Gegenwind 1990
Apr. 161990
 

DGB-Kreis Wilhelmshaven auf neuer Demo-Route

(hk) Die Wilhelmshavener GewerkschafterInnen müssen sich in diesem Jahr von einem schon beinahe ritualisierten Ablauf des 1.Mai trennen. Nach vielen Jahren „Gewerkschaftshaus-Kurpark-Erbsensuppe“ hat der DGB nicht nur eine neue Demo-Route sondern auch ein, in vielen Bereichen an die 100jährige Geschichte des 1.Mai orientiertes, Informations- und Kulturprogramm vorgesehen. Weiterlesen »

Apr. 161990
 

Atomindustrie will Spaltmaterial über Wilhelmshaven verschiffen. Vermutlich nach Schweden.

(hk) Nachdem sie sich in Lübeck und Emden nicht mehr blicken lassen konnte ohne dabei Volksaufläufe zu provozieren, versucht die Atomindustrie ihren Fuß in die Wilhelmshavener Tür zu setzen. Eine erste Fuhre mit frischem Kernspaltmaterial aus der Brennelementefabrik in Lingen bzw. der in Hanau, kann jederzeit – vorzugsweise bei Nacht und Nebel- durch unsere Stadt geschleust werden.

Weiterlesen »

Apr. 161990
 

Same procedure as last Wahlkampf

Adam: „I’ll do my very best!“adam

(noa) Eine Partei, die aus der Opposition heraus erfolgreichen Landtagswahlkampf führen will, braucht Leute mit Ideen, kreative, möglichst vorausschauende Köpfe. Zum Beispiel einen Wilfrid Adam.

Weiterlesen »

Apr. 161990
 

Stephan Krawczyk

Die Leute laufen falsch herum

krawczyk_stephan

Krawczyk wurde 1955 in Weida/DDR geboren, mit seiner Gruppe „Liedehrlich“ bekam er 2 Minister“preise für „hervorragende künstlerische Gesamtleistung“. Nachdem er mehr und mehr aneckt, wird er 1988 in die BRD abgeschoben.
Hier gab er seit dieser Zeit mehr als 100 Konzerte – wenn er auf der Bühne steht, vergißt man rasch das Klischee vom DDR-Protestsänger. Er behandelt in seinen Liedern Probleme, mit denen jeder von uns zu tun hat.
Seine Instrumentalisierung ist ungewohnt und gekonnt. Sein Talent für Ironie und Satire ziehen in Bann. Seine Texte sind poetisch, sensibel und kraftvoll, witzig und ernst zugleich.
Während des Konzerts reizt KRAWCZYK aus, was er kann. Was er nicht kann, zeigt er nicht. Die Bühne füllt er noch immer allein: In den Händen – Gitarre oder Bandoneon; im Kopf – der Scharfsinn der zynischen Sehnsucht; im Bauch – Hunger.
Samstag, 5.Mai 1990 um 20.00 Uhr
Eine Veranstaltung der Grünen

Apr. 161990
 

Ausstellung: ALF WELSKI

Bis zum 11.Mai werden Lithographien von Alf Welski gezeigt. Themen: „Basler Fasnacht“ und „Die Stadt Krakau“
Alt Welskis überwirkliche Realität nimmt Stellung, er ergreift Partei, engagiert sich für die Schwachen und Benachteiligten unserer ver- und entsorgten Welt. Er zeigt den existentiellen unübersehbaren Zusammenhang zwischen Mensch und Natur, ihrer Zerstörung und der Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlage unmißverständlich auf. Diese Zusammenschau des Unvereinbaren: der Bedürfnisse des Lebendigen und der lebensfeindlichen Technologien wirkt gerade deshalb so unentrinnbar bedrohlich, weil sie aufzeigt, daß der heute praktizierte Versuch, beides miteinander zu versöhnen oder zu arrangieren, indem nur die eine oder die andere Seite der Lebenswelt in den Blick genommen wird, keine Aussicht auf Erfolg hat.
Galerie »M« 2940 Wilhelmshaven. Ulmenstraße 1a

Apr. 161990
 

Asbestmuseum

Mit der Deutschland als Marinemuseum wird man noch seine helle Freude haben

(hk) Mit einer tollen Idee will der „Förderverein Deutsches Marine-Museum e.V.“ unsere Stadt bereichern: Das Schulschiff a.D. „Deutschland“ soll zum Museum umgebaut werden. Großer Jubel überall. Aber: Ein verseuchtes Schiff steht unseren Freunden vom Förderverein ins Haus.

Weiterlesen »

Apr. 161990
 

Nazis immer frecher

(ub) Seit dem 5. März dieses Jahres existiert auch in Wilhelmshaven ein ANTIFA CAFE. Dem Beispiel der antifaschistischen Bewegung in Oldenburg und Bremen folgend, soll nun auch im Musikcafe „KlingKlang“ ein regelmäßiges Treffen Wilhelmshavener Antifaschisten stattfinden.

