Gegenwind 101

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Jun 101991
 

Der Mensch im Mittelpunkt

Aktueller denn je: Die neueste Veröffentlichung des Historischen Arbeitskreises des DGB

gw101_titelInhalt

♦ Neues über die Auseinandersetzung um die Zukunft der Weserstraße 47

♦ In einem Gespräch mit Jens Graul geht es um die Müllproblematik in unserer Stadt.

♦ Auch die Deutschland darf im GEGENWIND 101 nicht fehlen

♦ Wir besprechen das neue Buch des Historischen Arbeitskreises des DGB

♦ Wir berichten über den Besuch der nds. Kultusministerin an der Fachhochschule und die Arbeit der Frauenbeauftragten an der FHS

♦ Nach Umzug und Umbenennung des Naturkostladens „Jonathan“ in „Ebbe und Flut“ stand den Betreibern das Wasser bis zum Hals. Gezeitenwechsel

♦ In einem Gespräch mit Andreas Koût geht es um die Wilhelmshavener Musikerinitiative

♦ Unstimmigkeiten fanden wir bei der geplanten Reduzierung der Marine

♦ Auch das Kniphauser Burgfräulein Svenja gibt Anlaß für einen Artikel

♦ Kommentierenswert: Die Situation der Stadt Wilhelmshaven


Titelbild: Ölgemälde „Großdreherei“ 1913 der Kaiserlichen Werft von J.G. Siehl-Freystett (Titelblatt der neuen Veröffentlichung des Historischen Arbeitskreises)


Die Druckausgabe zum Runterladen: Gegenwind 101

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Jun 101991
 

Gang und gäbe

war es bisher, daß der Schutz der Natur hinter wirtschaftlichen Interessen zurückstehen mußte. So auch bei der Beschlußfassung, das Gelände an der Lade-/Güterstraße als Gewerbegebiet auszuweisen. Im ersten Bauabschnitt entstand dort neben allerlei Gewerbe auch Wilhelmshavens erste Pyramide.
Der weiteren Zerstörung dieses für Wilhelmshaven einmaligen Refugiums für vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen und des für die Heimathistorie überaus wertvollen Großraums Hessens, wollen die Tier-, Natur- und Umweltschutzgruppen der Stadt nun einen Riegel vorschieben. In einem gemeinsamen Antrag an die Stadt fordern sie die Aufhebung der Bebauungspläne und die Ausweisung des Gebietes als Landschaftsschutzgebiet.
Grundlage für den Antrag ist das niedersächsische Naturschutzgesetz, das eindeutig ein Verbot der Zerstörung solcher Gebiete ausspricht. Knackpunkt ist, daß die Bebauungspläne lange vor Inkrafttreten des nds. Naturschutzgesetzes beschlossen und rechtskräftig wurden. Zu hoffen ist, daß es den Verbänden gelingen wird, diesen aus der Sicht des Natur- und Heimatschutzes wohl wichtigsten Bereich der Stadt Wilhelmshaven vor der Zerstörung zu bewahren. (hk)

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Jun 101991
 

Das Verhältnis

zwischen der Industrie und der Stadtverwaltung ist endlich wieder auf Eickmeier’schem Niveau angelangt! Das jedenfalls berichtet die Bürgerinitiative Umweltschutz (BUW): Nachdem bei der letzten Auslegung eines Antrages der ICI die Stadtverwaltung der BUW das Kopieren öffentlich ausliegender Antragsunterlagen genehmigte, stellte diese sich beim jetzt ausliegenden Antrag stur: Das Kopieren wurde mit dem Hinweis „Die ICI möchte das nicht“ schlichtweg untersagt. Ursache: Als die ICI-Vertreter beim letzten Erörterungstermin sahen, daß die BUW beinahe den gesamten Antrag vorliegen hatte (wofür sie pro Kopie 1.- DM hinlegen mußte), intervenierte ICI bei der Stadtverwaltung. Ergebnis: siehe oben.
Dabei sieht das Gesetz ausdrücklich vor, daß die Industrie bestimmte Teile des Antrages als „Betriebsgeheimnis“ von der öffentlichen Auslegung ausnehmen kann.
Das Angebot der ICI, der BUW die Unterlagen nach einem „Vorerörterungstermin“ zu übergeben (Herr Richter von der ICI hatte der BUW öffentlich zugesagt, daß sie alle Unterlagen zur Verfügung gestellt bekommt), wurde von der BUW ignoriert: Nichts gegen Gespräche mit der ICI, aber die BUW will vorher schon wissen, wo die Knackpunkte liegen und sich nicht von den ICI-Fachleuten „über’n Löffel barbieren“ lassen.

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Jun 101991
 

Völlig unbedenklich

ist das Baden am Südstrand. Er schnitt wesentlich besser ab, als der Hooksieler Strand, der mit einem „Achtung“ versehen wurde. Bekanntlich wurde dem Südstrand wegen seiner besonderen Umweltfreundlichkeit bereits zwei mal die „Blaue Flagge“ verliehen.
Während man In Wilhelmshaven noch mit stolz geschwellter Brust die Trophäen vorzeigt, werden die ostfriesischen Küstenbäder dies nicht mehr tun: Selbst Strände, an denen nach Greenpeace-Untersuchungen ein Badeverbot nötig sei, konnten sich mit der Blauen Flagge brüsten.

