Gegenwind 1991
Jan. 281991
 

Munition,

Waffen und Gerät wird momentan im Wilhelmshavener Nordhafen umgeschlagen. Was genau da abläuft, war bis zur Drucklegung dieses GEGENWIND nicht zu erfahren – über das Zielgebiet gibt es dagegen keine Zweifel: Nachschub für die Golftruppen. So strudelt auch unsere Stadt Stück für Stück immer tiefer in den Konflikt.

Jan. 281991
 

Aus für Deutschland

Nach dem Rückzug Hillebrandts aus dem Weserstraße 47-Geschäft, scheint es mit der Nutzung des Kriegsschiffes Deutschland als Marinemuseum wohl auch aus zu sein. Das jedenfalls war aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen.
Somit ist der Weg frei für einen der Sache angemessenen Museumsrahmen.

Jan. 281991
 

Weitere

Lesungen und Gespräche unter dem Motto „Stoppt den Krieg am Golf“ finden auch in den nächsten Wochen von Montag bis Samstag im Theater statt. Jeweils von 17.00 bis 18.00 Uhr lesen Mitglieder des Landesbühnenensembles im unteren Foyer Texte gegen den Krieg.
Sonntags um 11.00 Uhr findet bis auf weiteres die Aktion „Matinee und Gesprächsforum – Der Krieg am Golf“, statt.

Jan. 281991
 

The kids are alright

Die politisch totgeglaubte Jugend zeigt den alten Hasen, wo es langgeht

(ca) „Warum mahnen nur wir Schüler?“ – eines der vielen treffenden Plakate der IGS-Transparentmalgruppe charakterisiert und kritisiert es doch das Verhalten beinahe der gesamten Wilhelmshavener Bevölkerung zu den in den letzten eineinhalb Wochen stattgefundenen Aktionen gegen den Krieg am Golf.

Weiterlesen »

Jan. 281991
 

Die Waffen nieder

Viertausend demonstrieren gegen den Golfkrieg

Auf der sich der Demonstration anschließenden Kundgebung verdeutlichten neben OB Menzel die SprecherInnen des DGB, der Kirchen, der Friedensbewegung und der Schulen ihre Position gegen den Krieg zur Lösung von Problemen. „Die Waffen nieder – Zurück an den Verhandlungstisch“ das war die einstimmige Aufforderung an die Alliierten und den Irak.

Weiterlesen »

Jan. 281991
 

NICHT VERGESSEN! Kommentieren ließe sich das, was im Krieg der Welt gegen den Irak geschieht bzw. nicht geschieht, über viele Seiten. Doch anstelle solch‘ fruchtloser Kommentierungen haben wir uns entschlossen, die deutschen Firmen an den Pranger zu stellen, die sich mit der Aufrüstung (nicht nur) des Iraks eine goldene Nase verdienten.

Weiterlesen »

Jan. 281991
 

Friedens-Litera-Tour

‚Dem Grauen begegnen, trotzdem spielen und gemeinsam darüber reden!‘

So lautete der Beschluß des Ensembles der Landesbühne zum ersten Wochenende im Golfkrieg. Ab Samstag 22.00 Uhr, im Anschluß an die Premiere von ‚Harold an Maude‘, hielten sie im Foyer des Stadttheaters eine 24-stündige Lesung von Texten gegen den Krieg durch. Weiterlesen »

Jan. 281991
 

gw106_grüne

Zwergenaufstand

Während in allen Industriegesellschaften Bürger erfolgreich gegen die Autoflut streiten, trommelt in Wilhelmshaven eine dubiose Lobby – offensichtlich unterstützt von Geschäftsleuten aus der City – für den Bau einer neuen Schnellstraße.

Weiterlesen »

Jan. 281991
 

Ausstellung „HERZSPRUNG“

(bis zum 24.2.)

Die Künstlerstätte des Schlosses Bleckede zeigt aus der Gemeinschaftsausstellung ihrer Stipendiaten den bildhauerischen Teil der Gesamtschau „Herzsprung“. Zu sehen sind plastische Arbeiten von zwölf Künstlern als zeitgemäße Stellungnahmen zu den Möglichkeiten ihres Mediums, das heute neben den traditionellen Werkverfahren auch Video und Rauminstallationen umschließt.

