Gegenwind 109

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Aug 101992
 

Häusliche Krankenpflege:

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Inhalt

  • Viel Lob fürs Wochenende an der Jade gibt es von der Kulturabteilung der GEGENWIND-Redaktion
  • Weniger gut kommen dagegen die AOK und der Medizinische Dienst der Krankenkassen weg „Auf Omis Kosten“ will die Krankenkasse der Kostenexplosion im Gesundheitswesen Einhalt gebieten
  • Der Arbeitskreis „Wohnraummangel“ heißt jetzt Arbeitskreis „Wohnraum für Alle“ – Wie kam es zu der Namensänderung?
  • „Was läuft eigentlich in Südafrika“ – Der Arbeitskreis Südafrika lädt zu einer Veranstaltung und gibt einige Vorinformationen
  • Wird um das Gewerbegebiet Ladestraße – seit vielen Monaten Zankapfel zwischen Naturschützern und Stadtverwaltung – mit gezinkten Karten gespielt?
  • Um das Duale System und um Gelbe Säcke, um Recycling und Downcycling ging es in Gegenwind-Gesprächen mit der GMA, der Stadtverwaltung und dem Umweltministerium. Mit der Frage Was ist gelb und stinkt?“ berichten wir über die ersten Erfahrungen mit dem Dualen System.
  • Der internationale Wattenmeertag findet in diesem Jahr wieder in Wilhelmshaven statt. Unter der Überschrift „Schutzloser Nationalpark“ finden sie weitere Informationen.

Titelbild: Burkhard Königshoff


Die Druckausgabe zum Runterladen: Gegenwind 109

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Aug 101992
 

Der Spiegel

brachte es an den Tag: Die Wilhelmshavener Logistik-Firma „MIZ“ war in die Umrüstung ziviler deutscher Schiffe in Kriegsschiffe für Taiwan beteiligt. Die MIZ nannte daraufhin diese Meldung eine „böswillige Unterstellung“. Doch die Erklärung, warum das Logistik-Unternehmen an der Umrüstung nicht beteiligt war, wirkte dann doch sehr holprig. Da war die Rede von pensionierten Bundeswehroffizieren, die allerdings als „freie Mitarbeiter“ in Taiwan waren usw. Glaubhaft ist, daß die MIZ-Leute die Umrüstung nicht selber durchgeführt haben.
MIZ-Geschäftsführer Gert Breitweiser laut Wilhelmshavener Zeitung „Wir haben nicht einmal einen Schraubenzieher. Unsere Arbeit findet nur mit dem Kopf und dem Bleistift statt.“ Ganz genau! (hk)

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Aug 101992
 

Kurparkresidenz

ist ein hübscher Name für das Projekt des Herrn Hillebrand, das er neben dem Wilhelmshavener Rathaus hochziehen will. Die Räumlichkeiten in dem noch nicht einmal begonnen Bau können auch schon gemietet werden. Angeboten werden Büro-, Praxis- und Gewerbeflächen zum Preis von 20.- DM pro Quadratmeter. Aber, wo bleiben die Altenwohnungen? Kommen die später oder gibt es keine alten Leute, die solche Mieten bezahlen können? (hk)

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Aug 101992
 

Übelste Gerüche

nach Verwesung, Kot und Blut wabern seit einigen Wochen wieder verstärkt über die Südstadt. Seine Quelle hat dieser Gestank im Schlachthof des Herrn Bartels. Den Bewohnern der Südstadt ist es oft tagelang nicht möglich, ihre Wohnungen zu lüften. Ist vielen Bewohnern der Schlachthof wegen der fast 24stündigen Lärmbelästigung durch die durch die Straßen donnernden Schlachtviehtransporter und durch die Geruchsbelästigung ein Dorn im Auge, hat die Tierrechtsbewegung den Schlachthof aus ganz anderen Gründen im Visier:

gw109_schweinSchwein gehabt – Mensch geworden. Das obige Motiv ist als zweifarbige Postkarte bei der Tierrechtsbewegung e. V., Hauptstraße 4, 2948 Middelsfähr erhältlich. 6 Postkarten kosten 1.- DM. (hk)

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Aug 101992
 

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Zum Wochenende an der Jade ist die KW-Brücke für den PKW-Verkehr gesperrt. Um die AutofahrerInnen in die richtige Richtung zu lenken, muß der über die KW-Brücke führende Weg zum Südstrand unkenntlich gemacht werden. „Jute statt Plastik“ muß sich der zuständige Kollege vom Straßenverkehrsamt wohl gedacht haben, als er den Wegweiser „einsackte“. Daß es sich dabei um das vielzitierte Stadtsäckel handelte, wollte der Pressesprecher der Stadt nicht bestätigen.

