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Sep 012011
 

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Fragen an die Kandidaten für das Amt des Wilhelmshavener Oberbürgermeisters

(hk) Wahrscheinlich kann schon kein Wilhelmshavener Bürger das Wort „Oberbürgermeister“ mehr hören. Da werden 9 Leute seit über einem Monat kreuz und quer durch die Stadt getrieben, um überall auf die selben Fragen die gleichen Antworten zu geben. Da wollte natürlich auch der Gegenwind nicht hintenanstehen – auch wir stellten den neun Kandidaten Fragen, die wahrscheinlich schon alle gestellt haben. Hier gibt es 6 Fragen und 54 Antworten.

1. Welche Vorstellungen haben Sie für die Zukunft der Stadt unter Berücksichtigung des prognostizierten demografischen Wandels?

Stefan Becker

Stefan Becker

Stefan Becker (unabhängig): Wir leben in einer Zeit der ständigen Veränderung, die auch unsere Stadt herausfordert. Die Gefährdungen unserer Umwelt, die stetig wachsende Globalisierung, die Anforderungen an die Wirtschaft, die immer viel zu hohe Arbeitslosigkeit und natürlich der demografische Wandel sind die Herausforderungen unserer Zeit. Diesen gilt es sich zu stellen und die Chancen, die sich hieraus ergeben, zu nutzen, insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt- und Naturschutz sowie Tourismus. Wenn wir unsere Stadt attraktiv und lebenswert gestalten dann können wir uns dem demografischen Wandel entgegenstemmen. Die Stadt braucht hierfür ein mittel- sowie langfristiges Leitbild für die Stadtentwicklung, die auch wirklich eingehalten wird.

Michael von den Berg (Bündnis 90/Grüne): Ich nehme die Herausforderung des demografischen Wandels an. Wichtig ist dafür, dass wir unsere Daseinsfürsorgepflicht ernst nehmen. Deswegen gibt es mit mir keine Privatisierung der Krankenhäuser, einen Ausbau des Nahverkehrs, optimale Versorgung in allen Stadtteilen, bezahlbaren Wohnraum, kurze Wege sowie spezielle Bildungs- und Freizeitangebote.

Nils Böhme (unabhängig): Wilhelmshavens Einwohnerzahl wird sich bei 75.000 stabilisieren, das verdanken wir dem „WHV 2030-Programm“. Der Anteil an älteren Einwohnern wächst weiter, was direkte Auswirkungen auf die gesamte Infrastruktur hat. Dennoch gelingt es zugleich, jüngere Menschen in WHV zu halten, zumal ihre Ausbildung an konzentrierten schulischen Standorten und ihre Vermittlung in zukunftsfähige Berufe besser geworden sind.

Rainer Büscher (Die Piraten): Die Stadt Wilhelmshaven wiederbeleben, prekäre Arbeit bekämpfen und diese Stadt wieder lebenswerter machen.

Fred Iken (Die Friesen): Durch Zusammenarbeit in der Jade Bay Region wollen wir den Abwärtstrend stoppen, ein Schuldenabbau / Schuldenerlass ist durch den Zusammenschluss der Jadebayregion möglich.

Thomas Städtler (SPD): Der demografische Wandel ist Chance und Risiko zugleich. Die Bereiche Pflege, ärztliche Versorgung, seniorenspezifische Dienstleistungen und Freizeitbeschäftigung bekommen eine immer größere wirtschaftliche Bedeutung. Durch eine demografiegerechte Stadtentwicklungsplanung besteht die Chance einer besonderen Profilierung in diesem Bereich. Das Risiko besteht darin, dass der Unterbau in Form jüngerer und sozialversicherungspflichtig beschäftigter jüngerer Menschen in Wilhelmshaven immer weiter schrumpft, wenn diese nicht durch ein qualifiziertes Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot in der Stadt gehalten werden können. Hierfür muss eine aktive und auf familien- und inhabergeführte Unternehmen konzentrierte Wirtschaftsförderung investitionsfreundliche Rahmenbedingungen gewährleisten.

Dr. Michael von Teichman (FDP): Der demographische Wandel ist neben der hohen Arbeitslosigkeit in Wilhelmshaven eine wesentliche Herausforderung. Die Schrumpfung der Stadt ist unausweichlich und wird zu Leerständen im Bereich Wohnungen führen, aber auch die Geschäftswelt betreffen. Wir können daher z.B. keine neuen Baugebiete ausweisen, müssen über den Abriss von Gebäuden nachdenken und Brachflächen anderer Nutzung zuführen.

