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Mrz 232010
 

Den Letzten beißen die Hunde

Dem Medienrauschen sind in den jüngsten Wochen höchst unterschiedliche Tonlagen zum Zustand der maritimen Wirtschaft zu entnehmen:

  •       Containerumschlag – Südkorea erreicht Vor-Krisen-Niveau
  •       Der deutsche Seegüterumschlag wächst 2010 voraussichtlich um 4,7 Prozent
  •       Containerschifffahrt erholt sich nur langsam.
  •       Containerschifffahrt – Auflieger-Quote unter zehn Prozent
  •       Hamburg will den Container-Terminal „Tollerort“ stilllegen.

Diese unübersichtliche Gefechtslage trägt natürlich nicht dazu bei, der endlosen Verlängerung des Forderungskatalogs der Lobbynetzwerker auf Lohnverzicht und Subventionen einen  Riegel vorzuschieben:

  • Von mehr als 1.000 Beschäftigten der ‚Hamburger Hafen und Logistik AG’ (HHLA) wird ein Lohnverzicht von durchschnittlich 300 € (maximal bis zu 600) pro Monat verlangt, um ihre Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Und dies, obwohl die HHLA im vergangenen Jahr trotz Wirtschaftskrise noch 176 Millionen Euro Gewinn erzielt hat. 2008 waren es 358 Millionen Euro.

Die Kollegen protestieren daher mit Bummelstreik.

  • Kaum hatte man eine 10%ige Minderung der Lotsabgaben durchgesetzt, zogen die deutschen Seehafenbetriebe mit der Forderung nach ermäßigten Stromsteuern für energieintensive Hafenarbeiten nach. Als nächsten Pfeil haben sie die Verringerung der Eisenbahn-Trassenentgelte im Köcher.
  • Der VDR fordert Hilfen für Schiffseigner.
  • Die Küstenländer pochen weiter auf Staatshilfen für die von der Finanzkrise betroffene Schifffahrts-Branche.

Diesem Lobbyisten-Orchester fühlt sich natürlich auch die ‚Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V.’ (WHV) verbunden. Als Mitglied der ‚Niedersächsischen Hafenvertretung e.V.’ (NHV) kann sie ihre Forderungen an die ‚Seaports of Niedersachsen GmbH’ (NPorts) durchreichen, da die NHV Mitgesellschafter bei NPorts ist. Dort sitzt im vertretungsberechtigten Aufsichtsrat auch der ehemalige WHV-Präsident John  H. Niemann, um „eine gemeinsame und einheitliche Kommunikation in der Lobbyarbeit bei den in Frage kommenden politischen Gremien“ sicherzustellen.
Die Letzten in der Wertschöpfungskette müssen selbst sehen, wo sie bleiben. (jm)

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