Apr 012019
 

Ali_logo

Ali Monatsversammlung
„Wohnung ist ein Menschenrecht!“

Die Arbeitsloseninitiative (Ali) hat zur ihrer für alle Interessierten offenen monatlichen Versammlung am Dienstag den 09. April 2019, um 10.00 Uhr im Gemeindehaus der Christus-Garnisonkirche, Am Kirchplatz 1 in Wilhelmshaven, den Leiter der Niedersächsischen Landesarmutkonferenz (LAK), Klaus Dieter Gleitze, eingeladen.
Thema des Vormittages ist, „Wohnung ist ein Menschenrecht!“. Die LAK Niedersachsen ist ein Zusammenschluss der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen, des DGB-Landesbezirks Niedersachsen / Bremen, von Verbänden und von Initiativen auf Landesebene. Zu den Aufgaben der LAK Niedersachsen gehört es, den gesellschaftlichen Skandal von Armut im Reichtum zu verdeutlichen, Ursachen und Verursacher zu benennen und Vorschläge zur Bekämpfung der Armut auf Landesebene zu entwickeln..
Auch in Wilhelmshaven wird in den nächsten Jahren bezahlbarer Wohnraum für alle die, die nur geringe Gehälter oder gar auf staatliche Hilfen angewiesen sind, immer schwerer zu finden sein. Die Entwicklung, Wohnraum so teuer zu sanieren,dass sich einkommenschwache Personengruppen diesen nicht mehr leisten können, zeigt sich am Beispiel der Wilhelmshavener Südstadt.
Im Anschluss des Vortrages ist wie immer eine offene Diskussion und Meinungsaustausch geplant. Die Ali lädt hiermit alle interessierte Bürger*innen ein.

Jan 022019
 

Logo ALI

Ali Monatsversammlung im Gemeindehaus der Christus- und Garnisonkirche

Die erste öffentliche Veranstaltung der Arbeitsloseninitiative (Ali) im neuem Jahr, wird am Dienstag, 08. Januar 2019, um 10.00 Uhr im Gemeindehaus der Christus- und Garnisonkirche, Am Kirchplatz 1, in Wilhelmshaven stattfinden.
Themenschwerpunkte sind unter anderem die aktuelle Situation in Wilhelmshaven und Friesland und die aktuellen gesetzlichen Veränderungen in 2019 sowie die geplanten Änderungen.

Dez 112018
 

Logo ALI

Arbeitsloseninitiative WHV/FRI begrüßt die Untersuchung zu der Angemessenheit bei den Mieten im LK Friesland
Politik ist nun aufgefordert ein mögliches künstliches Kleinrechnen der Mieten zu verhindern

Pressemitteilung vom 11.12.2018 * Die Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland (Ali) begrüßt die Erhebung von Daten zu den Kosten der Unterkunft (KdU) im Landkreis Friesland ausdrücklich. Viele Leistungsberechtigte aus den Bereichen des Arbeitslosengeldes II (SGB II) und der Grundsicherung bei dauerhafter Erwerbsminderung und Altersrente (SGB XII) bekommen nach den aktuellen Angemessenheitsgrenzen kaum noch eine Wohnungen anzumieten, weil die Mieten oft oberhalb der bewilligten Zuschüsse des Jobcenters bzw. des Grundsicherungsamtes liegen. Wir hoffen, dass die Erhebung und Auswertung der Daten für das schlüssige Konzept des Landkreises FRI in allen Belangen nachvollziehbar ist und veröffentlicht wird, sagte Richard Fiebig (Büroleiter der Ali).
Denn nur eine für alle nachvollziehbare Erhebung und Auswertung des Datenmaterials wird langfristig eine gute Grundlage für die Angemessenheitsgrenzen bei den Mieten im Landkreis Friesland haben. Wir hoffen sehr, dass das Forschungsinstitut Analyse & Konzepte GmbH aus Hamburg, das mit der Auswertung der Daten beauftragt worden ist, sich daran hält, denn maßgeblich sind vor allem neu anzumietende Wohnungen, sagte der Vorsitzende der Ali Robert Schmeling.

