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Apr 302002
 

Zur geplanten Schließung der Grundschule Coldewei

Leserbriefe:

Kinder – Hoffnung für die Zukunft
Von der geplanten Schließung unserer kleinen Schule haben die Eltern am 09.03.02 aus der WZ erfahren. Auf unsere Initiative haben daraufhin einige Gespräche mit Politikern und Mitgliedern der Verwaltung unserer Stadt stattgefunden, mit den Mitgliedern der Mehrheitsfraktion der SPD und Grünen allerdings erst am 25.04.02 !Problematisch ist dabei, dass die Schließung der Schule für Verwaltung und Mehrheitsfraktion bereits beschlossene Sache ist; uns werden Angebote für die Zeit nach der Schließung gemacht, aber auf die Argumente zur Erhaltung wird nicht eingegangen.
Bis zum Ratsbeschluss am 22.05.02 wollen wir jedoch mit guten Argumenten für die Grundschule Coldewei kämpfen:
1. die Kinder werden hervorragend betreut und zeigen sehr gute Leistungen – auch an weiterführenden Schulen
2. zwischen den unterschiedlichen Klassen besteht ein herzliches Verhältnis und gutes Sozialverhalten
3. die Schule belebt die Stadtteile Coldewei, Himmelreich und Klein Ramina und könnte auch außerhalb der Schulzeiten für Stadtteilaktivitäten zur Verfügung stehen.
Der relativ kurze und vor allem sichere Schulweg ist für Eltern und Kinder wichtig, soll aber in der Argumentation nicht im Vordergrund stehen.
Die sinkenden Schülerzahlen streiten wir nicht ab, aber die Altersstruktur der Stadtviertel ändert sich, junge Familien erben oder kaufen die alten Häuser, für das nahegelegene neue Baugebiet an der Salza-/Plauenstraße stellt die Stadtverwaltung jeweils 4 Kinder für die Grundschuljahrgänge in Aussicht – das sind Kinder, die zu den von der städtischen Statistik prognostizierten durchschnittlich 14 Kindern der nächsten 5 Jahre hinzukommen (im Schuljahr 2004/05 sollen es sogar 23 Schulanfänger in Coldewei sein)!
Die viel diskutierte PISA-Studie fordert besonders intensives Lernen in der Grundschulzeit, an dieser Schule kann es geleistet werden.
Entscheidungen sollen nicht totdiskutiert werden, aber die Politiker müssen den Betroffenen ein Forum für ihre Argumente geben und sich einer Diskussion rechtzeitig stellen.
Im Interesse unserer Kinder appellieren wir an die Politiker, die kleinen Schüler nicht als Zahlenmaterial, sondern als unsere Hoffnung und unsere Zukunft anzusehen!

Mit freundlichen Grüßen Iris Wilters, Klinkerstraße 59

 

Grundschule Coldewei vor der Schließung
Seit etwa einem Monat ist es nun bekannt, die Schule Coldewei soll geschlossen werden. Der Beschluss soll am 22.05.2002 im Rat getroffen werden.
Verfolgt man die Diskussionen um diese Schließung, stellt man fest: Die Stadtverwaltung argumentiert nur mit den Nachteilen der Grundschule Coldewei, die Vorteile werden in keiner Weise in die Überlegungen aufgenommen. Vor Ort kämpfen die Coldeweier an zwei Fronten. Sie wollen ihre Schule erhalten und suchen nach Möglichkeiten. Auf der anderen Seite sehen sie sich gezwungen, schon auf den Tag der Schließung hinzuarbeiten, um in diesem Fall eine möglichst vertretbare Verteilung ihrer Kinder einzufordern.
Viel zu spät könnte jetzt über Möglichkeiten zum Erhalt der Schule diskutiert werden. Zu einer derartigen Diskussion gehört jedoch eine Verwaltung, welche sich bewegen will. Der unnötige Zeitdruck wird wieder einmal dazu führen, dass die Entscheidung nicht in Ruhe und mit einer vernünftigen Beteiligung der betroffenen Bürger getroffen wird. Die Verwaltung versucht mühsam den Eindruck zu erwecken, auf die Wünsche der Eltern einzugehen, hält jedoch lediglich die gesetzlichen Vorschriften ein und versucht, den aufgebrachten Eltern diese als Angebot zu verkaufen, und beteuert immer wieder, dass diese Maßnahme keine finanziellen Hintergründe hat. Jedoch ohne Erfolg.
Sicherlich kann man die geringen Schülerzahlen im Jahr 2002 nicht wegdiskutieren, sollte aber auch die Vorteile im Auge behalten. In Wilhelmshaven leben viele teilleistungsgestörte Kinder. Für diese Kinder würde sich die Schule Coldewei geradezu anbieten. Seit längerem liegt ein solcher Vorschlag, welcher als betreutes Projekt zudem noch erhebliche Kosten einsparen könnte, in der Verwaltung vor, fand jedoch bisher keine Beachtung.
Im Vordergrund scheint der Wille zur Schließung einer Schule zu stehen. Ohne den Willen, Erhaltungsmöglichkeiten aufzunehmen, werden die Tage der Schule Coldewei gezählt sein.
Im Zuge dieser Diskussion sollten die Verantwortlichen in Wilhelmshaven einmal darüber nachdenken, warum so wenige junge Familien mit Kindern in Wilhelmshaven bleiben. Bleibt es in Wilhelmshaven bei der familienunfreundlichen Einstellung (Schließung von Schulen, zu hohe Grundstückspreise), wird sich dieser Trend weiter fortsetzen. Das Ergebnis werden weitere Schließungen von Schulen, Kindergärten und Jugendeinrichtungen mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen sein.
Gespannt wartet die WALLI auf die Entscheidung des Schulausschusses am 02.05. und den Ratsentscheid am 22.05.02 über die Schließung der Grundschule Coldewei.

Joachim Tjaden, Ratsherr und Vorstand der Wilhelmshavener Alternativen Liste

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