Leserbrief

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Apr 271994
 

Zu den Artikeln „Bedingungslos – Landesbürgschaft für Jadekost “ (GEGENWIND Nr. 120) und „Was läuft im Hafen“ (GEGENWIND Nr. 119)

Ich habe Ihre Ausgabe Nr. 120 mit dem Bericht über die Firma JadeKost gelesen und muß leider feststellen, daß auch hier aus diesem Bericht der Neid spricht, genau wie aus diesen Gerüchten, die in der Stadt die Runde machen, Pleite, keine Aufträge usw. Meine Frau arbeitet seit dem 03.01.1994 in dieser Firma und ist sehr zufrieden mit der leichten und gutbezahlten Tätigkeit.

Meine Frau war vorher 19 Jahre bei der Firma Müller u. Raschig beschäftigt, mußte hier schwer arbeiten, dazu der Lärm und die staubige, dreckige Luft, Akkord und der niedrige Lohn. Diesen Betrieb hat die Gewerkschaft mit der Arbeitszeitverkürzung, Neueinstellungszwang, keine Überstunden u.s.w. kaputt gemacht. Keiner hat dann etwas zum Erhalt der Arbeitsplätze getan. Keine Gewerkschaft u. kein Betriebsrat.
Diese schwere Arbeit kann man mit der bei JadeKost nicht vergleichen. Die Arbeit ist wesentlich angenehmer, auch Überstunden, die gut bezahlt werden, können gemacht werden. Vom Schichtdienst „Rund um die Uhr“ kann keine Rede sein. Wöchentliche Arbeitszeiten von 72 Stunden sind maßlos übertrieben. Die tägliche Arbeitszeit beträgt 8 1/2 Stunden, nicht mehr u. nicht weniger.
Von einem Lohnniveau zu sprechen, von der keine Familie existieren könne, ist ja wohl weit hergeholt. Ein Grundgehalt, je nach Arbeitstagen, zwischen 1.900 – 2.300 DM für diese Tätigkeit ist doch sehr gut. Ich z. B. bin als Bote bei der StoV in WHV tätig und bekomme auch gerade mal 1.900 DM auf die Hand. Könnte ich davon eine Familie unterhalten?
Gewerkschaft oder Betriebsrat, nein danke. Was hat der Arbeiter davon, siehe Müller u. Raschig. Wir sollten doch froh sein, daß sich“ hier in WHV überhaupt ein Werk ansiedelt, das vielen Menschen Arbeit und Geld bringt. Wir, meine Frau u. ich, hoffen, daß es mit der Landesbürgschaft klappt und daß das Werk, deren Produkte sehr gut sind, noch lange existiert, und daß diese dummen, neidvollen Gerüchte um diesen Herrn Bartels endlich aufhören.
Mit einem anderen Thema, dem Hafen, Ausgabe 119, stimme ich Ihnen voll u. ganz zu. Ich würde über diesen Hafen sagen: „Nichts ganzes und nichts halbes.“ Am Südwest/Nordwestkai z.B. kein einziger Kran zum Be-/ Entladen der Schiffe vorhanden. Fallen einmal die Ladekräne eines Schiffes aus, müssen Straßenkräne ran. Wo bleibt der groß angekündigte Fischumschlag für die Firma JadeKost.

Uwe Janßen, Saalestraße 9, Wilhelmshaven

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