Andreas Wagner (CDU): Natürlich werden wir mit der niedrigsten Geburtenrate aller Zeiten auch in Wilhelmshaven weniger, so wie in fast allen Städten in Deutschland. Ich möchte jungen Menschen die Perspektive bieten, in Wilhelmshaven zu bleiben, hier zu arbeiten, sich einzurichten und Kinder groß zu ziehen.

Frank-Uwe Walpurgis

Frank-Uwe Walpurgis

Frank Uwe Walpurgis (Freie Wähler): Der demografische Wandel ist ein Schlagwort, das von einigen Politikern gerne benutzt wird. Nicht aber von mir. Zwar findet eine Veränderung in unserer Gesellschaft statt, aber man muss nicht nur immer jammern, sondern auch nach vorne blicken und Gegenmaßnahmen ergreifen. Eines meiner Hauptanliegen ist, WHV nicht ausbluten zu lassen und den Wegzug von jungen Menschen und Familien zu stoppen. Das geht nur, indem attraktive und vor allem sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen werden, also Firmen, Betriebe und Unternehmen in WHV angesiedelt werden. Arbeit muss denjenigen ernähren oder dessen Familie, diese Billigjobs sind keine Perspektive. Und was die FREIEN WÄHLER und ich unter guter Arbeit verstehen, haben wir ja mehr als einmal deutlich gemacht, auch bei Diskussionen bei der ALI und beim DGB.

2. Welche Maßnahmen werden Sie einleiten, um die Finanzierung der Aufgaben der Stadt Wilhelmshaven zu gewährleisten?

Stefan Becker: Als Maßnahmen strebe ich u.a. eine Reduzierung der städtischen Beteiligungsverwaltung im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung an. Ich werde eine Bestandsaufnahme der finanziellen Lage und Vermögensgegenstände der Stadt und der Beteiligungsverwaltung vornehmen und mit externen Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern eine eindeutige Transparenz schaffen. Danach wird es eine neue Planung und Steuerung in diesem Bereich geben. Ich möchte alle bestehenden Gewerbegebiete fördern, damit sich mehr kleine und mittelständische Betriebe niederlassen können. Mein Leitgedanke ist: in Wilhelmshaven zu investieren und andere zum Investieren in Wilhelmshaven zu ermutigen. Wir brauchen ein nachhaltiges und großes Wirtschaftswachstum, um die gegenwärtige Finanzkrise der Stadt zu überwinden.

Michael van den Berg

Michael van den Berg

Michael von den Berg: Ich will durch interkommunale Zusammenarbeit Kosten senken, Finanzierungsmöglichkeiten bei InveM. Vondenbergstitionen über Subventionen ausloten und durch Tourismus sowie die Förderung von kleinen und mittelständischen Betrieben kurzfristig Gewerbesteuereinnahmen generieren.

Nils Böhme: Es kann auf lange Sicht nur das Geld ausgeben werden, das zuvor eingenommen worden ist. Also sind alle Aufgaben aufzulisten und ihre rechtliche und politische Wertigkeit zu klären. Daraus wird eine Rangliste mit Prioritäten entstehen, in der Bildung und soziales Miteinander den höchsten Stellenwert besitzen. Somit werden die Ausgaben den Aufgaben folgen, alle fremdbestimmten Auf- und Ausgaben müssen jeweils – auch vor Gerichten – auf ihre kommunale Bedeutung geprüft werden.

Rainer Büscher: Einen Kassensturz durchführen lassen, dann die Stadtgesellschaften entprivatisieren und das verschachtelte System auseinandernehmen. Somit werden wir auch wieder mehr Finanzierungsspielraum haben.

Fred Iken: 75 % der Schulden werden durch den Zusammenschluss erlassen

Thomas Städtler: Alle Ausgaben müssen auf den Prüfstand. Ich denke hier z. B. an die drastische Reduzierung der 49 städtischen Gesellschaften. Kürzungen im Bereich Familie, Soziales, Bildung, Kultur und Sport sind mit mir nicht durchsetzbar. Auf der Einnahmenseite muss durch eine wirtschaftliche Erholung und Neuansiedlungen eine deutliche Erhöhung des Gewerbe- und Einkommensteueraufkommens erreicht werden.

