Gegenwind 108

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Jun 221992
 

Faschistenaufmarsch
Hass und Ausländerfeindlichkeit unter schwarz-weiß-roten Fahnen

Naziaufmarsch

Polizeiaufgebot
Massiver Polizeieinsatz zum Schutz der Nazikundgebung

Polizeiaufgebot

Inhalt
Schwerpunktthema: Der Aufmarsch der Neonazis am 23.5. in Wilhelmshaven – Kritische Betrachtungen
ACHTUNG! Linker Radikaler – Der Deutsche Kameradschaftsbund verteilt Steckbriefe.
Noch übertroffen wurden die schlimmsten Befürchtungen bezüglich der Ausstellung des Fördervereins Marinemuseum. Wilhelmshaven setzt schlimme Zeichen!
Ungesetzlich ist unser Artikel über den Einsatz von HilfslehrerInnen an Wilhelmshavener Schulen überschrieben
CDU-MdL Engstler weiß jetzt über PVC Bescheid: Niedersachsens Wirtschaftsminister Fischer beantwortete eine Anfrage Engstlers zur PVC-Problematik. Ein Plädoyer für den Ausstieg.
Die Drogenproblematik – ein immer brennender werdendes Thema. Informationen über eine Pumpwerk-Veranstaltung.
Selbst aktiv werden gegen die Verpackungsflut. Ein Hintergrundbericht
unter der Überschrift „Pötte und Pannen“.
Aufgeschreckt durch Veröffentlichungen im GEGENWIND geht die Stadtverwaltung auf Lecksuche und schaltet die Kripo ein.
Die Überlebenschancen für „Radio Überleben“ sind gut. Wir lassen ebenfalls auf 1000 Antennen blühen.

Die Druckausgabe: Gegenwind 108 

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Jun 221992
 

Ernährungsbewußt

gab sich die Firma ICI in ihrer Anzeige in der WZ vom 6. Juni. Dort sollte der Beweis geführt werden, daß es ein weißes Pulver gibt, das noch gefährlicher und gesundheitsschädlicher ist als PVC.
Aufmerksamen VerbraucherInnen wurde schon vor Bekanntgabe der Auflösung des Rätsels klar, daß es sich angesichts der abscheulichen Zusätze wie Bikarbonat (sprich: Backpulver) nur um Weißmehl handeln kann. Es fehlten dann allerdings Hinweise auf die gesunde Alternative, sprich: biologisch erzeugtes und frisch verarbeitetes Vollkornmehl, das sich ohne jegliche Chemie zu gesunden Nahrungsmitteln verarbeiten läßt. Ebenso fehlten natürlich Empfehlungen für umweltfreundliche Alternativen zu PVC … (hk)

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Jun 221992
 

Vor keiner Lüge

schrecken die Führungskräfte der ICI zurück, wenn es gilt, ihr PVC reinzuwaschen. So behauptete der bei der ICI für die psychologische Kriegsführung zuständige Mitarbeiter Klaus Vogel anlässlich einer Betriebsbesichtigung der CDU-Frauen-Union, daß „PVC bedauerlicherweise stellvertretend für alle Kunststoffprodukte als gefährliches Produkt bezeichnet werde. Diese Behauptungen seien falsch und inzwischen auch eindeutig widerlegt.“ (WZ v. 10.6.) Dabei ist genau das Gegenteil der wissenschaftlich belegte Fall: Das Vorhandensein von PVC verhindert, daß Kunststoffe wiederverwertet werden können – in Müllverbrennungsanlagen fördert das PVC die Dioxinbildung. Klaus Vogel meint wohl, daß man CDU-Frauen jeden Bären aufbinden kann. (hk)

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Jun 221992
 

Ein zweiter

Kraftwerksblock in Wilhelmshaven scheint für den niedersächsischen Wirtschaftsminister Fischer bereits eine beschlossene Sache zu sein. Er kennt sogar schon nähere technische Einzelheiten. So soll der Bau des zweiten Kraftwerksblocks auf der „Grundlage neuester technischer Standards ökologische Maßstäbe setzen“. Dabei ist der Bau des Kraftwerks völlig überflüssig: Selbst nach Abschaltung der Atomkraftwerke in Niedersachsen besteht noch eine ausreichende Stromreserve. Es bleibt zu hoffen, daß zumindest die Grünen in der Landesregierung diesmal standhaft bleiben und weiter für eine ökologisch orientierte Energiepolitik kämpfen werden. Das Ersetzen abgeschalteter Atomkraftwerke durch große Steinkohlekraftwerke hat jedenfalls damit nicht das geringste zu tun. (hk)

