Gegenwind 123

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Aug 102014
 

Weiter verschlechtern

wird sich im kommenden Schuljahr die Unterrichtsversorgung an den Wilhelmshavener Schulen. Dies meldet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in ihrer Zeitung „Rohrstock“ .
Die Neueinstellung von 15 neuen Lehrkräften zum 1.2.94 und weiterer acht zum 1.8.94 gleicht die Pensionierungen nicht aus. An den Grundschulen wird die Unterrichtsversorgung von 97,6 auf 97,1 % sinken, an den Hauptschulen von 96,9 auf 88,3 %.
An den Orientierungsstufen, Realschulen und Sonderschulen ist zwar eine Verbesserung gegenüber dem eben zu Ende gegangenen Schuljahr zu verzeichnen, doch die Unterrichtsversorgung wird unter der des Schuljahres 1992/93 liegen: Orientierungsstufen 99,5 gegenüber 10 1,9 % im vorletzten Schuljahr; Realschulen 96,9 gegenüber 104,1 %; Sonderschulen 96,8 gegenüber 98,4 %.
Für die Gymnasien und die IGS kann die GEW keine Angaben zur Versorgung im kommenden Schuljahr machen. (noa)

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Aug 101994
 

Autodämmerung

Wilhelmshavens Hafen mausert sich

gw123_titelInhalt

♦ Ein wahrer Fischstäbchenkrieg tobt zwischen Wilhelmshaven, Cuxhaven und Lüneburg. Ein „Frontbericht“

♦ „Pflöcke einschlagen“ möchte der neue SPD-Unterbezirksvorsitzende Norbert Schmidt.

♦ Gibt es bald einen offiziellen Piratensender in Wilhelmshaven? Die niedersächsische Landesregierung betreibt die Einrichtung kommunaler Rundfunksender. Gibt es bald auch ein Küstenradio?

♦ Die ehemalige Müllkippe Kirchreihe ist ein umweltpolitischer Dauerbrenner. Die Stadt läßt jetzt ein Gutachten begutachten

♦ Empörung herrscht in der Stadtverwaltung über die CDU-Fraktion. Der GEGENWIND sprach mit dem Personalrat

♦ Trotz erheblicher Mittelkürzungen waren die Frauenmusiktage erfolgreich. Bei den teilnehmenden Frauen entwickelte sich gar ein künstlerisches Selbstbewußtsein

♦ Biopol – ein Ausweg aus der Chlorchemie? Ein Kommentar über beschichtete Papiertüten

♦ Wie sicher sind die Arbeitsplätze bei Krupp?

♦ Geld sparen und die Umwelt schützen – Der Verein „Green Answers“ zeigt, wie das zusammenpaßt.


Zum Titelbild
Auf den Flächen des Nordwest-Kais parken seit gut 4 Monaten mehr als 800 Ladas vom Typ „samara 1300 S“. Der erst vor wenigen Jahren hergerichtete Nordwest-Kai hat einige Milliönchen verschlungen. Nun endlich kann die Stadt dort ordentlich Geld einnehmen: Die halbe Stunde kostet auf dem für viel weniger Geld errichteten Parkplatz an der Bahnhofstraße l.- DM. Sonntags umsonst! Ab 19.00 Uhr ebenfalls kostenfrei. Trotz der höheren Erstellungskosten dieses Parkplatzes wird die Stadt im Hafen sicherlich keine höheren Parkgebühren verlangen. Und so macht sich die Investition in den Nordwest-Kai doch noch bezahlt: Pro PKW gehen täglich 20.- DM ins Stadtsäckl. Bei 800 PKW macht das pro Tag immerhin die stolze Summe von 16.000 DM. Seit 4 Monaten parken die Ladas dort – ein plus fürs Stadtsäckl von stolzen l.600.000 Mark!
Das wäre schön! Doch die PKW stehen dort nur, damit in der WZ die Meldung erscheinen konnte: 800 PKW in Wilhelmshaven umgeschlagen! So dicht am salzigen Wasser und an der salzigen Luft im Hafen gammeln die Autos trotz ihrer Schutzlackierung vor sich hin. Täglich nehmen die Rostschäden, vorerst nur im Bereich der Räder, größere Ausmaße an. Es sieht so aus, als ob die Ladas da nur stehen, um irgendwann in der Shredder-Anlage des Wilhelmshavener Schrott-Moguls Schottler zu verschwinden. (hk)

