Imke

Sep. 172015
 

Wilhelmshaven sagt Moin

Wilhelmshaven sagt Moin

Eine Initiative von engagierten Bürgern aus Wilhelmshaven wird am 27. September von 12 – 18 Uhr am Pumpwerk ein erstes Willkommensfest für Flüchtlinge veranstalten. Um 20:30 soll am Südstrand eine Lichterkette gebildet und der im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge gedacht werden.

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Sep. 172015
 

Sind die Freistrahlanlagen endgültig vom Tisch?

Banter See, September 2015. Foto: Gegenwind

Banter See, September 2015. Foto: Gegenwind

Algenblüte erinnert an eigentlichen Handlungsbedarf

Während „GroKo“ und Verwaltungsspitze sich, ungerührt vom Bürgerprotest, weiter mit hochtrabenden Planungen am Banter See beschäftigen, bleibt das Grundproblem, nämlich der ökologische Zustand des Sees, weiterhin ungelöst. Auch jetzt im September gab es wieder eine mehrtägige Algenblüte. Aus diesem Anlass fassen wir das Dilemma einmal zusammen und erinnern wir daran, dass der bisher einzige konkret erprobte Lösungsversuch, der Einsatz von Freistrahlanlagen, nicht einfach ad acta gelegt werden sollte. Wir holen die Ergebnisse aus der Schublade.

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Sep. 162015
 

Gesagt, getan!

Soziales Netzwerk „Flüchtlingshilfe Wilhelmshaven-Friesland“ packt an

logo2.fh-whvfri.de

Seit Wochen beherrscht das Thema Flüchtlinge die öffentliche Diskussion. In den „sozialen Medien“ wie Facebook gibt es viel Solidarität mit den Betroffenen. Konstruktive Threads werden jedoch immer wieder durch rassistische, menschenverachtende Posts gestört. Kurzerhand haben einige Wilhelmshavener/innen eine Facebook-Gruppe gegründet, in der die Unterstützer sich auf ihre Hilfsprojekte konzentrieren können. Durch diese kluge Nutzung digitaler Netzwerke gelang es, binnen weniger Tage eine Sammel- und Ausgabestelle für Kleidung, Spielsachen und Weiteres einzurichten.

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Sep. 072015
 

Bunker wird zur Bühne für Geschichtsbewältigung

Zeitzeugin des Bombenkrieges: Rosmarie Bohl. Foto: Gegenwind

Zeitzeugin des Bombenkrieges: Rosmarie Bohl. Foto: Gegenwind

Ihre Puppe hatte Rosmarie Bohl immer dabei, wenn die Sirenen ertönten und sie als kleines Kind mit der Mutter zum nächsten Bunker rennen musste. Das ist gut 70 Jahre her. Geblieben sind traumatische Erinnerungen, die sie noch heute zusammenzucken lassen, wenn samstags um 12 der Probealarm durch die Stadt heult. Geblieben ist ihr auch die Puppe.

Rosmarie Bohl ist eine der ZeitzeugInnen, deren Geschichten in dem dokumentarischen Theaterstück „Fliegeralarm“ erzählt werden. Spielort ist der Bunker an der Jadeallee.

Erstmals arbeitet die Landesbühne hier mit dem freien Theater „Das Letzte Kleinod“ zusammen. Die Künstlergruppe aus Schiffdorf bei Bremerhaven ist an der Nordseeküste für dokumentarische Inszenierungen an ungewöhnlichen Spielorten bekannt. Eine unbewohnte Insel, ein Tiefkühlhaus oder eine Hafenkaje waren Schauplätze von außergewöhnlichen Theatervorstellungen, im vergangenen Jahr die Kaserne in Sengwarden. Hier ist es der Bunker an der Jadeallee. Ursprünglich als Truppen-Mannschaftsbunker für U-Boot-Besatzungen mit einer Kapazität von 750 Personen (Bezeichnung „T750“) konzipiert, fanden später mehr als 2000 Zivilisten dort Schutz in den Bombennächten des 2. Weltkriegs. Weiterlesen »