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Jun 101991
 

Badeverbot am Südstrand!
Zeichnung: Erwin Fiege

Zeichnung: Erwin Fiege

Untersuchungen verschiedener Institute ergaben, daß immer häufiger spärlich bekleidete Menschen ungewaschen in die Fluten der Jade springen. In einer Umfrage gaben 19% der Befragten zu“ „gelegentlich oder häufiger“ während des Badens zu pinkeln. Da die Wasserqualität des Südstrandes „Chefsache“ ist, konnte das nun für die Monate Mai bis Oktober geltende Badeverbot ohne aufwendige Beratungen im Rat und in den Fachausschüssen kurzfristig realisiert werden.

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Jun 101991
 

Sozialdemokratischer Seniorenkreis

Wir, der „Sozialdemokratische Seniorenkreis“ treffen uns in der Gaststätte „Goldhelm“ (Bismarckstraße/ Rathausplatz) an jedem 2. Dienstag im Monat.
Wir informieren! Wir diskutieren! Es gibt unterhaltsame Gespräche und Vorträge. Wir haben gemeinsame Interessen und Anliegen!!

Dienstag 9.7. um 15.30 Uhr:
Thema: Unsere Stadtwerke/Verkehrsbetriebe

Es berichten der Betriebsleiter Herr Günter Reiche und der Ratsvertreter Herr Kurt Beyer
Wir freuen uns auf unsere Veranstaltungen und begrüßen Euch gerne – auch mit Euren Freunden
Jo-Hannes Albers, Cirksenastr. 4
Anfragen, Hinweise und Vorschläge werden gerne entgegengenommen.

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Jun 101991
 

gw101_verbotAlles verboten! Am Geniusstrand dürfen weder Sandburgen gebaut noch Hunde ausgeführt werden. Das Steigenlassen von Drachen ist natürlich auch untersagt.
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Jun 101991
 

Chancen vertan?

Was wird aus der Weserstraße 47: Beamtenburg oder Museum?

(hk) Mit einem schwammigen Beschluß verabschiedete sich die SPD aus der Reihe der Organisationen, die sich mit Nachdruck für den Umzug des Küstenmuseums in die Weserstraße 47 einsetzen.

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Jun 101991
 

Der geschenkte Gaul

Immer noch in der Diskussion: Was wird aus dem Schulschiff Deutschland?

(hk) Immer noch nicht vom Tisch ist, daß die Deutschland als Museum, Hotelschiff oder ähnliches im Binnenhafen neben dem Feuerschiff und der Kapitän Meyer Besucherströme anlocken soll. Der Wunsch, in Wilhelmshaven ein Kriegsschiff zur Schau zu stellen, ist sicher berechtigt: Verbindet Wilhelmshaven historisch doch sehr viel mit solcherlei Kriegsgerät.

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Jun 101991
 

Der Mensch im Mittelpunkt

Eine Buchbesprechung

(noa) Rechtzeitig zum 100jährigen Bestehen der Industriegewerkschaft Metall Anfang Juni publizierte der Historische Arbeitskreis des DGB das Buch „Der Deutsche Metallarbeiter-Verband und die Werft in Rüstringen und Wilhelmshaven zwischen 1918 und 1933“.

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Jun 101991
 

Grüne Highlights
im ersten rot-grünen
Landeshaushalt

Nachdem die Fraktionen von SPD und GRÜNEN noch wesentliche Nachbesserungen im Haushalt 1991 durchsetzen konnten, wurde er im März-Plenum nun endgültig verabschiedet. Die teilweise sehr schwierigen und zähen Verhandlungen haben sich gelohnt: Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die wichtigsten Erfolge aus grüner Sicht wurden im folgenden von den Referenten und Referentinnen der Landtagsfraktion in Zusammenarbeit mit der Pressestelle zusammengefaßt. Dieser Überblick über alle Haushaltsbereiche bietet kompakte Informationen darüber, welche neuen Landesmittel ab sofort, insbesondere auch auf kommunaler Ebene, beim Land angefordert werden können. Weiterlesen »

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Jun 101991
 

Gezeitenwechsel

Bioladen in Not

(hh) Das Geschäft mit biologischen Lebensmitteln geht schlecht. Aus internen Statistiken geht hervor, daß ca. 80% der Geschäfte zumachen, wenn sie kein neues Konzept entwickeln. Folgender Artikel beschreibt einen Neubeginn mit Hindernissen. Es geht um den Naturkostladen Jonathan.

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Jun 101991
 

Fünf nach zwölf?

Seit Jahrzehnten immer das gleiche Lied: Wilhelmshaven am Rande des Abgrundes. Die Politiker aller Couleur beschwören die Einheit über alle Partei- und gesellschaftlichen Grenzen hinweg: Die „Wilhelmshaven- Fraktion“ schlägt zu. Mit dem Bettelstab zieht man von Behörde zu Behörde, klopft ans Vorzimmer der Vorzimmerdame der großen Wirtschaftsbosse – am Ende: ein paar Almosen werden als große Erfolge gefeiert. Die Arbeitslosigkeit wächst, das Loch im Stadtsäckl wird größer. Auf zur nächsten Bettelaktion! Weiterlesen »

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Jun 101991
 

Falsch gerechnet?

Verwirrendes Zahlenspiel um die Zukunft des Standortes Wilhelmshaven

(hk) Neben AEG-Olympia kreist noch ein weiteres Thema über Wilhelmshavens Stammtischen und beherrscht die Schlagzeilen der Wilhelmshavener Presse: Die geplanten Reduzierungen bei der Marine.

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Jun 101991
 

Nach Art des Hauses

Die Stadt läßt sich die Burg Kniphausen was kosten

(hk) Ordentlich über den Tisch gezogen wurde die Stadt Wilhelmshaven beim Deal mit Hillebrandt und der Burg Kniphausen. Aber wer sich mit dem Geldadel schmücken will, der soll dafür auch bezahlen.

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