Schulschließungen

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Nov 302005
 

Mengenrabatt für Schulschließungen?

Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Wilhelmshavener Schullandschaft

(jt) Seit Anfang November liegt ein Schreiben der „plan-werkStadt – büro für stadtplanung & beratung“ bei den Ratsvertretern und der Verwaltung der Stadt (OB Menzel, Neumann, Reuter, Homann/Ender, Tjaden, Graul) vor. Man bittet hier eindringlich um ein Gespräch über die Zukunft der Schulen in Wilhelmshaven. Angedacht war diese Gesprächsrunde für die 47. Kalenderwoche (21.-25. Nov.2005).

In dem Anschreiben heißt es auszugsweise:
….wie Sie wissen, beschäftigt sich im Rahmen des Stadtumbau-Wilhelmshaven-Prozesses seit zwei Jahren ein Arbeitskreis „Schulen“ u.a. mit dem Thema der Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Wilhelmshavener Schullandschaft. ….Darüber hinaus hat er Überlegungen zu pädagogisch, räumlich, organisatorisch und ökonomisch sinnvollen Kriterien angestellt, die einem längerfristigen Konzept zur Schulstandortsicherung zugrunde gelegt werden können und darüber auch entsprechende Entscheidungen transparent und nachvollziehbar machen.
Der Arbeitskreis ist der Auffassung, dass die unstrittig anstehenden Schulschließungen einer sensiblen Herangehensweise bedürfen.… Diese darf nicht auf einen Zeitpunkt nach der Kommunalwahl verscho¬ben werden. Wir meinen, dass es sträflich wäre, kostbare Zeit verstreichen zu lassen, die dringend für den langwierigen Prozess der behutsamen Annäherung an unliebsame Entscheidungen benötigt wird…
An dieses Schreiben angehängt sind schon einmal einige Ergebnisse des Arbeitskreises, die den interessierten Ratsvertreter hellhörig machen sollten.
In einer der Grafiken sind unter der Überschrift „Kurzfristig von Schließung bedrohte Grundschulen“ sechs Schulen angegeben: Sengwarden, Voslapp, Rüstersiel, Neuende, Allerstraße und Kathrinenfeld.
Als sicher gelten nach Meinung der „plan-werkStadt“ lediglich die Schulen: Wiesenhof, Mühlenweg, Siebethsburg, Peterstraße, Oldeoogestraße und die Hafenschule. Natürlich handelt es sich nicht um ein abschließendes Ergebnis, sondern nur um die Betrachtung der reinen Schülerzahlenentwicklung und sollte wohl nur dazu dienen, aufzuzeigen, wo die Problemfelder zu suchen sind.
Warum die angesprochenen Ratsvertreter und die städtische Verwaltung nicht sofort reagiert haben – nach mehr als einer Woche lag nur meine Anmeldung vor – ist für mich unerklärlich. Vielleicht möchte die Politik dieses Thema gern bis nach den Kommunalwahlen 2006 aussitzen.
Aber die plan-werkStadt macht Nägel mit Köpfen. Weil die Angeschriebenen nicht reagierten, wurde mit Schreiben vom 14.11.05 ein Termin für das Gespräch auf den 23. November angesetzt. Vielleicht hilft das ja, um die Verantwortlichen an den Tisch zu bekommen.
GrundschuleTatsächlich fand dieser Termin auch statt.
Sinn dieses Gespräches sollte es sein, erst einmal die politischen Entscheider an einen Tisch zu bekommen, damit dieses wichtige Thema nicht wieder zu einem reinen Wahlkampfthema verkommt. Dass wir in Wilhelmshaven Handlungsbedarf haben, ist sicher für jeden ersichtlich. Die Frage ist nur, wie wir die Probleme lösen.
Vorschläge zur Lösung der Probleme hätten in einer „Arbeitsgruppe“, in welcher sich Betroffene, Fachleute, Politiker und Bürger zusammenfinden, erarbeitet werden können. Hier hätte man dann das Thema mit Sachverstand von einer Gesamtbetrachtung Wilhelmshavens auf Teile der Stadt und schlussendlich auf einzelne Standorte herunter brechen können. Alle Ergebnisse hätten dann mit den Vor- und Nachteilen dargestellt werden können, um die Bürger der Stadt auf dem Weg zur abschließenden Entscheidung durch die zuständige Politik mitnehmen können.
Man hätte können! Am Mittwoch, dem 23.11.05. Querkopf in der Runde war eindeutig Siegfried Neumann, der immer wieder auf einzelnen Schulstandorten herumhackte und eine längst vergangene Geschichte – „da habe ich was in die Fresse bekommen…“ – erzählte.
In 14 Tagen will der einladende Arbeitskreis Schulen dann doch noch einmal die Anwesenden fragen, ob nicht doch eine gemeinsame Erarbeitung der nötigen Veränderungen erfolgen kann.
Mit diesen Zeilen drücke ich nicht nur meine Zweifel daran aus, dass es doch noch zu sachkundigen Entscheidungen kommt, sondern fordere die Bürger dazu auf, die Politik auf den richtigen Weg zu bringen. Wahlkampf ist nichts, wofür man sich schämen muss, wohl aber für einen Wahlkampf auf Kosten der Kinder.
Auch wenn es falsch verstanden werden kann: Nicht jede Schließung einer Schule ist für die Betroffenen negativ, sondern kann auch zu einer Verbesserung führen.

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