Sep. 062015
 

Never ending Alptraum

„Im Westen nichts Neues“ in eigener Fassung der Landesbühne

Soldatengräber auf dem Ehrenfriedhof, Wilhelmshaven. Foto: I. Zwoch

Soldatengräber auf dem Ehrenfriedhof, Wilhelmshaven. Foto: I. Zwoch

(iz) Mit seinem 1928/29 erschienenen Anti-Kriegs-Roman „Im Westen nichts Neues“ schuf Erich Maria Remarque einen Klassiker der Weltliteratur. Mit einfacher Sprache entfacht er ein Kopfkino, das sich nicht 1:1 für die Theaterbühne dramatisieren lässt. Es gibt bereits zahlreiche Bühnenfassungen, in denen auch mit Lärm, Nebel, Staub, Matsch und Kunstblut gearbeitet wird. Eva Lange (Regie), Lea Redlich (Dramaturgie) und Gabriela Neubauer (Bühne & Kostüme) fanden für die Inszenierung an der Landesbühne eigene Stilmittel. Sie verzichten weitgehend auf technische Effekte und setzen auf die Gewalt der Worte; die Bildsprache tritt, mit Ausnahme einiger plakativer Szenen, in den Hintergrund.

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Sep. 052015
 

Verfahren gegen Cyanobakterien erfolgreich erprobt

Algenblüte im Banter See

Grün, schaumig und stinkig ist das Wasser während der wiederkehrenden Algenblüte. Foto: Jochen Martin

Seit Jahren wird im Rathaus über Nutzungsänderungen am Banter See diskutiert – Wohnbebauung statt Freizeitgärten, Campingplatz statt Freibad Klein Wangerooge. Beim Kernproblem, der jährlichen Blaualgenblüte, ist man jedoch noch kein Stück weiter. Nach einem befristeten Einsatz von Freistrahlanlagen steht wieder die Öffnung des Grodendamms im Raum – mit unabsehbaren gewässerökologischen Folgen. In einem Offenen Brief informieren Wilhelmshavener Bürger Rat und Verwaltung über ein Verfahren zur Bekämpfung von Cyanobakterien („Blaualgen“), das in anderen Gewässern bereits erfolgreich zur Anwendung kam.

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Aug. 152015
 

Offener Brief, August 2015

 

Liebe Mitglieder des Vereins zum Erhalt der Südzentrale,

liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wilhelmshaven,

liebe Unterstützer in ganz Deutschland und darüber hinaus,

Grafik: NordwestREPRO

Grafik: NordwestREPRO

am 5. August 2015, wenige Stunden nach Erteilung der endgültigen Abrissgenehmigung, wurde die charakteristische Hauptfassade der Südzentrale unwiederbringlich zerstört. Die Bedeutung dieser symbolischen Geste muss man kaum erläutern. Erst im Anschluss begann der systematische Abriss von den Nebengebäuden bis zum Dach und den Seitenwänden der zentralen Maschinenhalle, die am 11. August endgültig zerstört wurde.

Wohl kein Gebäude hat Wilhelmshaven über seinen Tod hinaus so bewegt wie die Südzentrale. Seit dem 5.8.15 sind jahrelang geführte Diskussionen noch einmal kumuliert. Wieso konnte der Verein trotz aller Bemühungen das Gebäude nicht retten? Wieso wurde nicht schon vor 20 Jahren ein solcher Verein gegründet, sondern erst, als es (scheinbar) schon zu spät war?

Wir erhalten vor allem Anteilnahme und Danksagungen für unser unermüdliches Engagement, aber auch Vorwürfe. So sehr es uns ehrt, dass wir als oberste Instanz zur Rettung der Südzentrale wahrgenommen werden: Die einzige Instanz, die jemals zum Erhalt des Gebäudes verpflichtet war und alle rechtlichen Instrumente dafür in der Hand hatte, ist die Stadt Wilhelmshaven als zuständige Denkmalbehörde. Weiterlesen »

Aug. 132015
 

Foto: Gegenwind

Foto: Gegenwind

(red) Zwei Tage nach dem Abriss der Maschinenhalle der Südzentrale trafen sich heute Vorstand und Mitglieder des Vereins zum Erhalt der Südzentrale zu einer Trauerandacht. Trotz Urlaubszeit und sehr kurzfristiger Verabredung fanden sich etwa 100 Menschen am Kai gegenüber dem jetzigen Trümmergrundstück ein.