Alle Leistungsberechtigten haben bis zur Entscheidung über die zukünftigen Angemessenheitsgrenzen einen Anspruch auf Bewilligung der tatsächlich gezahlten Mieten. Diese sollten bei den zuständigen Ämtern (Jobcenter bzw. Grundsicherungsämter) eingefordert werden.
Diejenigen die noch Zweifel an ihren Bescheiden aus dem Jahr 2017 haben, können nur noch bis Jahresende mit „Überprüfungsanträgen gemäß § 44 SGB X“ und unter Angabe ihres Zeichens zustehende Gelder aus 2017 von den Ämtern einfordern. Auch „fristwahrende Überprüfungsanträge gemäß § 44 SGB X“ ohne sofortige Begründung, mit dem schriftlichen Hinweis, dass eine Begründung nachgereicht wird, sind rechtlich möglich.
Betroffene gewinnen dadurch Zeit, sich rechtlich beraten zu lassen.

 

Dez 042018
 

Logo ALI

Die Arbeitsloseninitiative lädt zur Weihnachtsfeier ins Mehrgenerationenhaus ein

Pressemitteilung vom 4. Dezember 2018 * Die letzte öffentliche Versammlung der Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland e.V. (Ali) in diesem Jahr findet in neuen Räumen in einer gemütlichen adventlichen Atmosphäre statt. Der langjährige Veranstaltungsleiter Günter Kreammer wird einen Rückblick auf das in wenigen Tagen auslaufende Jahr geben und einen Blick in die Zukunft wagen.
Auch in diesem Jahr hat der Betriebsrat der Firma Bahlsen dankenswerterweise wieder dafür gesorgt, das die Ali Kekse und Weihnachtsgebäck auf die Tische im Mehrgenerationenhaus der Banter Kirche stellen kann. Die öffentliche Veranstaltung findet am Dienstag den 11. Dezember 2018 um 10:00 Uhr in der Werftstr.75 in Wilhelmshaven statt.
Geplant ist ein kurzer Jahresrückblick, ein Bericht über die aktuelle und zukünftige Situation von Ratsuchenden und der Arbeitsloseninitiative, sowie ein gemütliches und besinnliches Zusammensein mit heißem Punsch (natürlich alkoholfrei) und viel Süßem.
Die Ali lädt hiermit alle Freunde, Unterstützer*innen und besonders all die Menschen ein, die abhängig von staatlichen Leistungen sind.

Wir wünschen allen kleinen und großen Bürger*innen aus Friesland und Wilhelmshaven ein schönes und friedliches Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr

Nov 052018
 

Logo ALI

Der DGB berichtet über die Ausbildungsplatzsituation bei der Ali Monatsversammlung

Pressemitteilung vom 4. November 2018 * Am neuen Veranstaltungsort am Dienstag den 13. November 2018 um 10:00 Uhr empfängt die Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland (ALI) in ihrer öffentlichen Monatsveranstaltung im Mehrgenerationenhaus der Banter Kirche, Werftstraße 75 in Wilhelmshaven Danny Schnur vom DGB aus Hannover.
Danny Schnur berichtet über die aktuelle Ausbildungsplatzsituation von Azubis und gibt einen Ausblick über Entwicklungen und Probleme.
Die ALI möchte hierüber alle Interessierte am Vortrag und der traditionell anschließenden Diskussion herzlich zur ersten Versammlung im Mehrgenerationenhaus einladen.

Okt 012018
 

Logo ALI

Internationales Kinderhilfswerk Plan bei der Ali

Pressemitteilung vom 31. September 2018 * Am Dienstag den 09. Oktober 2018 um 10:00 Uhr empfängt die Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland (ALI) in ihrer öffentlichen Monatsveranstaltung im Wilhelm-Krökel-Saal des Gewerkschaftshauses Weserstraße 51 in Wilhelmshaven mit Karl Heinz Schaub und Chhabi Lal Dahal zwei Referenten des Internationalen Kinderhilfswerk Plan. 

Das Kinderhilfswerk ist eine religiös und weltanschaulich unabhängige Hilfsorganisation, die sich weltweit für die Chancen und Rechte von Kindern in über 70 Ländern engagiert.

