Das Meer, die letzte Kolonie?

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Mrz 032018
 

Ausstellung über die entwicklungspolitische Dimension der Meerespolitik im Wattenmeer Besucherzentrum

Am Mittwoch, den 7. März 2018, um 19.00 Uhr, wird in der Dachgalerie des UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrums die Ausstellung „Das Meer – die letzte Kolonie“ eröffnet.
Kai Koschinski, Projektkoordinator von Fair Oceans, wird eine Einführung in die Ausstellung halten. Die von Fair Oceans und Brot für die Welt konzipierte Ausstellung stellt anhand von sechs Schwerpunktthemen die vielfältigen Bezugspunkte zwischen Umwelt- und Entwicklungsfragen auf See vor. An Beispielen aus der Fischerei, dem Meeresschutz oder der Schifffahrt werden den Besucherinnen und Besuchern die globalen Dimensionen der Ozeane und Meere veranschaulicht und drängende Zukunftsfragen aufgeworfen.

Als der französische Schriftsteller Jules Verne im Jahr 1884 „20.000 Meilen unter dem Meer“ schrieb, schuf er einen Klassiker der fantastischen Literatur. Er ließ Kapitän Nemo mit seinem futuristischen U-Boot Nautilus in die unbekannten Tiefen der Meere eintauchen und bis dahin scheinbar unüberwindbare Grenzen überschreiten. Als Elisabeth Mann Borgese dem Club of Rome gut 100 Jahre später ihren Bericht „Die Zukunft der Weltmeere“ vorstellte, trug sie mit Ihrer Arbeit, wie schon zuvor Jules Verne, dazu bei, den Blick auf die Ozeane grundlegend zu verändern. Eine umweltpolitisch verantwortliche und global gerechte Meerespolitik war ihre Utopie. Energie, Rohstoffe und Nahrung aus den Ozeanen sollten die Probleme der Menschheit lösen.
Das 2015 mit der Agenda-2030 von der UN beschlossene „Ziel 14“, mit dem Titel „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen“ ist eine Reaktion auf den aktuellen Bedeutungszuwachs der Meerespolitik. Fair Oceans und Brot für die Welt haben sich, in Kooperation mit verschiedenen Partnern, für die Formulierung eines solchen Ziels nachhaltiger Entwicklung eingesetzt und wollen die Ozeane und Meere dauerhaft, im Sinne des Seerechts-übereinkommens, als gemeinsames Erbe der Menschheit verwaltet sehen. Mehr als 20 Jahre nach Inkrafttreten des Seerechtsübereinkommens verdeutlicht „Ziel 14“ der Agenda-2030 die Notwendigkeit, international nach Problemlösungen suchen zu müssen und zeigt dabei wichtige Ansatzpunkte für die Meerespolitik auf.
Diese Ausstellung soll einen Eindruck davon vermitteln, wie eng und weitreichend die Verbindungen zwischen Meeres- und Entwicklungspolitik sind und wie notwendig es ist, diese beiden Bereiche im Zusammenhang zu betrachten. Gerade für die Länder des globalen Südens ist die Wechselbeziehung zwischen Umwelt und Entwicklung zentral für ihre Zukunftsperspektiven. „Das Verhältnis des Menschen zum Meer befindet sich weltweit in einer Umbruchphase und wir sollten die Chance nutzen und den Prozess transparent, partizipativ und solidarisch gestalten, anstatt die gleichen Fehler zu wiederholen, die bereits an Land gemacht worden sind“, so die Ausstellungsmacher.

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