Leserbrief

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Mrz 232010
 

Im WZ-Bericht vom 17.2.2010 „Ausgleich für Voslapper Groden gesucht“ stand zu lesen, dass „zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des im Bau befindlichen Containerhafens“ eine zukünftige Industrieansiedlung auf dem Voslapper Groden ermöglicht werden soll. Dafür werden in Hemmoor bei Cuxhaven Ausgleichsflächen gesucht. Dazu schickte uns Rudolf Großmann folgenden (satirischen) Leserbrief nebst Foto:

blaesshuhnKürzlich hatte ich ein Naturerlebnis der besonderen Art, passend zu diesem Bericht.
Die Idee mit den Ausgleichsflächen scheint problemlos zu funktionieren. Haben die Tiere begriffen, was auf sie zukommt, siedeln sie spontan um. Sie schaffen die Eingewöhnung und Anpassung an das neue Biotop schneller als bisher erforscht. Das Blässhuhn auf dem Foto machte nicht in Hemmoor Halt, sondern zog weiter nördlich, um ruhigere Tage zu erleben. Dem Tier ist es umgehend gelungen, sich den klimatischen und landschaftlichen Gegebenheiten anzupassen. Es sagte sich, so wie das Schneehuhn zu dieser Jahreszeit aussieht, muss ich auch aussehen. Flotten Schrittes erkundet es nun sein neues Biotop.
Was dem Blässhuhn gelang, werden Rohrdommel, Blaukehlchen, Bartmeise und die anderen Tierarten doch wohl auch schaffen.
Das hoffe ich als Naturfreund und Fotograf von ganzem Herzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Großmann
Südstraße 1A,
26452 Sande


Anm d. Red.: Das Ritual, Eingriffe in die Natur auf weit entfernten ländlichen Flächen zu „kompensieren“, ist nicht nur aus Naturschutzsicht bedenklich: Selbst wenn die genannten Vögel dorthin „umziehen“ (bzw. sich dort ein neuer Bestand ansiedelt), so ist die flächendeckende Vernetzung von Lebensräumen nicht mehr gewährleistet: hier Industrie, dort ökologische Inseln. Doch mittlerweile läuft auch die Landwirtschaft Sturm, die die Ersatzflächen bereitstellen soll. Herr Großmann wies uns ergänzend auf eine Meldung hin, wonach die Landwirtschaft im Kreis Cuxhaven sich durch den „Wildwuchs“ bei Naturausgleichsmaßnahmen bedroht sieht. „Die unkoordinierte Suche privater Investoren treibe die Preise für landwirtschaftliche Flächen in die Höhe“ und „bedrohten zudem die Existenz von Bauernhöfen und Arbeitsplätzen“.

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