Gegenwind 132

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Feb 071996
 

Kehraus vor der Kommunalwahl

SPD und Bündnis-Grüne amputieren ihre linken Flügel
Gegenwind Titel 132 Erwin Fiege

Inhalt
Trouble in der SPD: Arend Roland Rath zeigt altgedienten GenossInnen die rote Karte und bereitet sein Spielfeld.

Keine „Schmähkritik“ ist es lt. Urteil des Landgerichts Stuttgart, den WZ-Verleger M. Adrian als Republikaner-Freund zu bezeichnen. Wir zitieren aus der Urteilsbegründung.

Trouble auch bei den Grünen. Nach Aufnahme des Ehepaars Czech in die Partei schmeißen mehrere Mitglieder ihr Parteibuch hin – Hintergründiges.

Es gibt immer noch keine Fachstelle zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit – für die Betroffenen bleibt es also beim „Parcours durch die Ämter“.

Im Dezember beschloß der Rat der Stadt die Reform der Stadtverwaltung.

Der GEGENWIND forderte seine LeserInnen zum „Liebesentzug“ gegenüber dem SVW auf – Der SVW-Vorstand nimmt dazu Stellung.

Mit Michael Diers, dem Vorsitzenden des Vereins “ Radio Jade“, sprachen wir über mögliche Fusionen und über die geplante Senderstruktur.

Um „Frisches Fleisch für die Weltherrschaft“ geht es der Scientology-Sekte.

Viel Aufregung verursachte unser Artikel über Praktiken in einem Altenpflegeheim im letzten GEGENWIND. Zusätzliche Informationen dazu.

Wir glossieren einen, der auszog, um in den Neuen Bundesländern sein in Wilhelmshaven gelerntes. Handwerk auszuüben.

Die Druckausgabe: Gegenwind 132

 

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Feb 071996
 

Erledigt

hat sich offensichtlich die Spekulation Wilhelmshavener Imagetrompeter, daß die Ölplattform ‚Brent Spar‘ hier demontiert werden könnte. Die Eigentümerin Shell verlangt gemäß einer Ausschreibung im Amtsblatt der Europäischen Union nämlich Nachweise von den Entsorgungsbewerbern, dass sie Erfahrungen in der Offshore-Technik, dem Schiffbau und im Umweltmanagement mitbringen. Als Beleg für erworbenes Wissen müssen die Bewerber zudem nachweisen, daß sie bereits diesbezügliche Aufträge über mehr als 20 Millionen Pfund Sterling (ca. 40 Millionen Mark) abgewickelt haben. Den Zuschlag wird nur eine Firma oder ein Konsortium erhalten, daß (lt. der Fachzeitschrift Schiff und Hafen Nr. 12/95) “ … den Shell-Anforderungen an Umwelt, Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Gesundheit und öffentlicher Akzeptanz entsprechen.“ (jm)

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Feb 071996
 

Vergessen

scheinen einer zunehmenden Anzahl Wilhelmshavener BürgerInnen die schädlichen Auswirkungen des Salz Streuens. In einer Zeit der allgemeinen Betroffenheit über das Baumsterben nahm diese Unsitte rapide ab, denn keiner wollte sich als ‚Pökelferkel‘ beschimpfen lassen. Sogar die Stadt traute sich damals ein Streuverbot zu erlassen, angesichts eines ‚einig Volk‘ von Umweltschützern. Doch in einer Zeit, wo mächtige Wirtschaftsverbände dem Staat im Schlagschatten zunehmender Arbeitslosigkeit ein ‚Umwelt Rollback‘ nach dem anderen abringen, gerät eben auch dem ‚Kleinen Mann‘ die Erhaltung der Umwelt aus dem Visier. Und die Großen machen es vor: Jedenfalls den Reaktionen meines Hundes nach zu urteilen, der sich auf dem Bürgersteig bei Karstadt und bei C&A winselnd die Zehen leckte und keinen Schritt weiter gehen wollte.
Ob das Ordnungsamt wohl auch schon gemerkt hat, daß das Streuverbot in Zeiten nachlassenden Umweltbewußtseins kein Selbstläufer mehr ist sondern amtlich durchgesetzt werden muß? (im)

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Feb 071996
 

Wenig Begeisterung

ruft die Schulverwaltungsreform, die zum 1. Februar umgesetzt werden soll, in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hervor. Die zwei wichtigsten Punkte dieser Reform sind die Umwandlung der Schulaufsichtsämter in Außenstellen der Bezirksregierung einerseits und die Aufwertung der SchulleiterInnen zu Dienstvorgesetzten andererseits.
Mit der Aufwertung der SchulleiterInnen zu Dienstvorgesetzten gehen viele Aufgaben, die bislang der Schulamtsdirektor wahrnahm, auf die Schulleiter über – eine Quelle von Konflikten, die den Kollegien bislang erspart geblieben sind. Laut GEW sind selbst die Schulleiter nicht glücklich über diese Erweiterung ihrer Kompetenzen, da sie um die kollegiale Zusammenarbeit fürchten.