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Aug 101992
 

Kaum auszuhalten

war die Berichterstattung der WZ über den Einsatz der Zerstörer „Bayern“ und „Niedersachsen“ zur Überwachung des UN-Embargos gegen Jugoslawien. Schlimmer kann es nicht kommen, dachte wohl so manche WZ-Leserin. Aber es kam noch schlimmer: Über mehrere Tage belästigte die WZ ihre Leser mit Berichten über Filmaufnahmen auf der zur Verschrottung im Arsenal liegenden „Deutschland“. Jeder Pups der Hauptdarsteller, Beleuchter, Kameramänner und Statisten wurde den WZ-Lesern auf den Frühstückstisch serviert. (hk)

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Aug 101992
 

Die Chancen

für eine Rohölpipeline, die Wilhelmshaven mit den neuen Bundesländern verbinden soll, sind nicht gerade rosig. Zum Schutze der Umwelt ist die konkurrierende Rostock-Lösung mit Sicherheit auch zu begrüßen: Geht es doch in erster Linie darum, Rohöl aus den Fördergebieten der GUS anzulanden. Die Fahrt von der GUS nach Wilhelmshaven würde durch ökologisch hochsensible Bereiche der Ost- und Nordsee führen, von denen man jeglichen Schiffsverkehr mit gefährlichen Gütern tunlichst fernhalten sollte.
Ganz vom Tisch scheint auch die von der Beta geplante Produktenpipeline in die sächsischen Industriegebiete zu sein. Doch dem Beta-Boß van Weelden wird mit Sicherheit bald wieder eine neue Idee kommen, wie er seine Produkte absetzen kann. (hk)

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Aug 101992
 

Auf Omis Kosten

Die AOK spart an den Schwächsten

(noa) Die gesetzlichen Krankenkassen in den alten Bundesländern haben im Jahr 1991 150,9 Mrd. DM ausgegeben, während ihre Beitragseinnahmen nur 1,47 Mrd. DM betrugen. Sparen ist angesagt. Die AOK Wilhelmshaven spart an ihren schwächsten Mitgliedern.

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Aug 101992
 

Nach hinten los...

…ging die „Steckbriefaktion“ der Neonazis

(hk) Im letzten GEGENWIND berichteten wir über den von dem Wilhelmshavener Neo-Nazi Thorsten de Vries (als presserechtlich Verantwortlichen) verteilten „Steckbrief‘ gegen den DGB-Kreisvorsitzenden Manfred Klöpper, in dem durch Nennung von Adresse und Telefonnummer Wilhelmshavens Bevölkerung zum Telefon- und anderen Terror aufgerufen wurde.

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Aug 101992
 

Frauen vorn

Nahezu 64% der Eingaben an die gemeinsame Verfassungskommission haben Frauenpolitische Themen zum Inhalt:

  • Gleichberechtigung/ Gleichstellung – 776
  • § 218 – 489
  • Gewalt gegen Frauen – 211
  • Paritätische Besetzung der Verfassungskommission – 252
  • Nichteheliche Lebensgemeinschaften – 323

ergibt zusammen 2.051 Eingaben von insgesamt 3247 nach dem Stand vom 02.04.92.
Soweit Statistiken etwas aussagen, scheint sich in dieser auszudrücken, daß es im Grundgesetz einen erheblichen Nachholbedarf für die Grundrechte der Frauen in der Bundesrepublik gibt, trotz Art. 3 Abs.2: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“.


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Aug 101992
 

Wohnraum für Alle

Der Wohnraummangel trifft nicht nur die sozial Schwächsten

(hk) Im Mai 1990 bildete sich in Wilhelmshaven der Arbeitskreis „Wohnraummangel“. Heute, gut zwei Jahre später, sieht sich der Arbeitskreis veranlaßt, sich einen neuen Namen zu geben: „Wohnraum für Alle“. Welche Hintergründe zu dieser Namensänderung führten, beschreibt der folgende Artikel.