Fotos: Tunnat/ Montage: Gegenwind

Die Druckausgabe zum Herunterladen: Gegenwind 123

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Aug 101994
 

Auf Hochglanz…

sollte die Broschüre „Was die Bomben verschonten… vernichtete die Nachkriegspolitik!“ nun ausgerechnet nicht gedruckt werden. Hatten sich doch die Herausgeber, der Arbeitskreis Wilhelmshavener Stadtbild, im Vorwort ausdrücklich dagegen ausgesprochen, da gerade für die in der Broschüre kritisierte Politik auf Hochglanz geworben wird – mehr Schein als Sein. Weiterlesen »

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Aug 101994
 

Ebenfalls auf Hochglanz

gebracht wurde die Wilhelmshavener Stadthalle. Ein ebenso simpler wie geschmackvoller Farbanstrich hat dem vormals unbestritten häßlichsten Gebäudekomplex der City in fast null komma nix ein freundliches Gesicht verliehen. Gut, über Geschmack läßt sich streiten: manche/r hätte lieber eine ortstypische Verklinkerung gesehen, sowie auch das Plaza/Continent-Gebäude an der Bismarckstraße im Ambiente von „Frankfurter Parkhaus“ in „Friesischer Kaufladen“ verwandelt wurde.
Für sowas reichte wohl das Geld nicht, und als die Redaktion die preiswerte Idee „Klinkereffekt-Tapete mit Klarlacküberzug“ rasch verworfen hatte, sprach sie der Stadt ein ausdrückliches Lob für diese Maßnahme aus!
Mal abwarten, ob noch Farbe übrig ist, um dem Teppichboden im Obergeschoß den Charme der 70er Jahre wegzutünchen … Oder doch lieber einen neuen verlegen? Immerhin müßte jetzt ja einiges Geld übrig sein: den Passanten muß jetzt kein Schmerzensgeld wegen fahrlässiger Körperverletzung mehr gezahlt werden … (iz)

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Aug 101994
 

Kommt er oder kommt er nicht?

lautet seit Monaten die bange Frage der Wilhelmshavener Bevölkerung. Wer? Nein, nicht Michael Jackson, sondern der Kaiser, der Wilhelm, auf seinen Sockel an der Ebertstraße.
Jetzt ist es raus: er kommt. Nachdem von Anfang an die Finanzierung gesichert gewesen war, stellte sich heraus, daß ein großer Teil der Wilhelmshavener die Neu-Inthronisierung des zweifelhaften Monarchen durchaus nicht als Imageverbesserung für die Stadt sah. Somit stand auch das Ansehen der Sponsoren auf dem Spiel, mit dem Effekt, daß Gelder wieder zurückgezogen wurden. Nun ist die Finanzierung aber anderweitig gesichert. Zwar ist die kostbare Bronze noch nicht in den grobschlächtigen Klotz verwandelt worden, aber das läßt sich ruckzuck erledigen. Das Trara um die Aufstellung des Denkmals wird weniger laut werden als ursprünglich geplant, aber der Zweck ist erreicht: wir wissen mal wieder, wer hier das Sagen hat – nämlich nicht der nicht unbedeutende kritische und wache Teil der Bevölkerung, der durchaus rechtzeitig realitäts- und zeitnahe Alternativen aufgezeigt hat. (iz)

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Aug 101994
 

Niedersachsens Fischfroster laufen weiter Sturm gegen Jadekost

(hk) Die Landesbürgschaft für die Firma JadeKost GmbH & Co KG in Höhe von 35 Mio. sorgt weiterhin für frostige Stimmung bei den niedersächsischen Herstellern von Fischstäbchen und Schlemmerfilets.

