Gegenwind 126

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Feb 071995
 

Der Überflieger

Während sich der Fischfroster-Emir Bartels auf Gran Canaria von seiner Pleite erholt, kämpfen 500 Menschen um ihre Existenz

Gegenwind Titel 126Inhalt

„Schluß mit Lustig“ heißt es für die Wilhelmshavener Antifa nach OB Menzels unglaublichen Äußerungen anlässlich der Aktionen während der Kaiser-Aufstellung. In einem offenen Brief stellt die Antifa den OB in Frage.

 Ziemlich ungewöhnlich: Ein GEGENWIND-Gespräch mit zwei REP-Aussteigern, die die Wilhelmshavener Republikaner von NPD-Aktivisten unterwandert sehen.

 Was Arbeitslosen in WHV so passieren kann, wenn das Arbeitsamt zu Weiterbildungsmaßnahmen lädt.

 Was steckt hinter „Jonathan Seagull Charity Event“? Eine ernstzunehmende Aktion zum Schutz der Nordsee oder will da jemand unter der Fahne des Umweltschutzes abkassieren? Unser Artikel „Möwenschiß“ gibt allerdings keine eindeutige Antwort.

 Keinen Handlungsbedarf sieht die Stadtverwaltung bei der Beseitigung der Altlast „Müllkippe Kirchreihe“, obwohl ein Gutachten eine „akute Gefährdung der Bevölkerung nicht ausschließen“ kann.

 40 Lager für Kriegsgefangene und ZwangsarbeiterInnen überzogen während des 2. Weltkrieges das Stadtgebiet. Die im Dreck lebten – eine Buchbesprechung.

 Wir kommentieren eine Erklärung der „Infoladen Gruppe“ zum Brandanschlag auf die Mercedes-Benz-Niederlassung der Firma Lonecke.

 Und natürlich viele Nachrichten, Leserbriefe und Veranstaltungshinweise


Diese Ausgabe zum Download Gegenwind 126

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Feb 071995
 

Ein Parkhaus

mit ca. 700 Einstellplätzen soll und muß Bestandteil des geplanten neuen Bahnhofzentrums werden. Einerseits schreibt das Bundesbaugesetz bei Neubauten die gleichzeitige Errichtung entsprechender Parkmöglichkeiten zwingend vor, andererseits will man natürlich dafür Sorge tragen, daß die erwarteten Käuferscharen nicht schon vom Wilhelmshavener Schmuddelwetter völlig durchnäßt sind, bevor sie sich dem Kaufrausch unter überdachten Passagen hingeben können. So ist das zu errichtende Parkhaus für den Investor, die Straubinger Kusto Immobilienprojektentwicklungs GmbH & Co KG zwar nicht nur ein lästiges, weil gesetzlich vorgeschriebenes Übel, aber auf jeden Fall eine kostenträchtige und wenig profitable Angelegenheit. Bei Investitionskosten von über 20.000,- DM pro Einstellplatz müssen allein für den Bau des Parkhauses ca. 14 – 16 Millionen DM aufgewendet werden. Fast 2 Millionen DM Jahreseinnahmen dürften notwendig sein, um dieses Parkhaus ohne Verlust zu betreiben. Zum Vergleich: in etwa die gleiche Summe nimmt die Stadt Wilhelmshaven im gesamten Stadtgebiet an Parkgebühren jährlich ein.

Wie der GEGENWIND jetzt aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfuhr, hat sich der Investor des neuen Bahnhofzentrums bereits Gedanken gemacht, wie sich die Verluste in Grenzen halten lassen. In Gesprächen mit der Wilhelmshavener Verwaltungsspitze hat er darauf gedrängt, dass die Stadt Wilhelmshaven ihre Parkgebühren auf den öffentlichen Parkplätzen deutlich erhöht. Die Stadtverwaltung soll nicht abgeneigt sein, diesem Ansinnen nachzukommen. Dies hätte zur Folge, daß zwar das Parkhaus am Bahnhofszentrum gut ausgelastet sein dürfte, die Einnahmen der Stadt aber um mindestens eine halbe Millionen DM weiter sinken würden.

Doch damit nicht genug. Die Kusto Immobilienprojektentwicklungs GmbH & Co KG plant die Gründung einer Parkhausgesellschaft und erwartet, daß sich die Stadtwerke mit 25 % an dieser Gesellschaft beteiligen. Die Stadt Wilhelmshaven ist bereits an dem PIZ an der Stadthalle beteiligt. Die Verluste dieser Gesellschaft haben anfänglich fast eine halbe Millionen DM pro Jahr betragen und belaufen sich derzeit immer noch auf ca. 200.000,- DM pro Jahr. Man darf gespannt sein, wie groß die Kröte diesmal sein wird, die die Stadtverwaltung bereit ist zu schlucken, um ein „günstiges Investitionsklima“ zu schaffen. (ub)

