Gegenwind 135

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Jun 261996
 

Regatta auf der Radiowelle

Drei Initiativen im Endspurt um die Lokalfunklizenz: Am 13. August fällte die Entscheidung

135_titel Raymon MüllerInhalt
Im Alleingang hofft Radio Jade die Lizenz fürs Lokalradio zu bekommen. Warum es mit den anderen Initiativen nicht mehr klappt, darüber sprachen wir mit dem Radio-Jade-Redakteur Michael Diers.

Im Wilhelmshavener Tierheim flogen in den letzten Monaten die Fetzen. Es ging um Geld und Personen. Unser Artikel: Von Mäusen und Menschen.

Das Wattenmeer stirbt! Schadstoffe und ungewöhnliche Wetterlagen sorgten dafür, daß in diesem Jahr 20% des ostfriesischen Wattenmeeres tot ist.

Die Frauenliste tritt nicht zur nächsten Kommunalwahl an. Der Versuch, trotzdem linke und fortschrittliche Politik im Rathaus zu etablieren, scheiterte. Warum?

Ein von der SPD inszeniertes Komplott orteten die Ratsmitglieder der Grünen, Fröhling und Kläne. Watergate in Wilhelmshaven?

Die Ruine lebt! Eine Chronologie des Stillstandes am Bahnhofszentrum.

10 Jahre Nationalpark Wattenmeer. Ein Bericht über die Aktivitäten anläßlich diese Jubiläums. Da dem Wattenmeer nicht so richtig zum Feiern zu Mute ist, haben wir den Artikel „Watt wurmt den Wattwurm wirklich?“ überschrieben.

Der WZ-Verleger Manfred Adrian verlor auch die dritte Runde gegen Händlögten und Venske. Wir wälzten für Sie Prozessakten.

Die Druckausgabe: Gegenwind 135 

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Jun 261996
 

Radio Jade im Alleingang

Michael Diers: Dieses Radio ist eine Chance für Wilhelmshaven

(hk) Nach der Mitgliederversammlung von Radio Jade am 18. Juni ist klar: Es wird kein Zusammengehen mit den Zeitungsverlegerinitiativen aus Wilhelmshaven und Varel geben. Beinahe einstimmig beschloß die MV, daß Radio Jade den Spurt zur Lizenzierung im Alleingang antreten wird. Warum die Initiativen nicht zusammenkommen konnten, und wie Radio Jade einen Beitrag zur Medienvielfalt in der Region leisten will, darüber sprachen wir mit Michael Diers, einem der drei Radio-Jade-Redakteure.

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Jun 261996
 

Gute Chancen

müßte eigentlich die Klage des niedersächsischen Landesverbandes des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) gegen die von der Bezirksregierung Weser-Ems beschlossene Deicherhöhung zwischen Cäciliengroden und Dangast haben. Schließlich hat die Bezirksregierung entgegen aller Beschlüsse der Landesregierung und anderer Institutionen den umweltschädlichsten Weg für dieses Projekt eingeschlagen. Dem BUND geht es in seiner Klage nicht um eine Verhinderung der Deicherhöhung (obwohl Politiker und Presse den Bürgern dieses einzureden versuchen), sondern darum, daß der Schaden für die Natur, sprich Salzwiesen und Wattenmeer, möglichst gering gehalten wird. Daß das möglich ist, weiß auch die Bezirksregierung, die hoffentlich in Kürze vom Verwaltungsgericht eine entsprechende Belehrung bekommen wird. (hk)

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Jun 261996
 

Ein Lacherfolg

war die Meldung des städtischen Pressereferats, daß Wilhelmshavens Bevölkerung nicht überaltert ist (WZ 24.5.96). Der Anteil der über 65jährigen in Wilhelmshaven liegt 3,4% über dem Bundesdurchschnitt, der der 60-65jährigen dagegen nur 0,4% darüber. Von 1000 Bewohnern sind in der Bundesrepublik 204 über 60 Jahre, in Wilhelmshaven dagegen 242. Eine solche Meldung im Stile des Orwellschen „Wahrheitsministeriums“ unter der Überschrift „Nicht überaltert“ herauszubringen, schafft nur unser Pressereferat. (hk)

