Gegenwind 113

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Mrz 171993
 

Zwischenlager Baumarkt
Schlamperei und Desinteresse lassen Giftmüll im Boden versickern

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Technik von gestern
Bundeswehrführung bleibt uneinsichtig – kaum noch Chancen für energiepolitische Vernunft

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Inhalt

♦ Die Änderungen des Arbeitsförderungsgesetzes treffen die Aussiedler radikal und ohne Vorwarnung

♦ Mit einem Steckbrief forderten die Neo-Nazis um Thorsten de Vries zum „Abschuß“ des DGB-Kreisvorsitzenden Manfred Klöpper auf. Monatelanger Telefonterror gegen ihn und seine Familie waren die Folge. Manfred Klöpper klagte Thorsten de Vries an. Näheres zum Beschluß des Landgerichtes.

♦ Nachdem das Feindbild im Osten zum Westen überlief, hat es die Bundeswehr nicht mehr ganz einfach, ihren Auftrag zu vermitteln. Im Kampf gegen die Umwelt sind die Herren der Armee aber noch ganz fit

♦ Millionen demonstrierten gegen die Atomenergie, trotzdem wurden die Werke in Brokdorf, Esenshamm usw. gebaut. In Niedersachsen steht der Ausstieg aus der Atomkraft angeblich auf der Tagesordnung – der Arbeitskreis Wesermarsch konfrontiert die Landesregierung mit ihren Versprechungen

♦ Wer darf und wer muß eigentlich Nazi-Schmierereien beseitigen? Ein „Fader Nachgeschmack“ blieb bei den Aktiven des Schülerinnenprojektes „Fremdenhaß in Wilhelmshaven“ nach einem Briefwechsel mit der „Freizeit“

♦ 25 ABM-Kräfte des Vereins „Beratung, Kommunikation und Arbeit“ bauen im Auftrag der Stadt einen Recyclinghof. Die Aktionsgemeinschaft gegen Müllverbrennung beobachtete sie dabei

♦ Durch den Bau eines Kindergartens soll ein Kinderspielplatz zerstört werden – Eltern setzen sich dagegen zur Wehr


Titelfotos: Tunnat


Die Druckausgabe zum Runterladen: Gegenwind 113

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Kein Finger

wird sich in der Stadtverwaltung rühren, um der in Konkurs gegangenen Kammgarnspinnerei Müller&Raschig Hilfe zu gewähren: Schon lange ist man in der Verwaltung scharf darauf, die Firma aus dem Gebäude rauszubekommen um den Wohnungsbau der Jade den Weg Richtung Deich-Brücke freizumachen. Unbestätigten Berichten zufolge liegen auf den Zeichenbrettern im Bauamt schon Pläne, auf denen der Müller&Raschig-Komplex samt der stadtgeschichtlich bedeutenden Jahn-Halle nicht mehr vorhanden ist. 86 Beschäftigte gibt es bei Müller&Raschig. (hk)

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Weichen

muß der Sportplatz an der Friedenstraße. Wo die sportinteressierte Bevölkerung der Stadt die Höhen und Tiefen des TSR Olympia verfolgen konnte, werden in naher Zukunft nur Jubelschreie aus dem Fernsehen zu hören sein: Die Bebauung dieses Areals mit ein- und mehrgeschossigen Wohnhäusern ist beschlossene Sache. Neben Reihenhäusern wird dort auch sicherlich das ein oder andere Filetstückchen für finanzkräftige Häuslebauer herausspringen. Ob es der Klinkermafia, die Grün in der Stadt nur dann liebt, wenn hinter der ersten Strauchreihe ein roter Klinkerbau steht, gelingen wird, auch den Botanischen Garten plattzumachen, ist zwar noch fraglich, aber angesichts der momentanen Politik der Stadt doch recht wahrscheinlich. (hk)