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Feb 071995
 

Ein Kaufhaus

kauft die Stadt Wilhelmshaven am Rande des geplanten neuen Bahnhofszentrums. Während der Bekleidungsfilialist C&A („charmant & attraktiv“) in den schicken neuen Konsumpalast gegenüber umziehen wird, übernimmt die Stadt den fast liebenswert scheußlichen Komplex. Wozu? Abgesehen von den dazugehörigen Parkplätzen an der Rheinstraße hat das Ding kaum einen Gebrauchswert. Für Großraumdisco vielleicht oder einen ständigen Flohmarkt gerade noch das richtige Ambiente, bietet sich eigentlich nur Abriß und Neubau an. Das kann sich die Stadt selbst wohl nicht leisten, hat sie sich den Ankauf doch schon vier Millionen Mark kosten lassen. Dafür konnte sich C&A – für ein Mehrfaches – den Ankauf von Flächen im Bahnhofszentrum genehmigen. Auch die Stadt hat dort Eigentumsanteile. Einen Teil davon soll dort die Freizeit GmbH nebst City-Information belegen. Was passiert mit dem Rest? Wie auch immer: so leistet die Stadt ihre Beiträge dazu, daß – entgegen böser Unkenrufe – der in dem jetzt im Bau befindliche Koloß keine abweisende Leere herrschen wird. (iz)

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Feb 071995
 

Auf das Schärfste

zurück weist die Redaktion des GEGENWIND eine offensichtlich gezielt eingesetzte Desinformation der Nachrichtenagentur dpa. Durch bundesweite Veröffentlichungen, so auch in der Wilhelmshavener Zeitung vom 3.1.95, sollte den LeserInnen suggeriert werden, die Zeitung der GEGENWIND unterstütze den SPD-Parteichef Rudolf Scharping.
Es muß vermutet werden, daß diese Falschmeldung im Zusammenhang steht mit neuesten Umfrageergebnissen des Forsa-Instituts, die belegen, daß lediglich 23 Prozent der Bundesbürger Rudolf Scharping für den geeignesten Oppositionsführer halten. Hinweise, aus denen hervorgeht, daß direkt aus der SPD-Baracke heraus versucht wird, unter Einbeziehung vornehmlich linker Alternativblätter das Image des eher dem rechten Lager zugehörigen Scharping aufzupolieren, scheinen sich zu verdichten. Es bleibt indes dabei, der GEGENWIND ist nicht das Verlautbarungsorgan einer Organisation und wird gemacht von Leuten, die zur politischen Linken gehören. (ub)

Scharping

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Feb 071995
 

Radio Jade, Lokalrundfunk

heißt der Verein, der am 2. Februar gegründet wurde. Der Vereinszweck ist die Vorbereitung, Errichtung und der Betrieb eines lokalen Rundfunksenders im Raum Wilhelmshaven/Friesland.
„Überlebende“ des Piratensenders Radio Überleben, Vertreterinnen der Kirche, der Gewerkschaften, kultureller Institutionen und Vereine und des GEGENWIND sowie einige Privatpersonen besiegelten nach mehrmonatiger Vorarbeit ihre Entschlossenheit, hier einen nichtkommerziellen Lokalsender einzurichten.
Anfang März wird der Verein sich in einer Informationsveranstaltung der Öffentlichkeit vorstellen. Interessierte Einzelpersonen und Gruppen sind eingeladen, am 9.3. um 19 Uhr im Willi -Bleicher-Zentrum (Gewerkschaftshaus) mehr zu erfahren und selbstverständlich auch dem Verein beitzutreten. (noa)

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Feb 071995
 

Strahlende Weihnachten

erlebten unwissentlich und sicher ungewollt alle WilhelmshavenerInnen. Vom 23. bis 27. Dezember 1994 lag im Neuen Vorhafen das US-amerikanische Atom-U-Boot „Minneapolis St.Paul“ – Bewaffnung unbekannt, aber allein der Atomreaktor des Jagdbootes hat in unserer immer noch zur atomwaffenfreie Zone erklärten Stadt im Prinzip nichts zu suchen – die Wirkung ist dieselbe. (iz)

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Feb 071995
 

Schluß mit Lustig

Im Schaukampf um eine Bronze setzte das Stadtoberhaupt den antifaschistischen Konsens aufs Spiel

(iz) Weit rechts überholt fühlten sich ernsthafte und aufrechte Antifaschist/innen von den Äußerungen Eberhard Menzels in seiner Presseerklärung „Recht der Mehrheit beschnitten“ (WZ v. 21.12.94). Tief betroffen schickten sie dem Stadtoberhaupt einen offenen Brief der auch dem SPD-Unterbezirk, allen Ratsmitgliedern und der WZ zuging. Im Gegensatz zu Menzels Presseerklärung wurde der Brief nicht abgedruckt. Der GEGENWIND veröffentlicht im folgenden den vollständigen Text.

