Atomraketen

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Feb 201985
 

Gewissen vor Staatsräson!

Die Friedensbewegung

hatte im „Rahmen der bundesweiten „Tage der Verweigerung“ geplant, den jetzt als bezahlte“ Anzeige im GEGENWIND placierten Text (siehe unten) in der „Wilhelmshavener Zeitung“ als Annonce zu veröffentlichen.
Diese Veröffentlichung ist ganz kurzfristig, trotz vorher erteilter Zusage und von der WZ fertiggestelltem Layout, ohne Begründung von der gleichen WZ verweigert worden.
Der Rechtsanwalt der Friedensbewegung Wilhelmshaven hat die WZ inzwischen zweimal schriftlich und einmal fernmündlich ultimativ aufgefordert, ihre so kurzfristig geäußerte Absage zumindest zu begründen – bis heute hat es darauf von der Zeitung keinerlei Reaktion gegeben.
Daß bestimmte politische Aktivitäten und Bewegungen in unserer Stadt durch fehlende WZ-Berichterstattung totgeschwiegen wurden und werden, ist bekannt. Daß aber die WZ nun dazu übergeht, auch zu bezahlende Anzeigen nicht mehr zu veröffentlichen, ist von neuer Qualität, die es kritisch zu würdigen gilt.

Gewissen

vor

Staatsräson!

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Unsere Antwort auf die

Stationierung

neuer Atomraketen:

 

KRIEGSDIENST VERWEIGERN!

Trotz millionenfachen Protestes gegen die Stationierung neuer amerikanischer Mittelstreckenraketen und der damit verbundenen Erhöhung der Kriegswahrscheinlichkeit haben sich die meisten Regierungen der Stationierungsländer und der USA über den Willen der Bevölkerung hinweggesetzt. Die Stationierung von Pershing II und Cruise Missiles sowie die verstärkte konventionelle und chemische Aufrüstung sind Ausdruck einer neuen offensiven Militärstrategie der USA und zunehmend ihrer Nato-Verbündeten. Die für die US-Armee gültige Air-Land-Battle-Doktrin, die Kriegsführungs- und Enthauptungsstrategien in der „Verteidigungsrichtlinie“ des Pentagon sowie der Plan von Nato-Oberbefehlshaber Rogers erhöhen insbesondere durch ihren Gesamtzusammenhang die Kriegsgefahr. Mit diesen Konzepten sollen militärische Konflikte in der Dritten Welt und in Europa mit konventionellen, chemischen und atomaren Waffen führbar und letztlich gewinnbar gemacht werden.
Damit ist eine Situation eingetreten, die moralisch und politisch vor dem Gewissen eines jeden einzelnen nicht mehr verantwortet werden kann. Aktives Handeln gegen diese wachsende Kriegsgefahr ist das Gebot der Stunde. Das Grundrecht zur Kriegsdienstverweigerung wird zur Pflicht. Wir fordern darum alle Frauen und Männer auf, als Akt des Protestes und Widerstandes gegen die Stationierung jegliche Mitwirkung an Kriegsvorbereitungen und jeden Kriegsdienst zu verweigern. Eingeplant sind wir alle – Verweigern wir uns – HUNDERTTAUSENDFACH!

Wehrpflichtige, Soldaten, Reservisten!

Verweigert den Kriegsdienst nach Art. 4 Abs. 3 Grundgesetz: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“

Frauen!

Verweigert vorsorglich Eure Heranziehung im Notstandsfall! Verweigert Euch der geplanten – noch freiwilligen – Heranziehung zur Bundeswehr! Verweigert als Schwesternhelferinnen Eure Teilnahme am militärischen Sanitätsdienst!

Lehrer, Erzieher, Ausbilder!

Verweigert jeden Wehrkunde-Unterricht! Weigert Euch, Wehrbereitschaft zu erzeugen und Feindbilder zu verfestigen! Kämpft als Konsequenz Eurer Verweigerung für die Durchsetzung einer echten Friedenserziehung!

Schüler!

Verweigert Eure Teilnahme an Werbeveranstaltungen der Bundeswehr und an Kasernenbesuchen! Widersetzt Euch militaristischen Lerninhalten! Organisiert Friedenstage an den Schulen und Informationsveranstaltungen über das Recht auf Kriegsdienstverweigerung und die Möglichkeit der Abrüstung!

Wissenschaftler und Forscher!

Verweigert Eure Mitarbeit in der Kriegsforschung und -entwicklung! Informiert die Öffentlichkeit und erkämpft mit ihr für Euch zivile, nützliche Forschungsvorhaben!

Beschäftigte im Gesundheitswesen!

Verweigert Eure Teilnahme an Zivilschutzübungen und an der Ausbildung in Kriegsmedizin! Erklärt vorsorglich Eure Verweigerung für den Kriegs-Notstandsfall! Beteiligt Euch statt dessen an der Aufklärung über die Illusion einer medizinischen Versorgung im A-B-C-Kriegl
Alle! Unterschreibt die Selbstverpflichtungserklärung der Friedensbewegung!

