Imke

Feb 152020
 

Leserbrief zum WZ-Artikel „Briten sind heiß auf hier erzeugten Strom“ vom 12. Febr. 2020:

Mich trifft der Schlag:
Der Bauausschuss des Rates empfiehlt, den Weg freizumachen für den Bau von „Konvertern“ zur Umwandlung von Wechsel- in Gleichstrom und umgekehrt! Das wird die Projektfirma „Neu Connect“, die für eine Stromkabelverbindung zwischen Wilhelmshaven und der Themsemündung wirbt, sicher hochzufrieden zur Kenntnis nehmen…
Klingt ja auch auf den ersten Blick plausibel: In windreichen Zeiten bei uns erzeugten Überschussstrom nach England exportieren und bei Windflaute im Gegenzug (Atom)-Strom von dort importieren.

Ganz abgesehen davon, dass es ein Schnäppchen für die Briten wäre, unser Stromnetz immer dann anzuzapfen, wenn er an der Börse zum Schleuderpreis angeboten wird: Wo sollen dann die von Regierungsseite auf Bundes- und Landesebene propagierten Energien für Umstellungen auf Wasserstoff- bzw. Batterieantriebe herkommen?
Ist es nicht angezeigt, den zeitweilig aus Windkraft erzeugten Überschussstrom für die Überbrückung von Flauten bzw. für den Antrieb von Schienen-, Straßen- und Wasserfahrzeugen zu speichern?
Um das verwirklichen zu können, fehlen uns neben Akku-Stationen auch Elektrolyseanlagen zur Erzeugung von Wasserstoff sowie Speicher für dessen Zwischenlagerung. Wär‘ grüner Wasserstoff schon jetzt verfügbar, könnte man ihn übrigens schon jetzt in das ‘zigtausend km lange Erdgasnetz einspeisen. Das Leitungsnetz verträgt (je nach Materialeigenschaft) eine Zumischung zum Erdgas zwischen 3 und 10%.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass man

  • die dringend erforderliche Transformation in eine klimaneutrale Energieversorgung mit angezogener Handbremse betreibt,
  • in Entscheidungsgremien aller Ebenen ganz andere Vorstellungen – zur Erreichung des Zieles „klimaneutral bis 2050“ zu werden – hat, als wir uns das vorstellen,
  • uns durch ständiges Wiederholen einzutrichtern versucht, dass wir (höchst klimaschädliche) LNG-Importe als „Überbrückungstechnologie“ auf dem Weg zur Klimaneutralität benötigen
  • damit verbundenen milliardenschweren Kosten für die Steuerzahler und/oder deren Umlage auf die Gaskunden inkl. Abnahmegarantien für LNG-Importe (mit fiktivem Ablaufdatum in 20/25 Jahren) möglichst unter dem Teppich halten möchte.

Unglaublich!

Jochen Martin, Schulstr. 115, 26384 Wilhelmshaven

Nov 112019
 

Ehrenamtliche Helfer*innen suchen dringend leerstehende Räume zur kostenlosen Nutzung

(red) Seit mehreren Jahren betreibt Elke Godzik zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen eine Einrichtung für Obdachlose. Jeden Mittag erhalten die Bedürftigen dort eine frisch gekochte warme Mahlzeit. Bislang konnten dafür kostenlos Räume im ehemaligen Willehad-Hospital genutzt werden. Dies war immer eine befristete Lösung – bis zum geplanten Umbau der Räume. Nun wird die Baumaßnahme konkret, bis Ende des Monats muss das Domizil geräumt sein, der Strom wurde bereits abgestellt. Händeringend sucht das ehrenamtliche Team eine neue Bleibe.

Ende Oktober war Godzik zu Gast in der NDR Talkshow und startete dort einen Hilferuf. Es gibt bekanntlich zahlreiche Leerstände in der Stadt – die große Hoffnung ist, dass ein*e Eigentümer*in solche Räume kostenlos zur Verfügung stellt und zusätzlich jemand für die Nebenkosten aufkommt. Die Obdachlosenhilfe ist bislang kein eingetragener Verein, der durch Mitgliedsbeiträge und Spenden über einen Etat für Miet- und Nebenkosten verfügen könnte.