Jan. 281991
 

Metaller meet Minderleister

Am vergangenen Samstag wurde tatsächlich die Idee verwirklicht, speziell für die betroffenen MitarbeiterInnen der Olympiawerke. eine Vorstellung des Stückes von Peter Turrini (s. GW Nr. 97) zu geben. Vorgeschichte: Inszenierung ohne Tabu, Diskussionen mit dem Publikum, Theaterszenen als Beitrag zum Solidaritätsfrühschoppen für den Erhalt der Olympiawerke. Weiter so, Landesbühne! „Raus aus dem Elfenbeinturm – rein in die Politik!“

Jan. 281991
 

Spieltermine Februar 1991


HAROLD AND MAUDE
Nach dem weltberühmten Filmdrehbuch „Harold an Maude“ schrieb Colin Higgins diese unkonventionelle Liebesgeschichte zu einem Theaterstück um.
Inszenierung: G. Immelmann
Spieltermine im Stadttheater: 6. und 13.2. jew. 20.00 Uhr
OMA: 10.2. um 15.00 Uhr, Rheinstr. 91 Weiterlesen »

Jan. 281991
 

Hartmut Wiesner zeigt in der Galerie M in Kniphausen bis zum 10.3.1991 neue, 1989 und 1990 entstandene Arbeiten, die bisher noch nicht ausgestellt wurden.
Der Zyklus „La calle y el patio“ (Die Straße und der Hof), eine Reihe von 20 Arbeiten auf Papier, entstand nach einer zweimonatigen Reise nach Venezuela und reflektiert die bürgerkriegsähnlichen Unruhen in dem von korrupten Politikern heruntergewirtschafteten Land.
Ein Objekt aus Bronze und bemaltem Holz „Tapir vor Regenwald“ wurde von einer Regenwaldexkursion inspiriert, bei der Wiesner keinem dieser scheuen Einzelgänger begegnete, die für ihn das empfindliche Gleichgewicht des Regenwaldes symbolisieren.
Vervollständigt wird die Ausstellung durch neueste Arbeiten auf Leinwand, die sich einerseits mit Eindrücken der Venezuelareise auseinandersetzen, andererseits Wiesners starke Verbundenheit mit dem Geschehen auf der Neuen Jadewerft, seinem ehemaligen Nachbarn am Banter Deich, deutlich machen.
Eine Folge von Ölbildern mit dem Titel „Sanssouci – Ohne Sorge“ thematisiert darüber hinaus die ambivalente Atmosphäre im Berlin der Wiedervereinigungsfeierlichkeiten.

Jan. 281991
 

Erwachsene haben nie Zeit

Kindertheater in der Perspektive

(iz) Momo hat nicht das letzte Wort gesprochen. Die Zeitdiebe sind immer noch unterwegs. Die „Kindertheatergruppe 2“ der PERSPEKTIVE hat deshalb das Thema erneut aufgegriffen.

Weiterlesen »

Jan. 281991
 

Man wird sehen

Das Ende der pumpwerklosen Zeit ist in Sicht

(hk/iz) Seit über einem Jahr ist das PUMPWERK geschlossen. Seit dieser Zeit fragen sich viele Wilhelmshavener, ob das PUMPWERK nach dem Umbau noch DAS PUMPWERK sein wird. Der GEGENWIND ging dieser Frage auf den Grund.

Wir führten ein Gespräch mit drei Leuten vom Pumpwerk-Team: Stefan Leimbrinck, Jürgen Mangels und Tasso Olbertz. Weiterlesen »