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Aug. 052015
 

Der Südzentrale das Gesicht genommen

Südzentrale, zerstörte Hauptfassade

Ein einmaliges Industriedenkmal ist für immer verloren. Foto: Imke Zwoch

(iz) Heute Nachmittag hat ein Abrissbagger die charakteristische Fassade der Südzentrale zerstört. Technisch ergibt diese Vorgehensweise für den geplanten Gesamtabriss keinen Sinn. Hier ging es wohl eher um Symbolik.

Bis zuletzt hatte der Verein zum Erhalt der Südzentrale auf allen Ebenen für den Erhalt gekämpft. Bei der Stadt lief man gegen die Wand, also wurden Gespräche mit Landes- und auch Bundestagsabgeordneten geführt sowie mit den zuständigen Fachministerien des Landes Niedersachsen. So gab es konkrete Überlegungen, in der Südzentrale das Trilaterale Weltnaturerbe Wattenmeer Kompetenzzentrum zu installieren, das auf Beschluss der zurückliegenden Wattenmeer-Ministerkonferenz eingerichtet werden soll. Damit hätte man sehr solide Ankermieter und weitere Fördertöpfe gehabt, um die Kosten für Sanierung, Um- und Ausbau des historischen Gebäudekomplexes zu decken.

Eine Bankrott-Erklärung der Politik in Wilhelmshaven …

… schrieb ein Unterstützer des Vereins, als das Drama heute bekannt wurde. Eigentümer und Stadtverwaltung und -politik sind bis heute die Antwort schuldig, was denn nach dem Abriss auf dem geräumten Gelände Tolles entstehen bzw. passieren soll. Wer sich so eine Chance entgehen lässt wie das Kompetenzzentrum (oder andere vom Verein in Zusammenarbeit mit einem Fachbüro erarbeitete Nutzungs- und Finanzierungsmöglichkeiten), der muss ja wirklich ein Knallerprojekt in der Schublade haben.

Die Abrissgenehmigung nach Denkmalsschutzgesetz lag den Eigentümern schon lange vor. Unter der Hand sickerte durch, dass seit einiger Zeit auch der dazu gehörige Abrissplan bei der Stadt vorlag. Im Winter kamen dann die Fledermäuse in die Quere: Drei verschiedene streng geschützte Arten wurden dort im Winterschlaf entdeckt. Nicht nur diese Tierarten, auch ihre Quartiere sind streng geschützt. Die Eigentümer ließen sich Zeit mit dem erforderlichen Gutachten, das darlegen muss, ob und wie sich denn Ersatzquartiere schaffen lassen.

Durch die Fenster der Westfassade blickt man jetzt ins Leere. Foto: Imke Zwoch

Durch die Fenster der Westfassade blickt man jetzt ins Leere. Foto: Imke Zwoch

In die Quere kam auch ein statisches Gutachten, das der Südzentrale außerordentliche Standfestigkeit bescheinigte. Die Eigentümer hatten sich seit letztem Sommer ordentlich Mühe gegeben, die Standfestigkeit und damit Verkehrssicherheit zu beeinträchtigen, indem sie an verschiedenen Ecken einen Teilabriss von Nebengebäuden vornahmen. Da wackelte natürlich an vielen Stellen das Mauerwerk, aber die Grundsubstanz in Form des Stahlfachwerks konnte das nicht erschüttern, so das Ergebnis des im November präsentierten Gutachtens.

Damit war eigentlich auch die Abrissgenehmigung hinfällig, denn die gilt nur, wenn der Erhalt eines Denkmals dem Eigentümer wirtschaftlich nicht zuzumuten ist. Zudem lag auch ein vom Verein finanziertes Gutachten eines unabhängigen Fachbüros vor, das verschiedene Wege einer wirtschaftlich tragbaren Nutzung aufzeigte. All das wurde von der Stadt als zuständige Untere Denkmalbehörde ausgesessen.

