Aids-Hilfe

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Apr 302002
 

Schöner wohnen

Die AIDS-Hilfe hat neue Räumlichkeiten bezogen

(noa) Mit ihrem Umzug in die Paul-Hug-Straße 19, die ehemalige Geschäftsstelle von RAN und WIWA, hat sich die Wilhelmshavener AIDS-Hilfe sehr verbessert. Nicht größer, aber heller, freundlicher, gepflegter wirken die neuen Räumlichkeiten.

Zwar ist es erst etwas über ein Jahr her, dass die alten Räume gründlich aufgeräumt und renoviert wurden. Danach sah es schon besser aus als zuvor, doch erinnerte der offene Bereich immer noch an eine 70er-Jahre-Kneipe. Vor allem aber war es dort feucht. Als Geschäftsführerin Susanne Ratzer auf einer Veranstaltung erfuhr, dass RAN und WIWA umziehen würden, stand sie da gleich am nächsten Tag auf der Matte, um die Räume zu übernehmen.
Sie entsprechen der Arbeitsweise der Wilhelmshavener AIDS-Hilfe besser als der alte Laden, der mehr nach Treffpunkt als nach Beratungsstelle aussah. Zwar gibt es hier kein Schaufenster, doch das ist kein Mangel, da die Öffentlichkeitsarbeit anders läuft. Seit klar war, dass man umziehen würde, wurden die alten Folder nur noch ganz zurückhaltend verteilt, und jetzt sollen neue hergestellt werden, und ein anderes wichtiges Mittel der Öffentlichkeitsarbeit ist die Homepage.
Unter den DrogenbenutzerInnen, die zum Spritzentausch zur AIDS-Hilfe kommen, hat sich die Adressänderung schnell rumgesprochen. Für sie und alle anderen, die kommen, ist es angenehmer, am Haus vorbei über einen Garagenhof die Beratungsstelle zu erreichen, als für jeden Beobachter als “so jemand“ erkennbar zu sein.
In unserem Artikel in der Ausgabe 165 (Februar 2001) über den konzeptionellen Neuanfang der Wilhelmshavener AIDS-Hilfe berichteten wir, dass Susanne Ratzer zunächst einen „schwulen Schwerpunkt“ gesetzt hatte. Damals traf sich im offenen Bereich der Beratungsstelle regelmäßig die schwul-lesbische Jugendgruppe “Gummibärchen“, die sich mittlerweile mangels Masse leider aufgelöst hat. Das „Café Condom“ findet aber auch in den neuen Räumen zur gewohnten Zeit statt. Die damalige Ankündigung, sich in der nächsten Zeit wieder mehr den DrogenbenutzerInnen zuzuwenden, wurde eingehalten. Über den Spritzentausch hinaus, den ein Mitarbeiter auf einer SAM-Stelle vornimmt, nehmen sie auch das Beratungsangebot in Anspruch.
Erfreut ist Frau Ratzer über die gestiegene Spendenfreudigkeit der Bevölkerung. Mit den eigenen Mitteln (zum größten Teil Landesmittel, zu einem ganz geringen Teil Vereinsbeiträge) allein lässt sich die Arbeit nur schwer zureichend leisten. Da ist ein Scheck über 400 EURO, die ein Grundausbildungslehrgang der VHS gesammelt hat, ein sehr willkommener warmer Regen.
Ein neues Thema hat im Lauf des letzten Jahres für die Wilhelmshavener AIDS-Hilfe an Bedeutung gewonnen, nämlich die Beratung von MigrantInnen. Infizierte Einwanderer aus Afrika nehmen die Hilfe der Beratungsstelle meist nicht unmittelbar, sondern über ihre eigenen Beratungsstellen in Anspruch. Das ist aber durchaus sinnvoll für die AIDS-Hilfe, die sich nicht unbedingt nur als Beratungsstelle für die Betroffenen, sondern auch als zuständig für die Beratung von Multiplikatoren betrachtet.
Und ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der letzten Zeit war die Beratung von Menschen, die mit HIV-Positiven arbeiten. “Wir haben festgestellt, dass sogar Pflegekräfte nicht richtig über die Infektionswege informiert sind. Da gibt es noch viel Aufklärungsbedarf“, sagt Susanne Ratzer. So hat sie schon einige Vorträge und Fortbildungen für Pflegende gehalten.
Schade findet man es bei der Wilhelmshavener AIDS-Hilfe, dass Infizierte in ihrem Einzugsbereich es nicht wagen (können), sich zu „outen“. Es ist halt doch ein wenig provinziell hier, und wer seinen Nachbarn sagt, dass er HIV-positiv ist, läuft Gefahr, binnen kurzer Zeit seine sozialen Bezüge zu verlieren. Deshalb sind die Mitarbeiter auch bereit, sich an anderen Orten als der Beratungsstelle mit Betroffenen zu verabreden, und sie können für Betroffene und Angehörige den Kontakt zu Selbsthilfegruppen und Betroffenen-Netzwerken herstellen.


Wilhelmshavener 
AIDS-Hilfe e.V.

Paul-Hug-Straße 60
Telefon Büro: 04421/21149
Telefon Beratung: 04421/19411

Homepage: 
http://wilhelmshaven.aidshilfe.de
email: whv.aids-hilfe@gmx.de

Öffnungszeiten:
Montag, Dienstag, Freitag 10 bis 14 Uhr
Mittwoch und Donnerstag 14 bis 18 Uhr
Treffen im offenen Bereich der Wilhelmshavener AIDS-Hilfe:
Café Condom, das schwul-lesbische Café, am 2. Sonntag im Monat um 15 Uhr
Café Regenbogen-Gruppe am Meer, das schwul-lesbische Café, am 4. Sonntag im Monat um 15 Uhr

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