Imke

Mrz 082020
 

“There is no gender, only nature”

Jördis Wölk faszinierte in der Titelrolle. Foto: Landesbühne

(iz) Passend zum Internationalen Frauentag lief an der Landesbühne die Premiere des Klassikers von Friedrich Schiller in einer Inszenierung, die das Publikum nachdenklich stimmt, was sich in den vergangenen 600 Jahren bezüglich des Frauenbildes in der Gesellschaft eigentlich so getan hat.

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Feb 262020
 

BUND: „Es geht darum, lokale Chancen und Stärken für nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweisen zu identifizieren und zu nutzen“

(red) Derzeit wird in vielen Kommunen entlang der niedersächsischen Nordseeküste und auf den Inseln über einen freiwilligen Beitritt zur Entwicklungszone des Biosphärenreservates „Niedersächsisches Wattenmeer“ diskutiert. Am 26. Februar 2020 (18 Uhr) findet dazu im Pumpwerk eine Informations- und Gesprächsveranstaltung mit Workshops (Kommunale Arbeitsgemeinschaft) statt. Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine und Interessensverbände sind eingeladen, ihre Ideen für die inhaltliche Ausgestaltung einer nachhaltigen Entwicklung einzubringen. Die BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven sieht das als große Chance für eine nachhaltige Stadtentwicklung – und bedauert, dass große Wirtschaftsverbände sich schon im Vorfeld ablehnend äußern.

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Feb 222020
 

Mahnwache im Pumpwerk für die Opfer des Terroranschlags in Hanau. Foto: Ulf Berner

(iz) Am 19. Februar erschoss ein rechtsextremistisch motivierter Täter in Hanau acht Menschen mit Migrationshintergrund und tötete danach seine Mutter und sich selbst. Zum Gedenken an die Opfer des Terroranschlags fanden sich heute über 400 Menschen im Pumpwerk zu einer Mahnwache zusammen. Eingeladen hatten die  Stadt Wilhelmshaven, der Landkreises Friesland und der Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven statt. In einer gemeinsam vorgetragenen Rede brachten Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist und Frieslands Landrat Sven Ambrosy auf den Punkt, was aus diesem Anlass einmal gesagt werden musste.

Sven Ambrosy: Es sind Stunden der Trauer. Ich bin traurig, weil 10 Menschen getötet und viele weitere verletzt wurden. Es waren feige und brutale Morde. Geplant und vollzogen von einem Mann, der unauffällig inmitten einer mittelgroßen Stadt lebte. Dabei ist unerheblich, ob der Täter psychisch krank oder gesund war. Erheblich ist, dass er politisch motiviert gehandelt hat.
Familien haben Angehörige verloren. Menschen, die mitten aus dem Leben gerissen wurden. Menschen, die nun für den Rest ihres Lebens mit der Trauer und den Verletzungen an ihrer Seele leben müssen. Die nicht verstehen werden, warum ihre Schwester, ihr Bruder, ihr Sohn, ihre Mutter und ihr Vater hingerichtet wurden.
Ich bin traurig, denn die Hinterbliebenen und Verletzten werden nie wieder ein normales Leben führen können.
Dem Generalbundesanwalt zufolge haben alle Erschossenen bis auf die Mutter des Täters einen Migrationshintergrund. Die Getöteten waren zwischen 21 und 44 Jahre jung, einige von ihnen mit kurdischer Herkunft und deutscher Staatsbürgerschaft, ferner Menschen aus der Türkei, Rumänien, Bulgarien, Afghanistan und Bosnien-Herzegowina.
Doch welche Rolle spielen Herkunft und Staatsbürgerschaft? Keine! Es waren Menschen, die einem politisch motivierten brutalen Mörder zum Opfer wurden!

