BUND Wilhelmshaven

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Apr 012009
 

BUND sucht wissenschaftliche Kontakte

In diesem Jahr organisiert die BUND-Kreisgruppe Wilhelmshaven eine Veranstaltungsreihe mit wissenschaftlichen Einrichtungen aus Stadt und Region. Mitglieder und weitere Interessierte haben so die Möglichkeit, die vielfältige Arbeit dieser Institute kennen zu lernen und fundierte Informationen zu erhalten, als vertiefte Grundlage für fachliche Diskussionen und die praktische Arbeit zum Natur- und Umweltschutz in Wilhelmshaven. Den Auftakt machte Carsten Ender vom Deutschen Windenergie-Institut (DEWI).

Der Referent nahm sich viel Zeit, um den Teilnehmer/innen (die auch Fachwissen mitbrachten) Aufbau und Tätigkeitsbereiche des DEWI vorzustellen, vor allem aber auch physikalisch-technische Zusammenhänge der Energieerzeugung aus Wind zu erklären. Beeindruckend war die Expansion der Windkraftnutzung weltweit (Deutschland nimmt hier bei weitem nicht den ersten Rang ein). Auch China setzt – trotz Ausbau von Kohlekraftwerken – auf Zukunftstechnologien.
In der anschließenden Diskussion kamen u. a. die sehr einseitigen Darstellungen zur Sprache, mit denen bestimmte Kreise (allen voran Prof. Appel) die Windkraftnutzung pauschal ablehnen – mit wirtschaftlichen Argumenten: Über das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) sei die Windenergie exorbitant hoch subventioniert und auf Dauer vom Verbraucher nicht bezahlbar – deswegen müsse man weiter auf billigen Kohle- und Atomstrom setzen. Die Anwesenden waren sich einig, dass diese Darstellung unredlich ist: Würde man den Betreibern sämtliche Kosten auferlegen, die durch die Nutzung fossiler bzw. atomarer Brennstoffe entstehen, und sie dann an den Verbraucher weiterreichen – Kohle- und Atomstrom wären unbezahlbar! Aber solange Kohleumschlagsbrücken, Bahnstrecken, Atommüll-End- und -zwischenlager etc. aus Steuergeldern subventioniert werden, merkt der Verbraucher nicht, dass er die Zeche zahlt, und die Energiekonzerne machen weiter hübsche Gewinne, für die auch Arbeiter in den Kohle- und Uranminen menschenunwürdig zu lächerlichen Löhnen schuften.
Diese Infoveranstaltung war nicht ein-, sondern vielseitig, und so wurden auch Nachteile der Windkraftnutzung diskutiert, wie „Verspargelung“ der Landschaft sowie Gefährdungen für die Tierwelt. Carsten Ender hatte nicht auf alles eine Antwort, versuchte aber auch nicht abzuwiegeln – es war ein offener Austausch in angenehmer Atmosphäre. Biologie ist letztlich auch nicht sein Fachgebiet. Hierfür gibt es ja weitere Institute und Kontakte. Karin Patent, die die Reihe für den BUND organisiert, plant die nächste Veranstaltung mit dem Institut für Vogelforschung. Noch im Frühjahr steht ein Besuch der Seeschwalbenkolonie am Banter See auf dem Programm und später im Jahr ein Fachvortrag zur Vogelforschung. Die Teilnahme steht wieder allen Interessierten offen, die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. (iz)

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