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Nov 012011
 

Was der Nachwelt erhalten bleiben muss

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Es gibt so vieles, über das wir gerne noch berichten würden, aber meist fehlt es am Platz, manchmal auch an der Zeit. Hier finden Sie Meldungen, die unserer Meinung nach der Nachwelt erhalten bleiben müssen.

Famous last words

Ende Oktober entschied das Verteidigungsministerium über die Zukunft der Bundeswehrstandorte in Deutschland. Wilhelmshaven hat dabei gut abgesahnt: Die bislang 7.780 Dienstposten werden um mehr als 10% aufgestockt. Natürlich zu Lasten anderer Standorte. Dazu der scheidende OB Menzel im WZ-Interview: „Leider zu Lasten Kiels – aber gut, das ist eine Entscheidung, die ich dann nicht beklagen werde als Wilhelmshavener Oberbürgermeister.“ Ähnlich hat auch Oldenburgs OB Dr. Gerd Schwandner gedacht, als er Klage gegen den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven einlegte. Er fühlt sich zu allererst „seinen“ BürgerInnen verpflichtet, die er vor Verkehrslärm schützen möchte. Dafür wurde er von Wilhelmshaven aus öffentlich verbal mit faulen Eiern beworfen.

Schluss mit Buff-ta-ta

„Das kann nicht wahr sein!“, kommentierte Michael Wintering, ehemaliger Leiter des Marinemusikkorps Nordsee, die Entscheidung des Verteidigungsministers, ebenjene Trachtenkapelle im Zuge der Bundeswehrreform aufzulösen. Auch Ex-OB Menzel zeigte sich fassungslos. Wir auch. Sind die noch zu retten? Alle reden vom Sparen, die Kommunen, die Länder, der Bund sind so gut wie konkurs. In den Rathäusern werden eiskalt Stellen abgebaut, aber der Bund soll weiterhin 50 Dienstposten finanzieren, deren einzige Aufgabe darin bestand, den Kameraden den Marsch zu blasen und seit gefühlten 100 Jahren zusammen mit Menzel und Standortleiter Frank Vehoff das Wochenende an der Jade zu eröffnen? Musik ist was Schönes, handwerklich sind die Jungs gut und auch vielseitig, würden sie bloß nicht diese schreckliche Militärmusik spielen. Wer braucht das? Der Leiter des Musikkorps, Lutz Bammler, ist gerade in Kabul mit dem Auftrag, den afghanischen Streitkräften beim Aufstellen eines Musikdienstes zu helfen. Das ist natürlich das Wichtigste, was dieser desolate Staat braucht, um auf eigene Beine zu kommen. Wir schlagen vor: Die Stadt Wilhelmshaven geht mit gutem Beispiel voran und stellt 20 musikalisch talentierte Mitarbeiter frei für eine neue „Kommunalkapelle“.

Die Linke meldet sich.

Nachdem wir schon vermuteten, dass die Wilhelmshavener Linke nach der Kommunalwahl ganz abgetaucht ist, meldete sie sich am 5. November wieder zu Wort. In einem Beitrag auf ihrer Internetpräsenz kritisierte das ehemalige Linken-Vorstandsmitglied Ralph Herrmann den Gruppenvertrag zwischen SPD und CDU. Die Kritik ist vollkommen berechtigt, wir hatten nur Spaß daran, wie sie den Volksmassen präsentiert wurde. Einige Auszüge: Es ist schon ein derber Schlag, den uns die Bolschewiki (russ.: „Mehrheitler“) da in der ersten, konstituierenden Sitzung des Rates und in ihrem Gruppenvertrag versetzen (…). Wir können (…) nur folgern, dass sich die Wilhelmshavener_Innen (…) auf eine übermäßig akteurzentrierte und vermutlich auch klientelistische Politik einstellen müssen, nicht auf eine Aura der Partizipation. – Einer Politik nach Gutsherren-Art also, die lediglich im Bereich der Wirtschaft eine Art hybrider Struktur (Verwirklichung des Governance-Prinzips, nach neoliberaer Lesart) zu- und erwarten lässt, (…) Aufgrund der sowieso schon desaströsen Finanzlage muss denn also erneut die Frage gestellt werden, wann (und zwar nur wann) die anderen Versprechen, die die Bolschewiken getroffen haben, geopfert werden und ob diese nicht von Anfang an dem Bereich der politics (also der Mittel zum Zweck) denn der policies (wirklichen Inhalte) geschuldet waren.

Liebe Pressestelle der Stadtverwaltung,

wie uns zu Ohren kam, kann man seit Beginn der neuen Legislaturperiode Sitzplätze im Zuschauerraum des Ratssaales reservieren. Eine schöne Idee, von der sicherlich gerade bei gut besuchten Ratssitzungen ältere Menschen und auch andere, die nicht so gut stehen, sehen oder hören können, gern Gebrauch machen werden. Wir möchten unsere Leser/innen über diesen neuen Service informieren und hätten dazu gern folgende Zusatzinfos: Ist die Reservierung kostenlos bzw. falls nicht, welche Kosten fallen an? Sind die Plätze in der ersten Reihe teurer? Und bis wann muss man im Vorfeld einer Sitzung reservieren bzw. stornieren? Gespannt: Ihre GEGENWIND-Redaktion

Ursula Menzel,

die Frau unseres Ex-OBs bekam in der Wilhelmshavener Zeitung Gelegenheit, auf die letzten 25 Jahre zurückzublicken. Unter anderen führt sie aus: „Ich bin recht dünnhäutig geworden“, gibt sie zu. Angriffe gehen ihr zunehmend nah. Vor allem, wenn die Familie mit hineingezogen wird. „Es gibt eine Karikatur, auf der mein Enkel zu sehen ist, im Hintergrund vier Kraftwerke. Und er fragt, wie sein Opa ihm das nur antun konnte.“ So etwas tut weh. Vor allem, weil ihr Mann ein so guter Opa sei. Nur zur Erinnerung: Es war Eberhard Menzel, der mit viel Elan sich dafür einsetzte, dass auf dem Rüstersieler Groden die Möglichkeit geschaffen wurde, bis zu vier Kohlekraftwerke anzusiedeln. Kein gutes Erbe für unsere Enkel!

b_ahoi

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