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Feb 071996
 

Ebensowenig begeistert

ist die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft über die Budgetierung. Budgetierung heißt: Die Stadt als Schulträger stellt den Schulen bestimmte Summen zur Verfügung, über deren Verwendung diese dann selber entscheiden. Während in vielen Bereichen die Budgetierung von den Beschäftigten gefordert wird, weil sie selber besser als übergeordnete Stellen wissen, was sie brauchen und wofür sie das Geld ausgeben wollen, lehnt Axel Kindermann im Editorial des „Rohrstock“ (Zeitung der GEW Wilhelmshaven) sie ab. Er befürchtet zum einen, daß die Summe geringer ausfallen wird als bisher, und zum anderen geht er davon aus, daß die Kollegien in zusätzlichen Konferenzen darüber streiten müssen, wofür dieses Geld dann ausgegeben wird.(noa)

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Feb 071996
 

Kurantritt mit Hindernissen

Für eine vierwöchige Kur braucht man schon einiges an Gepäck. So machte sich ein Wilhelmshavener beizeiten auf, seine zwei Koffer aufzugeben, wie er es von früher her kannte. Nur – beim Bahnhof kann man kein Gepäck mehr aufgeben. Na gut, dachte er sich, es gibt ja noch die Post. (Auf die Idee, bei der Speditionsfirma in der Nähe des Bahnhofs nachzufragen, kam er nicht.) Bei der Post stellte man seine zwei Koffer auf die Waage. Zu schwer, erfuhr er, jedes Gepäckstück darf nur 20 kg wiegen. So nahm er denn seine Koffer wieder nach Hause und packte um. Aus dem leichten Handgepäck wurde so eine schwere Reisetasche. (noa)

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Feb 071996
 

Die SPD wird ausgefegt

Kritische Stimmen haben in der SPD keinen Platz mehr

(hk) Die Wilhelmshavener SPD ist nicht sehr gut durchs letzte Jahr gekommen. Die Krönung der Parteimisere war sicherlich die geplante und geplatzte Immobilien- und Pöstchenschieberei der Herren Bergner, Sonnemann und Frank, die als „Trögeler-Affäre“ in die Stadtgeschichte eingehen wird. Jetzt heißt es, Schadensbegrenzung zu betreiben.

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Feb 071996
 

Im Namen des Volkes ...

…durfte der WZ-Verleger Manfred Adrian „Republikaner-Freund“ genannt werden.

(hk) Das erste gerichtliche Nachspiel der Venske/Handlögten-Veröffentlichung über “ … Fische im Wasser und Honoratioren im Sumpf“ (Magazin der Süddeutschen Zeitung v. 20.10.95) ging klar an die Verfasser. Geklagt hatte der WZ-Herausgeber Manfred Adrian.

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Feb 071996
 

Richtungswechsel

Auf leisen Sohlen in das schwarz-grüne Bündnis

(ub) Andreas Koût hat die Partei der Grünen verlassen und sein Ratsmandat zurückgegeben. Mehrere aktive Mitglieder der Grünen sind seinem Schritt gefolgt und haben ihr Parteibuch abgegeben. Unüberbrückbare Differenzen mit dem Kreisvorstand waren der Auslöser. Der GEGENWIND sprach mit Koût über seine Motive und die Hintergründe der Austrittswelle.

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Feb 071996
 

Leserbriefe:

Zum Artikel „Gemeinderat im Funkenregen“ Gegenwind Nr. 131
Liebe Gegenwind-Redaktion,
daß ich erst jetzt mit Bezug auf den oben genannten Artikel schreibe, hat den Grund, daß mich der Gegenwind nur noch bei meinen sporadischen Besuchen in der Heimat erreicht. Ich hoffe, Sie haben trotzdem noch für eine Anregung zum Thema, ggf. auch als Leserbrief, Verwendung.
Jochen Melder (gemeint ist wohl Martin, red) schreibt zur Klärschlammverbrennungsanlage in Sande, daß gegen die Anlage protestierende Bürger „fehlerhafte Betriebsabläufe und Störfälle in dieser erstmalig betriebenen Pilotanlage befürchten“ (Hervorhebung von mir, R.B.). Offenbar hat der Gegenwind nicht sorgfältig recherchiert: Ich selbst habe ein knappes Jahr lang quasi in Nachbarschaft zu der echten Pilotanlage gelebt und studiert. Im dänischen Städtchen Roskilde nämlich. Die Anlage ist von einer dänischen Firma entwickelt und in Anlehnung an die in Dänemark geltenden eben nicht gerade laschen Umweltauflagen konstruiert und betrieben worden. Soweit mir bekannt ist ohne jeden „Störfall“. Neu an der Sander Anlage ist lediglich das Rauchgasfiltersystem, das nachgerüstet werden mußte, um den noch strengeren deutschen Abgasgrenzwerten gerecht zu werden!!!
Solche Filteranlagen sind aber ebenfalls schon jahrelang in den verschiedensten Anwendungen erprobt. Da diese Anlagen gleichzeitig mit Meßinstrumenten zur Emissionsmessung ausgerüstet sind, zieht auch das Argument der Gifthaltigkeit der Verbrennungsrückstände nicht, denn die werden ja so kontrolliert.
Wenn freilich zu befürchten ist, daß Verbrennungsrückstände giftig sind, dann kann das Gift nur aus dem Brennmaterial kommen. Wieso die unkontrollierte Verwertung von Giften in Bioreaktoren besser sein soll, als die kontrollierte Lagerung von Verbrennungsrückständen, muß mir nun erst jemand erklären… Mit bestem Gruß

