Gegenwind 115

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Jun 071993
 

Wilhelmshavener Frühling

Wohnraummangel, Kandidatenkarussell, Asylbewerber, Neonazis …

Gegenwind Titel 115Inhalt

♦ Bei der SPD dreht sich das Kandidatenkarussell: Menzel, Heußen und Siefken wollen Gabriele Iwersen aus dem Bundestag jagen. Steht noch ein fünfter Kandidat bereit?

♦ SPD-Unterbezirksvorsitzender Peter Junklewitz will sich nicht vorhalten lassen, daß die SPD mit ihrem Verhalten in der Asylfrage ein Menschenrecht abgeschafft hat. Krokodilstränen!

♦ Chlorgasaustritt bei ICI Atlantik – „Eine Gefährdung der Bevölkerung bestand zu keiner Zeit“ – Forderungen zur Chlorgasproduktion auf dem Rüstersieler Groden.

♦ Die Arbeiterwohlfahrt bekam einen Preis – Beschäftigte meinen: zu Unrecht

♦ Die Neonazis treiben ungehindert ihr Unwesen – Das Antifa-Plenum Oldenburg nimmt Stellung

♦ Strafbefehle gegen die Greenpeace-Blockierer des ICI-Werkes

♦ 22.000 Windmühlen bestimmten früher das Bild unserer Region. Von den Schwierigkeiten, heute Windmühlen zu bauen

♦ Die Restaurierung der ehemaligen Zwangsarbeiterbaracke „Schwarzer Weg“ droht an den hohen Auflagen der Denkmalsschutzbehörde zu scheitern

♦ Immer mehr Obdachlose müssen auf der Straße übernachten – „Platte machen“ nennen sie das

♦ Radio Überleben stellt seinen Sendebetrieb ein – ein kurzer Rückblick auf 1 Jahr Sendezeit.


Titelbild: Burkhard Königshoff


Die Druckausgabe zum Runterladen: Gegenwind 115

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Jun 071993
 

Vor den Mauern der Stadt

mußten schon im Mittelalter alle ungebetenen Gästen und das fahrende Volk campieren. Den Asylbewerbern geht es in Wilhelmshaven ähnlich. Weit entfernt von Einkaufs- und Kommunikationsmöglichkeiten und von den sozialen Einrichtungen der Stadt im nicht erschlossenen Industriegelände West haben sie ihre Unterkunft. Am 21. Mai sollte im Rat der Stadt darüber diskutiert werden, ob den Asylbewerbern die kostenfreie Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ermöglicht werden kann. Nur durch die Stimme des Sozialdemokraten Föhlinger war es überhaupt möglich, diesen Punkt auf die Tagesordnung zu setzen.
Natürlich wurde der Antrag abgelehnt. Der Vertreter der UWB im Rat der Stadt, Michael Tönjes, ließ dann auch noch Schönhuber aus seinem Munde reden: „Täter kriegen Freifahrtscheine“. Die Buslinie in Richtung Industriegelände West wird übrigens während der Krupp-Betriebsferien eingestellt. (hk)

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Jun 071993
 

TIC kommt voran

Die monatlich 50.000 DM für das Remscheider Marketing-Unternehmen TIC sind wohl, allen Unkenrufen zum Trotz, doch gut angelegt: Wie TIC-Mitarbeiterin Walburga Smolka-Bormann dem Wirtschaftsausschuß mitteilte, sind in Hongkong und Taiwan zwei Werbeveranstaltungen vorbereitet, in Taiwan wird eine Zeitungsanzeige (in chinesischer Sprache) auf die Region Wilhelmshaven/Friesland aufmerksam machen und der „Knüller“: In der Augsburger IHK-Zeitung wird ein Artikel über unsere Region erscheinen! (Obwohl dort laut WZ vom 12.6. „Ein derartiger Beitrag nicht bekannt sei.“) (hk)

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Jun 071993
 

Wilhelm I.

soll wieder als Bronzefigur auf seinem Sockel an der Garnisonkirche stehen. Das ist Ziel von Schreiber und Hochbauamtsleiter Sommer. Der alte Wilhelm wurde bekanntlich von den Nazis eingeschmolzen, um Rohstoffe für Patronen und Granaten zu bekommen. Der Wiederaufbau der Statue würde die Stadt eines Zeitzeugnisses des Faschismus berauben. (hk)

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Jun 071993
 

Mehr Menschlichkeit

in unserer Stadt ist das Ziel des neugegründeten deutsch-türkischen Freundeskreises. Deutsche und türkische Menschen verschiedener Altersstufen haben sich zusammengefunden, um Aktivitäten für dieses Ziel zu entwickeln. Die ersten Schritte sind schon getan: Briefe an Schüler, Schulleiter und an die Öffentlichkeit zeigen Möglichkeiten für ein menschliches Miteinander auf. -noa-

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Jun 071993
 

gw115_demo

Am 3. Juni, dem Tag der Trauerfeier für die Opfer des Mordanschlages in Solingen, führten ca. 60 TeilnehmerInnen des Berufsförderungslehrganges beim CVJM Wilhelmshaven e. V. zusammen mit einigen Beschäftigten aus Schule und Wohnheim einen Schweigemarsch durch, um ihre Ablehnung von Haß und Gewalt zu demonstrieren. Eine Schweigeminute oder eine Arbeitsniederlegung an diesem Tag war ihnen zu wenig. „Davon merken die Ausländer ja gar nichts“, argumentierten Jugendliche und überzeugten ihre Lehrkräfte, daß eine Demonstration durch die Markt-, Weser- und Werftstraße mehr Sinn macht. -noa- Foto: Tunnat