Kurzfristig hieß es nun, die Verkehrssicherheit sei nicht mehr gegeben und das sei ein höheres Gut als der Naturschutz. Heute Morgen gab es grünes Licht von der Stadt, und ruckzuck war die Abrissbirne da.

Direkt neben der Südzentrale war bereits 1904 die „Kaiser-Wilhelm-Brücke“ errichtet worden … Südzentrale und Brücke haben in ihrer symbolischen Bedeutung, die ihresgleichen sucht, geradezu das Zeug zum Weltkulturerbe. Nur der Reichstag in Berlin steht ähnlich symbolisch für die deutsche Geschichte.

Nils Aschenbeck, Fachjournalist für Architektur und Denkmalschutz, ausgezeichnet mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz (Journalistenpreis)

 

 

 

 

 

Juli 132015
 

Äähm …?

warnschild_banter_sielAus „So las man in der WZ … am 13. Juli 1990: Die blaue Europaflagge weht seit gestern am Südstrand, der dieses Umweltsiegel für Freizeit und Urlaub von der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung erhielt. Stolz und Verpflichtung zugleich verbinden sich mit der in der vergangenen Woche in Hamburg verliehenen Auszeichnung. Bei den Kriterien für die Verleihung der Europaflagge entscheiden neben der Wasserqualität auch Fragen der Einleitung von Abwässern, Sorgsamkeit und schnelles Handeln der Kommune mit Blick auf eventuelle Strandverschmutzungen.

Vermutlich gab es vor der damaligen Messung länger kein Starkregenereignis.


Was es so alles gibt!

Zum ersten Mal war Jürgen Mangels Labskaus-Beauftragter der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit. Er habe in der Nacht unruhig geschlafen. Und als er wach geworden sei, habe es geregnet, berichtete er. Beim Aufstehen am Morgen seien aber alle Sorgen verflogen. Dass ihm am Ende sogar der Labskaus-Orden um den Hals gehängt wurde, war jedoch keine Würdigung seiner Arbeit. Mangels hielt vielmehr den Kopf hin für den eigentlichen Preisträger. (WZ 20.7.2015)


 

 

 

Juli 102015
 

Konfetti statt Labskaus, die Zweite

Die Suedbar im Alten Schlachthof wird den Wilhelmshavener Sommer verzaubern

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(iz) Nach dem wundervollen Auftakt im letzten Sommer im ehemaligen Möbelhaus Adena geht die Suedbar jetzt im Alten Schlachthof an der Luisenstraße an den Start. Vom 18. Juli bis zum 22. August gibt es an jedem Wochenende ein ungewöhnliches, handgemachtes Kulturprogramm.

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Juli 082015
 

Wir trauern um Anja Kindo

anjaAm 6. Juli 2015 starb Anja Kindo im Alter von nur 49 Jahren.

Anja war uns, dem Gegenwind, immer sehr eng verbunden.

Ihr politisches Engagement galt den Menschen, die keine soziale Gerechtigkeit erfahren, die von Teilhabe und Mitbestimmung abgehängt sind.

Im Folgenden zitieren wir einen Absatz aus Anjas Bewerbungsschreiben für einen Platz auf der Liste Der Linken für die Bundestagswahl 2009:

Die herrschende Politik versklavt und entrechtet einen großen Teil der in unserem Land lebenden Menschen. Unsicherheit, Frust und Verzweiflung lassen diese nur noch weit gebückt durch das Leben gehen. Demokratie aber braucht den aufrechten Bürger. Auswirkungen der neoliberalen Politik begegnen mir ständig. Wenn ich sie nicht am eigenen Leib erfahre, so erlebe ich sie dann doch immer in allernächster Nähe bei den Menschen in der Nachbarschaft oder im Bekannten- und Verwandtenkreis. Diesen Wahnsinn zu beenden wird unsere Aufgabe, also eine Aufgabe der Partei Die Linke. sein. Die Bundestagswahl in diesem Jahr wird Zeichen setzen, Zeichen setzen, wenn es um den Fortbestand und somit um die Zukunft der Demokratie und Mitbestimmung in unserem Land geht. Deshalb ist es wichtig, dass wir in diesem Land eine Politik bekommen, die allen Menschen hier im Land gerecht wird, und für genau diesen Politikwechsel werde ich mich mit aller Kraft einsetzen. Ich werde ich mich einsetzen für eine Politik, die eine Politik der sozialen Gerechtigkeit ist. Ich werde mich einsetzen für eine Politik, die eine Anti-Kriegs-Politik ist. Und ich werde mich einsetzen für eine Politik, die eine moderne sozialistische Bürgerrechtspolitik ist. Mehr Demokratie bedeutet für mich eine bessere Gesellschaft. 