Nach dem NDR-Aufruf erhielt Godzik zwar zwei Angebote, sie entschied sich für eine Halle in Heppens, doch inzwischen entpuppte sich dieses Angebot als Luftnummer. Die Zeit läuft der Obdachlosenhilfe davon – auf vielen Kanälen wird der Hilferuf verbreitet und auch wir unterstützen den Appell, eine ohnehin ungenutzte Räumlichkeit für diesen guten Zweck zur Verfügung zu stellen.

Okt 292019
 

BUND und NABU widersprechen der Darstellung der Jagdpächter

Wildschwein. Foto: BUND

Wildschweine sind Allesfresser und deshalb für bedrohte Vogelarten und ihre Lebensräume eine große Gefahr. Foto: BUND

(red) Im WZ-Artikel vom 22.10. „Wildschweine: Stadt braucht Bedenkzeit“ erhielten die Jagdpächter Gelegenheit, die Situation im Naturschutzgebiet Voslapper Groden aus ihrer Sicht darzustellen. Naturschutzverbände kritisieren diese Darstellung als einseitig und in Teilen falsch. In einer gemeinsamen Presseerklärung erläutern die Wilhelmshavener Kreisgruppen des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und des NABU (Naturschutzbund Deutschland) die naturschutzfachlichen Zusammenhänge.

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Okt 232019
 

Dazwischengefunkt

Die Bahnstrecke bei Sengwarden soll monströs verpackt werden. Foto: Gegenwind

Die Bahnstrecke bei Sengwarden soll monströs verpackt werden. Foto: Gegenwind

(iz) Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Auch die Deutsche Bahn nicht. Aber vermutlich kommt der Konzern nicht drumherum, die Sengwarder Marsch mit einem Bauwerk zu verschandeln, das seinesgleichen sucht. Der Hintergrund sind sehr spezielle Anforderungen der Marine zum Schutz ihrer Funkanlage auf dem Sengwarder Kasernengelände.

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Okt 062019
 

Mit Spaß und Kreativität gegen die Verschwendung von Lebensmitteln

Bunte Möhrenvielfalt. Foto: BUND

Foto: BUND

Am kommenden Donnerstag lädt die BUNDjugend Wilhelmshaven gemeinsam mit der Initiative SelbstFairSorgt zu einer Schnibbelparty ins Jugendzentrum „Point“ ein. Aus geretteten Lebensmitteln wird gemeinsam etwas Tolles gekocht. Begleitet wird das Ganze mit Musik, zu der natürlich gern getanzt werden darf. Eingeladen sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren.

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Sep 272019
 

Logo DIE PARTEI Wilhelmshaven

Unvollständige Berichterstattung/ Möglicher Investor und Betreiber Möbelmarkt Potenburg wird von die PARTEI Wilhelmshaven abgelehnt

