Aluminium für Togo

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Nov 221993
 

Entwicklungshilfekreis sucht Alu-Presse

(ft) Eigentlich wollte der Entwicklungshilfekreis der Heppenser Kirche nur eine Kleinanzeige im GEGENWIND veröffentlichen: „Alupresse gesucht“. Diese Anzeige erweckte die Neugier der Redaktion, und es entstand daraus ein Artikel, wie man mit alten Zahnpastatuben und Joghurtbecherdeckeln eine Apotheke in Togo finanzieren kann.

Im April 1988 zeigte das ZDF eine Reportage über einen Priester, der in Bolivien alleingelassenen Kindern hilft. Tief berührt von dem gezeigten Elend, entschließt sich der Wilhelmshavener Karl-Heinz Niehuß, mehr zu tun, als nur betrübt zu sein. Spontan gründet er mit einigen Mitgliedern der Heppenser Kirche einen Entwicklungshilfearbeitskreis, um diesen Priester in seinem Kampf gegen die Ungerechtigkeit zu unterstützen. Die Recherchen, den Priester ausfindig zu machen, verlaufen im Sande. Man befaßt sich jedoch mit dem Thema Entwicklungshilfe und stößt dabei auf die Norddeutsche Mission der evangelischen Kirchen, die aktive Entwicklungshilfe in Afrika betreibt. Das Besondere an dieser Entwicklungshilfe ist, so Karl-Heinz Niehuß zum GEGENWIND, daß „die hilfebedürftigen Menschen in Afrika selbst bestimmen können, was sie finanziert haben möchten, ihnen also keine Projekte der Industriestaaten vorgesetzt werden.“ Die Norddeutsche Mission unterstützt Kleinprojekte von Kaninchenzuchtställen bis zur Apotheke. Auch nach der Fertigstellung werden die Projekte in regelmäßigen Abständen vor Ort kontrolliert, damit sie nicht zweckentfremdet werden und auch wirklich der Bevölkerung dienen.

Kleinprojekte

MüllsammlerDer Entwicklungshilfekreis der Heppenser Kirche entschloß sich, ein solches Kleinprojekt zu unterstützen und finanzierte durch Spenden einen Teil einer Kaninchenzuchtstation. Danach wurde ein neues Projekt in Angriff genommen: Für 2. 000 DM sollte ein Dach für eine Krankenstation mitfinanziert werden – doch die Spenden reichten nicht mehr aus. Eine neue Geldquelle mußte erschlossen werden. Man überlegte und diskutierte, bis der Entwicklungshilfekreis auf die Idee kam, Aluminium zu sammeln. Die EntwicklungshelferInnen bauten Holzkisten und stellten diese in Wilhelmshavener Schulen auf. Mittlerweile beteiligen sich, bis auf zwei Ausnahmen, alle Wilhelmshavener Schulen an der Alusammlung; die Holzkisten sind ausrangierten Mülltonnen, gespendet vom Umweltamt und der Stadtreinigung, gewichen. Neben den Schulen sammeln noch 8 Gaststätten und reichlich Privatbürger mit. Der Erlös dieser Alusammelaktion, bis jetzt immerhin 5.000 Mark, wurde für den Bau einer Apotheke plus Medikamentenaustattung in Togo verwand. Für 10.000 Mark ist die Apotheke fertig und eine Ausbildung zum Apotheker für einen Dorfbewohner bezahlt.

Umweltschutz

Der Entwicklungshilfekreis möchte allerdings nicht, daß die Leute nun bedenkenlos in Aluminium verpackte Waren kaufen und die Sammelaktion als eine Art Recycling verstehen. „Jede Art von Abfall sollte vermieden werden und nur wenn es keine Alternative gibt, sollte das Altmetall gesammelt werden“ so Niehuß zum GEGENWIND. Aus Altaluminium neue Produkte herzustellen, verbraucht nur 5 % der Energie, die für die Neualuminiumherstellung benötigt wird! Die zeitintensive Sammlung des Entwicklungshilfekreises, brachte ihm 1992 den Umweltpreis der Stadt Wilhelmshaven ein. Die EntwicklungshelferInnen gehen auch in Schulen und unterrichten dort über die Abfallproblematik und Entwicklungshilfe.

Alupresse gesucht

Zur Zeit ist der Entwicklungshilfekreis in Verlegenheit. Es fehlt eine Presse um das Aluminium vorzupressen. Wer eine alte handbetriebene Presse für Altpapier, Aluminium o.ä. mit einer Spindellänge von ca. 100 cm abzugeben hat, möge sich bitte beim Entwicklungshilfekreis melden. Unter folgenden Telefonnummern können sich die Leute melden, die eine solche Presse abzugeben haben, die sich über die Projekte des Arbeitskreises informieren wollen oder selbst Aluminium sammeln möchten : Entwicklungshilfekreis der Heppenser Kirche Tel.: Spendenkonto: Sparkasse Wilhelmshaven – Stichwort Entwicklungshilfekreis

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