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Jun 221992
 

Der gelbe Sack

macht nach Auffassung der Niedersächsischen Landesregierung – in Anlehnung an ein Urteil des Bundesgerichtshofes – aus Abfällen noch lange keine Wertstoffe.
Der sogenannte objektive Abfallbegriff hat demnach Vorrang vor der Einstufung eines Stoffes oder Gegenstandes als „Wertstoff“ oder „Wirtschaftsgut“, wenn nicht der Nachweis einer ordnungsgemäßen Verwertung geführt werden kann.
Im Gegensatz zu anderen Landesregierungen wird das Niedersächsische Umweltministerium damit der Tatsache gerecht, daß die Industrie von einer stofflichen Verwertung insbesondere der Kunststoffabfälle, die statt wie früher in der grauen Tonne jetzt im gelben Sack oder den „Recycling-Tonnen“ im Supermarkt landen, noch weit entfernt ist. Dieses Festhalten am Abfallbegriff hat zur Folge,
– daß vereinfachte Genehmigungsverfahren für die „Sortieranlagen“ vorerst nicht zulässig sind, sondern nach dem strengen Abfallrecht beurteilt werden müssen,
– daß die behördliche Kontrolle über die Abfallströme weiterhin garantiert bleibt, da nach der derzeitigen Bearbeitungskapazität höchstens 18% der Kunststoffe und Verbundverpackungen verwertet werden können,
– daß Verträge, die derzeit zwischen der DSD („Grüner Punkt“) und Kommunen bzw. Landkreisen geschlossen werden, den Passus enthalten sollten: Kunststoff- und Verbundverpackungen werden erst dann getrennt eingesammelt, wenn die Verwertungsfrage befriedigend gelöst ist und entsprechende, abfallrechtlich korrekte Sortieranlagen vorhanden sind. (iz)

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Jun 221992
 

Jugendliche Skins

nutzten das „School is out“-Festival, um sich „abzureagieren“: Sie bewarfen die Gruppe „Substitute“ mit zwei Paletten roher Eier, so daß diese dann in einem See von Spiegeleiern spielen mußte. Sicherlich war es reiner Zufall, daß der Neonazi Thorsten de Vries während der Aktion in der Gegend rumstrolchte. (hk)

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Jun 221992
 

polizei_karikatur Erwin Fiege 1992

Bild: Erwin Fiege 1992

Aufgabe der Kripo

ist nicht nur das Fangen von Gesetzesbrechern, sondern auch die Verhütung von Straftaten. Besonders aktiv wird die Wilhelmshavener Kripo, wenn es gegen ausländische Strolche geht.
Anfang Juni warnte die Kriminalpolizei nicht nur über die Presse, sondern auch mittels von Polizeibeamten verteilten Flugblättern vor Taschendieben, oder genauer vor „Südländern, meist Frauen auch mit Kindern“.
Wie gesagt: Es ist Aufgabe der Polizei, vorbeugend zu agieren. Nur, diese Frage muß sich die Kripo stellen lassen, warum unternimmt sie bei „Südländern“ groß angelegte Aktionen, während deutsche Strolche weiterhin beinahe ungehindert Wohnungen ausrauben, Autos aufbrechen, Frauen vergewaltigen, Ausländer überfallen können? (hk)

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Jun 221992
 

Aus Fehlern lernen

Nachbetrachtung zur Organisation des Widerstandes gegen Neo-Nazis

(hh) Vier Wochen nach dem Aufmarsch der Braunen in .Wilhelmshaven hat sich die Aufregung längst gelegt. Fast scheint es so, als ob dies Ereignis als einmaliges Geschehen bereits ad acta gelegt worden sei, obwohl die politische Situation weitere Kraftdemonstrationen der neuen Rechten vermuten läßt.

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Jun 221992
 

Steckbriefmäßig

Neonazis blasen zur Jagd auf Antifaschisten

(hk) Im Stil an die Hetzkampagnen der Springer-Blätter gegen die APO und an nationalsozialistische Kampfblätter erinnernd, verfaßte der Deutsche Kameradschaftsbund (Veranstalter des neofaschistischen Aufzuges am 23.5.) ein Flugblatt gegen den DGB-Kreisvorsitzenden Manfred Klöpper

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Jun 221992
 

Tockengefallen

Marineausstellung übertrifft alle Befürchtungen

(ef/noa) Nachdem der Traum vom Museumsschiff Deutschland endgültig ausgeträumt ist, muß der Förderverein Deutsches Marine-Museum e. V. nun doch an Land bleiben.