Pressemitteilung vom Ratsmitglied Andreas Tönjes, Die PARTEI Wilhelmshaven| 27. September 2019 * Mit Erstaunen wurde heute die Berichterstattung in der Wilhelmshavener Zeitung vom Ratsmitglied Andreas Tönjes (Die PARTEI) zur geplanten Ansiedelung eines Möbelmarktes in Potenburg aufgenommen. Mit keinem Wort wurde dort erwähnt, daß es nicht nur Bedenken gegen die Größe der innenstadtrelevanten Randsortimente gibt, sondern auch der mögliche Investor und Betreiber massiv kritisiert wurde. In einer flammenden Rede im Rat warf Tönjes den Sozialdemokraten eine mehr als fragwürdige Entscheidung vor. Wie bereits bekannt ist, will sich die Möbelhauskette XXXLutz in Potenburg ansiedeln und führt, wie aus einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden hervorgeht, seit Januar 2014 mit der Stadt Verhandlungen darüber. Obwohl mit wenigen Recherchebemühungen die Aggressivität des Marktteilnehmers ermittelbar gewesen wäre, wurden die Pläne aber weiterverfolgt. Mit allen Tricks versuchen nun Teile der politischen Entscheidungsträger das CIMA Einzelhandelskonzept und die dortigen Empfehlungen zu umgehen. „Wir haben hier einen äußerst aggressiven Marktteilnehmer aus der kapitalistischen Steinzeit, der gewerkschaftliches Treiben als „Wiederauferstehung des Kommunismus“ sieht.“ äußert sich Tönjes kritisch zu dem Investor. Investoren mit einer solchen Einstellung würden sich nicht um unsere Innenstadt kümmern, sie sehen einzig und allein ihren Profit, ergänzt Ratsherr Tönjes. Dass dieser nicht nur auf Kosten der Mitarbeiter gesteigert wird, sondern auch auf Kosten des Gemeinwohls, zeigt sich denn auch bei weiteren Nachforschungen. Ein nahezu undurchdringliches Firmengeflecht, hat Tönjes dabei recherchiert und auch POCO gehört zu 50% der XXXLutz-Gruppe. Dieses Geflecht reicht bis nach Malta und beinhaltet ein Steuersparmodell, wie es Apple, Google oder auch Ikea betreiben.

Dabei richtet Tönjes auch den Blick in Richtung Österreich, dort erkenne man schnell, daß auch hier wieder eine Politik der Konzerne betrieben wird. Der ehemalige österreichische Finanzmister, war z.B. Teil von XXXLutz. Tönjes rät nun den örtlichen Genossen der SPD, sich doch mal bei der ver.di über diesen Arbeitgeber zu Informieren, der regelmäßig gegen Gesetze verstoße. Ein Blick nach Mannheim oder München würde auch schon reichen. „Wir brauchen vor Ort sicher noch einen Anbieter für Möbel, aber keinen rücksichtslosen Frühkapitalisten, der für jeden Sozialdemokraten eigentlich kein roter Stuhl sein sollte, sondern ein rotes Tuch“, empört sich Tönjes über die Genossen, die seiner Meinung nach ihre sozialen Wurzeln völlig vergessen haben. Die Glaubwürdigkeit eines solchen Politikanbieters darf auch weiter bezweifelt werden und Tönjes führt weiter aus, ihm sei jeder Millionär, der vor Ort investiert, lieber, als ein Milliardär auf Malta.

Sep 242019
 

Die Plastikflut schlägt große Wellen

BUNDjugend und Kreisgruppenmitglieder schufen gemeinsam ein Müll-Kunstwerk. Foto: BUND

BUNDjugend und Kreisgruppenmitglieder schufen gemeinsam ein Müll-Kunstwerk. Foto: BUND

„StreetArt“ der besonderen Art: Die BUNDjugend Wilhelmshaven macht das Plastikmüllproblem mit einem Kunstwerk in der Marktstraße sichtbar. Jeder kann Teil des Projektes werden.

(red) Einen Tag nach dem weltweiten Klimastreik, an dem sich in Wilhelmshaven etwa 500 Menschen beteiligten, ging es für die BUNDjugend Wilhelmshaven mit konkreten Aktivitäten weiter. Am Samstagvormittag sammelten die jungen Umweltschützer rund um den Banter See Müll. Im Anschluss wurden die Fundstücke – überwiegend Verpackungsmaterial und andere Einwegartikel aus Plastik – zu einer besonderen Skulptur verarbeitet: In mehreren Stunden Arbeit entstand vor den Augen vieler interessierter Passanten in der Marktstraße eine „Welle“ aus Plastikmüll. Unterstützt wurde der BUND-Nachwuchs von Mitgliedern der BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven und der JadeWale.

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Sep 012019
 

"Lasst uns die Warnungen erneuern ... !"

Gedenkfeier zum Antikriegstag am Wilhelm-Krökel-Platz

Kranzniederlegung zum Antikriegstag 2019. Foto: Gegenwind

Kranzniederlegung zum Antikriegstag 2019. Foto: Gegenwind

(red) Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der 2. Weltkrieg. In der Bundesrepublik Deutschland wird dieser Tag alljährlich als „Antikriegstag“ begangen. Die westdeutsche Initiative für diesen Gedenktag ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aus, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zu Aktionen aufrief. In Wilhelmshaven findet die Gedenkveranstaltung traditionell am Wilhelm-Krökel-Platz statt.

