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Mai 152007
 

Aida Diva?

Für viele Fragezeichen sorgte die Diskussion um eine mögliche Trennung der WTF von ihrer Geschäftsführerin Aida Kleinschmidt. Konkrete Gründe wurden dabei zunächst nicht benannt. Mehrere Ratsfraktionen äußerten sich sehr zufrieden über die Arbeit der Kulturmanagerin. Doch nun hat der WTF-Aufsichtsrat „mit breiter Mehrheit“, so Oberbürgermeister Eberhard Menzel als Vorsitzender des Gremiums, beschlossen, das Arbeitsverhältnis zum 31. Juli zu beenden.


Begründet wurde die Entscheidung mit einer „nachhaltigen Störung des Vertrauensverhältnisses“. Kleinschmidt hat Ende 2005 eine Klage erhoben, die feststellen sollte, dass neben ihrem Anstellungsvertrag bei der WTF ein weiterer Anstellungsvertrag bei der durch eine Umstrukturierung entstandenen WTF-Stadtwerke bestand, aus dem ein doppelter Gehaltsanspruch abgeleitet wurde. „Erhebliche finanzielle Forderungen Aida Kleinschmidts wurden durch den Aufsichtsrat bereits im September 2005 abgelehnt.“ Die Position der Geschäftsführung soll so schnell wie möglich wieder besetzt werden.
Kleinschmidt zeigte sich bestürzt über die Kündigung. Aus ihrer Sicht dient ihr Klageverfahren, das noch nicht abgeschlossen ist, der Klärung der gesellschaftsrechtlichen Verhältnisse als Folge der umfangreichen Umstrukturierungsmaßnahmen aus dem Jahr 2004 bei der Stadt Wilhelmshaven und der städtischen Holding. Zudem hätten seit Ende 2004 ständige Verhandlungen unter Beteiligung des Oberbürgermeisters stattgefunden, um eine gütliche Einigung herbeizuführen. Somit sieht sie ihrerseits das Vertrauensverhältnis nicht gestört und wird ihren Vertrag „weiterhin mit gleicher Intensität und Elan erfüllen“.
Über die Jahre gab es auch seitens der kulturinteressierten Bevölkerung Kritik an Kleinschmidt, die sich daran festmachte, dass unter ihrer Führung das städtische Kulturangebot zunehmend kommerzialisiert wurde. Die Palette der Veranstaltungen folgte dem Mainstream, wurde schmaler, flacher und teurer und eine Mitwirkung „von unten“ nahezu unmöglich, nachdem für die Nutzung des Pumpwerks Gebühren erhoben werden, die bürgerschaftliche Initiativen schwerlich aufbringen können. Dieses rigide Sparprogramm wird allerdings die Verantwortlichen der Stadt eher entzückt haben, die Lebensqualität allein an Arbeitsplätzen festmachen und „weiche“ Bedingungen wie Soziales, Bildung, Kultur, Natur und Umwelt nur als Ballast betrachten.
Auch ist Aida Kleinschmidt dafür verantwortlich, dass gewachsene betriebliche Strukturen zerstört wurden und dass sich innerhalb des Betriebes ein von vielen MitarbeiterInnen als „nicht zum Aushalten“ bezeichnetes Betriebsklima entwickelte und viele WTFler hoffen, dass der Aufsichtsrat mit seiner Kündigung oben bleibt.
Die qualitative Beurteilung der Arbeitsergebnisse war allerdings nicht Grundlage der Kündigung. Nach den vorliegenden spärlichen Informationen waren es eher persönliche Befindlichkeiten. Unabhängig von ihrer fachlichen Linie hat Frau Kleinschmidt wie alle Arbeitnehmer/innen das Recht auf eine rechtliche Auseinandersetzung mit ihrem Arbeitgeber. Ob ihre Forderungen berechtigt sind, haben allein Juristen zu entscheiden. Der Arbeitgeber mag darüber sauer sein, eine Kündigung nur aus diesem Grund ist jedoch unangemessen. Und so lange der Aufsichtsrat da nicht mehr vorzubringen hat, ist die Entscheidung sachlich nicht nachvollziehbar.
Dass ein Vertrag nicht verlängert wird, ist ja keine Seltenheit – man hätte Frau Kleinschmidt davon vielleicht etwas früher unterrichten sollen (damit sie sich neu orientieren kann); ansonsten kann sie sich über die Art der Behandlung nicht beschweren – die kennen ihre MitarbeiterInnen zur Genüge. (hk/iz)

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