Carsten Feist: Als Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke im Juni 2019 wegen seiner klaren Haltung gegen den Rassismus ermordet wurde, waren wir sprachlos. Als in Halle an Jom Kippur im Oktober 2019 Schüsse auf die Synagoge fielen, waren wir von Ohnmacht gelähmt und fassungslos.
Als am Mittwoch in Hanau erneut Menschen starben, weil ein menschenhassender Rassist den Völkermord des dritten Reiches weiterführen wollte, fand ich meine Fassung wieder. Ich fand meine Sprache wieder. Ich erwachte aus meiner Ohnmacht. Ich war und ich bin wütend.
Ich bin wütend, dass den Feinden unserer freiheitlich-demokratischen Verfassung bisher keine Einhalt geboten werden konnte.
Ich bin wütend, dass der stumme Aufschrei der vielen Menschen, die sich nach Kassel und Halle solidarisch mit den Opfern zeigten, nicht gefruchtet hat.
Ich bin wütend, dass in Thüringen kein deutliches politisches Zeichen gesetzt wurde, dass zuerst ein Blumenstrauß geworfen werden musste, um die Vernunft wachzurütteln.
Ich bin wütend, dass sich die Bundestagsabgeordnete Renate Künast von einem rechten Netzaktivisten als „Drecksfotze“ bezeichnen lassen muss, der dafür von unseren Gerichten noch nicht einmal verurteilt wird.
Ich bin wütend, dass sich gewählte Ratsmitglieder unserer Stadt von einem Ratsherrn als „dreckiges Volk“ bezeichnen lassen müssen.1
Ich bin wütend, dass die rechte Gewalt so alltäglich geworden ist, dass sie heute in den Medien zum Teil hinter dem Karnevalsauftakt zurückstecken muss.
Wir leben in einem Rechtsstaat, in dem es nicht mehr ausreicht, mit Worten gegen rechts zu sein. Wir müssen den Anfängen wehren, mit der ganzen Härte unseres Gesetzes. Wir müssen aufstehen und tätig werden.
Wer auf Worte wie „Drecksfotze“ und „dreckiges Volk“ nicht reagiert, macht sich mitschuldig. Er toleriert Entgleisungen, Verletzungen und Diffamierungen, Hetze, Rassismus und Diskriminierung. Er duldet damit verbale Gewalt und sieht tatenlos dabei zu, wie aus verbalen Übergriffen blutiger Terror wird.
Ich sage es ganz deutlich: Jetzt muss Schluss sein.
Denn wenn jetzt nicht Schluss ist mit dem Schweigen, mit dem Akzeptieren und stummen Zuschauen, dann erlauben wir, dass sich das dunkelste Kapitel der Geschichte unseres Landes wiederholt. Dass Gewalt, Rassismus und Hetze zurückkehren und sich breit machen.

Sven Ambrosy: Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen. Gewöhnen an den Terror, an politische Morde. Wir dürfen nicht abstumpfen, wenn Menschen aus rassistischen Motiven zu Opfern werden.
Auch dürfen wir im Alltag nicht abstumpfen. Denn längst ist Rassismus und Fremdenfeindlichkeit alltäglich geworden. In Gesprächen, am Stammtisch, im Verein, in der Nachbarschaft, in den Medien. Die Alltagssprache hat sich gewandelt, ist durchzogen von Verrohung, Verletzung und Bedrohung.
„Das wird man doch noch sagen dürfen“ – diesen Satz höre ich viel zu oft. Nein – es gibt Dinge, die darf man eben NICHT sagen! Ich darf niemanden beleidigen, herabsetzen, bedrohen. Ich darf keine Nazi-Sprache verwenden.
„Achten wir auf unsere Sprache in der Politik, in den Medien, überall in der Gesellschaft“, hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu am Donnerstag in Hanau gesagt.
Wir sind alle täglich gefordert, Rassismus und Antisemitismus in den konkreten Situationen des Alltags aktiv und vehement zu widersprechen. Das mag unbequem sein – aber es ist notwendig!
Menschen mit religiösen Zugehörigkeiten, ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, politisch Andersdenkenden oder sexuell jenseits des Mainstreams orientierten Personen wird immer wieder im Alltag die Menschenwürde abgesprochen. Das ist gefährlich, weil es radikalisierte und aufgehetzte Täter dazu bringt, überhaupt zur Tat zu schreiten. Hier ist eine fatale Enthemmung in Gang geraten, und die Hetzer in den Parlamenten tragen daran eine erhebliche Mitschuld.

