Leserbriefe

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Jul 232002
 

 

Leserbriefe:

Hallo Redaktion Gegenwind!
Ich lese eure Zeitung stets mit großen Interesse, so auch die Ausgabe Nr. 180.
Auch die unendliche Geschichte über die Bahn habe ich mit großen Interesse gelesen. Ich gebe euch in allen Punkten recht bzgl. der Profilierungssucht unserer Politiker. Den wichtigsten habt ihr aber vergessen, unseren Bundeskanzler Gerhard Schröder. Dieser hatte noch in seiner Eigenschaft als Landesvater Niedersachsens der Stadt die Elektrifizierung versprochen und vollmundig über Rundfunk und Presse veröffentlicht. Nur passiert ist bis heute nichts. Den letzten Absatz in eurem Bericht, dass die Elektrifizierung für den Personenverkehr keine Rolle spielt, kann ich so nicht teilen. Es hat nichts damit zu tun, ob die DB AG oder die Nordwestbahn hier fährt. Auch die Nordwestbahn ist im Besitz von sogar nagelneuen Mehrzweck-E-Loks, die allerdings vorerst überwiegend im Güterverkehr NWB Cargo eingesetzt werden.
Das Fehlen der Elektrifizierung verhindert zudem den Anschluss bzw. die direkte Verbindung von Wilhelmshaven nach Bremen/Hannover, die erneut verschoben wurde. Wäre der Draht, könnte die Landesnahverkehrsgesellschaft ohne weiteres die NWB mit den Betrieb der RB-Züge ab Oldenburg nach Bremen, Abfahrt stündlich Minute 41, beauftragen bzw. nach Wilhelmshaven verlängern. Hier bräuchten nicht einmal große Fahrplanänderungen vorgenommen zu werden.
Überhaupt würde eine anstehende Elektrifizierung nur Sinn machen, wenn der Draht bis Osnabrück gelegt würde, um nicht erneut eine Lücke zu hinterlassen. Sonst dürfte man nach Bremen durchfahren und nach Osnabrück umsteigen.
Natürlich müsste der Zug/Wagenpark zum Teil umgestellt werden, wie es das Land in Zusammenarbeit mit der DB Regio für die Regional-Linie Hannover-Bremen-Norddeich ab 15. Dezember 02 vornimmt. Hier werden 40 neue Doppelstockwagen einschl. Steuerwagen für den Wendezugbetrieb und 8 E-Loks für 66 Millionen Euro beschafft (stand nicht in der WZ)!
Die Kosten teilen sich Bahn und Land. Hiermit wird der 2 Stunden-Takt der Regional-Expresszüge auf der o.a. Linie gefestigt. Es geht also! (Siehe Ems-Jade-Bahn April 2002).
Ob die Innenstadt durch den Draht weiterhin mehr verschandelt würde oder nicht, liegt doch eigentlich mehr daran, wann DB AG und die Stadt dem Unkraut in diesem Areal beikommen bzw. die Parkplätze neben dem Fitnesscenter und der ehemaligen Waschanlage entlang der Ebertstraße gebaut werden.

Mit freundlichen Grüßen H.-J. Zschiesche


Liebe Gegenwind-Redaktion,
zuerst einmal möchte ich meine Hochachtung gegenüber Ihrer Zeitschrift aussprechen.
Als Student an der Wilhelmshavener Fachhochschule lese ich immer sehr aufmerksam jede neue Ausgabe und bin immer wieder aufs neue bestürzt über die schreckliche „Cliquen-Wirtschaft“, die hier in Wilhelmshaven weit verbreitet ist. Umso besser finde ich es, dass Sie in Ihrer Zeitschrift diese Schandtaten immer wieder zu Tage fördern!

