Mrz 212019
 

Stadtpark"verschönerung" braucht echte Bürgerbeteiligung

Mit großer Sorge lasen mein Mann und ich von der bevorstehenden  Veränderung unseres Rüstringer Stadtparks. Es wird von Verjüngung und Verschönerung, von Sichtschneisen, neuen Wegen etc. geschrieben. Man will sich an die ursprünglichen Pläne des Parks halten und deshalb die Pappeln durch Säulenbäume ersetzen. Da Herr Pallaske von außerhalb kommt, kann er auch nicht wissen, dass in der Zeit vor diesen Pappeln auch Pappeln  an der Straße zum Ehrenfriedhof standen. Rechts der Straße standen Fliederbüsche bis zum Eingang des Friedhofs. Hinter dem Flieder gab es einen schmalen Pfad, der von Reitern benutzt werden durfte.

Da ich quasi als Neuengrodenerin im Park aufgewachsen bin – wir spielten noch draußen  –  kann ich mich  gut erinnern, wie die vorherigen Pappeln  gefällt und dazwischen die jetzigen angepflanzt wurden.  Ich verstehe auch nicht, warum der wasserreinigende Schilfgürtel um den Parkteich entfernt wurde, in dem sich  Wasservögel mit ihren Jungen  verstecken konnten. Es liegt kein Ast mehr im Wasser, keine Weidenzweige reichen ins Wasser,  an dem die Teichhühnchen ihr Nest befestigen könnten. Der Eisvogel hat kaum noch einen Ansitz, weil das entsprechende Strauchwerk jedesmal wieder entfernt wird. Nun braucht man 5,5 Millionen Euro, um das Gewässer zu sanieren. Der Schilfgürtel hätte es günstiger gemacht.

Die alten Linden am Kanal entlang duften im Frühling herrlich und ziehen unzählige Insekten an ( jedenfalls einen  Teil  der  restlichen 20%, die der Mensch noch nicht vernichtet hat). Es dauert Jahrzehnte, bis die Neuanpflanzungen den biologischen Nutzen der alten Bäume ersetzen.

Wir Kinder freuten uns immer, wenn wir einen Hirschhornkäfer im Park fanden. Der Parkwächter  aber bestand darauf, dass wir den Käfer wieder  zurücksetzten.

Gerade im Hinblick auf die Klimaveränderungen, deren Folgen wir in den letzten Jahren durch Stürme mit umstürzenden Bäumen, Hitze, Feuer, Anstieg des Wasserspiegels, Dauerregen, Insekten- und Vogelsterben, Luftverpestung hautnah erleben mußten und in Zukunft erleben werden, ist es  notwendig, um jeden Baum zu kämpfen. Gerade die alten Bäume bieten nicht nur Nahrung für die Vogelwelt, sondern verbessern auch  unsere Atemluft, schlucken Lärm, halten das Erdreich fest, spenden Sauerstoff etc.

Umso entsetzter und enttäuschter waren wir – und viele Parkbenutzer –, als auf Veranlassung von Frau Dr. Heider und Herrn Pallaske 33 überwiegend gesunde, von den Kleingärtnern angepflanzte  Bäume auf dem Parkplatz gegenüber dem Botanischen  Garten gefällt wurden. Bisher wurde der versprochene Ersatz noch nicht nachgepflanzt (Fotos der Rodung sind vorhanden).

Hoffentlich wird die „Verschönerung“ unseres Parks nicht ähnlich aussehen, wie der Parkplatz nach den Rodungsarbeiten.

Viele Bürger können wegen des zu kurzfristig angesetzten Termins zur sog. „Bürgerbeteiligung“ nicht kommen. Diese sog. Bürgerbeteiligung soll schnell „eingearbeitet“ werden, um an das Fördergeld zu kommen, las man in der WZ. Man hat den Verdacht, dass eine Bürgerbeteiligung nur störend ist und sowieso nicht ernst genommen wird. Daher erwarte ich einen neuen Termin, damit Bürger genügend Zeit haben, sich darauf vorzubereiten.

Afra Cassens-Mews
Neuengrodener Weg 30
26386 Wilhelmshaven

Jun 142017
 

Wilhelmshaven: (K)ein Platz für wilde Tiere?

BUND-Kreisgruppe bemängelt den fahrlässigen Umgang mit städtischen Naturschätzen – „Natur als Chance wahrnehmen und nicht als Bedrohung“

Kiebitzpaar. Foto: Gegenwind

Vor dem Bagger konnte der Kiebitzpapa seine Küken nicht beschützen. Foto: Gegenwind

Flussseeschwalben, Steinwälzer, Zwergtaucher, Seehunde, Schweinswale: So manche Kommune könnte neidisch sein auf diese und weitere Naturschätze, die rund ums Jahr im maritimen Herzen unserer Stadt präsent sind und Einheimischen ein großes Stück Lebensqualität und ihren Gästen einmalige Urlaubserlebnisse vermitteln.

In diesem Frühjahr bahnte sich am Handelshafen eine kleine Sensation an: Gleich zwei Kiebitzpaare hatten sich das brachliegende Gelände des ehemaligen Schlachthofes als Kinderstube ausgesucht. Ein ideales Bruthabitat mit flachen Tümpeln und niedrigem Bewuchs, wie es diese scheuen Wiesenbrüter in der freien Landschaft immer seltener finden. Ein naturliebender Anwohner nahm die werdenden Vogeleltern unter seine Fittiche, die Naturschutzbehörde setzte den Eigentümer in Kenntnis mit der Auflage, vor Ende der Brutzeit dort keine Bautätigkeiten vorzunehmen, was dieser laut Aussage in einem Zeitungsbericht sowieso nicht beabsichtigte. Weiterlesen »

Mrz 022015
 

Klimaschutz und Biologische Vielfalt unter einem Dach: Vortrag am 10. März

Mauersegler im Nest. Foto: Klaus Roggel / BUND

Mauersegler im Nest. Foto: Klaus Roggel / BUND

Bei der energetischen Sanierung von Gebäuden besteht die Gefahr, dass Nester und Quartiere geschützter Tierarten zerstört werden. Wie sich Klimaschutz und Naturschutz bei solchen baulichen Vorhaben durch einfache Mittel miteinander vereinbaren lassen, ist Thema eines Vortrags, zu dem die BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven einlädt.

