Neuer Oberstadtdirektor

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Feb 201985
 

Spitzentöne aus dem Rathaus

Eine politische Kehrtwende um 180° in Sachen Industrieansiedlungs- und Umweltpolitik zeichnet sich ab, sofern der neue Oberstadtdirektor Arno Schreiber seine Worte in Taten umsetzt. Wir berichten über ein Gespräch mit dem „Neuen“.

Neue Töne von der Spitze

(Woku ) „Wir haben nichts zu verbergen.“ Nach diesem Motto möchte der neue Wilhelmshavener Oberstadtdirektor Arno Schreiber die Verwaltung leiten. Allerdings wolle man „mit einheitlicher Stimme nach außen sprechen“ und Ansprechpartner sei „stets der Hauptverwaltungsbeamte.“ Der Gegenwind sprach ihn an.

Im Gespräch mit Arno Schreiber wird deutlich, wie sehr Ex-Verwaltungschef Dr. Gerhard Eickmeier jahrelang neues Denken verhindert hat, um seinen Industrialisierungsplänen nachzujagen. Schreiber dazu: Die Zeit für große Industrieansiedlungen ist vorbei.“ Und wenn sich tatsächlich Ansiedlungschancen böten, dann „nur auf dem Gebiet der Umwelttechnologien.“ Schreiber wundert sich, daß Wilhelmshaven so wenig Gelder für die Stadtsanierung locker gemacht hat. „Vergleichbare Städte haben von Land und Bund Millionenzuweisungen erhalten, die dann mittelständischen Betrieben zugute kamen.“ Als Sanierungsgebiet schwebt ihm Bant vor.
Auch wenn sich Krupp auf den Kopf stellt, will sich Schreiber strikt „gegen die Öffnung des Grodendammes“ stemmen. Mit derselben Energie möchte er „für die Beibehaltung des Geniusstrandes“ arbeiten, denn „der ist ja schon klein genug“.
Trotz der Einkeilung des Strandes durch die Industrie meint „der Neue“, daß der Strand noch zu retten“ sei.
In der Schulpolitik könnte Schreiber wohl bald mit Stadtrat Horst Engstler zusammenrasseln, der noch vor wenigen Monaten der IGS auf kaltem Wege Räume abnehmen wollte und mit dem Gedanken einer Verlagerung der KKS-Oberstufe zündelte. Zur demnächst sicherlich notwendigen Auflösung schwindsüchtiger Schulen wollte sich Schreiber noch nicht äußern. Allerdings möchte er sich nicht dem Diktat der Zahlen beugen: „Schulische Aspekte stehen im Vordergrund.“
Schreibers Hauptsorge ist die Jugendarbeitslosigkeit, die er mit Arbeitbeschaffungsmaßnahmen lindern möchte. Hierzu wünscht er sich die Unterstützung aller Parteien – auch der CDU. Schreiber: „Es wird keine Dauerkonfrontation mit der CDU geben.“
Auch gegen eine rot-grüne Zusammenarbeit im Rat der Stadt hat er „keine Bedenken“. Der Neue als Neutrum über den Parteien? Nein, dem sei nicht so. „Ich bin schließlich nicht umsonst in der SPD. Ich möchte mich für die Benachteiligten und Behinderten einsetzen.“
Wenn Schreiber seine Vorstellungen vom Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, dem Landschafts- und Umweltschutz und der Förderung kleinerer Betriebe wahrmacht, können die Eickmeier-Geschädigten Wilhelmshavener aufatmen.

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