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Die Abrißbirne

ist momentan das am meisten benutzte Werkzeug in Wilhelmshaven. Mit einer ungehörigen Energie gehen unsere Stadtplaner daran, alles plattzumachen, was irgendwie ans alte Wilhelmshaven erinnert. Es fing vor vielen Jahren an, als das älteste Gebäude der Stadt, der Elsässer Hof in der Marktstraße, für McDonalds weichen mußte. Und nun geht es Schlag auf Schlag: Abriß der Seekartenstelle, Abriß der Rüstringer Brücke, Abriß der Deichbrücke, Abriß des Bahnhofs, Abriß fast aller die westliche Marktstraße prägenden Gebäude….. – die Stadtverwaltung ist dabei, Wilhelmshaven zu einer gesichtslosen Stadt mit Klinker-, Stahl- und Glasbauten zu machen. Das, was die Bomber im 2. Weltkrieg nicht schafften, soll jetzt vollendet werden. (hk)

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Äußerst mager

ist das Angebot für Menschen mit Konfektionsgröße 42 aufwärts, die sich trotz oder gerade wegen ihrer Leibesfülle in Wilhelmshaven sportlich unter ihresgleichen betätigen möchten.
Anderenorts hat man sich längst auf übergewichtige Frauen und Männer eingestellt, die sich fernab vom leistungsorientierten Spitzensport körperlich betätigen wollen. So erfreut sich z.B. die Gruppe „mollig und mobil“ in Oldenburg eines regen Zulaufs. Eine entsprechende Nachfrage beim Wilhelmshavener Stadtsportbund, ob es ein ähnliches Angebot auch in Wilhelmshaven gäbe, stieß auf Unverständnis.
Daß auch dicke Menschen Sport treiben möchten, ist dort nicht bekannt. Sowieso seien die Hallenkapazitäten voll ausgeschöpft und ließen keinen Platz für zusätzliche Angebote. Schließlich aber stehe das breite sportliche Angebot allen zur Verfügung – „sie müßten halt nur abnehmen“, so eine Mitarbeiterin des Stadtsportbundes. (ub)

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Die Forderung

Wilhelmshavener Jugendlicher nach einem selbstverwalteten Jugendzentrum geht ihrer Erfüllung entgegen. Diesen Eindruck erweckte jedenfalls die Auskunft des Sozialdezernenten Dr. Milger im Jugendhilfeausschuß. Dr. Milger hat dafür Räumlichkeiten in der Größenordnung von 120 bis 130 m2 im Gebäude Banter Deich 16 im Auge. In diesem Gebäude ließe sich, so Dr. Milger, „die bereits angedeutete fast kostenneutrale Lösung verwirklichen“. (hk)

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Aufgrund

ihrer Aussage im letzten GEGENWIND „Ich lauf doch nicht in einer Demo mit, wo der Menzel an der Spitze läuft“ lud Oberbürgermeister Menzel Mitglieder der MAJA (Militante Antifaschistische Jugendorganisation) zu einem Gespräch ein. Auch wenn nun die MAJAs sicher nicht in die SPD eintreten werden und OB Menzel sich keine Springerstiefel zulegen wird, halten wir seine Initiative für ein erwähnenswertes Beispiel des Umgangs mit politisch Andersdenkenden. (hk)

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Spitzensportler

brauchen eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Um diese nicht gerade billige Ernährung zu gewährleisten, zahlt die Sporthilfe Millionen an Spitzensportler und solche, die es mal werden könnten. Doch wenn die „Jugend für Olympia“ trainiert, gilt nicht einmal der „Müsli-Erlaß“ der niedersächsischen Landesregierung: Beim niedersächsischen Landesentscheid für den Tischtennis-Wettbewerb soll McDonalds die Versorgung der SportlerInnen übernehmen. McDonalds bietet seine gesamte abwechslungsreiche Palette vom Hamburger über den Cheeseburger bis zum Big Mäc den TischtennissportlerInnen an. Veranstalter des Tischtennisturniers „Jugend trainiert für Olympia“ ist das niedersächsische Kultusministerium, von dem auch der „Müsli-Erlaß“ stammt.

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Mystische Stätten

Wie Wilhelmshaven zu einer Sondermülldeponie kam

(ft) Kaum jemand hatte es gewußt. Sie war zwar kleiner als die Deponie Schönefeld – aber mindestens genauso gefährlich und genehmigt war sie schon gar nicht. Sie wuchs aus vergessenem Sondermüll: Eine „wilde“ Sondermülldeponie auf der Freifläche eines Baumarktes.

