Gegenwind 1994
Sep. 271994
 

„Rassismus im Alltag –

eine Herausforderung“ ist der Arbeitstitel eines Workshops der vom DGB-Kreis Wilhelmshaven und dem DGB Landesbezirk durchgeführt wird.
Er findet am 7. Oktober 1994 um 15.30 Uhr im DGB-Haus in der Kielerstr. 63 statt. Die Veranstaltung endet voraussichtlich gegen 20.30 Uhr. Einführende Kurzreferate mit den Titeln „Situation der Ausländer in Wilhelmshaven“, „Rassismus gegen Flüchtlinge“ und „Rassismus in den Medien“ werden anschließend in Arbeitsgruppen bearbeitet.
Zum Abschluß findet eine Plenumsdiskussion mit Kandidaten, bzw. Vertretern der Parteien statt. Als Rahmenprogramm stimmt die Gruppe „Einsaitig“ aus Wilhelmshaven musikalisch auf das Thema ein.
Anmeldungen werden bis spätestens 4. Oktober 94 unter Tel. : 04421 21641 oder schriftlich an den DGB Wilhelmshaven entgegengenommen. (ft)

 

Sep. 271994
 

Open Mike

so nennt man in den USA die Gelegenheit für jedermann/frau, sein/ihr Talent vor einem Publikum zur Schau zu stellen. Dabei kann jede/r, der/die etwas zu bieten hat oder es zumindest glaubt, sich anmelden und dann zeigen, was er oder sie kann. Egal ob es sich um Sangeskünste, Zaubertricks, Instrumentalsolos oder Entertainment handelt. Hauptsache ist der Spaß an der Sache.
Diese Möglichkeit wird seit kurzem auch in Wilhelmshaven geboten, und zwar in der Gaststätte Rockfisch in der Mainstraße 22. Dabei sollen sich vor allem Newcomer und interessierte Laien angesprochen fühlen, die noch nicht die Chance hatten öffentlich aufzutreten. Es kommt weniger auf Perfektion an, als auf das Vergnügen. Gagen gibt es allerdings nicht, aber wer weiß, vielleicht werden hier ja neue Talente entdeckt. (ts)

Sep. 271994
 

Vom Tisch

zu sein scheint der Gedanke, aus der Musikschule Wilhelmshaven eine Eliteanstalt zu machen, um die Kosten zu senken. Wie sich bei der letzten Kulturausschußsitzung am 14.9.94 herausstellte, handelte es sich dabei angeblich um die inoffizielle Idee eines Einzelnen, die unglücklicherweise an die Presse lanciert wurde. Inzwischen gehen die Spargedanken dahin, zum einen durch Verringerung der Unterrichtsorte die Kosten für Hausmeister zu sparen und zum anderen die Gebühren um ca. 10 – l2 % zu erhöhen. Bei einem Vergleich zeigte sich, daß die Musikschule Wilhelmshaven von 40 Musikschulen in Niedersachsen die niedrigsten Unterrichtsgebühren hat. Im Gespräch war auch, denjenigen, die mit der Gebührenerhöhung nicht einverstanden sind, die Möglichkeit zur Kündigung zu geben, unabhängig von vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen. (ts)

Sep. 271994
 

Dann wird Widerstand zur Pflicht

heißt der Film, den Greenpeace am 18. Oktober 94 um 20.00 Uhr im Büro der Frauenliste (Rheinstr. 168) vorführt.
Der Film zeigt Kampagnen und Aktionen von Greenpeace. Der Zuschauer bekommt einen Einblick in die Arbeitsweise der internationalen Umweltschutzorganisation. Mitarbeiter und Aktionisten von Greenpeace stehen danach für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Auch kann man sich über die aktuelle Sachlage des Norwegen-Boykotts informieren. Norwegen jagt trotz internationalem Verbots immer noch Wale. Da die sanften Riesen vom Aussterben bedroht sind, hat Greenpeace zum Boykott norwegischer Produkte aufgerufen, wie z.B.· Lachs, Käse und Ruck-/Schlafsäcke aber auch Tourismus.
Die Wilhelmshavener Greenpeace-Gruppe arbeitet seit ca. einem Jahr gegen den norwegischen Walfang und zeigt dem Besucher, daß jeder, auch in Wilhelmshaven, sich zum Schutze der Wale einsetzen kann. (ft)

Sep. 271994
 

Eine Sternstunde

demokratischer Willensbildung war die letzte Sitzung des Bauausschusses. Standen bisher die städtischen Gremien bei der Gestaltung des Bahnhofszentrums außen vor, wurde hier ein bahnbrechender Beschluß gefaßt: Die Brückenverbindung zwischen Karstadt und dem Bahnhofsklotz soll kein Tummelplatz für fliegende Händler werden. Den Ratsvertretern schwebt vor, daß im verglasten Brückenbereich hoch über der Bahnhofsstraße eine Bonbontheke die Karstadt-Kundschaft ins Bahnhofszentrum locken soll! Da kann aus der Brückenverbindung schnell eine „Seufzer-Brücke“ werden, wenn die genervten Eltern unter lautem Seufzen ihren quengelnden Kindern nachgeben. (hk)