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Aug 252019
 

Bröckelnde Fassade der zivilisierten Gesellschaft

Grandios: „Der Gott des Gemetzels“ an der Landesbühne

Szene aus "Der Gott des Gemetzels". Foto: Landesbühne

Szene aus „Der Gott des Gemetzels“. Foto: Landesbühne

(iz) Zwei Ehepaare, zwei vorpubertäre Söhne, zwei ausgeschlagene Schneidezähne: Mehr braucht es nicht für ein intensives wie unterhaltsames Kammerspiel, in dem innerhalb von 80 Minuten alle Register menschlicher Interaktionen gezogen werden.

Ach ja, ein Hamster spielt dabei noch eine Rolle, er bleibt aber genauso unsichtbar wie die beiden Rotzlöffel, deren handfeste Auseinandersetzung Anlass für das Zusammentreffen der beiden Elternpaare ist. Formal werden sie sich über die Schuldfrage schnell einig, ohne große Umschweife ist das Schriftstück für die Krankenversicherung unterzeichnet. Aber es wäre ja schade, wenn das Stück nach zehn Minuten vorbei wäre – denn jetzt geht es erst richtig los. Die Eltern des schlagkräftigen Jungen sind schon im Gehen begriffen, doch dann ist es nicht nur der von den Gastgebern angebotene Kuchen, der sie zum Bleiben veranlasst. Zunächst fliegen kleine nadelspitze Bemerkungen hin und her, in scheinbar trauter Einigkeit verteidigen beide Paare ihre Brut und ihr Beziehungsgebäude. Doch im Eifer des Gefechts- zu späterer Stunde noch durch Alkohol befeuert – beginnen die Fassaden zu bröckeln und die Protagonisten sich zu entblößen. Die Solidarität der Paarbeziehungen löst sich auf. Es folgt ein fortwährender Rollentausch im klassischen Verfolger-Opfer-Retter-Dreieck, statt zwei gegen zwei heißt es am Ende jede*r gegen jede*n. Was von der Anlage her nach Boulevard-Komödie riecht, entpuppt sich als tiefgründige Kritik an den Konventionen unserer scheinbar zivilisierten Gesellschaft. So amüsant die scharfzüngigen Dialoge auch sind, beim Zuschauen bleibt das Lachen oft im Halse stecken, weil sich jede*r in den Protagonisten wiedererkennt.

Das Stück „Der Gott des Gemetzels“ der französischen Autorin Yasmina Reza eroberte nach der Uraufführung 2006 die Bühnen der Welt. Allein im deutschsprachigen Raum wurde es an über 90 Theatern gespielt. Mit der Verfilmung von Roman Polanski 2011 gelangte es auch über Theaterkreise hinaus zu Weltruhm. Abgesehen von zwei Außenaufnahmen bleibt jedoch auch der Hollywood-Film ein Kammerspiel, das macht ihn so besonders – er lebt von den pointierten Texten und damit vom Spiel der Mitwirkenden. Genau wie auf der Bühne, und das machen die vier vom Ensemble der Landesbühne ganz großartig: Aida-Ira El-Eslambouly als Anette, die als Anlageberaterin zunächst auch diesen privaten (Vor)Fall kühl-professionell abwickeln will, bis es ihr im wahrsten Sinne des Wortes hochkommt; Sven Heiß als ihr Gatte Alain, der während des Vierer-Disputs ständig am Handy hängt, um als Anwalt eines Pharmakonzerns einen Skandal zu vertuschen; Aom Flury als Michel, der bodenständige Haushaltswarenhändler und Familienvater, der sich am Ende als Zyniker entpuppt; und Ramona Marx als sozial engagierte Buchautorin Véronique, die inmitten des Gemetzels immer wieder an das Gute appelliert, bis auch ihr am Ende sichtbar fast die Halsschlagader platzt. Alle vier spielen sich (unter Regie von Krystyn Tuschhoff, cooles Bühnenbild: Uta Materne) nach und nach in Rage und entwickeln und entlarven dabei überzeugend ihre Rollencharaktere – absolut sehenswert!