Margarete Achenbach, Lehrerin; Henning Aeissen, Dipl.-Chemiker; Sylke Bartmann, Altenpflegerin ; Elke Behrens, Krankenschwester; Olaf Behrens, Arbeitsloser; Andrea Billington, Krankenschwester; Harald Bommer, Arzt; Enno Braack, Student; Walter Brandt, Kaufmann; Ute Breuer, Lehrerin; Angelika Brünlow, Dipl.-Sozialpädagogin, Jutta Brünlow, Studentin; Rosemarie Bönnighausen, Lehrerin; Waltraud Budde, Krankenschwester; Hedi Büsing, Vertragslehrerin; DGB-Kreisjugendausschuß WHV; Reinhard Döhring, Tierarzt; Petra Ducci, Groß- u. Außenhandelskaufmann; Frank Ducci, Altenpfleger; Jörg Duensing, Zivildienstleistender; Ralf Dziewas, Student; Renate Ellinghaus, Techn. Zeichnerin; Peter Emmich, Student; Friedrich Fischer, Vorsitzender des Kreisverbandes WHV der GEW; Gerhard Fritsch, Arzt; Doris Fuhlbohm, Sozialpädagogin; Thomas Gebel, Zivildienstleistender; Gudrun Geldmacher, Lehrerin; Karin Glatzer, Ärztin; Kai Göken, Praktikant; Lisa Goericke, Beamtin; Heinz Grüssing, SDAJ-Kreisvorsitzender; Gerd Gültig, Ingenieur; Michael Gumbel, Arzt; Herold Haagmann, Pfleger; Waltraud Hainmüller, Lehrerin; Bettina Hart, Augenoptikerin; Sigrid Heye, Biol.-techn. Assistentin; Bernd Hillrichs, Arzt; Angela Hinrichs, Krankenschwester-Schülerin; Gerhard Hochheiser, Lehrer; Michael von Holt, stellv. Juso-Vorsitzender; Bernd Höpken, Kfm. Angestellter; Johann Janssen, Arzt; Gisela Janssen. Krankenschwester; Bernd Janssen, stellv. Vorsitzender DFG-VK; Marion Kalmann, Dialyseschwester; Georg Kassapidis, Auszubildender; Dieter Klinge, Dramaturg; Maria Kloppenburg, Ärztin; Dieter Klusmann, Sozialarbeiter, Betriebsratsmitglied der GPS; Christian Köbke, Wehrpflichtiger; Martin König, Soldat; Hildegard Korell, Lehrerin; Renate Krieger, Krankenschwester; Edith Krogmann, Lehrerin; Hajo Kruda; Brigtte Krug, Verkäuferin; Ottmar Landgrebe, Arzt; Christa Lange, Dipl.-Ingenieurin; Günther Lotz, Arzt; Manfred Lux, Arzt; Beate Ludwig-Henkel, Lehrerin; Christin Lüken; Uwe Magg, Angestellter; Bärbel Matzura, Krankengymnastin; Doris Matzura, Heilpädagogin; Jens Meiners, Dekorateur; Monika Meyer, Krankenschwester; Ulrich Müller-Kremer; Jutta Mülier-Wirtz, Lehrerin; Margret Neuhaus, Lehrerin; Karl-Heinz Niehuis, Verwaltungsangestellter; Wolfgang Niemann-Fuhlbohm, Vorsitzender des Stadtjugendringes WHV, Sabine Noll, Hausfrau; Anette Nowak, Lehrerin; Günter Oelrichs. Pfleger; Andrea Oeltermann, Auszubildende; Heidi Otto, Erzieherin; Jörn Otto, Schüler; Jörg Pollmann, Kfm. Angestellter; Kurt Pollmann, Elektromechaniker; Pumpwerkteam; Anette Radke, Lehrerin; Angelika Reese, Studentin; Ingrid Reese, Lehrerin; Peter Reil, Student; Christa Rensing, Biol.-techn. Assistentin; Elisabeth Rohé-Enslin, Kr.ankenschwester; Miguel Schaar, Schüler; Reinhard Schach, Arzt; Werner Scholz, Sozialarbeiter; Timo H. Schreiber, Schüler; Susanne Schneider; Frank Schulte-Gürtenberg, Arzt; Klaus Schumann, Jurist; Eckhard Schulze-Matzura, Student; Gisela Schmidt, Lehrerin; M. Spohr; Silvia Stade, Krankenschwester; Sigrid Stärk, Lehrerin; Karin Stahlschmidt, Lehrerin; Jörg Struckmeyer, Arzt; Torsten Szobries, Schüler; Harald Szobries, Student; Jens Theesfeld, Soldat; Dieter Tiesfeld, Lehrer; Sabine Timpe, Krankenschwester; Manfred Vollmer, Geologe; Christa Wahnbaeck, Buchhändlerin; Walter Wald, Studienrat: Uwe Walter, Biol.-Techn. Assistent; Bernhard Wilken, Geschäftsführer des ASB Wilhelmshaven; Jürgen Wirtz, Jurist; Sylke Wübker, Krankenschwester; Ulla Wunderlich, Lehrerin; Elke Zelinskl, Beamtin.
Kontaktadresse: Bernd Janssen, Müllerstr. 65, Wilhelmshaven


 

An den
Koordinierungsausschuß – Verweigerungskampagne –
Estermannstraße 179, 5300 Bonn 1 Tel. (02 28) 678231/32

Hiermit unterzeichne ich die Selbstverpflichtung zur Verweigerung aller Kriegsdienste und Kriegsvorbereitungen: Angesichts der Stationierung von Pershing II und Cruise Missiles und der Entwicklung neuer offensiver Militärstrategien innerhalb der Nato verweigere ich hiermit jede Form der Mitwirkung an Kriegsvorbereitungen. Ich erkläre bereits jetzt, daß ich mich auch im „Ernstfall“ allen Befehlen widersetze, die meine Einberufung zu militärischen oder zivilen Einheiten verlangen, die der Vorbereitung und Führung von Kriegen dienen.“
Name (Titel/Beruf): _______________________________________
Anschrift: ______________________________________________
Unterschrift: ____________________________________________


 

Diese Anzeige wurde von den vorgenannten Personen selbst finanziert.

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