Theater für und mit Flüchtlinge/n

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Apr 012016
 

Mit Kunst Begegnungen schaffen

Landesbühne veranstaltet Theaterfestival für und mit Geflüchtete/n

Landesbühnen-Oberspielleiterin Eva Lange (links) und Carola Unser, Leiterin der Jungen Landesbühne, vorm Theos am Großen Hafen, Wilhelmshaven.

Landesbühnen-Oberspielleiterin Eva Lange (links) und Carola Unser, Leiterin der Jungen Landesbühne, kreieren rund ums TheOs einen Mikrokosmos aus ungewöhnlichen Spielorten.

Mit einem Theaterfestival unter dem Motto „Ankommen – wir zusammen“ will die Landesbühne nachhaltig Begegnungen zwischen Wilhelmshavener Bürgerinnen und Bürgern und Geflüchteten stiften. Am 10. und 11. Juni entsteht rund um das TheOs am Bontekai in Wilhelmshaven ein Mikrokosmos aus ungewöhnlichen Spielorten. In einer Zeltstadt auf dem Parkplatz zeigt die Landesbühne Niedersachsen Nord Wiederaufnahmen von „Über die Grenze ist es nur ein Schritt“ und „Deportation Cast“, die sich mit dem Thema Flucht und Vertreibung beschäftigen. In einem Kühlcontainer spielt die freie Theatergruppe „Das Letzte Kleinod“ das Dokumentartheater „November und was weiter“ über Flüchtlingsheime auf dem Lande. Darüber hinaus entstehen Inszenierungen an ungewöhnlichen Orten: im Wohnzimmer, an Bord und – zur Eröffnung – auf dem Wasser.

Landesbühnen-Oberspielleiterin Eva Lange erarbeitet mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Schülertheatertage Szenen, die auf Barkassen, Segelschiffen und einem Schwimmfloß im Großen Hafen spielen. In sogenannten „Erzählräumen“ berichten Geflüchtete, die seit zwei, zehn und fünfzig Jahren in Deutschland leben, über ihre Erfahrungen in der neuen Heimat.

Umgekehrt sind alle Besucher aufgefordert, ihre Ängste vor dem Fremden in Worte zu fassen und auf Leinen, die quer über das Festivalgelände gespannt sind, aufzuhängen. Ziel ist es, diese Ängste im Laufe des Festivals einzuschrumpfen, indem die Teilnehmer, moderiert von Pastor Frank Morgenstern von der Christus- und Garnisonkirche, gemeinsam Lösungen suchen. Wie diese aussehen können, wird in einer Podiumsdiskussion deutlich, in der Geflüchtete und engagierte Wilhelmshavener/innen von gelungenen Beispielen für Integration berichten.

„Der zentrale Gedanke des Festivals ist es, bei Ostfriesentee und Butterkuchen Begegnungen zu schaffen“, betonen die Organisatorinnen, Carola Unser und Eva Lange. In einer Volksküche wird gemeinsam gekocht und gegessen. Am Abend ist Zeit zum Feiern und zwischen Theater- und Filmvorführungen gibt es eine öffentliche Gesangsstunde mit arabischem, nordafrikanischem und Pfälzer Liedgut sowie einen Sprachkurs, in dem die „Schüler/innen“ erste Worte auf Arabisch, Platt- und Hochdeutsch lernen.

In einem Workshop „Theaterdirekt“ entwickelt Theaterpädagoge Frank Fuhrmann gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein eigenes Theaterstück. Und beim Patenschaftsdating sollen Wilhelmshavener/innen und Geflüchtete zusammenfinden, um gemeinsam Kultur zu erleben – vom Museumsbesuch bis zum Konzert. „Mit Kunst Räume kreieren und Begegnungen schaffen, das ist unser Ziel“, fassen Carola Unser und Eva Lange ihr Motivation für die Veranstaltung zusammen.

Der Festivalpass ist ab Mai an der Theaterkasse, Virchowstraße 44, Telefon 04421/940115, erhältlich.

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