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Jun 261996
 

Kaiserbalje

Mit den gleichen Argumenten, mit denen der GEGENWIND gegen die Schiffbarmachung der Kaiserbalje opponierte, wurde dieses Vorhaben nun endgültig abgelehnt. Bekanntlich forderte Wilhelmshavens Hafenwirtschaft, allen voran die Leute von der Beta-Raffinerie, mitten durchs Hohe-Weg-Watt eine Wasserstraße für Tanker und ähnliche Schiffe. Die beinahe vollständig vom Export abhängige Beta-Raffinerie wollte damit einen kostengünstigen Produktenweg in Richtung der Industriegebiete der ehemaligen DDR öffnen. Die aufgrund umfangreicher Gutachten erfolgte Ablehnung dieses Projekts geschah allerdings erst in zweiter Linie aus Umweltschutzgründen. Ausschlaggebend waren die hohen Kosten durch die ständig erforderlichen Unterhaltsbaggerungen in der Kaiserbalje, die im Verhältnis zum erreichbaren Nutzen „in keinem akzeptablen Verhältnis“ stehen. Wilfrid Adam, Vorsitzender des Landtagsausschusses für Häfen und Schiffahrt favorisiert nun wieder den Jade-Weser-Kanal quer durch Butjadingen. Wie dieser ungleich teurere Kanal einer Kosten-Nutzen-Analyse standhalten soll, weiß wohl nur der Ausschußvorsitzende. (hk)

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Jun 261996
 

Einizigartig

ist bekanntlich unser Gegenwind als Deutschlands einzige Alternativzeitung, die weit über 10 Jahre besteht (und immer noch keine Anstalten macht, einzugehen!), kostenlos erhältlich ist und sich dennoch aus Anzeigen und Spenden trägt und durchweg in ehrenamtlicher Arbeit erstellt wird. Einzigartig ist aber nicht, wie wir jetzt herausgefunden haben, der Name. Im Juli 96 erscheint der Gegenwind 94 – Politik und Kultur in Schleswig-Holstein, herausgegeben von der Gesellschaft für politische Bildung e.V., allerdings zum Preis von 5,- DM.
Wir finden Gegenwind so toll, daß wir den Kielern dieses Plagiat nicht übelnehmen! (noa)

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Jun 261996
 

Radio machen

kann man lernen. Am 14./15. und am 28./29. September bieten Michael Diers und Rüdiger Schaarschmidt wieder ihre „Radio-Werkstatt“ an. InteressentInnen sollten das VHS-Programm für das 2. Halbjahr gleich nach dem Erscheinen sorgfaltig lesen und sich schnell anmelden, denn wer zuerst kommt, mahlt zuerst. (noa)

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Jun 261996
 

So schlecht

ist die SPD nach Meinung der WZ gar nicht. WZ-Chefreporter Hans-Jürgen Schmid attestierte der SPD in einer Meldung (6.6.96) nämlich nur „leichten Mitgliederschund“. Wen er konkret damit meinte, verriet -id- seinen LeserInnen allerdings nicht. (hk)

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Jun 261996
 

Widersprochen

haben die grünen Ratsmitglieder Marianne Fröhling und Gerd Kläne der immer wieder auftauchenden Behauptung, daß die Grünen nach der nächsten Kommunalwahl ein Schwarz-Grünes Bündnis anstreben. Es werde vor der Wahl überhaupt kein Statement für die ein oder andere Konstellation geben, erklärte Gerd Kläne gegenüber dem Gegenwind. Darüber wird man nach der Wahl sprechen, wobei Schwarz-Grün kein Tabu sein wird. Aber, so Kläne, dem roten Filz im Rathaus können wir am besten mit einer starken grünen Fraktion den Garaus machen. Ein Dezernent reicht schon aus, um dort ein wenig aufzuräumen. (hk)

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Jun 261996
 

PVC-Verbot

In Düsseldorf brannte der Flughafen und wurde für viele Menschen zu einer Todesfalle – giftige Dämpfe waberten durch die Hallen – 10 Tote waren zu beklagen. Todesursache: PVC.
Bei Magdeburg explodierte ein Kesselwagen mit krebserregenden Vinylchlorid, dem Ausgangsstoff für PVC. In den Gärten der Umgebung des Explosionsortes wurden 9.000 Nanogramm Dioxin festgestellt. Sandkisten müssen bereits bei 100 ng ausgetauscht werden. Völlig überforderte Feuerwehrleute vergrößerten noch die Katastrophe.
In Wilhelmshavens Bahnhofzentrum wird so stand es in der WZ, kein PVC verbaut. Eine glatte Lüge – denn die Kabel, die dort über Rosten und durch Schächte geführt werden, sind natürlich aus PVC -dem Stoff, der für die Katastrophe von Düsseldorf verantwortlich ist. Und im Voslapper Groden stellt Europas größter PVC-Produzent seelenruhig weiter seine Produkte her. (hk)