Die beiden Referenten möchten über die allgemeine Vorstellung des Kinderhilfswerkes hinaus die Lebenssituation von Jungen und Mädchen in Nepal erläutern – im Besonderen die immer noch krisenhaften Umstände drei Jahre nach dem schweren Erdbeben.

Chhabi Lal Dahal, der in Wilhelmshaven lebt und arbeitet, kann uns durch seine vielen Besuche in Nepal und seinen familiären Hintergrund einen direkten Einblick in die Lebenssituationen vor Ort ermöglichen.

Die ALI möchte hierüber alle Interessierte am Vortrag und der traditionellen anschließende Diskussion herzlich zur allerletzten Versammlung im Gewerkschaftshaus einladen. Ab November wird die monatliche Veranstaltung an einen neuen noch nicht feststehenden Ort in Wilhelmshaven stattfinden.

Sep 032018
 

Logo ALI

Wilhelmshavener Bürgerinitiative BIZEBAK bei der Ali

Pressemitteilung vom 2. September 2018 * Am Dienstag den 11.09.2018 um 10:00 Uhr empfängt die Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland (ALI) in ihrer öffentlichen Monatsveranstaltung im Wilhelm-Krökel-Saal des Gewerkschaftshauses, Weserstraße 51 in Wilhelmshaven mit Ulf Berner einen der Sprecher der Bürgerinitiative zum Erhalt der Baukultur am Kanalweg (BIZEBAK).

Die Bürgerinitiative, die den Erhalt und die vorrangig nachhaltige Nutzung der historischen Gebäude am Kanalweg und Handelshafen für alle Bürger dieser Stadt zum Ziel hat, versucht eine ähnliche Entwicklung wie bei der Südzentrale zu verhindern.
Herr Berner berichtet über die aktuelle Situation und Mängellage und möchte möglichst viele Bürger dazu aufrufen, sich an diesem Projekt zu beteiligen, damit nicht wieder hinter verschlossenen Türen und am Bürger vorbei bestimmt werden kann.
Ebenfalls soll das von BIZEBAK geplante Straßenfest am 03. Oktober vor dem alten Lagerhaus am Kanalweg vorgestellt werden.
Die ALI möchte hierüber alle am Vortrag und der traditionell anschließenden Diskussion Interessierten herzlich einladen.

Jun 042018
 

Logo ALI

QUEERströmung bei der Ali

Am Dienstag, den 12. Juni 2018, empfängt die Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland (ALI) in ihrer öffentlichen Monatsveranstaltung im Wilhelm-Krökel-Saal des Gewerkschaftshauses, Weserstraße 51 in Wilhelmshaven, mit Georg Berner-Waindok einen der Leiter des Projektes QUEERströmung.
Beginn der Veranstaltung ist um 10:00 Uhr. Georg Berner-Waindok referiert über die Arbeit und Ziele von QUEERströmung und stellt unter anderem ein in Deutschland einmaliges Projekt für Regenbogenfamilien vor. Hauptanliegen ist für Gleichberechtigung und Toleranz zu werben, aber auch gegen Homophobie zu streiten.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen

Mrz 302018
 

Logo ALI

Pressemitteilung vom 29. März 2018 * Die Arbeitsloseninitiative WHV/FRI diskutiert im April mit dem Referenten Olaf Schröder von der Betreuungsstelle der Stadt Wilhelmshaven über mehrere wichtige Themen, die auf alle Menschen möglicherweise zukommen können. Umso wichtiger ist es hierüber informiert zu sein und rechtzeitig die notwendigen Vorkehrungen getroffen zu haben. Die Themen sind: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht. Wer diese wichtigen Dinge des Lebens nicht den Zufall oder Fremden überlassen möchte, sollte sich früh genug damit auseinandersetzen, denn sie sind unabhängig vom Alter der Menschen.
Am 10. April 2018 gibt es hierzu eine Gelegenheit in der öffentlichen Veranstaltung der Ali WHV/FRI um 10.00 Uhr im Gewerkschaftshaus Weserstraße 51 in Wilhelmshaven.

