Gewerbegebiet Güter-/Ladestraße

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Apr 211992
 

Duell mit spitzer Feder

Umweltausschußvorsitzender Theo Eppelmann (CDU) versucht einen Keil zu treiben

(hk) „Stoppt die Bagger“ war unser Artikel zum Thema Naturschutz contra Gewerbeansiedlung im Bereich der Güter-/ Ladestraße in unserer letzten Ausgabe überschrieben. Der Vorsitzende des Umweltausschusses Theo Eppelmann fühlte sich von uns schlecht behandelt und schwärzte den GEGENWIND beim BUND-Vorsitzenden Peter Hopp an, der umgehend den Brief von Herrn Eppelmann erwiderte. CDU-Ratsherr Eppelmann mokierte sich in dem Brief über die Widergabe seiner Äußerung „Ich habe kein Verständnis dafür, daß in einem Gewerbegebiet Flächen für den Naturschutz ausgespart werden, da kann ich auch die Naturschutzverbände nicht verstehen.“ im GEGENWIND.
Wir wollen im folgenden aus bei den Briefen einige Zitate bringen.

Eppelmann contra Hopp:

„Mit Erstaunen habe ich den Bericht im „Gegenwind“ ( … ) zum Thema Naturschutz contra Gewerbeansiedlung gelesen. Wenngleich Herr Hannes K1öpper der Autor ist, so waren Sie doch, wie ausdrücklich erwähnt, der eigentliche Informationsgeber. Das mir (…) zugeschriebene Zitat ist zwar richtig, doch hat sich diese Aussage ausdrücklich nur auf die kleine, von Gewerbebetrieben eingerahmte Teilfläche an der Güterstraße direkt gegenüber der „Pyramide“ von Ripken&Ripken bezogen. Ich wiederhole: Hier verstehe ich die Naturschutzverbände wirklich nicht! ( … )
Als Journalist wissen Sie, sehr geehrter Herr Hopp, besser als ich, daß man die Unwahrheit nicht nur durch Unterschieben falscher Worte sagen kann, sondern viel „eleganter“ durch bewußt verkürzte und aus dem Zusammenhang gerissene Zitate! Da ich derartiges aus Ihrer Feder bisher erfreulicherweise nicht erlebt habe, gehe ich davon aus, daß hierfür Herr Klöpper verantwortlich zeichnet!

Zeichnung: Erwin Fiege

Zeichnung: Erwin Fiege

Hopp contra Eppelmann:

(…) Der Inhalt des o.g. Gegenwind-Artikels entspricht absolut korrekt den von mir übermittelten Informationen. Eine „bewußte Verkürzung“ Ihrer Worte liegt mir absolut fern. In diesem Zusammenhang begrüße ich Ihre Präzisierung, dass sich Ihre Kritik an den Naturschutzverbänden ausschließlich auf die Beurteilung der gegenüber der „Pyramide“ befindlichen Teilfläche bezog. Von dieser Teilfläche würden wir allerdings nicht behaupten, daß sie von Gewerbebetrieben . „eingerahmt“ sei. Handelt es sich hier doch um einen mit vielgestaltiger Vegetation und Kleingewässern ausgestatteten Lebensraum, dessen Augenweide zu dem viel weiter westlich angesiedelten hässlichen Frimex-Bau eine solch große Distanz aufweist, daß der Begriff „Einrahmung“ die tatsächlichen Gegebenheiten verzeichnet. ( … )
Abschließend noch ein Wort zum „Gegenwind“. Als Berufsjournalist und Wilhelmshavener seit 1945 muß ich deutlich sagen, daß ich den von Ihnen beanstandeten Artikel und viele andere Veröffentlichungen des „Gegenwind“ als Dokumente eines vorbildlichen, beispielgebend bürgerorientierten Journalismus klassifiziere, der die in der hiesigen Lokalpublizistik klaffenden schlimmen naturschutz- und umweltpolitischen Informationsdefizite wenigstens teilweise zu kompensieren vermag.“

Soweit die Auszüge aus dem für uns im Endeffekt doch recht schmeichelhaftem Briefwechsel zwischen Herrn Theo Eppelmann und Herrn Peter Hopp.

Eingabe an den Landtag

Obwohl die Bagger an der Ladestraße weiterhin ihre Gräben in die intakte Naturlandschaft fräsen und auf der letzten Sitzung des Umweltausschusses deutlich wurde, daß ein Umdenken weder bei den Ratsparteien noch bei der Verwaltung zu erwarten ist, stecken die Natur- und Umweltschutzverbände noch nicht auf.
In einer Eingabe an den Niedersächsischen Landtag erbitten die Verbände „dringendst Hilfe und Intervention“. Angeprangert wird in der Eingabe, daß hier mit Landesmitteln gegen die Bestimmungen des Naturschutzgesetzes vollendete Tatsachen geschaffen werden.
In der Eingabe schreiben die Verbände weiter: „Mit Bestürzung und Erbitterung erleben die Naturschutzverbände des Landes Niedersachsen, wie der mit fortschrittlichem naturschutzpolitischen Anspruch geschaffene § 28a Niedersächsisches Naturschutzgesetz an der kommunalen Basis nach Belieben ausgehöhlt, wegradiert und zur Farce degradiert wird. “
Inzwischen ist man seitens der Landesregierung aktiv geworden – doch ob die Eingabe erfolgreich sein wird, steht noch in den Sternen. Ein Sprecher der Verbände hat gegenüber dem GEGENWIND klargestellt, daß, wenn sich in absehbarer Zeit im Bereich des Naturschutzes an der Ladestraße nichts rührt, man durchaus gewillt ist, noch einen Gang zuzulegen.

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