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Eine Männergruppe

trifft sich seit neuesten jeden 1. und 2. Sonntag im Monat im Infoladen in der Rheinstr. 104, jeweils ab 18.00 Uhr. Ausgehend von der eigenen Erfahrung, dass „Männer … große Schwierigkeiten … haben, sich mit dem, was sie selbst denken, tun und fühlen, auseinanderzusetzen “ (aus der Einladung der Männergruppe) haben einige Männer, die ansonsten den Infoladen eher nutzen, um den Widerstand gegen gesellschaftliche Unterdrückungsmechanismen zu organisieren, beschlossen, das Mann-sein in einer Männergruppe kritisch zu hinterfragen. Die Verfasser der Einladung weisen darauf hin, daß das Mann-sein immer noch davon geprägt ist, „sich und andere zu beherrschen“. (ebenda) Männer, die ebenfalls die Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrer männlichen Gewalt suchen, sind herzlich eingeladen, an der Gruppe teilzunehmen. (ub)

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Einen beachtlichen Erfolg

konnte die Rechtsstelle des DGB für die Arbeiter der Fa. Krupp in Wilhelmshaven erringen. Einem dort beschäftigten Kollegen war es nicht einsichtig, daß den Angestellten die Hälfte der Differenz zwischen Kurzarbeitergeld (63 %) und Normallohn von der Firma bezahlt wurde und den Arbeitern dies nicht zustehen sollte. Er zog vor das Arbeitsgericht und gewann. Künftig müssen die Arbeiter entsprechend entlohnt werden. Allerdings ist dieses Urteil noch nicht rechtskräftig. Nach Aussagen des DGB-Rechtssekretärs L. Wittgenstein wird eine endgültige Entscheidung womöglich erst vom Bundesarbeitsgericht zu erwarten sein. Die IG Metall rät den bei der Fa. Krupp beschäftigen Arbeitern, sich auf eine entsprechende Liste setzen zu lassen und damit kund zu tun, daß sie auch von dieser Regelung Gebrauch machen wollen.
Dieses Urteil hat nicht nur Bedeutung für die Fa. Krupp, sondern für alle Betriebe im nordwestlichen Niedersachsen, die dem Tarifvertrag für die Metallindustrie zugestimmt haben. Dazu gehören also beispielsweise auch die Firmen Heinen und Lotze, sofern sie Kurzarbeit haben. (hh)

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Kein Rauschen

in Wilhelmshavens Blätterwald wird es durch das vierteljährliche Erscheinen der BUND-Blätter, herausgegeben von der Kreisgruppe Wilhelmshaven/Friesland des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) geben – aber die BUND-Blätter werden in der dem BUND eigenen fachlichen und sachlichen Kompetenz über positive und negative Entwicklungen und Aktionen in Wilhelmshaven und Friesland berichten. (hk)

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Aufgrund

meines Leserbriefes zum von mir geforderten PVC-Verbot in der WZ wurde ich vom Betriebsrat des PVC-Produzenten ICI eingeladen, meine Thesen auf einer Betriebsversammlung zu vertreten. In einem folgenden Leserbrief nahm ich diese Einladung an – und seitdem sitze ich hier und warte darauf, daß man mir einen Termin bekannt gibt. Oder war die Einladung nur ein Schaukampf? (Hannes Klöpper, Weserstr. 33)

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Zum Gruppenportrait „MAJA: Jung und frech“ in der letzten Ausgabe

Hallo, Gegenwind!

Fast hätten wir’s vergessen. Warum laufen wir eigentlich rum, „so in schwarz gekleidet, Springerstiefel, Strickwaren übern Kopf, die nur die Augen freilassen?“ Kommen die Nazis, müssen wir jetzt alle gehen? Weiterlesen »

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Kaltgestellt

Sozialabbau kostet die Stadt 3 Millionen

(hh) Die Streichung von Geldern für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ist in aller Munde. Aber die Änderungen des Arbeitsförderungsgesetzes treffen auch andere Gesellschaftsgruppen, z.B. die Aussiedler, radikal und ohne Vorwarnung.

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