Das waren Anjas Grundsätze, auch als sie Ende August 2013 „ihre“ Partei verließ, weil sie den Eindruck gewonnen hatte, dass mit der Linken politisch nichts zu bewegen sei. „Es gibt dort zu viele Kräfte die aneinander zerren, zu viele Richtungen, über die man sich nicht einig ist. Das ist nicht das, was ich mir vorgestellt habe“, erklärte Anja ihren überraschenden Austritt.

Anja blieb natürlich weiterhin aktiv – erst zusammen mit den Grünen und bis zum Schluss bildete sie mit der parteilosen Anne Krüger eine Gruppe im Schortenser Stadtrat.

Zuvor, von 2006 bis 2011, war sie Mitglied im Kreistag des Landkreises Friesland.

Viele von uns werden sich an die Fahrten in die Bundeshauptstadt erinnern, die Anja organisiert hatte – durch Anja lernten wir nicht nur die Bundestagsabgeordneten kennen, wir bekamen Einblicke in die Riesenmaschinerie Bundestag und Bundesregierung. Anja war es, die bei den Gesprächen mit Abgeordneten, mit Ministern oder Ministerialbeamten immer wieder nachfragte und diese oftmals zur Verzweiflung brachte. Durch Anja lernten wir aber auch das Berlin abseits vom Touristenrummel kennen. Ich erinnere mich an Begegnungen mit MigrantInnen, die uns durch ihr Kreuzberg führten, an wunderschöne Kabarettabende, an Besuche in Kleinsttheatern, wo man gerade eine Busladung reinpasste. – Das alles ist für immer mit dem Namen Anja Kindo verbunden.

Wir sind traurig, dass wir jetzt schon von Anja Abschied nehmen müssen.

Die Trauerandacht findet am Dienstag, dem 14. Juli 2015, um 11.30 Uhr in der Friedhofskapelle Schortens, Plaggestraße, statt; anschließend Beisetzung.


 

 Posted by at 16:08
Juni 162015
 

Debring will's wissen

Für die Ratsitzung am 17. Juni 2015 hat SPD-Ratsherr Debring dem OB einen interessanten Fragenkatalog vorgelegt.

Schild "Klinikum Wilhelmshaven"

Foto: iz/Gegenwind

Zur Erinnerung: Debring hatte im Februar seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender des Reinhard-Nieter-Krankenhauses (zu diesem Zeitpunkt umbenannt in Klinikum Wilhelmshaven) niedergelegt. In einem Schreiben an die Aufsichtsmitglieder erhob er schwerwiegende Vorwürfe gegen den Geschäftsführer der Klinik, Reinhold Keil. Irritiert zeigte sich Debring durch Pläne zur Einrichtung eines Zentrums für Tumorbiologie und die Ausschreibung für dessen Geschäftsführung, die ihm willkürlich auf Keils Lebensgefährtin zugeschnitten schien. Des weiteren kritisierte Debring, dass der hoch bezahlte Geschäftsführer nur drei Tage die Woche anwesend war („Di-Mi-Do-Geschäftsführer“). Freitags reiste Keil bereits zur Lebensgefährtin nach Freiburg, Montag war jeweils Rückreisetag nach WHV. Zudem habe Keil den Aufsichtsrat bezüglich seiner arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung mit seinem vorigen Arbeitgeber belogen. Insgesamt sei der Aufsichtsrat, der ja genau zur Kontrolle der Geschäftsführung eingesetzt ist, ausgehebelt worden.

