Tierschutz

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Nov 302005
 

40.000 Euro für den Tierschutz

(iz) Mitte November vergab die „Tierschutzverein-Stiftung der Bürger Wilhelmshavens und Umgebung“ im Rahmen eines kleinen Festaktes insgesamt 40.000 Euro an 11 verschiedene Organisationen aus dem haupt- und ehrenamtlichen Tierschutz. Als Vorsitzender der Stiftung begrüßte Peter Hopp VertreterInnen aller Zuwendungsempfänger und gab einen Überblick über Geschichte und Ziele der Stiftung sowie die Vergaberichtlinien. Selbst seit mehr als 5 Jahrzehnten im Tier- und Naturschutz aktiv, ließ Hopp der eher trockenen Einführung einen politischen Exkurs folgen:

„Der Tierschutz hat in Deutschland mittlerweile endlich Verfassungsrang erhalten. Alle Grundgesetz-Parteien haben sich hierzu bekannt. Uns allen ist die Aufgabe gestellt, hieraus eine Verfassungswirklichkeit zu entwickeln. Tierschutz stellt sich als Querschnittsaufgabe. Er gehört eingebracht in die zentralen Bereiche des gesellschaftlichen Diskurses – in Politik, Wirtschaft und Kultur – in sämtliche menschlichen Wirkungsfelder, von denen Tiere mit betroffen sind. Ohne Tierschutz blieben Philosophie und Theologie, blieben insbesondere Ethik und Pädagogik randständiges Bruchwerk ohne ganzheitlichen Bezug.“
Ohne zu beschönigen, sprach Hopp auch die „pluralistische Vielfalt“ im Tierschutz an – „von jagdgegnerischen strengen Vegetariern“ (vertreten durch die Tierrechtsbewegung Schortens) „bis zur Jägerschaft, welche die Seehundhilfestation in Norddeich betreibt. Ein jeder von Ihnen … wird aus seiner Sicht für seine eigene ethische Position im Hinblick auf Tiere und Natur Argumente ins Feld führen. Dieser gesellschaftliche Diskurs … muss fortgeführt werden – sachlich, umsichtig und verantwortungsbewusst, fachlich und interdisziplinär, ohne Illusionen, aber mit innovativem Mut zu neuen Wegen und beherzten Versuchen … Trotz allem, was uns noch trennt, verlangt unsere Zeit die Bündelung der Kräfte, das Zusammenwirken aller Menschen, die sich bewusst sind, dass ethische Verantwortung nicht nur der eigenen Spezies gebührt, sondern alle empfindungs- und leidensfähigen Lebewesen, eben die gesamte Schöpfung umfassen muss. Hier verbindet sich der Aspekt des sogenannten karitativen Tierschutzes mit der sich uns allen immer gebieterischer stellenden ökologischen Existenzfrage.“
Das wäre ein knalliger Einstieg gewesen für eine Podiumsdiskussion mit Entscheidungsträgern. Die waren allerdings nicht vertreten, mit Ausnahme von Gerhard Böhling, Bürgermeister der Stadt Schortens, der es sich nicht nehmen ließ, gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Hans-Peter Thiemann der Veranstaltung beizuwohnen und die Fördermittel für die Krötenrettungsinitiative entgegenzunehmen, die schon seit 1992 in Zusammenarbeit mit engagierten BürgerInnen aktiv ist. Der Kröten-Sicherheit im Straßenverkehr widmet sich auch eine Gruppe der Jugendfeuerwehr Wilhelmshaven unter Leitung von Ingo Abben und unterstützt von Hilke Gnadt, Leiterin des Umweltamtes. Weitere Zuwendungsempfänger waren u. a. die Tierschutzvereine Friesische Wehde und Harlingerland, „Vogelmama“ Renate Hörmann und die Wildtierauffangstation Rastede.
Eine besondere Anerkennung erhielt die Familie Maywald aus Rüstersiel. In deren Dachkammer hat seit längerem eine seltene Fledermausart ihre Winterbehausung aufgeschlagen, wofür Maywalds „samt Kleinkind und Kater allerlei Einschränkungen hinnehmen“, verriet Hopp. „Sie tun das ohne Murren, sie verhalten sich sehr vorbildlich im Sinne des Tier-, Natur- und Artenschutzes, und so etwas sollte auch mal öffentlich anerkannt werden“ (allerdings!) „und kann anderen als Ansporn dienen“ (hoffentlich). Kater Moritz flüchtet allerdings schon gern mal vor den raschelnden Hausgenossen zum Nachbarn – und das ist, wie sich erst jetzt herausstellte, Peter Hopp. Den Grund seiner Besuche hat Moritz aber immer verschwiegen – den Kontakt zu den fledermausfreundlichen Maywalds erhielt Hopp über Frau Gnadt.

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