Carsten Feist: Unsere Demokratie braucht uns jetzt. Sie braucht aktive Demokratinnen und Demokraten. Sie braucht Menschen, die sich engagieren, die laut und mutig sind, die aufstehen, wenn sogenannte Minderheiten an den Pranger gestellt werden.
Diese Demokratie, in der wir seit über 70 Jahren leben dürfen, ist ein Geschenk. Ein Geschenk, das Pflege, Zuwendung und Aufmerksamkeit benötigt, wenn verbale Brandstifter unter dem Deckmantel der von ihnen verachteten Demokratie den Nährboden anlegen, aus dem nachfolgend Gewalt bis hin zu Terror und Mord entsteht.
AFD-Mann Alexander Gauland verharmloste den Nationalsozialismus durch seine Bezeichnung der NS-Diktatur als “Vogelschiss in der deutschen Geschichte”. Der Dresdner AFD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier relativierte die Tat des norwegischen Massenmörders Anders Breivik, indem er sagte, Breivik sei aus „Verzweiflung“ über Kulturfremde zum Massenmörder geworden. Weitere Zitate will ich uns ersparen.
Verbal zündeln und anschließend relativieren, zurückrudern und es schlussendlich doch so meinen, wie es ursprünglich gesagt wurde. Dieses Muster ist kein Zufall. Es ist eine Strategie, die im Bund, in den Ländern und auch in den Kommunen einen sprachkulturellen Wandel verursacht hat. Dieser Wandel gefährdet unsere Demokratie, er ist Gift für unser tägliches Miteinander und er führt dazu, dass politisch motivierte Morde sich häufen.
Wer täglich „barbarische Zustände“ in Deutschland beklagt, Zugewanderte als „Goldstücke“ diffamiert und mit Begriffen wie „Umvolkung“ und „kleiner Halbneger“ hetzt, muss sich auch in die moralische und politische Verantwortung nehmen lassen, wenn tatsächlich jemand zur Waffe greift und Menschen ermordet, nur weil sie in den Augen der Mörder fremd aussehen oder einer ihnen nicht genehmen Glauben leben.

Sven Ambrosy: In Friesland und Wilhelmshaven leben knapp 180.000 Menschen. Menschen, die in Sicherheit und Frieden leben wollen. Menschen, die sich Sorgen machen, die Angst haben, wenn der Terror alltäglich wird und aus den Metropolen wie München und Berlin nun auch Städte wie Halle mit 240.000 Einwohner oder Hanau (96.000 Einwohner) erreicht. Von dort ist es nicht mehr weit in den ländlichen Raum.
Wir stellen uns dem kraftvoll und gemeinsam entgegen. Es ist gut und wichtig, dass am heutigen Abend so viele Menschen unserem Aufruf gefolgt sind. Danke, dass Sie dabei sind – das ist ein kraftvolles Zeichen an all diejenigen, die als Minderheit mit Terror in Worten und Taten ein anderes Deutschland wollen!
Ja – wir als friedvolle und tolerante Demokraten sind die deutliche Mehrheit. Aber es wird spätestens nach Hanau nicht mehr ausreichen, diesen Umstand als beruhigend zu empfinden.
Wir werden lauter werden müssen, wenn Rassisten das Wort ergreifen. Wir werden deutlich werden müssen, um die Hetzer in die Schranken zu weisen. Wir werden die bestehenden Gesetze konsequent nutzen müssen, um den Feinden unserer Demokratie mit den Möglichkeiten unseres Rechtsstaates die Konsequenzen ihrer Entgleisungen spüren zu lassen.
„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“ Diese Worte von Albert Einstein sollten uns eine Mahnung sein, aber uns auch Mut machen. Mut, nicht nachzulassen. Mut, immer wieder einzutreten, wenn Schwache, Fremde und Hilfebedürftige angegriffen und verletzt werden.