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Aug 101994
 

Ein Hotel

soll in direkter Nachbarschaft zur Reha-Klinik entstehen. Als Standort wird der Bereich Bremer- Ecke Virchowstraße genannt. Da wird es wohl nichts mit dem erhofften Aufschwung für die unter akuter Unterbelegung leidenden Hotels Wilhelmshavens. (hk)

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Aug 101994
 

Keinerlei Aussicht

besteht in Wilhelmshaven auf Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz für jedes Kind ab dem 1.1.1996. Zwar werden einige der bestehenden Kindergärten im Lauf der nächsten Monate mehr Plätze bereitstellen, und im Herbst wird eine neue (übrigens integrative) Kindertagesstätte der Wilhelmshavener Kinderhilfe e.V. eröffnet, doch der Bedarf wird bei weitem noch nicht gedeckt. Schätzungsweise 750 Plätze werden fehlen, wenn das neue Gesetz in Kraft tritt. (noa)

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Aug 101994
 

Die SPD sind wir alle

(ef/noa) Er ist 45, verheiratet, Vater einer Tochter, echter Banter Brite, hat bei Krupp gelernt und gearbeitet („Ich habe im Akkord geschuftet“ ), hat sich auf dem 2. Bildungsweg zum Gewerbelehrer hochgelernt, ist seit 1987 in der SPD und nun seit dem 28. Mai 1994 der erste Mann der Wilhelmshavener SPD: Norbert Schmidt aus Neuengroden. Er gab uns trotz permanenter Terminnot die Gelegenheit zu einem Gespräch. Er hat etwas zu sagen – er ist unser erster Gesprächspartner, der nicht unsere erste Frage abwartete, sondern gleich loslegte.

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Aug 101994
 

Hurra, wir leben noch!

Es besteht Hoffnung auf einen nichtkommerziellen kommunalen Rundfunk

(noa) Über ein Jahr ist es her, daß der GEGENWIND zuletzt über Radio Überleben schrieb (vgl. „Legal überleben“, Ausgabe 114, und „Radio Überleben eingemottet“, Ausgabe 115). Damals konnten wir über die Gründung eines Arbeitskreises „Wege zum kommunalen Rundfunk“ berichten.

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Aug 101994
 

Kommentar:

Altlasten

Wer auf dem Gelände der ehemaligen Müllkippe Kirchreihe spielt, muß damit rechnen, daß sein Körper mit Giftstoffen verseucht wird. Dabei geht es nicht nur um den Verzehr von Sauerampfer- oder Löwenzahnblättern, sondern auch um die über die Luft eingeatmeten Schadstoffe. Neben Überschreitungen der Werte für die gesundheitsgefährdenden Schwermetalle Blei, Cadmium, Chrom und Quecksilber wurden in Bodenproben auch Überschreitrungen der Werte für Arsen, Kupfer, Nickel, Thallium und Zink festgestellt.

Für all diese Giftstoffe gilt, daß in einzelnen Bereichen der Müllkippe noch höhere Konzentrationen zu erwarten sind. Das unter Verschluß gehaltene Gutachten, das seit diesem Frühjahr komplett vorliegt, kommt zu dem Schluß, daß „die Erforderlichkeit von Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen außer Frage“ steht. Doch diese Ergebnisse reichen der Stadt nicht aus (oder gehen ihr zu weit), darum wird jetzt erst einmal noch ein weiteres Gutachten erstellt, dessen Abschlußbericht im Frühjahr 1995 vorliegen soll.

Brisant ist die ehemalige Müllkippe jedoch nicht nur für die direkten Anlieger, denen die Stadt empfohlen hat „nicht zu tief umzugraben und keine tiefen Löcher zu buddeln“ (lt. WZ v. 2.8.94), sondern auch für die Kleingärten zwischen Stadtpark, Totenweg, Friedenstraße und Neuengrodener Weg: Stehen deren Be- und Entwässerungsgräben doch in direkter Verbindung zu den Gräben im Bereich der ehemaligen Müllkippe. (hk)

 

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Aug 101994
 

ANTIKRIEGSTAG ’94

Der Deutsche Gewerkschaftsbund
– Kreis Wilhelmshaven –
ruft auf zur Teilnahme an einer Mahnveranstaltung