Jan. 281991
 

Frauenliste

Liebe Wilhelmshavener Frauen,

habt Ihr Lust auf Frust? Möchtet Ihr Euch ‚mal wieder so richtig schön ärgern? Dann macht es so wie ich und besucht eine öffentliche Ratssitzung. Die meinige fand am 05.12.90 statt und befaßte sich mit dem städtischen Haushalt 1991.
Von der Empore aus hatte ich einen guten Ausblick auf das Theater – pardon – das Geschehen im Ratssaal. Ich stellte fest, daß die Rollen – Entschuldigung – die Ratsmandate überwiegend von Männern besetzt waren. Auch wenn uns Frauen diese Tatsache nicht neu ist, so ist es doch aufschlußreich, sich das ab und zu real vor Augen zu führen, wird doch der Ausgang des Stückes – also, wirklich! – das Abstimmungsergebnis davon nicht unerheblich beeinflußt.
Doch das eher am Rande. Was mich wirklich fassungslos machte war die Tatsache, dass einige Ratsmitglieder sich in dieser Sitzung plötzlich nicht mehr ihrem eigenen Gewissen, sondern nur noch dem Fraktionsgewissen verpflichtet fühlten. Wie sonst wäre es zu verstehen, daß sie vollmundige, im Vorfeld der Haushaltsberatungen abgegebene Versprechungen gegenüber Dritten dem Parteikalkül opferten oder gar nunmehr gegen ihre eigenen, in vorherigen Ausschüssen gestellten Anträge stimmten?
Da wurde während der Aufführung – Verzeihung! – während der Ratssitzung doch tatsächlich der Vorwurf erhoben, für die BürgerInnen wichtige Anträge die Kindergartenmisere und den Pflegenotstand betreffend, wären lediglich gestellt worden, um den Haushaltsentwurf bewußt nicht genehmigungsfähig zu gestalten. Nun weiß ich aber, daß im letzten Jahr der kühl kalkulierte, auf Genehmigungsfähigkeit durch die Bezirksregierung schielende, Haushalt zunächst von dieser abgelehnt – und erst nach einer weiteren Abspeckungsaktion von 1 Mio DM genehmigt wurde. Also – nichts genaues weiß mann nie!
Aber wie auch immer – die Wilhelmshavener BürgerInnen dürfen trotzdem hoffen; nämlich auf den Nachtragshaushalt. Der brachte uns ja auch in 1990 viel Segen. 1991 wird er dann rechtzeitig vor der Kommunalwahl als Wahlhelfer eingesetzt und vieles von dem, was jetzt als verantwortungslose Aufblähung des Etats dargestellt wurde, wird dann, wie durch ein Wunder, machbar.
Also nur Geduld ihr Eltern, die ihr einen Kindergartenplatz sucht, ihr Pflegekräfte und Patienten, die ihr unter dem Pflegenotstand zu leiden habt, und, und, und. Wie sagte doch mein Vater immer so bestimmt am Eßtisch?: „Maggi gibt es erst bei der zweiten Portion!“
Also, liebe Wilhelmshavenerinnen, geht ruhig mal hin und schaut Euch das an. Schließlich seid Ihr in diesem Jahr das Besetzungsbüro ….

Jutta Bach


Sagt NEIN!

Sagt Nein zu diesem Krieg, der weder gerecht noch heilig ist, sondern selbstgerecht und gewollt.
Es geht doch gar nicht um die Besetzung Kuwaits – ein Vorwand. Es geht auch nicht um die „Palästinenser-Frage“, und auch nur zum Teil um das Öl.
Für mich war noch nie so deutlich, daß es in allererster Linie um wirtschaftliche Interessen geht. Um wirtschaftliche Interessen der Produzenten von Rüstungsgütern – und zwar weltweit.
Die Amerikaner, Kuwaiter, Israelis, Iraker und Europäer – geschickt eingesetzte Figuren in einer lange vorbereiteten Inszenierung: und noch spielen alle mit.
Da wird der Irak über Jahre mit hochtechnisierten Rüstungsgütern beliefert, die in Bunkern des allerhöchsten westlichen Sicherheitsstandards gelagert werden – atombombensicher. Und dann wird versucht, diese mit konventionellen Waffen zu zerstören. Täglich in den ersten Kriegstagen über 2000 Fliegereinsätze – das können keine gezielten „chirurgischen Einsätze“ gegen militärische Ziele mehr sein, das sieht nach einem großflächigen „Abladen“ vorhandener Bomben und Raketen aus. Der Irak als Schrottplatz für Rüstungsgüter!? Schließlich muß, nach der Annäherung zwischen Ost und West, nach neuen Absatzmärkten gesucht werden. Weiterhin produzieren kann nur, wer auch einen Abnehmer hat. Also: räumt die Lager, schafft Platz für die „neuen Kollektionen“. Rüstungsgüter sind ein ideales Handelsgut, denn welches Produkt sonst ist hochtechnisiert, teuer und garantiert nach Gebrauch verbraucht!? Der Profit ist gesichert.
Zu dumm nur, daß auf dieser Erde noch Menschen leben! Aber die Pressezensur kann helfen, die wahren Opfer noch für ein Weilchen unbenannt und unbeziffert zu lassen.
Gut, daß es auf dieser Erde noch Menschen gibt, die zu dieser schlimmsten Form der Menschenverachtung Nein sagen können!

Meike Sudholz


Büro der FRAUENLISTE, RHEINSTRAßE 168
Sprechstunden: dienstags von 10.00-12.00 Uhr und mittwochs von 16.00-18.00 Uhr. Eine Sprechstunde mit der Ratsfrau findet am 2. Dienstag im Monat von 16.00-18.00 Uhr statt.
An jedem 1.Mittwoch laden wir um 20.00 Uhr zum klönen in gemütlicher Atmosphäre ein.

V.i.S.d.P.: Monika Schwarz, 2940 WHV

go Top