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Mrz 232010
 

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Es gibt so vieles, über das wir gerne noch berichten würden, aber meist fehlt es am Platz, manchmal auch an der Zeit. Hier gibt es die Meldungen, die der Nachwelt erhalten bleiben müssen.

Wilhelmshaven schrumpft
fleißig weiter. Laut Stadtistik blitz 2/2010 lag die Einwohnerzahl Wilhelmshavens im Januar 2010 erstmals unter 80.000 (Einwohner mit Hauptwohnung). Wenn hier immer weniger Menschen wohnen, dann sollte man doch auch gefälligst die Fußgängerzone verkleinern. Anfangen will man mit der Grenzstraße zwischen Peter- und Börsenstraße. Dieser Bereich soll nun wieder als Einbahnstraße eingerichtet werden. Toll! Dann können die Autofahrer an den hübschen Geschäften vorbeicruisen und sich den einen oder anderen Leerstand ansehen. Die SPD (Bauausschussvorsitzender Norbert Schmidt) sieht die Wiederöffnung der Grenzstraße als „Startschuss“ für die Rettung der Innenstadt.
Da kann Stadtbaurat Kottek noch einen draufsetzen: Er möchte zur Belebung der Marktstraße vor Hertie Buden aufstellen, um Publikum in diesen Bereich zu locken. Gebrannte Mandeln, afrikanische Schnitzereien, Ledergürtel, Berliner, Fischbrötchen – oder vielleicht auch einen Dauerflohmarkt. Gute Leute muss man haben!

Am deutschen Wesen …
Die Einlassungen des Vereins für Deutsche Sprache lassen mir schon seit Jahren  unerklärliche Schauer über den Rücken laufen. Am 10. März fand ich endlich die Erklärung dafür. Detlev Fricke vom o.a. Verein zog in einem Leserbrief vom Leder und erklärte, warum es so schlecht um die deutsche Sprache bestellt ist.
Heute gehört uns Deutschland... „Vor dem ersten Weltkrieg war Deutsch, auch aufgrund des damaligen Wirtschaftswunders hierzulande, Weltsprache. Bereits nach dem verlorenen ersten Weltkrieg versuchten die Siegermächte diesen Rang der deutschen Sprache auszuhebeln.“ …und morgen die ganze Welt! Das wiederholte sich dann in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, jetzt massiv. Alles war Ausfluss der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Man neidete uns den Wiederaufstieg. (…) Erst durch die ständigen Interventionen unserer Weltmarktkonkurrenten USA, Frankreich und Großbritannien verlor es ständig an Ansehen.“

Spezialdemokraten
Helmut Stumm, vor einem Jahr gewählter SPD-Kreisverbands-Vorsitzender, will nicht wieder zur Wahl antreten. Seine Niederlage zeichnete sich von dem Moment an ab, als klar war, dass die Genossinnen und Genossen, die ihn gewählt hatten, ihm politisch nicht folgen wollten. Die Wahl Stumms war nur organisiert worden, um den von der Parteilinken unterstützten Volker Block zu verhindern. Nachdem im September 2009 16 aktive Parteimitglieder der SPD den Rücken kehrten, wurde die Partei völlig handlungsunfähig – und ist es bis heute geblieben.
Und nun geht es wieder darum, sich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen, um an die Tröge (sprich Mandate) zu kommen. Hier spielt sich der SPD-Opa Siegfried Neumann momentan in den Vordergrund. Neumann gehörte früher dem Ortsverein Siebethsburg an, wechselte dann nach Fedderwardergroden. Nun zeichnet sich ab, dass er in F’groden nichts mehr werden kann. Naheliegend wäre, wenn er nun in den Ortsverein ginge, in dem er auch wohnt – also nach Neuengroden/Villenviertel/Tonndeich. Doch auch hier sitzen die prominenten Genossen fest im Sattel – da hätte Neumann keine Chance. Darum sucht er seine politische Heimat im Ortsverein West; hat hier doch der Austritt von Ober-Bloibaum die gewünschte Lücke gerissen – und den ungeliebten Karlheinz Föhlinger wird man doch wohl auch noch loswerden.

Ausgeburgert
Dass McDonalds sich aus der Innenstadt zurückzieht, ist nicht neu. Kulinarisch kein Verlust, höchst bedauerlich für die Beschäftigten, die nicht in eine andere Filiale übernommen werden. Aber jetzt, wo es konkret wird, möchten wir einmal daran erinnern, dass in den 1980er Jahren Wilhelmshavens älteste Gaststätte, der „Elsässer Hof“, abgerissen wurde, damit die Ketten-Bulettenbraterei sich dort im eigenen Outfit breit machen konnte. (Der Elsässer Hof hätte im April dieses Jahres 140-jähriges Bestehen feiern können. McDoof hat es man gerade auf 30 Jahre gebracht.) So wie auch Lidl, Aldi, Schlecker und Co. sich stets mit ihrer faszinierend ästhetikfreien Architektur durchsetzen, ohne dass sie jemand auf Baukörperverletzung verklagt. Andernorts (z. B. Hamburg – sic!) entdeckt man aber schon mal das weithin leuchtende „M“ an historischen Fassaden. Vielleicht kann der verschwundene Elsässer Hof jetzt als Mahnmal dafür dienen, dass man vor Investoren nicht pauschal einen kompromisslosen Kniefall machen muss – wenn es hart auf hart kommt, kennen sie ja offensichtlich auch keine Freunde mehr.

Pfusch am Bau
Die haben momentan aber auch wirklich schlechte Karten – die JadeWeserPort-Bauer. Nun ist ihnen auch noch die Lärmschutzwand (3,5 Kilometer lang und 4 Meter hoch), die die Fauna des Voslapper Grodens vor dem lärmenden Bahnverkehr schützen soll, zu großen Teilen eingestürzt. Ob denn die Firma Bilfinger, die die U-Bahn in Köln und zusammen mit der Firma Bunte (!) die löchrige Asphaltdecke der A1 zu verantworten hat, auch beim Bau von Lärmschutzwällen aktiv ist?

b_ahoi

 

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