Kaiser 3

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Nov 221993
 

Wir wollen keinen Kaiser

(iz) Ende September gründete sich in Wilhelmshaven spontan ein Arbeitskreis gegen die Wiedererrichtung eines Kaiser-Wilhelm-Denkmals an der Ebertstraße bzw. gegen die Art und Weise, wie der Aufstellungsbeschluß klammheimlich an den BürgerInnen und dem zuständigen Kulturausschuß vorbei vom Verwaltungsausschuß des Rates der Stadt gefällt wurde. Eine engerer Arbeitsgruppe versucht, alle diesbezüglichen Standpunkte und Ideen zu bündeln und zu koordinieren.

Der Widerstand richtet sich nicht allein gegen einen teuren Haufen Bronze, sondern gegen die überkommene, restaurative bis faschistoide Symbolik, die der Kaiser repräsentiert und die unkritisch und unreflektiert von den Verantwortlichen dieser Stadt hingenommen bis unterstützt wird. Letztlich geht es um das Image unserer Stadt, das angesichts wirtschaftlicher und sozialer Probleme äußerst sorgfältig und realitätsnah erarbeitet und von allen EinwohnerInnen dieser Stadt getragen werden sollte. Wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Identität und Vielfalt sind in der bestehenden Konkurrenz zu anderen Regionen angesagt – stattdessen reitet ein pickelhäubiger Radler im neuen WHV-Video die Stadt rettungslos in das provinzielle Abseits hinein. Das feedback spricht für sich – Wilhelmshaven ist bereits zum beliebten Objekt der (Real-)Satire für überregionale Medien geworden. (s. GEGENWIND Nr. 117)
Der Arbeitskreis „Wir wollen keinen Kaiser“ ruft alle WilhelmshavenerInnen auf, sich konstruktiv damit auseinanderzusetzen, wie ihre Stadt (verraten und) verkauft werden soll – und den Verantwortlichen zu verdeutlichen, welches Image sie als Betroffene ihrer Stadt zuordnen möchten und welche Symbole dafür stehen könnten.
Kontaktaufnahme über den DGB, Kieler Straße 63, 
Das nächste Plenum findet am Montag, 13.12.93, um 19.30 im DGB-Haus statt.

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