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Jan 122015
 

Fledermäuse nutzen das gefährdete Industriedenkmal als Winterquartier

Bis Mitte April sind weitere Abbrucharbeiten untersagt

Feuchte Gemäuer sind bevorzugte Winterquartiere vieler Fledermäuse. Foto: Imke Zwoch

Feuchte Gemäuer wie Keller, Gewölbe oder Bunker sind bevorzugte Winterquartiere vieler Fledermäuse. Foto: Imke Zwoch

(red) Ende letzten Jahres hatten die Eigentümer der Südzentrale damit begonnen, Teile des Gebäudes abzubrechen. Aus diesem Anlass wurden sie von der Naturschutzbehörde der Stadt Wilhelmshaven daran erinnert, dass im Vorfeld solcher Arbeiten überprüft werden muss, ob sich geschützte Arten im Gebäude aufhalten. Bau- bzw. Abrissunternehmer müssen mit solchen Rechtsvorschriften vertraut sein. Speziell Fledermäuse, von denen alle heimischen Arten nach deutschem und europäischem Recht streng geschützt sind, nutzen solche alten Gebäude oft als Winterquartier.

Anfang Januar machte sich Klaus Börgmann, Naturschutzbeauftragter der Stadt Wilhelmshaven, gemeinsam mit Bernd Pannbacker, dem Fledermausbeauftragten der Stadt, auf die Suche, in Absprache mit dem Abrissunternehmer und in dessen Begleitung. Die Experten fanden gleich drei verschiedene Fledermausarten: Das Große Mausohr, die Fransenfledermaus und die Wasserfledermaus. Somit steht fest: Die Südzentrale ist ein Winterquartier für Fledermäuse. Das bedeutet, dass bis zum Ende des Winterschlafes Mitte April keine Arbeiten durchgeführt werden dürfen, die durch Lärm oder Erschütterungen die Tiere stören. Darüber wurden die Eigentümer auch schriftlich informiert. Weiterlesen »

Dez 292014
 

Sterne statt Raketen, Vogelstimmen statt Böller

Böller und Feuerwerk erschrecken die Tierwelt und sind deshalb im Nationalpark streng verboten. Die Inselgemeinde Spiekeroog verbietet Feuerwerke ganzjährig auch im Ortsbereich.

Foto: Imke Zwoch

Foto: Imke Zwoch

Alle Jahre wieder kommt nach dem Weihnachtsfest die Zeit der Feuerwerkskörper. Schon Tage vor der Silvesternacht wird auch tagsüber geknallt, und im neuen Jahr werden die Reste des „Arsenals“ verballert. Des einen Spaß ist des anderen Leid. Viele Haustier-Besitzer können ein Lied davon singen. Statt auf einer Party das neue Jahr zu begrüßen, verbringen sie jede Silvesternacht zu Hause oder im Stall, um Hund oder Katze, Pferd oder Kuh vor Panikattacken zu schützen. Wildlebende Tiere müssen ohne tröstende Zuwendung auskommen. Laute Geräusche und grelle Lichtblitze lösen ihren natürlichen Fluchtinstinkt aus. Wenn sich die Knallerei allerorten über viele Tage hinzieht, mit einer zweistündigen Kumulation in der Neujahrsnacht, haben wilde Vögel und Säugetiere zeitlich und räumlich keine Chance für eine Atempause. Jetzt im Winter, wenn Nahrung und Energiereserven knapp sind, ist das besonders fatal.

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Dez 092014
 

"Smarter" Wegweiser für Entdecker-Naturen

Neue natur- und kulturkundliche Themenroute für Gäste und Einheimische

Diese Schilder kennzeichnen die Stationen der Naturschätze-Route durch Wilhelmshaven. Foto: Gegenwind

Diese Schilder kennzeichnen die Stationen der Naturschätze-Route durch Wilhelmshaven. Foto: Gegenwind

(red) Vor drei Jahren erschien das Buch „Naturschätze in Wilhelmshaven“. Der sorgfältig recherchierte, schön geschriebenene und reich bebilderte Naturführer ist schon länger vergriffen. In einem zweijährigen Folgeprojekt wurde die Themenroute in digitaler Form neu aufbereitet. Die Informationen sind vor Ort über QR-Codes mit Smartphone oder Tablet abrufbar. Damit werden neue, vor allem auch jüngere Nutzer angesprochen. Darüber hinaus stehen die Inhalte dauerhaft, stets aktuell und kostenlos zur Verfügung.

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Feb 012012
 

Banter See und kein Ende - Öffnung des Grodendamms steht wieder zur Debatte

(hk/iz) Wie erwartet nutzten etwa 300 Wilhelmshavener Bürgerinnen und Bürger die Erste Banter See Konferenz, um sich über den Sachstand der Maßnahmen zur Sanierung des Banter Sees zu informieren und eigene Vorstellungen für die Zukunft des großen Wilhelmshavener Freizeitgebietes einzubringen. Weiterlesen »

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