Carsten Feist: Gemeinsamkeit gibt Kraft und macht Hoffnung. Gemeinsamkeit kann Trost spenden. Unsere Solidarität und unser Mitgefühl mögen den Menschen in Hanau eine kleine Hilfe sein, um mit ihrer Trauer umzugehen. Diese Hoffnung sollten wir mit in den Abend nehmen. Bei aller Trauer müssen wir hoffnungsvoll bleiben, um kraftvoll zu bleiben.
Nehmen Sie am Ausgang gerne noch eine Schleife mit auf den Weg. Sie ist ein Symbol für unsere Trauer und unser Mitgefühl für die Opfer des Terrors und die Menschen in Hanau. Bringen sie diese Schleife auf ihrem Weg nach Hause an Laternenmasten oder Zäunen an. Als sichtbares Zeichen unserer Trauer, die wir damit in die Mitte unserer Gesellschaft tragen. Vielen Dank.


1 während der Ratssitzung am 19. Februar bezeichnete der AfD-Fraktionsvorsitzende Thorsten Morisse die Anwesenden als „dreckiges Volk“. Daraufhin stellten Oberbürgermeister Carsten Feist und Ratsvorsitzender Stefan Becker Strafantrag und Strafanzeige gegen Morisse.

Feb 192020
 

„Notstand herrscht, wenn in Wilhelmshaven der Deich bricht“

(iz) Ende 2016 verabschiedete die Bundesregierung den Klimaschutzplan. Bis 2050 soll Deutschland weitgehend Treibhausgas-neutral werden und damit seinen Anteil zum globalen Ziel beisteuern, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius oder besser auf nicht mehr als 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Welchen Beitrag unsere Region dazu leisten kann, war Thema einer Podiumsdiskussion, zu der die GRÜNEN (Kreisverband Friesland) in den Lokschuppen Jever eingeladen hatten.

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Feb 152020
 

Leserbrief zum WZ-Artikel „Briten sind heiß auf hier erzeugten Strom“ vom 12. Febr. 2020:

Mich trifft der Schlag:
Der Bauausschuss des Rates empfiehlt, den Weg freizumachen für den Bau von „Konvertern“ zur Umwandlung von Wechsel- in Gleichstrom und umgekehrt! Das wird die Projektfirma „Neu Connect“, die für eine Stromkabelverbindung zwischen Wilhelmshaven und der Themsemündung wirbt, sicher hochzufrieden zur Kenntnis nehmen…
Klingt ja auch auf den ersten Blick plausibel: In windreichen Zeiten bei uns erzeugten Überschussstrom nach England exportieren und bei Windflaute im Gegenzug (Atom)-Strom von dort importieren.

Ganz abgesehen davon, dass es ein Schnäppchen für die Briten wäre, unser Stromnetz immer dann anzuzapfen, wenn er an der Börse zum Schleuderpreis angeboten wird: Wo sollen dann die von Regierungsseite auf Bundes- und Landesebene propagierten Energien für Umstellungen auf Wasserstoff- bzw. Batterieantriebe herkommen?
Ist es nicht angezeigt, den zeitweilig aus Windkraft erzeugten Überschussstrom für die Überbrückung von Flauten bzw. für den Antrieb von Schienen-, Straßen- und Wasserfahrzeugen zu speichern?
Um das verwirklichen zu können, fehlen uns neben Akku-Stationen auch Elektrolyseanlagen zur Erzeugung von Wasserstoff sowie Speicher für dessen Zwischenlagerung. Wär‘ grüner Wasserstoff schon jetzt verfügbar, könnte man ihn übrigens schon jetzt in das ‘zigtausend km lange Erdgasnetz einspeisen. Das Leitungsnetz verträgt (je nach Materialeigenschaft) eine Zumischung zum Erdgas zwischen 3 und 10%.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass man

