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Aug 112016
 

Neuer Einkaufskompass: Regional ist 1. Wahl

Titelseite des Einkaufskompass

Bild: RUZ Schortens

(red) Das Thema „nachhaltig leben und konsumieren“ steht hoch im Kurs. Immer mehr Menschen sind bereit, regional, saisonal und am besten auch biologisch erzeugte und fair gehandelte Produkte zu kaufen. Doch wo sind diese erhältlich, wo kann ich sicher gehen, dass ich wirklich nachhaltige Qualität erhalte? Ein neuer regionaler Einkaufskompass hilft VerbraucherInnen aus Wilhelmshaven und Umgebung, die richtigen Anbieter zu finden.

Seit 2010 arbeitet das Regionale Umweltzentrum Schortens (RUZ) an Projekten zur Regionalvermarktung. Zunächst im schulischen Bereich mit dem Ernährungsprojekt „Regional ist 1. Wahl“. Ergänzend zu den in diesem Rahmen entwickelten Bildungsmaterialien entstand die Idee, einen regionalen Einkaufskompass für Verbraucherinnen und Verbraucher herauszugeben.
Die ersten 2000 Exemplare von 2012 waren schnell vergriffen. Daher hat sich das RUZ entschlossen, diesmal mit ehrenamtlicher Unterstützung des BUND Wilhelmshaven, den Einkaufskompass zu aktualisieren und neu aufzulegen. Hinzu gekommen ist eine Übersicht der Bioläden und Reformhäuser in der Region.

Auf einer Übersichtskarte sind die 39 Direktvermarkter sowie 14 Bioläden und Reformhäuser in Wilhelmshaven, Friesland, Ostfriesland, dem Ammerland und der Wesermarsch einfach aufzufinden. Im Textverzeichnis sind neben Adressen, Kontaktdaten und Websites der einzelnen Anbieter auch die dort erhältlichen regionalen Produkte durch Symbole dargestellt, wie Gemüse, Eier, Milchprodukte, Honig, Fleischerzeugnisse vom Rind, Schwein, Schaf oder Geflügel und andere. Des weiteren ist ersichtlich, ob der Betrieb mit einem Marktstand präsent ist oder einen Lieferservice anbietet. Im Anhang sind sämtliche Wochenmärkte aufgeführt – dabei kann Wilhelmshaven mit seiner ausgeprägten Wochenmarktkultur punkten: an jedem Tag von Dienstag bis Samstag gibt es in unserer Stadt an mindestens einem von sieben Standorten einen Wochenmarkt! Dort findet man noch weitere Anbieter regional gewachsener Produkte, die nicht im Einkaufskompass aufgeführt sind. Es muss nicht immer bio sein, trotzdem erhält man dort frische Ware aus hiesigem saisonalen Anbau, ohne den im Supermarkt üblichen Verpackungs-Schnickschnack.

Abgerundet wird die empfehlenswerte Broschüre durch informative Texte. Man erfährt z. B., dass erst vor 60 Jahren die ersten Selbstbedienungsläden eingeführt wurden, aus denen sich die heutigen Supermärkte und Discounter mit einem unüberschaubaren industrialisierten, globalisierten Sortiment entwickelten. Welchen Bio-/ Regionalsiegeln kann man vertrauen? Was spricht für den regionalen und saisonalen Genuss? Zum Beispiel kurze Transportwege vom Erzeuger zum Verbraucher – sie schonen die Umwelt und tragen zum Klimaschutz bei. Die regionale Wirtschaft wird gestärkt. Alte heimische Obst- und Gemüsesorten sowie Tierrassen können erhalten werden. Saisonaler Freilandanbau benötigt viel weniger Energie als eine saisonunabhängige Produktion im beheizten Gewächshaus.
Lange Transportwege nicht saisonaler, oft importierter Waren entfallen ebenso wie lange Lagerzeiträume im Kühlhaus.

Natürlich macht es wenig Sinn, mit dem Auto extra weite Strecken zurückzulegen, um nachhaltig einzukaufen. Anhand der Karte kann man sehen, welcher Anbieter in der Nähe des Wohn- oder auch Arbeitsortes oder an der Strecke dazwischen liegt. Oder man nutzt den Lieferservice, bei dem nach der Sammlung von Bestellungen die Kunden im Zielort effektiv angefahren werden. Vor einem Besuch der Direktvermarkter sollte man sich über die Öffnungszeiten informieren. Hofläden haben zumeist nur eingeschränkt geöffnet, da auf dem betrieb ja auch andere Arbeiten erledigt werden müssen.

Die Druckkosten für den Einkaufskompass wurden mithilfe der Umweltstiftung Weser-Ems und der Arbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken Weser-Ems finanziert, auch die Kreisgruppe Wilhelmshaven des BUND leistete, über die redaktionelle Mitarbeit hinaus, einen finanziellen Beitrag.

Die Broschüre wird aktuell in einer Auflage von 5.000 Stück gedruckt und wird dann an verschiedenen Stellen ausliegen –  spätestens Mitte August u.a. im Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven und natürlich im RUZ Schortens.

Hier kann man die digitale Version herunterladen.

 

 

 

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