JadeWeserPort 2

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Nov 101999
 

Kaiserliche Wolldecken

Kennen Sie die Geschichte? Sinngemäß: Ein Matrose hatte es versäumt, sich auf eine Prüfung vorzubereiten. Einzig die Vorschriften über die Kaiserlichen Wolldecken in den Kojen der Marineschiffe kannte er in- und auswendig. Und er schaffte es, egal, welche Frage die Prüfungskommission stellte, ob Navigation, ob Waffengattungen, das Thema immer wieder auf die Kaiserlichen Wolldecken zu lenken und die Prüfer mit seinem Wissen zu beeindrucken.

Vergleichbares passierte auf dem „1. Forum zur Marine- und Schiffahrtsgeschichte“ Anfang November im „Columbus“. Es gab tatsächlich viel Interessantes zur Geschichte, aber einige Referenten kriegten geschickt die Kurve zu einer Werbe- und Diskussionsveranstaltung zu ihrem Lieblingsthema, dem Jade-Weser-Port. So John Niemann, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung (WHV) in seinem Referat und anschließender Diskussion zum Thema „Der Wilhelmshavener Hafen auf dem Weg ins nächste Jahrhundert“: „Wir haben nur Freunde an unserer Seite, Parteien, Verbände, Gewerkschaften.. Auch die Grünen sind auf unserer Seite. Ein paar Feinde haben wir allerdings – aber die sind nicht so bedeutend. Da sind die Leute vom BUND. Die wollen sowieso was anderes als wir. Die wollen, daß wir irgendwann mal lernen, Gras zu essen. Im Jahre 2010 werden wir einen der schönsten und modernsten Containerhäfen haben. Wir bauen hier keinen Wilhelmshavener Hafen – wir bauen hier einen deutschen Containerhafen! Ich rechne mit vier- bis viereinhalbtausend Arbeitsplätzen – aber die Presse möge das bitte nicht bringen“.
Tun wir aber doch. Die oben erwähnte Versammlung prägt das Meinungsbild von 170 anwesenden Vertretern überörtlicher, einflussreicher maritim interessierter Kreise. Die Existenz einer Bürgerinitiative gegen das Projekt wurde mit keinem Wort erwähnt. Wenn Niemann im Chor mit OB Menzel, Wirtschaftsminister Fischer und FDP-Felmberg eine Diskussion anzettelt, und dabei Tatsachen verschweigt bzw. erfindet (wir haben im BUND-Programm keinen Hinweis auf zukünftige Beweidung von Grünlandflächen durch Menschen gefunden), sehen wir uns gezwungen, unterschlagene durch zu unterschlagende Informationen zu ersetzen. (iz)

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