Gegenwind 1996
Mai 081996
 

Wie vor jeder Kommunalwahl

beginnt sich auch in diesem Jahr das Personalkarussell in der Stadtverwaltung zu drehen. Die erste Frage, die sich dabei stellt, ist, ob sich die Anzeichen bewahrheiten, daß Oberstadtdirektor Schreiber in nicht all zu weiter Ferne in den wohlverdienten Vorruhestand geht. Brisanter wird’s allerdings bei Stadtdirektor Wolfgang Frank und Stadtbaurat Klaus-Dieter Kottek. Aus der kräftig dampfenden Gerüchteküche war zu hören, daß beide noch vor der Kommunalwahl vorzeitig wiedergewählt werden sollen. So ganz sicher ist man sich bei der SPD wohl nicht, daß es auch diesmal wieder zur Regierungspartei reicht. (hk)

Mai 081996
 

Prophet im Konkurs

Schlitzohr van Weelden, Chef der Beta-Raffinerie, bootet Streithähne aus

(hk) Knapp 6 Jahre nach dem Kauf der Mobil-Raffinerie durch Beta mußte Johan Anton (Hans) van Weelden Konkurs anmelden. Der Gegenwind (und andere Kritiker der Wiederinbetriebnahme durch Beta) warnten schon damals vor den undurchsichtigen Strukturen bei Beta. Der Verdacht, daß da jemand die Raffinerie in Betrieb nehmen wollte, um ordentlich abzuzocken, scheint sich zu bestätigen. Der Gegenwind sprach mit Johan Anton van Weelden über den Konkurs und über die Zukunft der Beta-Raffinerie.

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Mai 081996
 

Vorteilhaft

Politik und Eigennutz – wächst da zusammen, was zusammen gehört?

(ub) „Geschäft und Politik“ sind für den SPD-Ratsherrn Arend Roland Rath, eigenem Bekunden zufolge, „ein und dasselbe“. Die oft kritisierte Verquickung von kommunalpolitischem Agieren mit (eigenen) Geschäftsinteressen sind für Rath offensichtlich derart selbstverständlich, daß er oben genannte Einstellung seinen SPD-Genossen gleich zweimal vortrug. Zunächst auf der Jahreshauptversammlung der SPD Mitte im Januar d. J. und dann auch bei der Ortsversammlung im März d. 1., auf der Rath wieder auf einen aussichtsreichen Listenplatz für die Kommunalwahl gewählt wurde.

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Mai 081996
 

Achtung vor den Opfern

Antifa will Denkmal für die Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz aufstellen

hk) Bis wenige Stunden vor dem Ende des 2. Weltkrieges wurden auf dem Schießstand an der Fortifikationsstraße (heute Freiligrathstraße) Militärangehörige hingerichtet. Häufigstes Vergehen: Fahnenflucht. Aber auch für einen Diebstahl konnte man schon von der nationalsozialistischen Militärjustiz mit dem Tode bestraft werden. Das Antifaschistische Bündnis Wilhelmshaven will diesen Menschen ein Denkmal setzen.

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Mai 081996
 

Raum für Phantasie

BKA will Störtebeker Park besser nutzen

(ft/noa) Ein etwas anderer Freizeitpark wird in Wilhelmshaven in diesem Jahr eröffnet. Es gibt aber keinen Eröffnungstermin, keine Eröffnungsfeier, keine Eröffnungsrede. Es ist eben ein etwas anderer Freizeitpark, und deshalb gibt es eine etwas andere Eröffnung.

Die Rede ist vom Störtebeker Park, an der Freiligrathstraße zwischen Stadtreinigung und Kreuzelwerk gelegen, der seit nunmehr fünf Jahren in der Trägerschaft von Beratung, Kommunikation und Arbeit e.V. entsteht und noch nicht fertig ist. Er wird auch nicht „fertig“ werden, sondern in gewisser Weise immer weiter entstehen.
Daß das so ist, hat etwas mit der „Philosophie“ des Trägervereins zu tun: BKA etabliert Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte, bei denen Menschen, die z.T. jahrelang arbeitslos waren, für ein, zwei oder drei Jahre einen Arbeitsplatz finden, bei denen aber „nebenbei“ etwas entstehen soll, das Sinn und Zweck hat. Weiterlesen »

Mai 081996
 

Kritische Politik

braucht öffentliche Foren. Die Politische Werkstatt bietet neben der Zeitung „Werkstatt-Forum“ einen Treffpunkt an, um die politische Vereinzelung zu überwinden und Formen von Öffentlichkeit zu diskutieren. Ist die gesamtgesellschaftliche Veränderung eine Mode von gestern? Werkstatt-Cafe: jeden 1. und 3. Samstag im Monat von 16 bis 19 Uhr in der PERSPEKTIVE, Schellingstr. 21.

Mai 081996
 

1945

heißt das neue Rocktheaterprojekt des Jugendclubs des Jungen Theaters. Zu sehen ist es noch am 8. und 9. Mai, jeweils um 20 Uhr, am Südstrand 108. (Vorverkauf/Vorbestellung Theaterkasse Stadttheater (Tel. 940115)
11 bis 13 Uhr und 18 bis 19 Uhr, Vorstellungskasse eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Mai 081996
 

Umgezogen

ist Wilhelmshavens Naturkostladen „Jonathan“. In der Grenzstraße 16 finden die KundInnen nun in helleren, freundlichen Räumlichkeiten auch Naturtextilien und ein besonderes Angebot für AllergikerInnen. (iz)

Mai 081996
 

Ausgebrannt

ist Wilhelmshavens vielleicht beliebteste Szenekneipe – Opfer einer umgekippten Kerze, die einen kleinen Moment unbeobachtet war. Das besondere am Rockfisch war wohl, daß er nie etwas Besonderes sein wollte: gänzlich unprätentiös kam er daher, ohne peppige Aufmacher. Und so fühlten sich dort alle wohl, die nicht ständig auf der neuesten Kneipen-Modewelle mitschwimmen wollten: mit dem Rockfisch konnte man einfach drunter weg tauchen. Nach einigen Wochen, in denen häufig „wo soll man denn jetzt noch hingehen“ zu hören war, gibt es nun Gerüchte, daß der Laden wieder aufgebaut werden soll. Schön wär’s. (red)

Mai 081996
 

Hinterlegte Lügen?

