Sklavenhaltergesellschaft

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Nov 251991
 

Kommentar:

Herren und Sklaven

Was ist das“ Ausländerfeindlichkeit“? Sicher sind die prügelnden Neo-Nazis und Skinheads, die offen oder heimlich Beifall spendenden BürgerInnen ausländerfeindlich. Aber läßt sich damit schon erklären, was hier in unserer Bundesrepublik los ist?
Sind nicht auch Leute wie unser Bundespräsident, oder wie Engholm, ausländerfeindlich, wenn sie mit Sprüchen wie „Die haben schließlich unseren Wohlstand mit aufgebaut“ und „Wir müssen diesen Leuten dankbar sein. Wer würde denn heute noch die Arbeiten machen, für die sich kein deutscher Arbeitsloser finden würde“? ihre Ablehnung der Gewalttaten gegen Ausländer begründen? Das ist die Mentalität von Sklavenhaltern!Wenn heute grüne Vordenker wie Cohn-Bendit analog mit der „Wirtschaftswoche“ und dem Bundesverband der deutschen Industrie ein an den „ökonomischen Bedürfnissen der Wirtschaft“ ausgerichtetes Einwanderungsgesetz fordern, wo ist da der Unterschied zur Sklavenhaltergesellschaft?
Auf diejenigen, die bereit sind, unserer Gesellschaft den Hintern sauberzuhalten, die man unwissend in Atom- und Chemieanlagen vergiften kann – auf solche Leute darf man doch, bitte schön, keine Steine werfen oder deren Töchter anzünden. Das ist die Ideologie der Mehrheit im heutigen Deutschland.
Die Attacken gegen Asylanten und ausländische Bürger waren in Wirklichkeit gar nicht gegen diese Menschen gerichtet – sie richteten sich gegen den (0-Ton Bundespräsident) Rechtsstaat! Nicht die Ausländer sind gefährdet und müssen geschützt werden, sondern unser Rechtsstaat.
Was ist das für eine Politik, die gegen Mordanschläge gegen Asylanten mit einer Verschärfung der Asylgesetze und nicht mit einer bedingungslosen Verfolgung der Täter reagiert? Kein Mensch wäre nach der Ermordung Schleyers auf die Idee gekommen, ein neues Sozialrecht einzuführen.
Wo leben wir heute, wenn ein Bundestagsabgeordneter die Exzesse der Hoyerswerder BürgerInnen als Übernahme de facto staatlicher Aufgaben“ beschreibt? (Werner Schulz vom Bündnis 90/Grüne am 25.9. im Bundestag) Was sind das für Geschichten, daß die Polizei bei Aufmärschen der Neo- und anderen Faschisten kaum mal mit mehr als 10 Leuten auftaucht? Als wir gegen Brokdorf, Grohnde und andere Atomfabriken demonstrierten, gelang es der Polizei mit vier, fünf Leuten auf jeden einzelnen Demonstranten, die zu tausenden gekommen waren, einzuprügeln.
Und die Wilhelmshavener Polizei brüstet sich trotz beinahe täglich vorkommender Skinhead-Überfälle damit, daß es in Wilhelmshaven keine Skinheads mehr gibt. Gibt es da in der Wilhelmshavener Polizei vielleicht „Interessenkonflikte“?

Hannes Klöpper

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