  • die dringend erforderliche Transformation in eine klimaneutrale Energieversorgung mit angezogener Handbremse betreibt,
  • in Entscheidungsgremien aller Ebenen ganz andere Vorstellungen – zur Erreichung des Zieles „klimaneutral bis 2050“ zu werden – hat, als wir uns das vorstellen,
  • uns durch ständiges Wiederholen einzutrichtern versucht, dass wir (höchst klimaschädliche) LNG-Importe als „Überbrückungstechnologie“ auf dem Weg zur Klimaneutralität benötigen
  • damit verbundenen milliardenschweren Kosten für die Steuerzahler und/oder deren Umlage auf die Gaskunden inkl. Abnahmegarantien für LNG-Importe (mit fiktivem Ablaufdatum in 20/25 Jahren) möglichst unter dem Teppich halten möchte.

Unglaublich!

Jochen Martin, Schulstr. 115, 26384 Wilhelmshaven

Nov 112019
 

Ehrenamtliche Helfer*innen suchen dringend leerstehende Räume zur kostenlosen Nutzung

(red) Seit mehreren Jahren betreibt Elke Godzik zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen eine Einrichtung für Obdachlose. Jeden Mittag erhalten die Bedürftigen dort eine frisch gekochte warme Mahlzeit. Bislang konnten dafür kostenlos Räume im ehemaligen Willehad-Hospital genutzt werden. Dies war immer eine befristete Lösung – bis zum geplanten Umbau der Räume. Nun wird die Baumaßnahme konkret, bis Ende des Monats muss das Domizil geräumt sein, der Strom wurde bereits abgestellt. Händeringend sucht das ehrenamtliche Team eine neue Bleibe.

Ende Oktober war Godzik zu Gast in der NDR Talkshow und startete dort einen Hilferuf. Es gibt bekanntlich zahlreiche Leerstände in der Stadt – die große Hoffnung ist, dass ein*e Eigentümer*in solche Räume kostenlos zur Verfügung stellt und zusätzlich jemand für die Nebenkosten aufkommt. Die Obdachlosenhilfe ist bislang kein eingetragener Verein, der durch Mitgliedsbeiträge und Spenden über einen Etat für Miet- und Nebenkosten verfügen könnte.

Nach dem NDR-Aufruf erhielt Godzik zwar zwei Angebote, sie entschied sich für eine Halle in Heppens, doch inzwischen entpuppte sich dieses Angebot als Luftnummer. Die Zeit läuft der Obdachlosenhilfe davon – auf vielen Kanälen wird der Hilferuf verbreitet und auch wir unterstützen den Appell, eine ohnehin ungenutzte Räumlichkeit für diesen guten Zweck zur Verfügung zu stellen.

Okt 292019
 

BUND und NABU widersprechen der Darstellung der Jagdpächter

Wildschwein. Foto: BUND

Wildschweine sind Allesfresser und deshalb für bedrohte Vogelarten und ihre Lebensräume eine große Gefahr. Foto: BUND

(red) Im WZ-Artikel vom 22.10. „Wildschweine: Stadt braucht Bedenkzeit“ erhielten die Jagdpächter Gelegenheit, die Situation im Naturschutzgebiet Voslapper Groden aus ihrer Sicht darzustellen. Naturschutzverbände kritisieren diese Darstellung als einseitig und in Teilen falsch. In einer gemeinsamen Presseerklärung erläutern die Wilhelmshavener Kreisgruppen des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und des NABU (Naturschutzbund Deutschland) die naturschutzfachlichen Zusammenhänge.

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Okt 232019
 

Dazwischengefunkt

Die Bahnstrecke bei Sengwarden soll monströs verpackt werden. Foto: Gegenwind

Die Bahnstrecke bei Sengwarden soll monströs verpackt werden. Foto: Gegenwind

(iz) Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Auch die Deutsche Bahn nicht. Aber vermutlich kommt der Konzern nicht drumherum, die Sengwarder Marsch mit einem Bauwerk zu verschandeln, das seinesgleichen sucht. Der Hintergrund sind sehr spezielle Anforderungen der Marine zum Schutz ihrer Funkanlage auf dem Sengwarder Kasernengelände.