Abspann: Für diese wundervolle Inszenierung kommen weder Hamster noch andere Tiere zu Schaden, wohl aber ein Blumenstrauß.

Weitere Termine im TheOs Wilhelmshaven: Sa., 31/08/2019, 20.00 Uhr; Sa., 14/09/2019, 20.00 Uhr; Do., 26/09/2019, 20.00 Uhr; Mi., 02/10/2019, 20.00 Uhr; So., 13/10/2019, 18.00 Uhr; Fr., 25/10/2019, 20.00 Uhr; Fr., 01/11/2019, 20.00 Uhr; Sa., 09/11/2019, 20.00 Uhr; Mo., 25/11/2019, 20.00 Uhr. Weitere Termine möglich!

Jul 232019
 

Ignoranter Startschuss

Norddeutsche Hafenkooperation mit Hamburg, Bremen und Wilhelmshaven würde die Elbvertiefung überflüssig machen

Elbinsel bei Glückstadt. Foto: Gegenwind

Elbinsel bei Glückstadt. Foto: Gegenwind

Am heutigen Dienstag läuten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann den Start der Arbeiten für die umstrittene Elbvertiefung ein. Damit beginnt die größte Flussvertiefung aller Zeiten an der Tideelbe. Die Umweltverbände BUND, NABU und WWF befürchten gravierende Verschlechterungen für die Flussökologie und halten das Projekt weiterhin für rechtswidrig.

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Jul 062019
 

Seenotrettung kennt keine Grenzen

Demonstration auf dem Börsenplatz gegen das Ertrinken im Mittelmeer. Foto: Gegenwind

Demonstration auf dem Börsenplatz gegen das Ertrinken im Mittelmeer. Foto: Gegenwind

(iz) Bundesweit demonstrierten heute etwa 45.000 Menschen in über 100 Städten und Gemeinden für die Rettung in Seenot geratener Flüchtlinge im Mittelmeer und gegen die Kriminalisierung der Retter*innen. In Wilhelmshaven folgten gut 120 Menschen dem Aufruf der regionalen Initiative „Meer Menschlichkeit“ zu einer Kundgebung auf dem Börsenplatz und sprachen sich dafür aus, dass Wilhelmshaven „sicherer Hafen“ für Geflüchtete wird.

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Jul 042019
 

In seinem Leserbrief reagiert Rainer Klosse auf den WZ-Gastbeitrag von Lutz Bauermeister vom 25.6.2019 mit dem Titel „Debatte über CO2-Vermeidung statt Klima-Religion“:

Vielen Dank, Herr Bauermeister, dass Sie zum Ende Ihres Artikels festgestellt haben, dass der Klimawandel am Ende außer Frage steht. Der vorangestellte Artikel jedoch diffamiert, ja beleidigt alle die ein Klima gerechtes Handeln anmahnen. Stattdessen stellen Sie sich als Kenner wirtschaftlichen, liberalen Handelns vor. Um es mit Ihren Worten zu beschreiben, habe ich an keiner Stelle beobachten können, dass Sie Ihren Taschenrechner tatsächlich benutzt haben, uns mitteilen wie Sie Ergebnisse erreichen wollen.

Gemischt mit Halbwahrheiten, persönlicher Meinungen und Aneinanderreihung von Schlagworten, die in diesem Zusammenhang Verunsicherung hervorrufen sollen, macht mir Ihr Artikel Angst.

Das nach Ihrer Ansicht über Deutschland lachende China hat uns im Bereich Photovoltaik, Elektrospeicher und Elektromobilität in der Technologie bereits überholt. Entgegen Ihrer Suggestion hat China das Pariser Klimaabkommen unterschrieben und nimmt seine Ziele ernst. Die Anzahl von neu installierten Windenergieanlagen lassen auf Fachkonferenzen den Experten den Mund offenstehen.