Bei gemeinsamen Auftritten von OB Wagner und Keil hat man stets das Gefühl: Da passt kein Blatt Papier dazwischen. Mittlerweile ist Debring wohl einiges zu Ohren gekommen, das er nun ganz offiziell geklärt haben möchte.

Darüber hinaus gibt es bei der Ratssitzung weitere Anfragen, die Kurzweil versprechen. So zu dem Faltblatt über den städtischen Haushalt (Anfrage UWG), das unlängst in allen Briefkästen landete, mit einem Geruch zwischen Rechtfertigung und vorgezogenem Wahlkampf, und Inhalten, die sonst ebenso wirksam, aber kostenneutral über die Medien verbreitet werden. Oder zu langfristigen Projekten, die mit viel Trara angeschoben wurden, aber jetzt irgendwo hängen (Wohnbebauung Emsstraße und Wiesbadenbrücke – Anfrage Debring; Durchbau Straße am Handelshafen – Anfrage von Teichman, FDP; und weitere).

Wer nichts Besseres zu tun hat, ist also herzlich auf die Zuschauertribüne eingeladen. Der Eintritt ist wie immer frei.

Die Tagesordnung nebst Anlagen ist im Ratsinformationssystem einsehbar.

 

Antrag Nr. 523/2015
Antragsteller: Ratsherr Debring (SPD-Fraktion)
Wilhelmshaven, 10.06.2015

Anfrage Ratsherr Debring (SPD) zum Thema „Verhalten von Oberbürgermeister Wagner in Bezug auf den Aufsichtsrat der Reinhard-Nieter-Krankenhaus Städtische Kliniken gGmbH“

Rat 17.06.2015
1. Trifft es zu, dass OB Wagner hinter dem Rücken des seinerzeitigen Aufsichtsratsvorsitzenden des RNK versucht hat, die Beschlussunfähigkeit der ordnungsgemäß angesetzten AR-Sitzung vom 26.08.2014 herbeizuführen, indem er Ratsmitglieder, insbesondere Angehörige der CDU, aufgefordert hat, der AR-Sitzung fernzubleiben?
2. Trifft es zu, dass er in einem Telefonat vom 25.08.15 der Ratsfrau Glaser, die überlegte, ob sie trotz seiner Aufforderung zur Sitzung gehen solle, vorgeworfen hat, sie würde „umfallen“?
3. Trifft es zu, dass im Falle einer Beschlussunfähigkeit das RNK einen Schaden von mehreren 100 € gehabt hätte, da gleichwohl die anwesenden Räte hätten bezahlt werden müssen?
4. Trifft es zu, dass OB Wagner etwa um den 21.08.2014 außerhalb von jedweden Geschäfts- und Amtsräumen in privater Umgebung und unter Umgehung der Geschäftsführerin Aulkemeyer Gespräche mit den Krankenhausangehörigen Bepler und Schnitger führte über Gehaltserhöhungen zwischen 10- und 20.000 €? Ist es richtig, dass diese Gespräche in einer Umgebung geführt wurden, in der nicht auszuschließen war, dass unbefugte Dritte den Inhalt dieser Ausführungen zur Kenntnis hätten nehmen können? Ist es richtig, dass die Führung derartiger Verhandlungen gesetz- und satzungswidrig waren, weil sie allein der Geschäftsführung des RNK obliegen?
5. Trifft es zu, dass OB Wagner in der Sitzung des Aufsichtsrates RNK im März 2015 versucht hat, die Stellung eines Strafantrages gegen den früheren Vorsitzenden Debring beschließen zu lassen, und erst durch den Rechtsanwalt Dr. Endemann sich von der Unsinnigkeit dieses Vorhabens hat überzeugen lassen?
6. Trifft es zu, dass OB Wagner in der gleichen Sitzung sich in ehrabschneidender Weise über den – selbstverständlich abwesenden – Ratsherrn Debring geäußert hat und ihm wahrheitswidrig eine ungute Nähe zum Alkohol unterstellt hat?

 

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