tempel auf?

Trotz mancher Polemik .hat der Diskussionsabend sich als fruchtbar erwiesen. Vielleicht ist das ein Schritt dazu, dass sich die Kirche (auch anderen) aktuellen gesellschaftlichen Themen öffnet und es als Ihre Aufgabe begreift, auf diese und andere Art zu deren Lösung beizutragen.

Imke Zwoch

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Aug 221995
 

Aktivierende Pflege? – Aktivierte Pfleger!

Die Pflegeversicherung wirft düstere Schatten voraus

(noa) Seit 1. Januar 1995 zahlen wir Beiträge zur Pflegeversicherung, und seit 1. April können pflegebedürftige Menschen, die zu Haus betreut und unterstützt werden, Pflegegeld in Anspruch nehmen. Für die stationäre Pflege greift das Gesetz ab dem 1. Juli 1996, und es ist schon absehbar, was es bringen wird: eine Verschlechterung der Pflege.

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Aug 221995
 

Der richtige Mann am falschen Ort

Experte referierte über Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung – die Zielgruppe glänzte durch Abwesenheit

(iz) Unter dem Titel „Das Paradies als Sündenfall berichtete der GEGENWIND (Nr. 127) über das gestörte Verhältnis unserer Lokalpolitiker und -presse zum Naturschutz. Gleichzeitig wollte die Redaktion durch Aufklärung dazu beitragen, mangelnde Sachkenntnis als Ursache von Fehlentscheidungen auszuschalten. Lokale Umwelt- und Naturschutzverbände griffen diesen konstruktiven Ansatz nun in Form einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung auf.

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Aug 221995
 

... lokal handeln

Das grüne Gewissen Brasiliens: José Lutzenberger im PUMPWERK

Das „grüne Gewissen Brasiliens“, José Lutzenberger, spricht und diskutiert am Dienstag, den 29.8 um 20.00 Uhr im Pumpwerk. Eine wohl einmalige Gelegenheit, den weltbekannten Ökologen und alternativen Nobelpreisträger zu erleben, und ein Muß für jeden, der sich mit Umwelt- und Zukunftsfragen beschäftigt. Thema der Veranstaltung: „Global denken – lokal handeln.“

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Aug 221995
 

Alarmschrei

Beta will sich auf Kosten der Umwelt aus der Krise retten

(hk) Mit lautem Getöse und Angriffen gegen alles und alle tritt der Beta-Boß Johan Anton van Weelden in der Öffentlichkeit auf. Hintergrund: Der Beta-Raffinerie geht es verdammt schlecht. Der Konkurs des Mitinhabers Bulk-Oil und die momentane Marktsituation treiben den Beta-Boß schier in die Verzweiflung. Und in der Verzweiflung sucht man Sündenböcke.

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Aug 221995
 

Die Nordsee stirbt auch ohne uns

Naturschutzkongress: Wiederbelebung von Worthülsen

(iz) Anläßlich des 2. Europäischen Naturschutzjahres veranstaltete das Niedersächsische Umweltministerium am 11. August in der Stadthalle den Kongreß „Chancen für den Naturschutz“. Chancen bot die Veranstaltung jedoch in erster Linie den politisch Verantwortlichen, zu zeigen, daß sie viel zu erzählen und nichts zu sagen haben und sich dabei wieder sämtliche Hintertürchen offen halten.

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Aug 221995
 

Dem Ölschlammbecken

340 m südöstlich von Voslapp zwischen Posener Straße und Niedersachsendamm (s. GEGENWIND Nr. 120) werden keine weiteren hinzugefügt. Dies teilte das städtische Bauordnungsamt dem Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) mit Schreiben vom 10.8.95 mit.

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