Eine Methode des wirtschaftlichen Handels ist, Ergebnisse vom Ende zu betrachten (top to down). Damit beginnt ein jeder externe und bis dahin unbeteiligte Firmenberater. Hier stellen z.B. die „Fridays for Future“ Kinder fest, dass die von Ihnen genannten „Kraftanstrengungen“ leider nicht genug sind.

Ich würde mir wünschen, dass jeder in seinen „Gast Beiträgen“ von den Dingen berichtet, die er auch selber erlebt hat und uns daran teilhaben lässt.

Ich war auf dem Kirchentag und kann Ihnen versichern, dass der Klimaschutz dort ernst genommen wird. Sind es nicht die Kirchen, die sich mit „Brot für die Welt“ oder „Misereor“ in die Regionen wagen, die schon jetzt massiv unter dem Klimawandel leiden?

Auf den „Fridays for Future“ Veranstaltungen habe ich Kinder und Jugendliche mit unglaublichem Fachwissen und sozialer Kompetenz erlebt. Daher finde ich es gut und richtig, wenn verantwortliche Erziehungsberechtigte diese Veranstaltungen zum außerschulischen Lernort definieren und ihren „Zivilen Ungehorsam“ aufheben.

Meine fachliche Kompetenz liegt in Lösungen für regenerative Energiesysteme. Ich kann Ihnen versichern, dass nicht alle Probleme gelöst sind. In den letzten 30 Jahren hatte ich aber viel zu häufig mit der Verteidigung alter Besitzstände zu tun. Nur durch beharrlicher fachlicher Begründung konnten die zunächst unangenehmen Änderungen durchgesetzt werden. Haben wir nicht jetzt schon ein Verteilnetz, das abschnittsweise mit mehr regenerativer Energie klarkommt als zur selben Zeit bezogen wird? Das müssen wir jetzt weiter stabilisieren, damit dieses auch ohne unbehagliches Gefühl funktioniert. Ich glaube, dass Wirtschaftsexperten mir bestätigen, dass die einzige Konstante in der Veränderung liegt.

Rainer Klosse, Blumenstr. 4, 26382 Wilhelmshaven

Jun 162019
 

Diskussion über Energiewende

Leserbrief zum WZ-Bericht „SPD – Prof. Appel sorgt sich um Stabilität des Stromnetzes“

Herr Prof. Appel hatte auf Einladung der SPD und in der WZ ein weiteres mal die Gelegenheit, den durch Menschen angetriebenen Klimawandel zu leugnen und Menschen im grundlegendem Schulwissen zu verunsichern.

Durch den Begriff „Querdenker“ soll ihm wohl eine Opferrolle zugesprochen werden nicht gehört zu werden gegenüber z.B.  mehr als 28000 in Deutschland tätigen Wissenschaftler die erneut auf den katastrophalen Handlungsstillstand beim CO2 Ausstieg und Klimaschutz hinweisen.

Es ist schlichtweg ein NoGo, weiter fossile Brennstoffe über die Grenzwerte des Pariser Klimaabkommen 2030 hinaus auszustoßen. Der beschlossene Kohleausstieg für Deutschland bis 2038 reicht nicht aus und die Verkehrspolitik hat in den letzten 10 Jahren einen CO2 Anstieg anstatt Senkung erbracht.

Ein weiter so wie bisher, führt zu einer Erderwärmung um 4 ° C bis zum Jahr 2100. Leider wurden alle seriösen Klimavorhersagen ausgehend von 1990 bis heute weitgehend getroffen bzw. sogar übertroffen, daher ist davon auszugehen, dass auch die 4°C bei Untätigkeit zur Jahrhundertwende mit einer hinreichenden Genauigkeit eintreffen. Bei 4° C reden wir von der weitgehenden Unbewohnbarkeit des afrikanischen Kontinents. Überschwemmungen großer Teile Niedersachsens sind zu erwarten, oder können Sie sich vorstellen das höhere Deiche mehrere Meter Meeresanstieg zusammen mit immer heftiger werdenden Stürmen dauerhaft standhalten werden. Ein Artensterben in nie dagewesenem Ausmaß hat bereits begonnen. Eine Millionen Arten sind infolge des Klimawandels und der aktuellen Agrawirtschsft direkt vom Aussterben bedroht. Herr Prof. Appel wohl nicht mehr aber die Kids von „Friday for Future“ werden wohl die einsetzenden Flüchtlingsströme miterleben die vor Hunger oder Überflutung, Wetterkatastropen und Bürgerkriegen gezwungen sind ihr Heimat zu verlassen, wenn sie nicht selbst los ziehen müssen weil Ihnen buchstäblich das Wasser bis zum Hals steht.