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Okt 062019
 

Mit Spaß und Kreativität gegen die Verschwendung von Lebensmitteln

Bunte Möhrenvielfalt. Foto: BUND

Foto: BUND

Am kommenden Donnerstag lädt die BUNDjugend Wilhelmshaven gemeinsam mit der Initiative SelbstFairSorgt zu einer Schnibbelparty ins Jugendzentrum „Point“ ein. Aus geretteten Lebensmitteln wird gemeinsam etwas Tolles gekocht. Begleitet wird das Ganze mit Musik, zu der natürlich gern getanzt werden darf. Eingeladen sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren.

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Sep 272019
 

Logo DIE PARTEI Wilhelmshaven

Unvollständige Berichterstattung/ Möglicher Investor und Betreiber Möbelmarkt Potenburg wird von die PARTEI Wilhelmshaven abgelehnt

Pressemitteilung vom Ratsmitglied Andreas Tönjes, Die PARTEI Wilhelmshaven| 27. September 2019 * Mit Erstaunen wurde heute die Berichterstattung in der Wilhelmshavener Zeitung vom Ratsmitglied Andreas Tönjes (Die PARTEI) zur geplanten Ansiedelung eines Möbelmarktes in Potenburg aufgenommen. Mit keinem Wort wurde dort erwähnt, daß es nicht nur Bedenken gegen die Größe der innenstadtrelevanten Randsortimente gibt, sondern auch der mögliche Investor und Betreiber massiv kritisiert wurde. In einer flammenden Rede im Rat warf Tönjes den Sozialdemokraten eine mehr als fragwürdige Entscheidung vor. Wie bereits bekannt ist, will sich die Möbelhauskette XXXLutz in Potenburg ansiedeln und führt, wie aus einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden hervorgeht, seit Januar 2014 mit der Stadt Verhandlungen darüber. Obwohl mit wenigen Recherchebemühungen die Aggressivität des Marktteilnehmers ermittelbar gewesen wäre, wurden die Pläne aber weiterverfolgt. Mit allen Tricks versuchen nun Teile der politischen Entscheidungsträger das CIMA Einzelhandelskonzept und die dortigen Empfehlungen zu umgehen. „Wir haben hier einen äußerst aggressiven Marktteilnehmer aus der kapitalistischen Steinzeit, der gewerkschaftliches Treiben als „Wiederauferstehung des Kommunismus“ sieht.“ äußert sich Tönjes kritisch zu dem Investor. Investoren mit einer solchen Einstellung würden sich nicht um unsere Innenstadt kümmern, sie sehen einzig und allein ihren Profit, ergänzt Ratsherr Tönjes. Dass dieser nicht nur auf Kosten der Mitarbeiter gesteigert wird, sondern auch auf Kosten des Gemeinwohls, zeigt sich denn auch bei weiteren Nachforschungen. Ein nahezu undurchdringliches Firmengeflecht, hat Tönjes dabei recherchiert und auch POCO gehört zu 50% der XXXLutz-Gruppe. Dieses Geflecht reicht bis nach Malta und beinhaltet ein Steuersparmodell, wie es Apple, Google oder auch Ikea betreiben.

Dabei richtet Tönjes auch den Blick in Richtung Österreich, dort erkenne man schnell, daß auch hier wieder eine Politik der Konzerne betrieben wird. Der ehemalige österreichische Finanzmister, war z.B. Teil von XXXLutz. Tönjes rät nun den örtlichen Genossen der SPD, sich doch mal bei der ver.di über diesen Arbeitgeber zu Informieren, der regelmäßig gegen Gesetze verstoße. Ein Blick nach Mannheim oder München würde auch schon reichen. „Wir brauchen vor Ort sicher noch einen Anbieter für Möbel, aber keinen rücksichtslosen Frühkapitalisten, der für jeden Sozialdemokraten eigentlich kein roter Stuhl sein sollte, sondern ein rotes Tuch“, empört sich Tönjes über die Genossen, die seiner Meinung nach ihre sozialen Wurzeln völlig vergessen haben. Die Glaubwürdigkeit eines solchen Politikanbieters darf auch weiter bezweifelt werden und Tönjes führt weiter aus, ihm sei jeder Millionär, der vor Ort investiert, lieber, als ein Milliardär auf Malta.