GEGEN KRIEG UND UNTERDRÜCKUNG

FÜR FRIEDEN UND MENSCHENRECHTE Weiterlesen »

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Aug 101994
 

Straßen-Schilda
gw123_straße

Foto: Tunnat

Über Sinn und Unsinn von Zusatzschildern für Straßen-Namensschilder läßt sich gewiß streiten. So streiten sich z.B. die Bürger/Innen der Südstadt, ob der finanzielle Aufwand – in welcher Höhe ist ungewiß – gerechtfertigt war, die dortigen Straßennamen um die „kaiserlichen“ Bezeichnungen zu ergänzen. Erweitert es den kulturhistorischen Horizont, den alten Namen zu wissen, ohne zu erfahren, wer oder was sich dahinter verbirgt? Die Investition rechnete sich erst nach einer weiteren Investition, wenn also die Zusatzschilder noch Zusatzschilder er· halten würden …
Aber vielleicht geht es hier auch gar nicht um Kultur, entschieden wurde über die kaiserlichen Schilder nicht etwa im Kulturausschuß des Stadtrates, sondern an diesem vorbei im Verwaltungsausschuß. (iz)

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Aug 101994
 

Street fighting man

Seit dem Weggang von Mathias Röben ist bislang nur eine Streetworkerin mit hilfebedürftigen Kindern und Jugendlichen dieser Stadt beauftragt. „Nur“ ist hier nicht abwertend gemeint – in einer Stadt voller sozialer Brennpunkte ist jedoch eine Person mit dieser Aufgabe überlastet, und es gibt bestimmte Situationen bzw. Zielgruppen, für die ein zweiter, d.h. männlicher Streetworker allein aufgrund der körperlichen Überlegenheit einfach unabdingbar ist.
Nun hat der Jugendhilfeausschuß sich endlich dafür ausgesprochen, für 1995 eine ganze Planstelle (Personal- und Sachkosten) für diesen Zweck im Haushalt vorzusehen.
Unklar ist hingegen, ob die jetzige Anbindung der Streetworker direkt an die Amtsstube des Jugendamtes besonders sinnvoll ist oder ob die Dienst- und Fachaufsicht durch den Stadtjugendpfleger nicht praxisnäher wäre. (iz)

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Aug 101994
 

Kultur-Ausschuß

Die nach der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO) vorgesehenen Fachausschüsse der Kommunalparlamente haben schon ihre Daseinsberechtigung: wenige Ratsmitglieder konzentrieren sich gemäß ihrer persönlichen Neigung bzw. Vorkenntnisse auf ein Fachgebiet, um fachlich fundierte Empfehlungen für die rechtsverbindlichen Beschlüsse des Verwaltungsausschusses (VA) bzw. des Rates abzugeben. Üblicherweise läuft ein Beschlußverfahren eben in dieser Weise ab: Beratung im Fachausschuß mit entsprechender Empfehlung an den VA und, je nach Tragweite der Entscheidung, an den Rat. In jüngster Vergangenheit wurde in Wilhelmshaven jedoch der Kulturausschuß mehrfach schlichtweg übergangen: sei es bei der Entscheidung über die Aufstellung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals (Obwohl der Kulturausschuß sich zuvor, zum großen Teil auf eigene persönliche Kosten der Teilnehmer, in Berlin mit preußischem „Kulturgut“ befaßt hatte), beim Beschluß über die Begabten- (statt Breiten-) Förderung der Jugendmusikschule, oder bei der Zusatzbeschilderung der Südstadt. In letztem Fall war abzusehen, daß sich die Mehrheit der Ausschußmitglieder gegen eine Beschilderung in dieser Form ausgesprochen hätte.
Der Umgang mit diesem Ausschuß spiegelt in etwa den Stellenwert des kulturellen Lebens in Wilhelmshaven wider, das im Haushalt qualitativ wie quantitativ zunehmend ins Abseits gerät. Warum wird der Ausschuß nicht gleich abgeschafft? Mit den eingesparten Sitzungsgeldern hätte man das Kaiserdenkmal sicher noch vergolden können. (iz)

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