Gegenwind 099

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Mrz 111991
 

Verbannung

Asylbewerber: Opfer der Wahlkampftaktik?

(noa) Vom Obergeschoß aus hat man freien Blick zum Himmel, Treppengeländer fehlen, das Haus ist total heruntergekommen – so beschreiben Mitglieder des Sozialausschusses das Gebäude in Coldehörn, das nach dem Willen der Stadtverwaltung als Sammelunterkunft für Asylbewerber hergerichtet werden soll.

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Anzubiedern

suchen sich Nazis bei Leuten, die sich in Leserbriefen gegen den Krieg am Golf zu Wort gemeldet haben.
Bundesweit, so auch in Wilhelmshaven, erhielten solche Kritiker nach Erscheinen Ihrer Leserbriefe in der Lokalpresse Nazipost ohne Absender. An hiesige Empfänger gerichtete Briefe trugen den Wilhelmshavener Poststempel. Der Inhalt bestand aus antiamerikanisch/antijüdischen Hetzschriften mit Bezugsadressen für weiteres kostenloses Propagandamaterial sowie Abonnentenwerbung für eine monatlich erscheinende Periodika des ‚Verlag Diagnosen‘.
Eine Kommandoebene der Nazis hat sich demnach zum Ziel gesetzt, über Konfidenten vor Ort, Zielgruppen zu orten und mit Propagandamaterial einzudecken.
Die Nazis spekulieren wohl darauf, die moralisch begründete Kritik an der Nahostpolitik, als Einfallstor für antijüdische Rassenhetze und Hasstiraden gegen die alliierten Bezwinger des Dritten Reiches (‚alttestamentarisch inspirierter Kapitalmarxismus amerikanischsowjetischer Prägung‘) zu nutzen.

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Schlammschlachten

im Vorfeld des Kommunalwahlkampfes veranstalten Teile der SPD: Der Rüstersieler SPD-Genossin Marianne Fröhling wurde durch einen Rechtsanwalt „üble Nachrede“ gegen andere Parteimitglieder vorgeworfen. Dem Schreiben war die Rechnung des Anwalts gleich beigefügt. Die WZ wußte schon eher als die so Beschuldigte selbst Bescheid. Von einer Klage Fröhlings wegen unlauteren Wettbewerbs (siehe Artikel „Wie eine Hinrichtung“) ist uns jedoch nichts bekannt.

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Herr Doktor

ist nun die korrekte Anrede für den Sozialdezernenten Milger. Jetzt ist endlich raus, warum er so wenig amtlich in Erscheinung getreten ist (wir haben schon gerätselt): Er hat die Zeit seiner bisherigen Tätigkeit in Wilhelmshaven für seine Promotion genutzt. Herzlichen Glückwunsch!

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Keine Argumente

hatten die Schülerinnen und Schüler, die anläßlich des Golfkriegs ihre Klassenräume verließen, demonstrierten, Kreuzungen dichtmachten, Mahnwachen abhielten usw., nicht nur in den Augen einiger WZ-Leserbriefschreiber, sondern auch bei „gestandenen“ Leuten der linken Bewegung.
Der GEGENWIND schließt sich dem an, was Günter Grass in einem taz-Interview sagte: „Ich stehe auf Seiten dieser Kinder, die auf die Straße gegangen sind, die vielleicht nicht in der Lage sind, genau zu artikulieren, warum sie gegen den Krieg sind. Wie sollten sie auch? Ich bin gegen diese Veteranen der 68er-Zeit, die nun meinen, sie hätten damals die richtigen Argumente gehabt, und die jetzt das Argumentieren vermissen und über die protestierenden Kinder herziehen.“

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Mißbrauch

Jede dritte Frau wird in ihrer Kindheit sexuell mißbraucht. Die meisten Frauen ertragen diese sexuelle Gewalt oft ihr Leben lang oder leiden unter den Folgen und fühlen sich zusätzlich noch schuldig!
Ein zentrales Merkmal des Mißbrauchs ist die Verpflichtung zur Geheimhaltung, die das Kind zur Sprachlosigkeit und Hilflosigkeit verdammt.
Jetzt, wo diese Thematik langsam aus der Tabuzone hervortritt und sexueller Mißbrauch von Kindern in den Medien angeprangert wird, wenden sich immer mehr Frauen an Beratungsstellen. Einige von ihnen haben eine Selbsthilfegruppe gegründet. Am Montag, dem 4. März, fand ein erstes Treffen in den Räumen der SOS-Jugendberatung in der Schillerstr. 8 statt.
Künftig will frau sich regelmäßig jeden Montag treffen. Die beiden Sozialpädagoginnen Ute Hans-Klesse und Waltraud Lessel, die dieser Gruppe am Anfang unterstützend zur Seite stehen, weisen darauf hin, daß zur Zeit noch neue Frauen an der Selbsthilfegruppe teilnehmen können. Für telefonische Auskünfte stehen die Mitarbeiterinnen der SOS-Jugendberatungsstelle zur Verfügung.

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Neue Qualität

Soldaten und Reservisten verweigern den Kriegsdienst

Der Krieg im Irak hat hier in Deutschland eine Flut von Anträgen auf Kriegsdienstverweigerung ausgelöst. Der Gegenwind untersuchte in einem Gespräch mit einem KDV-Berater vom DFG-VK die Situation in Wilhelmshaven.