Nun zum Artikel „Rettet die Südzentrale“:
Ohne jetzt kleinlich wirken zu wollen, sind mehrmals die Jahreszahlen, in denen das Gebäude ungenutzt geblieben ist, falsch abgedruckt worden. Zitat: „Ende 1998 zogen die Bewohner der Betriebswohnung aus….“ Ich denke, es handelt sich hier um einen Zahlendreher, da das Gebäude ja schon 10 Jahre leer steht. (Anm.: Kein Zahlendreher)
Ich hoffe, dass es zur Gründung der Bürgerinitiative zur Rettung des Baudenkmals kommt.
Super wäre es natürlich, wenn man eine Art Fonds einrichten könnte, in den Spendengelder laufen könnten, die für den Erwerb des Grundstücks nebst Gebäude verwendet werden sollten. Denn die Stadt ist zum einen chronisch pleite, und wenn es dennoch irgendwann an die Stadt fallen sollte, wird daraus wieder eine andere „unendliche Geschichte“, wie sie sich bei vielen anderen Projekten schon ergeben hat.
Meiner Meinung nach ist die Stadt einfach nicht in der Lage (vielleicht aus reiner Dummheit), sich um die Umnutzung solcher Bauten zu kümmern. Ein solches Bauwerk gehört in private Hände, wie z.B. einer Art Betreibergesellschaft (auf keinen Fall die WHV Projekt GmbH – das wäre einen Bock zum Gärtner machen). Man könnte daraus eine Art von Aktiengesellschaft machen, bei der die Bürger Wilhelmshavens für ihre Spende zum Erhalt auch einen Anteilsschein als Aktionär erwerben…. nur mal so als Idee….
Möglichkeiten der Nutzung gibt es meiner Meinung nach nämlich zuhauf.
Der Teil, der der Rheinstraße zugewandt ist, könnte zum Beispiel mit Lokalen, wie Eisdielen und Cafés, besetzt werden und somit eine Biergarten-Atmosphäre in unmittelbarer Nähe zu Südstrand und Bontekai bieten. Eine Art Bindeglied zwischen den Ausflugszielen und eine Bereicherung der Promenaden.
Die ehemalige Betriebswohnung kann als repräsentatives Bürogebäude in herrlicher Lage sicherlich schnell neue Mieter finden. Die riesigen Hallen könnten als Mehrzweckhallen dienen, für Konzerte (die mehr Menschen anziehen als 1.000), Musical-Aufführungen, für Wanderausstellungen (die Kunsthalle könnte mal größere Wanderausstellungen mit Auslagerungen an der KW Brücke beherbergen). Firmenmessen und Ausstellungen, ja sogar als eine Art „Kongresszentrum am Meer“ wäre durchaus denkbar und käme allen Wilhelmshavenern zugute.
Die Stadt möchte doch immer ein reichhaltiges Kulturangebot präsentieren, aber zu mehr als ein bisschen Kleinkunst im Pumpwerk oder ein paar Konzerten in der Stadthalle reicht es leider nicht. Orte wie Aurich machen es uns vor. Jährliche Open-Air-Veranstaltungen mit international bekannten Gaststars ziehen Unmengen von Menschen an, etwas, was in WHV undenkbar ist.
Eine Gruppe von Studenten wollte im Expo-Jahr 2000 eine Konzert-Veranstaltung im Jade-Stadion produzieren und hatte schon Sondierungsgespräche mit Gruppen wie den Toten Hosen, Status Quo und Fury in the Slaugtherhouse geführt. Ja sogar die Finanzierung des Events stand schon auf stabilen Beinen. Da hat die Stadt als Miteigentümer des Stadions ihr Veto eingelegt, mit der Begründung, dass keine Konkurrenzveranstaltungen zur Expo stattfinden sollten. Wobei ein Abend mit Ingo Appelt am Südstrand meiner Meinung nach nicht unbedingt als Konkurrenzveranstaltung für ein Rockkonzert gesehen werden kann.
Aber derartige Ideen werden von der WPG ja immer wieder gerne abgeblockt. Manchmal denke ich dann schon, die wollen nicht, dass man was für die Stadt macht, weil die Idee nicht von ihnen selbst gekommen ist. Eine Erfahrung, die wir bei der Produktion von Veranstaltungen für Studenten in Bezug auf die Stadt bzw. WPG immer wieder gemacht haben.

Mit freundlichen Grüßen  Stephan Pundt

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