Sep 242019
 

Die Plastikflut schlägt große Wellen

BUNDjugend und Kreisgruppenmitglieder schufen gemeinsam ein Müll-Kunstwerk. Foto: BUND

BUNDjugend und Kreisgruppenmitglieder schufen gemeinsam ein Müll-Kunstwerk. Foto: BUND

„StreetArt“ der besonderen Art: Die BUNDjugend Wilhelmshaven macht das Plastikmüllproblem mit einem Kunstwerk in der Marktstraße sichtbar. Jeder kann Teil des Projektes werden.

(red) Einen Tag nach dem weltweiten Klimastreik, an dem sich in Wilhelmshaven etwa 500 Menschen beteiligten, ging es für die BUNDjugend Wilhelmshaven mit konkreten Aktivitäten weiter. Am Samstagvormittag sammelten die jungen Umweltschützer rund um den Banter See Müll. Im Anschluss wurden die Fundstücke – überwiegend Verpackungsmaterial und andere Einwegartikel aus Plastik – zu einer besonderen Skulptur verarbeitet: In mehreren Stunden Arbeit entstand vor den Augen vieler interessierter Passanten in der Marktstraße eine „Welle“ aus Plastikmüll. Unterstützt wurde der BUND-Nachwuchs von Mitgliedern der BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven und der JadeWale.

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Sep 012019
 

"Lasst uns die Warnungen erneuern ... !"

Gedenkfeier zum Antikriegstag am Wilhelm-Krökel-Platz

Kranzniederlegung zum Antikriegstag 2019. Foto: Gegenwind

Kranzniederlegung zum Antikriegstag 2019. Foto: Gegenwind

(red) Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der 2. Weltkrieg. In der Bundesrepublik Deutschland wird dieser Tag alljährlich als „Antikriegstag“ begangen. Die westdeutsche Initiative für diesen Gedenktag ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aus, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zu Aktionen aufrief. In Wilhelmshaven findet die Gedenkveranstaltung traditionell am Wilhelm-Krökel-Platz statt.

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Aug 252019
 

Bröckelnde Fassade der zivilisierten Gesellschaft

Grandios: „Der Gott des Gemetzels“ an der Landesbühne

Szene aus "Der Gott des Gemetzels". Foto: Landesbühne

Szene aus „Der Gott des Gemetzels“. Foto: Landesbühne

(iz) Zwei Ehepaare, zwei vorpubertäre Söhne, zwei ausgeschlagene Schneidezähne: Mehr braucht es nicht für ein intensives wie unterhaltsames Kammerspiel, in dem innerhalb von 80 Minuten alle Register menschlicher Interaktionen gezogen werden.

Ach ja, ein Hamster spielt dabei noch eine Rolle, er bleibt aber genauso unsichtbar wie die beiden Rotzlöffel, deren handfeste Auseinandersetzung Anlass für das Zusammentreffen der beiden Elternpaare ist. Formal werden sie sich über die Schuldfrage schnell einig, ohne große Umschweife ist das Schriftstück für die Krankenversicherung unterzeichnet. Aber es wäre ja schade, wenn das Stück nach zehn Minuten vorbei wäre – denn jetzt geht es erst richtig los. Die Eltern des schlagkräftigen Jungen sind schon im Gehen begriffen, doch dann ist es nicht nur der von den Gastgebern angebotene Kuchen, der sie zum Bleiben veranlasst. Zunächst fliegen kleine nadelspitze Bemerkungen hin und her, in scheinbar trauter Einigkeit verteidigen beide Paare ihre Brut und ihr Beziehungsgebäude. Doch im Eifer des Gefechts- zu späterer Stunde noch durch Alkohol befeuert – beginnen die Fassaden zu bröckeln und die Protagonisten sich zu entblößen. Die Solidarität der Paarbeziehungen löst sich auf. Es folgt ein fortwährender Rollentausch im klassischen Verfolger-Opfer-Retter-Dreieck, statt zwei gegen zwei heißt es am Ende jede*r gegen jede*n. Was von der Anlage her nach Boulevard-Komödie riecht, entpuppt sich als tiefgründige Kritik an den Konventionen unserer scheinbar zivilisierten Gesellschaft. So amüsant die scharfzüngigen Dialoge auch sind, beim Zuschauen bleibt das Lachen oft im Halse stecken, weil sich jede*r in den Protagonisten wiedererkennt.