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Jun 071993
 

Weltpolizeiliche Aufgaben

für die Bundeswehr regte nach einer WZ-Meldung Wilhelmshavens Bürgermeister Siegfried Neumann (SPD) an. Er reiht sich damit in die Reihe der Sozialdemokraten ein, die Deutschlands neu gewonnene Größe nicht verkraften können und die Welt am deutschen Wesen genesen lassen wollen. (hk)

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Jun 071993
 

Verknackt

wurden die Hamburger Faschisten, die den Steckbrief gegen den DGB-Kreisvorsitzenden Manfred Klöpper in überregionalen Zeitungen veröffentlichten. 2.000 Mark Schmerzensgeld müssen diese auf Klöppers Konto überweisen. – Geld, was ein aktiver Antifaschist, der auch mal angesichts von Nazi-Provokationen ausflippt, sicherlich gut gebrauchen kann. (hk)

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Jun 071993
 

Sparmaßnahmen

auf dem Rücken der schlecht bezahlten Angestellten als ein Ergebnis der Unternehmensberatung in Sanderbusch: Die ca. 60 Rettungsdienstassistenten des Landkreises Friesland konnten früher im Krankenhaus für 3,50 DM zu Mittag essen. Jetzt müssen sie wie Besucher 7,80 DM für eine Mahlzeit hinlegen. -noa-

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Jun 071993
 

Menzel schrödert

SPD-Kandidaten zur Bundestagswahl: Iwersen, Menzel, Heußen, Siefken und – der Joker?!

(hk) Viele, die nach der SPD-Wahlkreis-Delegiertenkonferenz in der Stadthalle glaubten, daß die Partei das Diskutieren und Streiten verlernt hat, wurden in den letzten Wochen eines besseren belehrt: Es brummt in der SPD. Die Wahl des Bundestagskandidaten für den Wahlkreis 21 steht für den 16. Oktober auf dem Programm.

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Jun 071993
 

Krokodilstränen

SPD-Unterbezirksvorsitzender Peter Junklewitz mausert sich

(hk) Peter Junklewitz, in der Vergangenheit eher der stille und fleißige Parteiarbeiter, zeigte auf dem SPD-Unterbezirksparteitag, was in ihm steckt. Richtig böse wurde er, als er auf die Rede des Vertreters des Aktionsbündnisses „Viele Kulturen – eine Zukunft – Dem Haß keine Chance“, Manfred K1öpper, auf der Wilhelmshavener Demonstration anläßlich der Solinger Morde, zu sprechen kam.

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Jun 071993
 

ICI-Atlantik: Zwei Chlorgasausbrüche

ICI-Sprecher: Eine solche Sache gefällt uns überhaupt nicht

(buw-hk) Einen Steinwurf entfernt von der Wohnbebauung in Rüstersiel steht das Chlorgaswerk der ICI. Zwei Chlorgasausbrüche brachten der Bevölkerung die Bedrohung, der sie durch das Chlorgaswerk ausgesetzt ist, wieder eindringlich ins Bewußtsein.

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Jun 071993
 

Abgebogen

AWO beweist: Papier ist geduldig

(noa) Unter der Überschrift „RICHTUNGSWEISEND“ berichtete der GEGENWIND im Oktober 1991 über eine vorbildliche Betriebsvereinbarung beim Bezirksverband Weser-Ems der Arbeiterwohlfahrt. Richtungsweisend in Sachen Frauenförderung fand auch die niedersächsische Frauenministerin Schoppe dieses Papier. Sie überreichte der AWO in einem feierlichen Festakt einen Geldpreis in Höhe von 5.000 DM. „Man müßte Frau Schoppe dieses Geld eigentlich zurückgeben!“ finden allerdings AWO-Beschäftigte, denn ihr Arbeitgeber liefert mit seiner tatsächlichen Frauenpolitik einen neuen Beitrag zum Thema „Papier ist geduldig“.

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Jun 071993
 

Frauenbeauftragte überflüssig?

Im letzten GEGENWIND meldeten wir, daß das Marine-Arsenal eine (vom Direktor bestellte) Frauenbeauftragte hat. In der Personalversammlung des Arsenals am 7.6. erläuterte der Personalrat seine Forderung nach einer Vertreterin der Frauenbeauftragten in Wilhelmshaven. Die Kieler Kollegin, die das Amt seit November 1992 bekleidet, kommt nur alle paar Monate nach Wilhelmshaven, und das reicht den weiblichen Beschäftigten im Wilhelmshavener Betrieb nicht. Besonders verärgert waren sie darüber, daß die Frauenbeauftragte bei ihrem Besuch im Mai aus einem Gespräch heraus zum Direktor gerufen wurde.
Der Zuständigkeitsbereich der Frauenbeauftragten ist eng begrenzt; sie kann sich nur um Fragen der Einstellung, Höhergruppierung und Beförderung kümmern. Und hieraus schloß Herr Eggert, der Direktor, daß sie eigentlich überflüssig sei: Die etwa 30 von Frauen besetzten Dienstposten, bei denen eine Höhergruppierung überhaupt in Frage käme – z.B. Schreibkräfte in den Gehaltsgruppen BAT VII und BAT VIII – werden bis 1995 sowieso abgebaut! -noa-

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