Roland Bösker
Hufelandstr. 16
30453 Hannover

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Feb 071996
 

Parcours durch die Ämter

Noch immer gibt es keine Fachstelle zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit

(ub) Der Sozialausschuß hatte zu seiner Januarsitzung Vertreter des Arbeitskreises „Wohnraum für alle“ eingeladen, damit diese die gemeinsam mit dem Allgemeinen Sozialdienst der Stadt Wilhelmshaven erarbeitete Konzeption „Fachstelle Wohnraumhilfe“ vorstellen konnten. Seit Jahren fordern pädagogische Fachkräfte und auch Politiker aller Fraktionen eine ämterübergreifend koordinierte Hilfe für wohnungslose Menschen in dieser Stadt.

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Feb 071996
 

Bahnhof

Nur noch wenige Tage wird der Wilhelmshavener Bahnhof das älteste öffentliche Gebäude der Stadt sein – dann wird er abgerissen. Der Arbeitskreis Wilhelmshavener Stadtbild schrieb in seiner zum 125. Geburtstag der Stadt erschienenen Broschüre „Was die Bomben verschonten … vernichtete die Nachkriegspolitik!“: „So alt wie diese Stadt, so alt ist ihr Bahnhof. In jener Zeit, als König Wilhelm von Preußen dem neue Gemeinwesen an der Jade seinen Namen gab, begann man, hier ein Bahnhofsgebäude zu errichten. Im Frühjahr 1872 war es fertiggestellt und zählt seitdem zu den Charakteristika im Herzen der Stadt. Jetzt, im Jubiläumsjahr, soll das baulich intakte, gründerzeitliche Haus niedergemacht werden. „Zeitgemäßes“ muß her. Politische Initiative, planerische Kraft und künstlerische Gestaltungsinnovation darauf zu verwenden, das mit der Gesamtheit unserer Stadtgeschichte verschmolzene Haus in ein künftigen Erfordernissen angepasstes neugestaltetes größeres Bahnhofs-Ensemble integrierend einzupassen, Altes und Neues zukunftsweisend zu verbinden, gilt in unserer zweckrationalen Zeit als „unzeitgemäß“. Altes stört – also hinweg damit!“ Die Broschüre ist zu beziehen über den Arbeitskreis Wilhelmshavener Stadtbild, Peter Hopp, Brahmsstr. 53, 26386 Wilhelmshaven.

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Feb 071996
 

Alles neu...

Die Reform der Stadtverwaltung ist nun beschlossene Sache – Was heißt das?

(noa) Ein haushaltsloses Jahr ist ins Land gegangen; ob Wilhelmshaven 1996 einen genehmigungsfähigen Haushalt haben wird, steht derzeit noch in den Sternen. Der Schuldenberg jedenfalls ist beträchtlich, Wilhelmshavens Finanzsituation ist desolat.

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Feb 071996
 

Ein Verein im Verein

SVW-Vorstand reagiert auf geforderten Liebesentzug

(ub) Die Geschäftsführung des Sport Verein e.V. Wilhelmshaven (SVW) hat in einem Brief energisch gegen vom GEGENWIND erhobene Anschuldigungen gegen den SVW protestiert. Der Faschist Robert Baar ist demnach nicht – wie von uns dargestellt – Mitglied des SVW-Vorstandes. Die 1. Herren-Fußballmannschaft des SVW wird allerdings ausschließlich finanziert und organisiert von der „sogenannten Managementgruppe SVW 92“, und in diesem Führungsgremium steht Robert Baar für „besondere Aufgaben“ zur Verfügung.

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Feb 071996
 

Radiohören soll wieder Spaß machen!

Gespräch mit Michael Diers, dem ersten Vorsitzenden von Jade-Radio-Lokalfunk e.V.

(hk/ts) In Wilhelmshaven gibt es, wie unseren Lesern bekannt sein dürfte, zwei konkurrierende Initiativen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den Raum Wilhelmshaven/ Friesland mit Rundfunksendungen zu versorgen. Auf der einen Seite „Jade-Radio-Lokalfunk e.V.“, der seine Wurzeln bei Radio Überleben hat, auf der anderen Seite die „Interessengemeinschaft Lokalradio Wilhelmshaven-Friesland GmbH“, die vom WZ-Verleger Adrian initiiert wurde. Der GEGENWIND sprach mit Michael Diers, dem Vorsitzenden von Radio Jade, unter anderem über eine mögliche Fusion der beiden Initiativen.

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