Das Stück „Der Gott des Gemetzels“ der französischen Autorin Yasmina Reza eroberte nach der Uraufführung 2006 die Bühnen der Welt. Allein im deutschsprachigen Raum wurde es an über 90 Theatern gespielt. Mit der Verfilmung von Roman Polanski 2011 gelangte es auch über Theaterkreise hinaus zu Weltruhm. Abgesehen von zwei Außenaufnahmen bleibt jedoch auch der Hollywood-Film ein Kammerspiel, das macht ihn so besonders – er lebt von den pointierten Texten und damit vom Spiel der Mitwirkenden. Genau wie auf der Bühne, und das machen die vier vom Ensemble der Landesbühne ganz großartig: Aida-Ira El-Eslambouly als Anette, die als Anlageberaterin zunächst auch diesen privaten (Vor)Fall kühl-professionell abwickeln will, bis es ihr im wahrsten Sinne des Wortes hochkommt; Sven Heiß als ihr Gatte Alain, der während des Vierer-Disputs ständig am Handy hängt, um als Anwalt eines Pharmakonzerns einen Skandal zu vertuschen; Aom Flury als Michel, der bodenständige Haushaltswarenhändler und Familienvater, der sich am Ende als Zyniker entpuppt; und Ramona Marx als sozial engagierte Buchautorin Véronique, die inmitten des Gemetzels immer wieder an das Gute appelliert, bis auch ihr am Ende sichtbar fast die Halsschlagader platzt. Alle vier spielen sich (unter Regie von Krystyn Tuschhoff, cooles Bühnenbild: Uta Materne) nach und nach in Rage und entwickeln und entlarven dabei überzeugend ihre Rollencharaktere – absolut sehenswert!

Abspann: Für diese wundervolle Inszenierung kommen weder Hamster noch andere Tiere zu Schaden, wohl aber ein Blumenstrauß.

Weitere Termine im TheOs Wilhelmshaven: Sa., 31/08/2019, 20.00 Uhr; Sa., 14/09/2019, 20.00 Uhr; Do., 26/09/2019, 20.00 Uhr; Mi., 02/10/2019, 20.00 Uhr; So., 13/10/2019, 18.00 Uhr; Fr., 25/10/2019, 20.00 Uhr; Fr., 01/11/2019, 20.00 Uhr; Sa., 09/11/2019, 20.00 Uhr; Mo., 25/11/2019, 20.00 Uhr. Weitere Termine möglich!

Jul 232019
 

Ignoranter Startschuss

Norddeutsche Hafenkooperation mit Hamburg, Bremen und Wilhelmshaven würde die Elbvertiefung überflüssig machen

Elbinsel bei Glückstadt. Foto: Gegenwind

Elbinsel bei Glückstadt. Foto: Gegenwind

Am heutigen Dienstag läuten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann den Start der Arbeiten für die umstrittene Elbvertiefung ein. Damit beginnt die größte Flussvertiefung aller Zeiten an der Tideelbe. Die Umweltverbände BUND, NABU und WWF befürchten gravierende Verschlechterungen für die Flussökologie und halten das Projekt weiterhin für rechtswidrig.

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