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Jun 261996
 

Weitere 15 Kilogramm

Quecksilber möchte die EVC (Ex-ICI) jährlich in die Jade einleiten. Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen(LBU) fordert die Bezirksregierung Weser-Ems auf, den Antrag der EVC abzulehnen. In dem Brief des LBU an die Bezirksregierung heißt es unter anderem: „Die Küstengewässer sind mit Schadstoffen so überlastet, dass alles Leben darin abzusterben droht und der Termin rückt immer näher, daß sie als Nahrungsquelle für Fische, Vögel und Menschen verloren gehen. Die Firma EVC will aber – statt weniger – noch mehr Schadstoffe einleiten. Daß dies die falsche Medizin für einen todkranken Patienten ist, werden Sie nicht bestreiten. ( … ) Der dramatisch schlechte Zustand der Küstengewässer ist nur durch eine Schadstoffentlastung zu verbessern. Die Erteilung einer Einleiterlaubnis für zusätzliche Schadstofffrachten wäre einer Gesundung nicht nur abträglich, sondern als Sterbehilfe für dieses krankgemachte Ökosystem zu werten. (hk)

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Jun 261996
 

Von Mäusen und Menschen

Die Vorgänge um den Tierschutzverein – aus der Sicht der ehemaligen 1. Vorsitzenden Heidi Iken

(noa) .Unter der Überschrift „Neue Besen“ meldeten wir im letzten Gegenwind, dass der Wechsel im Vorstand des Tierschutzvereins auch Kündigungen von Tierpflegerinnen nach sich gezogen hat. Wir zitierten die neue 1. Vorsitzende, Frau Helga Leerhoff, derzufolge die Entlassungen notwendig gewesen (und von der Stadt gefordert worden) seien, um die Personalkosten zu senken.

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Jun 261996
 

Schwarze Flecken im Watt

Die Rettung kam von Senckenberg

(hk) Seit vielen Jahren beobachten die offiziellen und inoffiziellen Umweltschutzorganisationen das Entstehen sogenannter Schwarzer Flecken im Wattenmeer. Erreichten sie in den letzten Jahren maximal die Größe eines Fußballes, haben sie in diesem Jahr die Größe von Fußballfeldern, zum Teil erstrecken sie sich über Quadratkilometer. Über 20% des Wattenmeeres an der ostfriesischen Küste besteht aus solchen schwarzen Flecken.

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Jun 261996
 

Bilder, die Natur bedeuten

napa10Um die Natur als eigenständiges Phänomen und in der Wahrnehmung und Bewertung durch den Menschen zu beschreiben, sind übliche Kommunikationsmittel wie Sprache oder Statistik nicht immer die geeigneten. Um das Verhältnis zwischen Mensch und Natur zu ergründen, erfragt die Nationalparkverwaltung anläßlich des zehnjährigen Nationalpark-Jubiläums auch auf andren Wegen das Naturverständnis des Menschen – als Voraussetzung für eine zeitnahe und menschenfreundliche Naturschutzarbeit.

Jahreszeiten im Wandel

Einen Beitrag dazu leistet die Galerie M. Am 4. Juli um 20 Uhr eröffnet Regierungspräsident Bernd Theilen dort eine Ausstellung von Bernd Eilts und Hermann Buss. Beide stammen aus der Region und beschäftigen sich in ihren Werken mit der Ästhetik dieses einzigartigen Naturraumes, in dessen Umfeld sie leben und arbeiten.

Seh-Blicke

heißt das Thema des diesjährigen Jahrespreises, den die Galerie Perspektive gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung ausschreibt. Bildende KünstlerInnen sind gefragt, ihre Natur-Bilder formal und inhaltlich treffend aufzuarbeiten und zu vermitteln. Dafür wird ein Preisgeld von 2000 DM vergeben. Wer teilnehmen möchte, meldet sich bis zum 2 .August bei der Perspektive (Tel. 3013 97) an. Dort oder bei der Nationalparkverwaltung (Tel. 911292) sind auch die Ausschreibung und nähere Informationen erhältlich.

(Was) braucht der mensch meer?

ist der Titel des Sonderpreises, den die Nationalparkverwaltung zu den diesjährigen Maritimen Filmtagen (vom 19. bis 22. September im Pumpwerk und Apollo Programmkino) vergibt. FilmemacherInnen werden in der weltweit verschickten Ausschreibung nach ihrem Blickwinkel zum Verhältnis von Mensch und Natur befragt. Auch hier winkt ein Gesamtpreis von 2000 DM.

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Jun 261996
 

Abgelehnt

wurde die Gründung eines sozialistischen Arbeitskreises innerhalb der SPD. Die Jusos und einige andere SPD-Mitgliederlnnen reichten einen schriftlichen Antrag zur Genehmigung des Arbeitskreises beim Unterbezirksvorstand der Wilhelmshavener SPD ein. Ziel des Arbeitskreises war es, ein „Sammelbecken der linken Kräfte“ zu schaffen. Der UB-Vorstand lehnte den Antrag mit der Begründung ab, daß es „so etwas ja schon mal gegeben hätte“, und es nicht „gebraucht würde“. Nun gründeten die linken GenossInnen einen Sozialistisch-Demokratischen-ArbeitnehmerInnen-Verein. (ft)

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