Sep. 271994
 

Der Tag des Flüchtlings

ist am 30.9.1994. An diesem Tag findet eine Informationsveranstaltung der BürgerInneninitiative gegen Ausländerfeindlichkeit, kurz BIGAF, statt. Thema der Veranstaltung ist die Situation von jugendlichen, die aufgrund ihres oder des „ausländerrechtlichen Status“ ihrer Eltern (nicht anerkannte Asylbewerber etc.) keine Chance für eine Berufsausbildung oder ein Studium bekommen.
Weitere Hürden sind z.B. eingeschränkte Bewegungsfreiheit, da daß Stadtgebiet nicht verlassen werden darf, oder daß der Bezug von BAFÖG nicht möglich ist. Aber auch auf andere Probleme dieser Jugendlichen soll eingegangen werden.
Die Veranstaltung, die im Rahmen der Woche des ausländischen Mitbürgers läuft und zu der VertreterInnen sämtlicher Parteien eingeladen sind, findet statt am 30.9.1994 um 20.00 Uhr im kurdischen Verein Wilhelmshaven in der Müllerstraße 75-77 (Ecke Ölhafendamm). (ft)

Aug. 101994
 

Autodämmerung

Wilhelmshavens Hafen mausert sich

gw123_titelInhalt

♦ Ein wahrer Fischstäbchenkrieg tobt zwischen Wilhelmshaven, Cuxhaven und Lüneburg. Ein „Frontbericht“

♦ „Pflöcke einschlagen“ möchte der neue SPD-Unterbezirksvorsitzende Norbert Schmidt.

♦ Gibt es bald einen offiziellen Piratensender in Wilhelmshaven? Die niedersächsische Landesregierung betreibt die Einrichtung kommunaler Rundfunksender. Gibt es bald auch ein Küstenradio?

♦ Die ehemalige Müllkippe Kirchreihe ist ein umweltpolitischer Dauerbrenner. Die Stadt läßt jetzt ein Gutachten begutachten

♦ Empörung herrscht in der Stadtverwaltung über die CDU-Fraktion. Der GEGENWIND sprach mit dem Personalrat

♦ Trotz erheblicher Mittelkürzungen waren die Frauenmusiktage erfolgreich. Bei den teilnehmenden Frauen entwickelte sich gar ein künstlerisches Selbstbewußtsein

♦ Biopol – ein Ausweg aus der Chlorchemie? Ein Kommentar über beschichtete Papiertüten

♦ Wie sicher sind die Arbeitsplätze bei Krupp?

♦ Geld sparen und die Umwelt schützen – Der Verein „Green Answers“ zeigt, wie das zusammenpaßt.


Zum Titelbild
Auf den Flächen des Nordwest-Kais parken seit gut 4 Monaten mehr als 800 Ladas vom Typ „samara 1300 S“. Der erst vor wenigen Jahren hergerichtete Nordwest-Kai hat einige Milliönchen verschlungen. Nun endlich kann die Stadt dort ordentlich Geld einnehmen: Die halbe Stunde kostet auf dem für viel weniger Geld errichteten Parkplatz an der Bahnhofstraße l.- DM. Sonntags umsonst! Ab 19.00 Uhr ebenfalls kostenfrei. Trotz der höheren Erstellungskosten dieses Parkplatzes wird die Stadt im Hafen sicherlich keine höheren Parkgebühren verlangen. Und so macht sich die Investition in den Nordwest-Kai doch noch bezahlt: Pro PKW gehen täglich 20.- DM ins Stadtsäckl. Bei 800 PKW macht das pro Tag immerhin die stolze Summe von 16.000 DM. Seit 4 Monaten parken die Ladas dort – ein plus fürs Stadtsäckl von stolzen l.600.000 Mark!
Das wäre schön! Doch die PKW stehen dort nur, damit in der WZ die Meldung erscheinen konnte: 800 PKW in Wilhelmshaven umgeschlagen! So dicht am salzigen Wasser und an der salzigen Luft im Hafen gammeln die Autos trotz ihrer Schutzlackierung vor sich hin. Täglich nehmen die Rostschäden, vorerst nur im Bereich der Räder, größere Ausmaße an. Es sieht so aus, als ob die Ladas da nur stehen, um irgendwann in der Shredder-Anlage des Wilhelmshavener Schrott-Moguls Schottler zu verschwinden. (hk)

Fotos: Tunnat/ Montage: Gegenwind

Die Druckausgabe zum Herunterladen: Gegenwind 123

Aug. 101994
 

Auf Hochglanz…

sollte die Broschüre „Was die Bomben verschonten… vernichtete die Nachkriegspolitik!“ nun ausgerechnet nicht gedruckt werden. Hatten sich doch die Herausgeber, der Arbeitskreis Wilhelmshavener Stadtbild, im Vorwort ausdrücklich dagegen ausgesprochen, da gerade für die in der Broschüre kritisierte Politik auf Hochglanz geworben wird – mehr Schein als Sein. Weiterlesen »