Eine ganze Reihe von Vorfällen aus jüngster Zeit unterstreichen die Notwendigkeit eines engeren Zusammenschlusses Wilhelmshavener Antifaschisten.
Besonders junge Antifaschisten waren in letzter Zeit immer wieder Zielscheibe von Überfällen rechtsradikaler Skinheads. Im Stadtnorden und hier insbesondere in F’groden und Voslapp treiben die neofaschistischen Glatzköpfe ihr Unwesen. Lehrer/innen der Nogatschule berichten, daß Skinheads ihre Mitschüler massiv einschüchtern. Weiterlesen »

Apr. 161990
 

Party zur Kommunalwahl

Gemeinsam mit dem Musikclub „KlingKlang“ veranstalten Antifa-Bündnis und Wilhelmshavener Musikerinitiative am Sonntag, den 13. Mai, die Party zur Kommunalwahl. Ab 18.00 Uhr werden einlaufende Ergebnisse von Hochrechnungen und Stimmauszählungen direkt auf Großbildleinwand übertragen.
Live im musikalischen Rahmenprogramm dabei sind auch vier „Greise“ der Wilhelmshavener Musikszene – die „Coaststars“.

Apr. 161990
 

Bürger wehren sich

Die Demonstration gegen Müllverbrennung setzte neue Maßstäbe für Wilhelmshaven

Ein ca. 500 Meter langer Lindwurm, aus dem zahlreiche mit Spruchbändern und Pappschildern versehene Stangen herausragten, wand sich am 21. April durch die Hauptverkehrsstraßen der Innenstadt.

Der Körper dieses Lindwurms setzte sich aus rund 1.100 Bürgerinnen und Bürgern zwischen 8 und 80 zusammen, die auf diese Weise ihrem Protest gegen die drohende Müllverbrennungsanlage im Norden der Stadt Ausdruck verliehen. Die Friesländer waren gar mit Sonderbussen angereist. Weiterlesen »

Apr. 161990
 

Fenster

Geld in Hülle und Fülle gibt die Stadt aus, um mit Glaskuppeln und ähnlichem die Innenstadt zu „verzieren“. Daß dabei dann kein Geld mehr für die Erhaltung der Bausubstanz öffentlicher Gebäude übrig bleibt: Wen stört’s? (Foto: BBS Weserstraße 78)

Apr. 161990
 

Beschwert

hat sich Wilhelmshavens Oberbürgermeister Eberhard Menzel (SPD) bei seinem Schortenser Amtskollegen Peter Torkler über den dortigen SPD-Ortsverein.
Menzel glaubt Grund zur Klage darüber zu haben, daß die Schortenser Genossen als Unterstützer zur Wilhelmshavener Demonstration gegen Müllverbrennung aufgerufen haben.
Das ist schon der zweite Versuch der Wilhelmshavener SPD-Führung, die Schortenser zu maßregeln. Vor einigen Wochen war es der SPD-Unterbezirksvorsitzende Peter Junklewitz, der den Schortensern riet, das Maul zu halten.
Umso erfreulicher war es dann, dass sich nicht nur die Schortenser SPD-Spitze samt Bürgermeister Torkler, sondern auch SPD-Größen aus ganz Friesland zur Demo einfanden.

Apr. 161990
 

Gestürzt

wurde der ungekrönte König von Voslapp, Rolf Rütters, von der ehemaligen Juso-Vorsitzenden Lerke Heger-Dreilich. Bei den Vorstandswahlen der Siedlergemeinschaft 3 schlug sie Rütters mit einem Abstimmungsergebnis von 36:23 um Längen.

Apr. 161990
 

ICI-SPD-Gekungel?

Überraschend für viele verbreitete der friesländische SPDler Bernd Theilen in den letzten Wochen, daß die ICI nun endgültig als Wärmeabnehmer für die Müllverbrennungsanlage nicht zur Verfügung stehe. Seitens der ICI herrschte allerdings absolutes Schweigen.
Der Landtagskandidat der Grünen, Werner Biehl, wartete dann im Anschluß an eine Veranstaltung des BUND mit einer erklärenden Information auf: Zwischen Mitgliedern der SPD-Friesland und dem ICI-Management gebe es ein Stillhalteabkommen, in dem festgelegt ist, daß die ICI die obige Behauptung bis zur Landtagswahl nicht dementieren wird.
Daß die ICI durchaus Interesse an der Energie aus der MVA hat, machte der ICI-Manager Dr. Czieslik vor einigen Monaten in einem Gespräch mit dem GEGENWIND deutlich – es sei schließlich alles eine Frage des Preises, so Czieslik in dem damaligen Gespräch.
Sollte sich die von Biehl aufgestellte Behauptung bewahrheiten – ein neuer dreckiger Sumpf würde sich für die SPD auftun.

Apr. 161990
 

Lieber Tomato als NATO

Der Bundeswehr in die Suppe spucken

(noa/rb) Wer unter unseren Lesern auch den „stern“ liest, wird sich wohl vor einigen Wochen diebisch über den Landwirt Hermann Buhr aus dem Heidedorf Ramelsloh gefreut haben. Ihm ist es nämlich gelungen, den Bau eines Munitionsdepots der Bundeswehr zu verhindern.

Weiterlesen »

go Top