Nov 042017
 

Logo ALI

Pressemitteilung vom 04.11.2017 * Auf der öffentlichen Versammlung am Dienstag, 14. November 2017, im Gewerkschaftshaus Weserstraße 51 in Wilhelmshaven, Beginn 10:00 Uhr, diskutiert die Arbeitsloseninitiative (Ali) das aktuelle Lohnniveau und die daraus resultierende Altersarmut in der Region Wilhelmshaven-Friesland.

Als Referentin ist Magdalene Majeed, Gewerkschaftssekretärin des DGB Oldenburg-Ostfriesland eingeladen. Eine Studie der Kooperationsstelle Hochschule/Gewerkschaften an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der DGB Region Oldenburg/Ostfriesland ist vor kurzem zu diesem Thema erschienen.
Eine weitere Studie zu den Auswirkungen sagt aus:
„Wenn Menschen finanziell absteigen und nur noch ein Einkommen unter der Armutsgrenze zur Verfügung haben, führt das dazu, dass sich ihre sozialen Beziehungen verschlechtern. Das belegt nun erstmals eine für Deutschland repräsentative Studie auf Basis der Daten des Soziooekonomischen Panels (SOEP) am DIW Berlin. Demnach treffen sich in Armut geratene Menschen seltener als zuvor mit Bekannten, Kollegen und Kolleginnen oder Menschen in ihrer Nachbarschaft. Außerdem verändert sich ihr Freundeskreis. Dort finden sich immer weniger Menschen mit einem festen Job. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „European Sociological Review“ veröffentlicht.“

Nov 232014
 

Reformen oder Rechtsvereinfachungen lassen bei der Arbeitsloseninitiative die Alarmglocken schrillen.

AufRecht(hk) Seit über einem Jahr tagt eine Bund-Länder-Kommission, die über Veränderungen des Sozialgesetzbuches II (hierin wird u.a. die Grundsicherung für Hartz IV-BezieherInnen geregelt) berät. Was hier geschieht, veranlasste die Mitarbeiter der Wilhelmshavener Arbeitsloseninitiative (Ali) das Gespräch mit der Presse zu suchen.

Weiterlesen »

Apr 222013
 

Filmvorführung in der ALI

ali

(Pressemitteilung vom 22.04.2013 –hk- ) Am 25. April geht es wieder los. Jeden letzten Donnerstag des Monats zeigt die Arbeitsloseninitiative WHV/FRI um 17:30 Uhr im Wilhelm-Krökel-Saal des Gewerkschaftshauses in der Weserstrasse 51, einen spannenden Dokumentarfilm mit Themen die jeden bewegen. Auftakt macht der DenkMAL-Dokumentarfilm „DAVID gegen MONSANTO“. Weiterlesen »

Feb 012012
 

Arbeit, Arbeit, Arbeit - Der neue OB war bei der Arbeitsloseninitiative

(noa) Für ihre Januar-Versammlung kam die Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/ Friesland auf eine alte Tradition zurück, die aus Gründen, die hier nicht erörtert gehören, eingeschlafen war: Der Oberbürgermeister war eingeladen. In den vergangenen drei Jahren war OB Menzel nicht mehr bei der Januar-Versammlung gewesen, aber jetzt haben wir ja einen Neuen, und da kann man neu anfangen. Weiterlesen »

Dez 012011
 

Was gibt’s Neues?

Logo HartzIV&Recht

Es stehen einige Änderungen an

(noa) In der Monatsversammlung der Arbeitsloseninitiative am 8. November war mal wieder der Oldenburger Sozialrechtsanwalt Alfred Kroll als Referent zugegen, und mal wieder galt „kommt Kroll, wird’s voll“. Wir konnten sogar mindestens fünf Ratsherren im Publikum ausmachen. Weiterlesen »

Nov 012011
 

Gerechtigkeitslücke

ali

Die Arbeitsloseninitiative stellte den Sozialstaat auf den Prüfstand

(noa) Das war mal eine andere Art ALI-Versammlung: ein Geistlicher als Referent. Bernhard Busemann, Pastor der Christus- und Garnisonkirche, gestaltete bei der Arbeitsloseninitiative einen Vormittag zum Thema „Sozialstaat auf dem Prüfstand“.