Wenn Sie den 28000 Wissenschaftlern überzogene Panikmache unterstellen, lassen Sie sich doch bitte auf folgendes Gedankenexperiment ein.

Sie fahren mit hoher Geschwindigkeit ein Fahrzeug und sehen vor sich eine Gefahr, die Sie nicht einschätzen können, würden Sie dann nicht wie jeder andere auch, die Geschwindigkeit soweit reduzieren damit ein sicheres passieren der Gefahrenstelle möglich wird?

Herr Prof. Appel schlägt vor durch weiteren Zubau von Kohlekraftwerken die Geschwindigkeit noch mal zu erhöhen um die Gefahrenstelle so schnell wie möglich zu umfahren.

Wenn also akzeptiert wird, dass der Kompromiss des „Pariser Klima Abkommen“ eingehalten werden muss, selbst für Deutschland, dann kann man sich über das „wie“ unterhalten. Um den besten Weg zu stabilen Netzen, Versorgungssicherheit oder Energiespeicher kann dann gestritten werden. Es gibt noch nicht Antworten zu allen Fragen. Klimaskeptiker wie Herr Prof. Appel werden immer die Möglichkeit finden einzelne Themen herauszupicken und damit das gesamte in Frage zu stellen.

Aber es gibt auch Menschen, die anpacken, um die Katastrophe aufzuhalten. So sind auf EU Ebene und in den Arbeitskreisen des VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.)  kürzlich Netzanschlussregeln verabschiedet worden, die Fragen zu stabilen Netzen aufgreifen und erhebliche Fortschritte erlangt haben. Der selbsternannte Stromnetzexperte Herr Prof. Appel ist seit Jahren nicht auf einer dieser Veranstaltungen gesehen worden.

Ich würde mir wünschen, dass sich die SPD sowie auch alle anderen Parteien und Entscheidungsträgern von Experten zum Klimaschutz beraten lassen, die sich positiv am Klimaschutz beteiligen und nicht zu beginn erst mal grundlegendes Schulwissen anzweifeln.

Das neu gegründete regionale Netzwerk „Scientist for Future, Bremen“, mit beteiligten auch aus Wilhelmshaven vermittelt Experten, die ihnen gerne den Stand der Wissenschaft vermittelt. Angst ist ein schlechter Ratgeber, solide Wissenschaft kann da schon mehr.

Rainer Klosse, Blumenstr. 4, 26382 Wilhelmshaven

Mai 162019
 

Diskussionsveranstaltung zu queerer Europapolitik

Am Freitag, 17.05.2019, dem internationalen Tag gegen Homo-, Trans-, Bi- und Interphobie, diskutieren Katrin Langensiepen (Grüne Europakandidatin) und Jens-Christoph Parker (Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Queer) mit Wilhelmshavener Bürger*innen zu Europas Politik für Schwule, Lesben, Bi- Trans* und Intersexuelle Menschen.
Kernthemen sind:
– Was wurde bereits erreicht?
– Welche politischen Baustellen gibt es noch?
– Wie umgehen mit dem zunehmenden Rechtspopulismus in Europa?
– Was sind die Leitlinien GRÜNER Queer-Politik?
Die Moderation hat Ulf Berner, Kreisvorstandssprecher der Grünen Wilhelmshaven.
Die Veranstaltung findet am 17.5. ab 17.00 Uhr im Café Gerda, Schillerstr. 16, Wilhelmshaven statt.

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