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„Wir sind die Grünen“

Gegenwind-Gespräch mit dem Beta-Boss

(hk/jm) Ein Mann mit einem Ziel – so stellte sich der Beta-Boss van Weelden dem Gegenwind dar. Ob er mit seiner Art Geschäfte zu machen, mit seinem Weitblick, dieses Ziel erreichen wird – darauf darf man gespannt sein. Weiterlesen »

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Die FRAUENLISTE wird auch bei den Kommunalwahlen am 6.0ktober dieses Jahres wieder mit einer eigenen Liste antreten. Im Mai werden wir unser Programm und unsere Kandidatinnen vorstellen. Die Erfahrungen aus dieser Wahlperiode zeigen eindeutig, daß Fraueninteressen in den etablierten Parteien nicht das für wirkliche Veränderungen notwendige Gewicht haben. Sie sind schnell vergessen, hat man erst die (WählerInnen)-Stimmen im Kasten. Daran ändern auch Quotenregelung und verbale Beteuerungen nichts! Weiterlesen »

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Schottler übernehmen Sie!

Deutschland wird nicht Marinemuseum

(noa) Standhaft sind sie ja, die Jungs vom „Förderverein Deutsches Marine-Museum“. Sie lassen nicht locker, obwohl trotz propagandistischer Unterstützung durch die WZ wenig darauf hindeutet, daß ihr Projekt so jemals Wirklichkeit wird.

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Sanatorium Unheilbares Deutschland

Es ist wieder soweit: nach 45 Jahren können die Deutschen sich wieder für den Nabel der Welt halten. Ob Gipfeltreffen. Außenministerrunde, EG-Konferenz oder Fußball-WM, es gibt nur noch ein Thema: Wie kann an der deutschen Einigung die Welt genesen? Klimakollaps, Wettrüsten, Arbeitslosigkeit und Unterentwicklung spielen als Bagatellsachen kaum mehr eine Rolle. Einzige Sorge, die alle von Oslo bis Johannesburg, von Madrid bis Tokio bewegt: hoffentlich kommt es bei der Schnellvereinigung nicht zu einer Fehlgeburt! Schon frißt die Revolution ihre Kinder, bevor sie ausgetragen sind. Für stellungslose Kritiker ist der Zug längst abgefahren.
Seit dem Tag der totalen Kopulation ist das SANATORIUM UNHEILBARES DEUTSCHLAND bis aufs letzte Bett belegt. Frau Dr. Agnes Schniefental und Herr Dr. Hermann Eichenbrötler haben alle Hände voll zu tun: sozial entmündigte Deutsche, Soldaten nach Feindbildverlust, probevertriebene Nachwuchsostdeutsche, gemeine dementia tedesca – hoffen wir, dass die Therapie schnell anschlägt. Die Rückfallquote ist hoch. Stasiveteranen, Waffensammler, Rüstungsexporteure und Amnesie-Künstler brauchen Beschäftigungstherapie.
Das Bremer Kabarett DUO STECHPALME präsentiert sein viertes Programm am Samstag, den 13.4.91 um 20 Uhr 30 in der PERSPEKTIVE, Freiligrath- /Schellingstraße

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Treumer’s Fotos

Ausstellung mit Begleitprogramm zum Thema Drogenabhängigkeit und Substitution

Menschenleere Bürgersteige in der Großstadt, Einwegspritzen, verfallene Gesichter, Stilleben in der Bude eines Junkie.
Manny Bröder war Drogenkonsument und lebte in Amsterdam. Torsten Schmidt war Drogenarbeiter mit einer Vorliebe für die Straße und das Milieu. Er arbeitete mit deutschen Junkies, die häufig vor der Justiz oder Diskriminierung aus Deutschland geflüchtet waren. Sie sind in dieser Ausstellung portraitiert. Weiterlesen »

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3. Wilhelmshavener Maritime Filmtage

Der große Erfolg und die gute Resonanz bei Teilnehmern und Publikum der 2. Wilhelmshavener Maritimen Filmtage im letzten Jahr haben uns Mut gemacht damit es auch in diesem Jahr wieder heißt „Vorhang auf – Film ab“ für die 3. Wilhelmshavener Filmtage.
Vom 25.9. – 28.9. steht die Stadt Wilhelmshaven wieder ganz im Zeichen der Filmtage. Schwerpunkt wird wieder der Wettbewerb für professionell Filmschaffende im Nachwuchsbereich sein (Unterlagen können ab sofort im Filmtagebüro angefordert werden). Im Rahmen einer „offenen Leinwand“ haben die nicht-professionell Filmschaffenden die Möglichkeit ihre Arbeiten vorzustellen.
Über die Vergabe des Wilhelmshavener Filmpreises, der mit insgesamt 7.000 DM dotiert ist, entscheidet eine Fachjury, die wieder prominent besetzt sein wird.
Als Veranstaltungsorte sind das Kultur- und Kommunikationszentrum Pumpwerk und das Apollo Programmkino vorgesehen.
Ein erweitertes Filmtageteam, neue Ideen und der Charme eines kleinen persönlichen Festivals werden sicher für einen Erfolg der Wilhelmshavener Filmtage sorgen.

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