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Jun 221992
 

Kürzung

von Unterrichtsstunden und Vergrößerung von Klassen droht ab dem kommenden Schuljahr an Wilhelmshavener Schulen durch den neuen Erlaß zur Unterrichtsversorgung. Die Kollegien der Wilhelmshavener Hauptschulen haben ausgerechnet, was die Schönrechnerei in Sachen Stundenbedarf für sie bedeutet. Braucht die Hauptschule Bremer Straße nach der alten Bemessungsgrundlage 489 Lehrerstunden, so sind das im kommenden Schuljahr nur noch 403 Stunden; an der Hauptschule Heppens können statt 255 nur noch 204 Lehrerstunden verplant werden; und an der Hauptschule Nogatstraße schrumpft das Kontingent an Lehrerstunden von 261 auf 233. Das entspricht einer durchschnittlichen Verringerung der Unterrichtsversorgung um 15,3 %! (noa)

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Jun 221992
 

Streichungen

bei der ambulanten Pflege nimmt die AOK vor. Die Betreuung alter Menschen in ihrer häuslichen Umgebung (Verabreichen von Medikamenten, Bewegungsübungen, Einreibungen und ähnliche Leistungen) wird von Ärzten verschrieben und u.a. durch den Verein Freie Soziale Dienste e.V. durchgeführt.
Bei mehreren Patienten tauchte nun in den letzten Tagen der AOK-Vertragsarzt auf, verschaffte sich innerhalb einer knappen halben Stunde einen flüchtigen Eindruck von der Situation und strich einzelne Verordnungen mit der Begründung, daß sie überflüssig seien.
Die ambulante Pflege bewahrt viele alte MitbürgerInnen vor der Übersiedlung ins Pflegeheim. Sie ist viel kostengünstiger als die Heimunterbringung. Die Sparmaßnahmen an den alten Leuten werden also letztendlich zu Mehrkosten führen. Allerdings wird nicht die AOK die Mehrkosten tragen, denn dafür ist das Sozialamt zuständig. Mehr zu den Hintergründen und Zusammenhängen im nächsten GEGENWIND. (noa)

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Jun 221992
 

Erfolgreich

schulstreik

war der Schulstreik an der Grundschule Kathrinenfeld. Die Gesamtelternversammlung vom 15. Juni hatte einstimmig einen unbefristeten Schulstreik vom 23. Juni an beschlossen, um die Einstellung eines Schulleiters oder einer Schulleiterin zu erzwingen. Seit dem 1. Februar ist diese Stelle schon unbesetzt, und eine Lehrerin hatte diesen Posten kommissarisch für die Zeit bis zu den Sommerferien übernommen. Nun war dem Schulelternrat mitgeteilt worden, daß die Stelle zum 1. August nicht besetzt werde. Außer einem/r hauptamtlichen SchulleiterIn fordert die Elternschaft eine halbe Lehrerstelle, um im neuen Schuljahr den vorgeschriebenen Unterricht zu gewährleisten. Mit dem jetzt vorhandenen Personal könnte nach den Sommerferien der Unterricht nur zu 88,8 % erteilt werden.
Am 23. Juni versammelten sich Eltern und Schulkinder auf dem Schulhof; Unterricht fand an diesem Tag nicht statt. Der Erfolg: Die Besetzung der Schulleiterstelle zum 1. August wurde (zu 99,9%) zugesagt. Daraufhin schickten die Eltern ihre Kinder am 24. Juni wieder zum Unterricht. Sie sind allerdings bereit, den Streik sofort wieder aufzunehmen, wenn der/die zugesagte neue SchulleiterIn nach den Ferien doch nicht da ist.(noa)

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Jun 221992
 

Gesetzwidrig

„HilfslehrerInnen“ dürfen nur außerhalb des Schulbetriebes eingesetzt werden

(noa) In unserer Ausgabe 106 berichteten wir unter der Überschrift „Lehrkräfte light“ von einem besonders fragwürdigen Versuch, den LehrerInnenmangel an den Wilhelmshavener Schulen zu vertuschen: die Einstellung von im Schnellverfahren ausgebildeten ABM-Kräften als Hilfslehrerinnen.

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Jun 221992
 

Liebe Gegenwind-Redaktion:
Nach unserem Gespräch habe ich es geahnt, aber doch nicht glauben wollen: Unsere Arbeit sollte in Eurer neuen Mai-Ausgabe verrissen werden!
Zur Vorgeschichte: Auf meine Frage nach dem Inhalt des bevorstehenden Interviews , sagte Imke (Redaktion Gegenwind) mir, es handele sich um „nichts besonderes“, sondern lediglich um die Weiterentwicklung des Pumpwerks. Nun stehen wir als „Headliner“ da. Sollen wir mit unserem Namen für Euch neue Leserschichten ansprechen? Weiterlesen »

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