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Feb 071995
 

Der Rechte Rand

ein überregional erscheinendes Informationsblatt – „von und für AntifaschistInnen“ – beschäftigt sich in seiner Januarausgabe 95 erneut ausführlich mit den Aktivitäten der Neo-Faschisten in Wilhelmshaven und dem Weser-Emsgebiet. Dem Blatt zu Folge soll „Anfang Januar 1995 eine Nachfolgeorganisation des ‚Deutschen Kameradschaftsbundes‘ (DKB) von Neo-Faschisten im Raum Weser-Ems aus der Taufe“ gehoben worden sein. Der Wilhelmshavener Neo-Nazi Thorsten de Vries hatte den DKB im November 1991 in Wilhelmshaven gegründet. Diese Organisation wurde am 18.12.92 vom niedersächsischen Innenministerium als rechtsextreme Vereinigung verboten. Laut Informationen vom „Rechten Rand“ sollen Thorben Stecker aus Oldenburg und Marco Haertl aus Zetel, die „aus dem Dunstkreis der verbotenen Wiking-Jugend kommen“, die Nachfolgeorganisation anführen. (ub)

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Feb 071995
 

Franz Schönhuber

vor kurzem abgesetzter Parteichef der „Republikaner“, wurde in den letzten Wochen und Monaten auffallend oft in Wilhelmshaven und Umgebung gesichtet. Grund seines Erscheinens war dabei nicht nur die Kontaktpflege mit den örtlichen deutschnationalen Kumpanen. Die „Republikaner“ lassen mittlerweile fast ihr gesamtes Propagandamaterial bei der Firma „KS-Druck“ – William Klein in Sande und Karl Schneegaß in Wilhelmshaven – herstellen. Allein die Zeitung „Der Republikaner“ soll dort, nach Informationen der Zeitung „Der rechte Rand“, mit einer Auflage von 9 Millionen Stück monatlich gedruckt werden. (ub)

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Feb 071995
 

Stammesfehden

Zwei parteigeschädigte Republikaner packen aus

(hk/ub) Während im sogenannten Superwahljahr 1994 die Parteien in Stadt und Land um jede Stimme kämpften, tobte bei den Republikanern im Weser-Ems-Gebiet und Wilhelmshaven intern der Kampf um die Macht. Zwei Verlierer im Gerangel um Pöstchen und politischen Einfluß, Rainer Westermann und sein Vater Hermann Westermann (ehemals Bezirks- und Kreisvorstandsmitglied der REPs), wandten sich jetzt frustriert über den Verlust ihrer politischen Heimat an den GEGENWIND

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Feb 071995
 

Jedes Los eine Niete

Weiterbildungsleergänge des Arbeitsamtes

(noa/iz) Offiziell sind es ein paar unter 20%. Die aus der Statistik Getilgten dazugezählt ist jedoch bestimmt schon mehr als jede fünfte erwerbsfähige Person in Wilhelmshaven ohne Arbeit. Schlimm genug, arbeitslos zu sein. Schlimmer jedoch, was Arbeitslosen in Wilhelmshaven passiert

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Feb 071995
 

Offen und ehrlich

äußerte sich der neue Geschäftsführer der Firma Telcare im TCN, Herr Kiel, über ein Thema, das andere Unternehmer meist etwas verschleiert abhandeln: Ein Betrieb wie Telcare könnte von der Art der Arbeit überall stehen; der Raum Wilhelmshaven/Friesland jedoch beherbergt preiswerte Arbeitskräfte. (noa)

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Feb 071995
 

Glück gehabt

hat die Stadt Wilhelmshaven mal wieder: Am 3.2. beschlossen die Bundesländer, die Verpflichtung der Kommunen, ab 1.1.1996 für jedes Kind einen Kindergartenplatz bereitzustellen, um drei Jahre zu verschieben. In Wilhelmshaven hätte es auch nicht geklappt.(noa)

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Feb 071995
 

An Sand gespart

wurde während des großen Glatteises beim Winterstreudienst. Die Verbindungsstraße zwischen Autobahnende und Niedersachsenbrücke wurde nicht abgestreut, so dass vollbeladene Öltanklastzüge, die von der Beta-Raffinerie in Richtung Autobahn fuhren, an der Ampel nicht anhalten konnten. Sie glitschten unter lautem Warnhupen über die rote Ampel in den Kreuzungsbereich hinein. Wie durch ein Wunder ist es nicht zur Katastrophe gekommen. (ft)

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Feb 071995
 

Auf Sand gebaut

wurde der neue Fußgängerweg vor dem Amtsgericht in der Marktstraße leider nicht. Stattdessen wurde der ausgekofferte Boden mit altem Gleisschotter aus dem Bahnhofsbereich gefüllt. Dieser Schotter ist stark mit Öl und Treibstoff aus Dieselloks kontaminiert. (ft)

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