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Aug 101992
 

Kommentar:

Die Erde liegt in unserer Hand
Eine neue Zeitung gibt es in Wilhelmshaven: „Die Erde liegt in unserer Hand“. – Der Name der Zeitung macht das Ziel deutlich: Es geht nicht um Wilhelmshavener Probleme, es geht um Weltprobleme. In der Anfang August erschienen Ausgabe geht es um folgende Themen: Atombombentests, Einsatz der Bundeswehr „out of area“, Kindernahrung in der 3.Welt, Imperialismus, Agrochemie, Kolonialismus.
Die Zeitung „Die Erde liegt in unserer Hand“ berichtet über das, was gerade in der Bundes- und Weltpolitik aktuell ist, und so nicht in der „normalen“ Tagespresse veröffentlicht wird. Die „Erde … “ veröffentlicht allerdings in erster Linie Nachdrucke aus anderen Zeitungen – weil das, was gesagt werden muß, oftmals ja schon mal jemand gesagt, geschrieben hat. Und das genau ist das Manko dieser Zeitung: Ich wollte wissen, wie die Bewegung in Wilhelmshaven aussieht. Was sagt die Frauenliste zum § 218 – warum unterstützt die Willehad-Kirche einseitig die Kroaten, wie steht der türkische Verein zu den Kurden, wer betreibt heute in Jugoslawien die Zerstückelung des Landes und in wessen Interesse geschieht das, was ist in Südafrika los? – es gibt sicher tausend Themen, die innerhalb der Wilhelmshavener Linken nicht oder nur oberflächlich diskutiert werden, aber eigentlich auf die Tagesordnung gehören.
Die Auflage der Zeitung (200) zeigt, daß es den MacherInnen in erster Linie darum geht, den politisch engagierten Teil der Bevölkerung zu erreichen, anzusprechen. Nur: Diese Leute lesen zumeist mehrere Tages-, Wochen- und Monatszeitungen und sind bestimmt nicht gerade wild darauf, dasselbe Problem mit anderen Worten in „Die Erde …“ kommentiert zu bekommen.
Die Diskussion darüber wird nicht aufgrund von mit anonymen Namen gezeichneten Artikeln vonstatten gehen. Es gibt in Wilhelmshaven genügend Menschen, die in der Lage sind, zu bestimmten bundes- und weltpolitischen Themen Stellung zu nehmen. Das zu fordern und zu fördern – das wäre Aufgabe einer Zeitung wie „Die Erde …“.

Hannes Klöpper

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Aug 101992
 

Ausstieg aus der Chlorchemie?!

Zu diesem Thema lädt Greenpeace am Donnerstag, 20.08.92, um 20 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in der PERSPEKTIVE ein. Als Podiumsgäste wurden Vertreter der ICI, der Stadt Wilhelmshaven, der Gemeinde Schortens, der Bürgerinitiative Umweltschutz Wilhelmshaven (BUW) und GREENPEACE Hamburg eingeladen.

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Aug 101992
 

Frauenrocktage in Wilhelmshaven

Vom 7.-11-10.92 veranstaltet die LAG Rock in Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Musikerinitiative und dem PUMPWERK die 2. Niedersächsischen Frauenrocktage in Wilhelmshaven. Gefördert wird die Veranstaltung vom Niedersächsischen Frauenministerium.
Vormittags werden Kurse aus den Bereichen Vocal, Baß, E-Gitarre, Keyboard/ Synthesizer, Saxophon, Harmonielehre/ Gehörbildung, Drums/ Percussion und PA-Technik/Mixen angeboten. Nachmittags finden sich dann Teilnehmerinnen zu Bands zusammen, deren Arbeit auf dem Abschlußkonzert am Samstag präsentiert wird.
Übernachtet wird in der Jugendherberge (Kinderbetreuung!), Verpflegung gibt’s günstig vor Ort. Die Teilnahmegebühr beträgt DM 80,- ohne Unterkunft und Verpflegung.
Für die Rocktage finden am 29. und 30.8. Vorbereitungskurse in verschiedenen Städten Niedersachsens statt.
Anmeldungen und Infos bei Marina Speckmann

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Aug 101992
 

Leserbrief zur Kommentierung und Berichterstattung über den 23.5.92 in GW 108

Die Berichterstattung mit vielen Fotos erinnert stark an die Vermarktung eines „wichtigen Ereignisses“. Begleitet von einer stark mit Textbausteinen (Worthülsen) (re)agierenden Kommentierung formt sich der Gesamteindruck, daß Kommentatorin und Kommentator hier einen Aktionismus mit Hilfe von Worten und Bildern betreiben. Umrahmt wird die „story“ von einigen Einschätzungen, worin zumindest von Kommentator und Kommentatorin zum Ausdruck kommt, von wem vor dem 23.5. (mal wieder) „derlei Spalterei“ betrieben wurde. Weiterlesen »

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