Aug. 101994
 

Ebenfalls auf Hochglanz

gebracht wurde die Wilhelmshavener Stadthalle. Ein ebenso simpler wie geschmackvoller Farbanstrich hat dem vormals unbestritten häßlichsten Gebäudekomplex der City in fast null komma nix ein freundliches Gesicht verliehen. Gut, über Geschmack läßt sich streiten: manche/r hätte lieber eine ortstypische Verklinkerung gesehen, sowie auch das Plaza/Continent-Gebäude an der Bismarckstraße im Ambiente von „Frankfurter Parkhaus“ in „Friesischer Kaufladen“ verwandelt wurde.
Für sowas reichte wohl das Geld nicht, und als die Redaktion die preiswerte Idee „Klinkereffekt-Tapete mit Klarlacküberzug“ rasch verworfen hatte, sprach sie der Stadt ein ausdrückliches Lob für diese Maßnahme aus!
Mal abwarten, ob noch Farbe übrig ist, um dem Teppichboden im Obergeschoß den Charme der 70er Jahre wegzutünchen … Oder doch lieber einen neuen verlegen? Immerhin müßte jetzt ja einiges Geld übrig sein: den Passanten muß jetzt kein Schmerzensgeld wegen fahrlässiger Körperverletzung mehr gezahlt werden … (iz)

Aug. 101994
 

Kommt er oder kommt er nicht?

lautet seit Monaten die bange Frage der Wilhelmshavener Bevölkerung. Wer? Nein, nicht Michael Jackson, sondern der Kaiser, der Wilhelm, auf seinen Sockel an der Ebertstraße.
Jetzt ist es raus: er kommt. Nachdem von Anfang an die Finanzierung gesichert gewesen war, stellte sich heraus, daß ein großer Teil der Wilhelmshavener die Neu-Inthronisierung des zweifelhaften Monarchen durchaus nicht als Imageverbesserung für die Stadt sah. Somit stand auch das Ansehen der Sponsoren auf dem Spiel, mit dem Effekt, daß Gelder wieder zurückgezogen wurden. Nun ist die Finanzierung aber anderweitig gesichert. Zwar ist die kostbare Bronze noch nicht in den grobschlächtigen Klotz verwandelt worden, aber das läßt sich ruckzuck erledigen. Das Trara um die Aufstellung des Denkmals wird weniger laut werden als ursprünglich geplant, aber der Zweck ist erreicht: wir wissen mal wieder, wer hier das Sagen hat – nämlich nicht der nicht unbedeutende kritische und wache Teil der Bevölkerung, der durchaus rechtzeitig realitäts- und zeitnahe Alternativen aufgezeigt hat. (iz)

Aug. 101994
 

Niedersachsens Fischfroster laufen weiter Sturm gegen Jadekost

(hk) Die Landesbürgschaft für die Firma JadeKost GmbH & Co KG in Höhe von 35 Mio. sorgt weiterhin für frostige Stimmung bei den niedersächsischen Herstellern von Fischstäbchen und Schlemmerfilets.

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Aug. 101994
 

Ein Hotel

soll in direkter Nachbarschaft zur Reha-Klinik entstehen. Als Standort wird der Bereich Bremer- Ecke Virchowstraße genannt. Da wird es wohl nichts mit dem erhofften Aufschwung für die unter akuter Unterbelegung leidenden Hotels Wilhelmshavens. (hk)

Aug. 101994
 

Keinerlei Aussicht

besteht in Wilhelmshaven auf Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz für jedes Kind ab dem 1.1.1996. Zwar werden einige der bestehenden Kindergärten im Lauf der nächsten Monate mehr Plätze bereitstellen, und im Herbst wird eine neue (übrigens integrative) Kindertagesstätte der Wilhelmshavener Kinderhilfe e.V. eröffnet, doch der Bedarf wird bei weitem noch nicht gedeckt. Schätzungsweise 750 Plätze werden fehlen, wenn das neue Gesetz in Kraft tritt. (noa)

Aug. 101994
 

Die SPD sind wir alle

(ef/noa) Er ist 45, verheiratet, Vater einer Tochter, echter Banter Brite, hat bei Krupp gelernt und gearbeitet („Ich habe im Akkord geschuftet“ ), hat sich auf dem 2. Bildungsweg zum Gewerbelehrer hochgelernt, ist seit 1987 in der SPD und nun seit dem 28. Mai 1994 der erste Mann der Wilhelmshavener SPD: Norbert Schmidt aus Neuengroden. Er gab uns trotz permanenter Terminnot die Gelegenheit zu einem Gespräch. Er hat etwas zu sagen – er ist unser erster Gesprächspartner, der nicht unsere erste Frage abwartete, sondern gleich loslegte.

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Aug. 101994
 

Hurra, wir leben noch!

Es besteht Hoffnung auf einen nichtkommerziellen kommunalen Rundfunk

(noa) Über ein Jahr ist es her, daß der GEGENWIND zuletzt über Radio Überleben schrieb (vgl. „Legal überleben“, Ausgabe 114, und „Radio Überleben eingemottet“, Ausgabe 115). Damals konnten wir über die Gründung eines Arbeitskreises „Wege zum kommunalen Rundfunk“ berichten.

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