OB Wagner

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Jan 152018
 

Verzicht auf erneute Kandidatur 2019

“Mein Weg an der Spitze der Verwaltung der Stadt Wilhelmshaven wird im nächsten Jahr sein Ziel erreichen.”

(ube) In seiner Rede anlässlich des Neujahrskonvents der Stadt am 14.01.2018, erklärte Andreas Wagner, 2019 nicht wieder als OB-Kandidat antreten zu wollen.

An seinen persönlichen Erfolgen liegt der Verzicht auf eine erneute Kandidatur offenbar nicht. In seiner Rede zieht Andreas Wagner eine überwiegend positive Bilanz des vergangenen Jahres, als auch seiner bisherigen Amtszeit. Kritiker werden Themen, wie Klinikum Wilhelmshaven, Umgestaltung Rathausplatz und Bismarckplatz, aber auch die Finanzsituation, naturgemäß nicht so rosig sehen. Aber es ist natürlich das Recht des OB, hier seine Sicht der Dinge zu präsentieren.

OB Andreas Wagner 2015

OB Andreas Wagner 2015 – Foto: Ulf Berner

Nein, nicht wegen seiner Erfolgsbilanz, sondern wegen einer nicht enden wollenden Kritik an seiner Arbeit und seiner Person, will der OB 2019 die Segel streichen.  Dabei ist es eben mehr als Kritik. Mehrfach tauchte in den vergangenen Monaten der Name Andreas Wagner auch im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in den regionalen und überregionalen Medien auf. Zuletzt interessieren sich jetzt auch Deutsche Leitmedien für die Affäre um zuviel genommenen Urlaub. Es ist eben nicht Kritik politischer Konkurrenten im kommunalen Kleinkrieg, sondern ernsthafte Anschuldigungen, die offensichtlich genug Substanz haben, das seriöse Medien, wie NDR, NWZ oder die Hannoversche Allgemeine berichten.

Andreas Wagner kommentiert seine Entscheidung so:

(…) Um mich zu treffen, wurde von außen zunehmend die Verwaltung kritisiert. Von der Führungsspitze hin zur Sachbearbeiter-Ebene zog sich ein ums andere Mal oft ungerechtfertigte Kritik, die meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schwer belastet haben. Die Qualität unserer Arbeit wurde hinterfragt. Allgemein begegnete man allem, was aus dem Rathaus kam, mehr und mehr mit Misstrauen.
Mit einer angeblich im Rathaus kursierenden Liste zu meinen Abwesenheiten haben wir in diesem Kapitel aktuell offenbar einen Höhepunkt erreicht. Plötzlich wurden alle Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in der Öffentlichkeit unter Generalverdacht gestellt, vor allem aber diejenigen aus meinem engsten Umfeld. Wer auch immer diese Liste und die mit ihr verbundenen Gerüchte in die Welt gesetzt haben mag, ich hoffe er oder sie hat wenigstens ein schlechtes Gewissen, damit nicht nur mir, sondern auch vielen Menschen in meinem beruflichen Umfeld massiv geschadet zu haben!
Ich sage es ganz deutlich: Ich habe keine Zweifel daran, dass diese Liste eben nicht aus dem Rathaus stammt, sondern von außen hereingetragen wurde. Bei aller Kritik bitte ich doch um Fairness und die Wahrung eines gewissen Stils: Es kann nicht sein, das Amt und die Verwaltung zu schädigen, um einzelne Personen – in diesem Falle eben mich – zu diskreditieren. Ich hoffe ernsthaft, dass die Ablehnung der organisatorischen Neuausrichtung der Dezernate nicht zu einem ähnlich hohen Kollateralschaden in der Verwaltung führen wird, wie der Versuch, ein Klima des Misstrauens innerhalb des Rathauses aufzubauen.
Unabhängig von den gerade genannten Punkten bestärkt mich diese Entwicklung weg von politischen Inhalten und sachlichen Diskussionen hin zu einer von Neid, Missgunst und Intrigen getriebenen Verhaltensweise in einer Entscheidung, die bereits seit einiger Zeit in mir reift und die ich gemeinsam mit meiner Familie getroffen habe. Ich hatte schon vor längerem gesagt, dass ich 2018 an der Weggabelung stehen und mich entscheiden werde, wohin mein persönlicher Weg nach 2019 führen wird. Nach bummelig sieben intensiven, spannenden und abwechslungsreichen Jahren steht fest: Mein Weg an der Spitze der Verwaltung der Stadt Wilhelmshaven wird im nächsten Jahr sein Ziel erreichen. Zum 1. November 2019 werde ich einen neuen beruflichen Weg einschlagen.
Ich verspreche Ihnen schon jetzt, dass ich im Schlussspurt noch einmal richtig Gas geben werde, damit ein geordneter Übergang stattfinden kann. So haben die politischen Kräfte in der Stadt nun ausreichend Zeit, sich auf die hoffentlich erfolgreiche Suche nach einer geeigneten Kandidatin oder einem geeigneten Kandidaten zu machen. Lassen Sie uns gemeinsam für die Werte unserer Stadt einstehen und durch positives Denken, Stolz und Respekt im Jahr unseres 150. Bestehens mit Achtung und Rücksicht aufeinander und voreinander im Wahlkampf würdig eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger wählen.
Noch ist unser gemeinsamer Weg aber nicht zu Ende.
Ich wünsche uns allen einen guten Start in ein erfolgreiches, gesundes und fröhliches Jahr 2018 und freue mich darauf, mit Ihnen gemeinsam den Weg für eine positive Stadtentwicklung zu beschreiten.
Ich freue mich auf ein intensives Jahr 2018!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Auszug aus der Rede von Andreas Wagner zum Neujahrskonvent 14.01.2018 | Quelle: Pressestelle Stadt Wilhelmshaven

Nun kann man sich die Frage stellen, ob ein Neujahrsempfang der richtige Ort ist, die persönlichen Pläne des amtierenden Oberbürgermeisters zu thematisieren. Wenn man diesen Schritt geht, darf das Publikum aber auch ein wenig selbstkritische Reflektion erwarten. Diese blieb aber leider aus. Selbst gegenüber dem NDR gab sich Wagner auf kritische Nachfrage nach den Urlaubsvorwürfen sehr einsilbig. “Unsinn” – Das war das einzige Wort, was die NDR Reporterin dem OB entlocken konnte.
Dies dient eben nicht der Beschwichtigung der Gemüter oder gar der Aufklärung.
Nun soll eine öffentliche Sondersitzung des Rates, die nach unbestätigten Medienangaben am Freitag, 19.01.2018 statt finden soll, Licht in die Angelegenheit bringen.


 

(Der Artikel wurde uns vom Schlicktown Magazin zur Verfügung gestellt)

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