OB Menzel: Es macht mich betroffen, daß es in dieser Stadt Leute gibt, die mir so etwas zutrauen

Artikel von Günther Handlögten und Henning Venske, der die politische Landschaft Wilhelmshavens veränderte. Mit ollen Kamellen (Mey-Grundstück), mit brisanten Themen (Müllkippe Kirchreihe, ICI-Dioxin) und mit der Behauptung, daß Persönlichkeiten dieser Stadt, unter ihnen Oberbürgermeister Menzel, politisch, geschäftlich und privat mit Neonazis Kontakt haben sollen. Im Gegenwind 132 forderten wir OB Menzel auf, alle gerichtlich möglichen Schritte dagegen einzuleiten, weil wir uns nicht vorstellen konnten, daß Journalisten ohne handfeste Belege solche Behauptungen aufstellen.

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Mai 081996
 

Politische Wäsche

Koût contra Biehl, Biehl contra Koût

Im letzten Gegenwind reagierte der Vorsitzende der Grünen, Werner Biehl, mit einem Leserbrief auf ein Gegenwind-Gespräch mit Andreas Koût, in dem dieser die Gründe für seinen Austritt aus den Grünen darlegte. Wrner Biehl warf in seinem Leserbrief Andreas Koût vor, daß 1. er in erster Linie in der Frage der Asylantenunterbringung versagt hätte, daß 2. die Gruppe um Andreas jeder innerparteilichen Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen sei, daß es 3. keinen unbemerkten Richtungskampf im Kreisverband gegeben habe, daß 4. die Sozis ihm ständig suggeriert hätten, daß man die Musikinitiative hätte retten können, wäre er nicht bei den GRÜNEN, daß 5. Andreas durch sein Pro-EXPO-Votum ein massives Auftreten der Grünen gegen die EXPO verhindert hätte und daß es ihm 6. nicht um die Lösung eines innerparteilichen Konflikts gegangen sei, weil er noch ein anderes Süppchen auf dem Herd hat.

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Mai 081996
 

Umwelt schützen

 

Kleinkram?
Ein vielfach benutztes Argument in Sachen Umweltschutz ist dieses, daß, würden die UnternehmerInnen Initiative an den Tag legen, wesentlich mehr erreicht werden könnte.
Ein anderes, ebenso bekanntes Argument besagt in gleicher Sache, daß, würden die PolitikerInnen Initiative zeigen, wesentlich mehr erreicht werden würde.
Ein Mißverständnis? Schuldzuweisungen? Zum Glück, so sagt sich mancher, gibt es ja (noch) den Bürger! Weiterlesen »

März 271996
 

Totgeschwiegen

Versickern die Gutachten im Sumpf? Informationen über Altlasten, IGS und Gutachten.


133_titelInhalt

Die Auseinandersetzung um die Bewertung der Altlasten am Standort der ehemaligen Müllkippe Kirchreihe bekam durch eine RTL-Sendung neue Nahrung – für uns Anlaß, die Fakten in Erinnerung zu rufen

Wird aus Radio Jade ein“ Klöpper-Radio“? Anonyme Mitglieder des Radio-Vereins faxten ihre Befürchtung an die Zeitungen in WHV und Umland.

Der neue Fahrstuhl im Rathaus: ein Schildbürgerstreich? Warum Behinderte zu diesem Schluß kommen könnten, lesen Sie in dieser Ausgabe.

Ein Musterbeispiel dafür, wie man durch Weglassen von Fakten eine Meldung umkehren kann, bot uns die WZ am 16. März. Was die WZ wegließ, ergänzen wir.

Die Verwaltungsreform war schon im letzten GEGENWIND unser Thema. Der Personalrat der Stadtverwaltung kommt zu Wort.

Der GEGENWIND wird auch in Schiffdorf-Wehden gelesen Von dort aus wurde der Ausschlußantrag gegen ein Mitglied des Guttempler-Ordens gestellt.

Der Trögeler-Ausschuß hatte viele Weißmacher. Wer weiß gewaschen wurde und wer uns etwas weis machen will, steht im Artikel: Außer Spesen nix gewesen?

Die Grünen mausern sich immer mehr zur Ersatz-FDP. Hierzu gibt’s einige Hintergrundinformationen.

Einen Großen Zapfenstreich gab es im Marinestützpunkt – Anlaß für die Spaß-Guerilla, eine Hauswurfsendung unter falscher Flagge zu verteilen. Wir wünschen viel Spaß!

Die Druckausgabe: Gegenwind 133

März 271996
 

Verdunkeln und verschleiern

Was hat die Müllkippe Kirchreihe mit den Krebserkrankungen an der IGS zu tun?

(hk) Seit über zwei Jahren hat die Stadt Wilhelmshaven es schwarz auf weiß: Aus dem Deponiekörper der ehemaligen Müllkippe tom-Brok-Straße dringen giftige Substanzen in die Umwelt. Die Stadt hat sich allerdings zum Nichtstun verpflichtet – würde sie die begutachtete Gefährdung anerkennen, kämen Kosten in ungeahnter Höhe auf sie zu.

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