Wilhelms Outlet

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Mai 012017
 

Streit um des Kaisers Bart

Der Bart ist ab. Foto: Gegenwind

Der Bart ist ab. Foto: Gegenwind

(red) Einen Monat nach Ablauf des von Jan D. Leuze per „Ehrenwort“ selbst gesetzten „Ultimatums“, bis Ende März mit dem Bau des „Wilhelms Outlet“ zu beginnen, tut sich immer noch nix und man erfährt auch immer noch nicht, wo denn das Problem liegt. Das öffnet natürlich weiteren Spekulationen Tür und Tor. Ob eine Livesendung von Nordwestradio Licht ins Dunkel bringt?

„Leuze dementiert Pleite-Gerüchte“ vermeldeten die Kollegen von Radio Jade am 25. April. „Gegenüber Radio Jade sagte er, man habe wirtschaftlich alles unter Kontrolle. Aktuell befindet sich das Team in weiteren Vermietergesprächen mit Unternehmen, die Interesse haben, Ladenflächen im geplanten Wilhelms-Outlet anzumieten. Zudem würden die Planungen zum Bau weiter vorangehen. Allerdings will Leuze keinen genauen Starttermin mehr nennen.“ Ein Nutzer der Radio-Jade-Facebookseite fragte nach: „Dachte, 70% der Flächen seien vermietet worden? Nun neue Gespräche? Oder meint er, er bekommt die 100% voll? Alles sehr kurios….“ Daraufhin legte Radio Jade eine Erklärung nach: „Das ist ein bisschen komplizierter, aber wir versuchen es mal einfach zu erklären. Also: es gibt bereits Mietverträge mit verschiedenen Unternehmen. Das Problem ist aber, dass diese Verträge den Eröffnungstermin als Inhalt haben. Wenn sich jetzt der Eröffnungstermin verschiebt, aus welchen Gründen auch immer – dann sind diese Verträge ungültig und es müssen Neue aufgesetzt werden. Dementsprechend kann auch noch nicht mit dem Fundament oder den Verdrängungsbohrpfählen begonnen werden, weil sich die Statik verändert, wenn ein Mieter im neuen Vertrag plötzlich eine andere Quadratmeterzahl haben will. Deswegen müssen die Bauleute immer wieder neu planen und erst wenn klar ist, wer wie viele Quadratmeter Ladenfläche hat, kann begonnen werden. Wann das sein wird, darauf wollen sich die Verantwortlichen im Vorfeld aber nicht mehr festlegen.“ Das macht es noch kurioser: Die Aufteilung der Flächen unter den Mietern verändert sich und damit auch die Statik? Oder wird mit jedem neuen Mieter das Gebäude komplett umgeplant? Klingt … äh … interessant.

Zweifel am Factory-Outlet-Center in Wilhelmshaven

kommen mittlerweile auch Radio Bremen. Am 3. Mai ist das geplante Outlet Thema einer Livesendung bei „Nordwestradio unterwegs“. Titel der Sendung: „Des Kaisers neue Kleider? Warum immer mehr Wilhelmshavener den Glauben an das geplante Factory-Outlet-Center verlieren“ Von 18 bis 19 Uhr kann man live im Gorch-Fock-Haus mitdiskutieren oder die Sendung am Radio verfolgen. Teilnehmer der Gesprächsrunde mit Nordwestradio-Moderator Stefan Pulß sind:

  • Howard Jacques, Fraktionsvorsitzender SPD Wilhelmshaven
  • Marcus Jurk, Administrator Facebook-Gruppe „Wenn du Wilhelmshaven kennst“
  • Michael Konken, Chefredakteur Radio Jade
  • Laura Kutsche, Einzelhändlerin, Beirätin City-Interessen-Verein (CIV)
  • Oliver Leinert, Baudezernent Stadt Wilhelmshaven
  • Michael von Teichman, Ratsherr FDP Wilhelmshaven

Fehlt da nicht jemand? Genau: Jan D. Leuze, sein Manager Marcus Frey und Oberbürgermeister Andreas Wagner hätten endlich mal Licht ins Dunkel bringen können, Karten auf den Tisch. Aber sie kommen nicht, und so halten sich unsere Erwartungen an das Ergebnis dieses Diskussionsabends in Grenzen.

 

Presseinfo von Radio Bremen zur Sendung:

Ein Factory-Outlet-Center (FOC) im Herzen von Wilhelmshaven – als entsprechende Pläne im Frühling 2014 an die Öffentlichkeit gelangten, ging ein Raunen durch die wirtschaftlich gebeutelte Stadt. Viele Politiker und Bürger waren begeistert von den Plänen, die ihnen die Kaiser Wilhelm Objektgesellschaft um Geschäftsführer Jan D. Leuze präsentierte. In einem mehrstöckigen Gebäude im wilhelminischen Stil sollen mehr als 50 Geschäfte ihre Ware verkaufen – hauptsächlich hochwertige Markenkleidung aus der Vorsaison. Rund 25 Millionen Euro will Leuze nach eigenen Angaben in das Wilhelms Outletcenter investieren und damit die Innenstadt für Bürger, auswärtige Besucher und Nordsee-Urlauber attraktiver machen. Oberbürgermeister Andreas Wagner (CDU) nannte das FOC – das gegenüber von Hauptbahnhof und Nordsee-Passage entstehen soll – gar ein „attraktives Leuchtfeuer“ für die Stadt.

Doch das Projekt scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Drei Jahre nach Bekanntwerden der Pläne sind die alten Gebäude auf dem Grundstück zwar abgerissen, doch von einem Neubau ist bislang nichts zu sehen. Dabei hatte der Investor zu Jahresbeginn 2017 sein „Ehrenwort“ gegeben, bis Ende März mit der Pfahlgründung für das Outletcenter zu beginnen.

Spätestens nachdem Leuze dieses Versprechen gebrochen hat, sehen viele Wilhelmshavener das Projekt skeptisch. Kritiker verweisen unter anderem auf zwei ähnliche Outlet-Projekte in Süddeutschland, aus denen sich Leuze zurückgezogen hat. Der Investor dagegen widerspricht Spekulationen, dass das  Wilhelmshavener Projekt von der Pleite bedroht sei. Es seien lediglich Terminschwierigkeiten der eingebundenen Firmen, die das Fortkommen auf der Baustelle behinderten. Einen Eröffnungstermin will Leuze nicht mehr nennen, nachdem dieser bereits mehrmals von Frühjahr 2015 auf Herbst 2017 verschoben wurde.

Ist nur der Zeitplan ins Stocken geraten oder kippt das ganze Projekt? Wäre ein FOC ein Gewinn oder eine Gefahr für den Einzelhandel in Wilhelmshaven? Welche Strahlkraft hätte ein FOC für den Nordwesten? Wie kann die Wilhelmshavener City attraktiver für Konsumenten werden? Diese und weitere Fragen werden in der Livesendung „Nordwestradio unterwegs“ am Mittwoch, 3. Mai 2017, 18.05 bis 19.00 Uhr, im Gorch-Fock-Haus, Viktoriastraße 15 in Wilhelmshaven erörtert.

Nordwestradio: Ein Programm von Radio Bremen, UKW Bremen 88,3 und Bremerhaven 95,4 MHz,im Digitalradio, via Satellit, im Kabel, als Podcast und Live-Stream auf www.radiobremen.de/nordwestradio

 

 

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