Irak-Krieg – Die Demo 2

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Jan 281991
 

Die Waffen nieder

Viertausend demonstrieren gegen den Golfkrieg

Auf der sich der Demonstration anschließenden Kundgebung verdeutlichten neben OB Menzel die SprecherInnen des DGB, der Kirchen, der Friedensbewegung und der Schulen ihre Position gegen den Krieg zur Lösung von Problemen. „Die Waffen nieder – Zurück an den Verhandlungstisch“ das war die einstimmige Aufforderung an die Alliierten und den Irak.

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Kommentar:

„Krieg ist das Verbrechen, das sich mit sprachlichen Mitteln nicht angemessen beschreiben und mit juristischen Mitteln nicht angemessen bestrafen läßt. Wie jeder Krieg ist dieser Krieg verbrecherisch, sinnlos und dumm.“

(Detlef zum Winkel in konkret 2/91)

Die Waffen nieder!
Speiübel kann einem werden, wenn man die jetzt in die Presse lancierten Artikel von CDU-Maaß und seiner politischen Freunde lesen muß. Während die Friedensbewegung zu Aktionen gegen Saddam aufrief, während die Linke die Firmen anprangerte, die Saddam
die Waffen lieferten, mit denen er seine Vernichtungsaktionen gegen die Kurden durchführen und Kuweit besetzen konnte, waren Maaß und seine Freunde ausschließlich damit beschäftigt, die Exportwege deutscher Massenvernichtungswaffen in den Irak zu verwischen.
Jetzt diffamieren diese Pharisäer die Ängste der Menschen als Anti-Amerikanismus und reden hochgeschwollen von „westlichen Wertvorstellungen“, die es gilt mit Waffengewalt durchzusetzen.
Beschämend, wie jetzt die Bundesregierung versucht, den durch die Giftgasausstattung des Irak durch bundesdeutsche Firmen angerichteten Schaden mit Finanzspritzen und Waffenlieferungen an Israel ungeschehen zu machen, wie sie versucht dem israelischen Volk seinen Protest gegen die bundesdeutsche Rüstungsindustrie abzukaufen.
Es ist nicht Saddam dem unsere Sympathie gehört und auch nicht Bush’s Kriegsmaschinerie, es ist erst recht nicht die Besatzungs- und Unterdrückungspolitik Israels, der wir zujubeln. Wir sind Menschen, die den Krieg als Mittel zur Lösung von Konflikten ablehnen.
Nicht Anti-Amerikanismus, sondern Anti-Militarismus ist es, der heute in Deutschland hunderttausende auf die Straße treibt. Daß es die Schülerinnen und Schüler, die Kids sind, die jetzt das Heft des Handelns in die Hand genommen haben – es freut uns und macht Mut und sollte für uns Signal sein, endlich die etwas dicker gewordenen Hintern aus den Büffelledergarnituren zu erheben. Wie hieß es doch immer so schön auf den großen Umwelt- und Friedendemos: „Wir haben die Welt nur von unseren Kindern geerbt“. Oder sind wir allesamt nur Sprücheklopfer, denen die Behaglichkeit des Fernsehsessels wichtiger als die Zukunft ist?

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