Erfreulicherweise war diese „biblische Annäherung an das Thema“ kein Referat, sondern angelegt und durchgeführt als Gedankenaustausch aller Anwesenden. Pastoral war es zwischendurch auch mal, als Busemann die Geschichte von Zachäus (Lukas 19, 1 – 10) darbot: „Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kann, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“

In dieser Geschichte aus der Bibel, so Busemann, wird eine Gerechtigkeitslücke sichtbar, und insofern erzählt sie von einer hochmodernen Grundspannung. Trotz „Aufschwung“ besteht nach wie vor ein millionenstarkes Heer von Arbeitslosen, und nicht nur diese, sondern darüber hinaus 1,4 Millionen Geringverdiener sind auf Transferleistungen angewiesen. Seit Einführung des SGB II im Jahr 2005 haben die Steuerzahler mehr als 50 Mio. Euro für die Existenzsicherung von Menschen aufgebracht, die zu Niedriglöhnen oder in Teilzeit arbeiten und von ihrer Arbeit nicht leben können – und die Zahl der „Aufstocker“ steigt weiter. Busemann bezog sich mit diesen Informationen auf einen Vortrag, den Nikolaus Schneider (Ratsvorsitzender der EKD) im September 2010 vor der Mitgliederversammlung der Evangelischen Fachstelle für Arbeits- und Gesundheitsschutz (EFAS) gehalten hat. Der größere Teil dieser Menschen, die so wenig verdienen, dass sie von ihrem Lohn nicht leben können, haben eine Berufsausbildung – dagegen, dass ihre Arbeit nur so wenig wert sein soll, dass ihre Firma ihnen keinen existenzsichernden Lohn zahlen kann, sprechen die steigenden Gewinne in einigen Branchen.

Und: Die VerbraucherInnen sind an dieser Entwicklung ebenfalls beteiligt, insofern sie für Dienstleistungen wenig bezahlen wollen (können). Busemann: „Auf der einen Seite: Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit haben eine brutale Realität, die die Lebensbedingungen und die Würde von Menschen grundlegend und alltäglich betrifft. Auf der anderen Seite: Es scheint ein virtuelles System von Macht und Geld zu geben, das den Boden der Realität und der Gerechtigkeit verlassen hat.“ (Kurz nach der ALI-Versammlung berichtete „frontal 21“ über die Spekulationen mit Lebensmittelpreisen, mit denen u.a. die Deutsche Bank am Hunger in der Welt viel Geld verdient.)

Busemann sieht Zachäus als Synonym für ein System von Reichtum, das ohne Wirtschaftsleistung oder Gegenleistung Gewinne abschöpft, und fordert, die Gerechtigkeitslücke zu schließen. Sein Appell an die soziale Verantwortung der Reichen und Mächtigen, so die Diskussion, wird allerdings nicht reichen. Es ist eine Machtfrage. In den Wochen nach der ALI-Versammlung verging kein Tag, an dem nicht in politischen Magazinen und Nachrichtensendungen die Regierung aufgefordert worden wäre, ihre Ankündigungen aus 2008 anlässlich der letzten Bankenkrise, hier regulierend einzugreifen, endlich wahr zu machen. „Die Zachäusgeschichte ist ein christliches Leitbild zur Überwindung einer offensichtlichen Gerechtigkeitslücke in einer Gesellschaft. Die Suche nach Werten und Handlungsorientierung findet einen eindeutigen Maßstab: Es geht um ökosoziale Verantwortung und auch um Mut, Wahrheiten auszusprechen.“ So das Resümee von Pastor Busemann. Um das angekündigte Thema „Sozialstaat auf dem Prüfstand“ abzurunden, fehlte an diesem Vormittag eine Konsequenz aus der Zachäus-Geschichte und aus Busemanns Resümee: Die Gerechtigkeitslücke wird nicht geschlossen werden, indem man darüber spricht, dass es da einen „eindeutigen Maßstab“ gibt. Man muss erreichen, dass dieser Maßstab auch (wieder) für die Gesetzgebung zur Geltung kommt.

go Top