Dr. Michael von Teichman: Durch Wirtschaftsförderung sollen neue Betriebe angesiedelt und die bestehenden gestärkt werden. Mehr Arbeitsplätze bedeuten eine Reduktion der von der Stadt zu tragenden Sozialausgaben und führen auch zu mehr Steuereinnahmen. Die derzeit Arbeitslosen bedürfen einer Qualifizierung. Jugendliche müssen alle einen Schulabschluss haben. Dafür gibt es bereits ein Programm der Stadt. Viele Aufgaben können zusammen mit den umliegenden Gemeinden/dem Landkreis erledigt werden. Verlustbringer in den Beteiligungen müssen saniert werden.

Andreas Wagner

Andreas Wagner

Andreas Wagner: Zurzeit hat niemand einen genauen Überblick, wie hoch der Schuldenstand der Stadt ist – auch ich nicht. Wir brauchen zuerst einen kompletten Kassensturz. Alle Ausgaben müssen unter die Lupe genommen werden, insbesondere auch die der zahlreichen städtischen Gesellschaften. Wilhelmshaven hat einen sehr hohen Anteil an Beziehern von Sozialleistungen. Dies verursacht hohe Kosten, die wir nur minimieren können, wenn wir diesen Menschen die Möglichkeit geben, wieder von ihrer Arbeit leben zu können.

Frank Uwe Walpurgis: Alleine kann man Maßnahmen nicht einleiten, aber Einfluss nehmen. Da es immer besser ist, miteinander zu reden als aneinander vorbei oder gar nicht, würde ich einen „runden Tisch“ etablieren, an dem die Wirtschaftsförderung, Gewerkschaften, Behördenvertreter sitzen und man gemeinsam tragfähige und realisierbare Konzepte ausarbeitet, wie man Betriebe hier schnell und vor allem unbürokratisch ansiedelt. Sobald wir weniger Menschen mit Transferleistungen bedienen müssen und sobald der Anteil für die Stadt an der Einkommenssteuer steigt, sobald ansässige Firmen Gewinne erwirtschaften und Gewerbesteuer zahlen, umso schneller kommt Geld in die leeren Kassen. Die Pflichtaufgaben muss die Stadt WHV erfüllen, aber ich möchte auch, dass Geld für die freiwilligen Leistungen, die uns alle betreffen, wieder vorhanden ist.

3. Die Energiewende ist eines der Top-Themen in der Bundesrepublik. Wie lässt sie sich in Wilhelmshaven realisieren?

Stefan Becker: Ich bin für die Energiewende und offen für die Technologien aus erneuerbaren Energien. Ihnen gehört die Zukunft und es müssen alle Anstrengungen und Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um diese nach Wilhelmshaven zu holen und sie zu nutzen. Außerdem würde ich mich dafür einsetzen, dass die Gewinnung von Solarenergie insbesondere auf städtischen Gebäuden weiter vorangetrieben wird.

Michael von den Berg: Wenn wir uns endlich davon verabschieden, nur in Kohlkraftwerke und ähnlichen Wahnsinn zu investieren, haben wir Gelder übrig, um erneuerbare Energien zu fördern. Lassen wir das Landesraumordnungsprogramm ändern, können auf den Grodenflächen Windparks entstehen. Auf den jetzt für weitere Kohlekraftwerke verplanten Flächen stelle ich mir ein Zentrum erneuerbarer Energien vor. Mit der Fachhochschule haben wir dafür einen hervorragenden Partner.

Nils Böhme

Nils Böhme

Nils Böhme: Regenerative Energien werden hier bislang kaum eingesetzt. Unter Reduzierung der CO2-Produktion wird die Stadt gemeinsam mit der GEW den Einsatz von Wind, Sonne, Wärmerückgewinnung und Biomasse verstärken und Energieautarkie für die Stadt anstreben. Zusätzlich sind lokale Netze mit Speicherpuffern zu errichten, die die Energie optimal in der Stadt verteilen und überschüssigen Strom in das bundesweite Netz einspeisen.

Rainer Büscher: Dass die Stadt sich mehr für erneuerbare Energien einsetzt, dass auch die Stadt eigene Betriebe auf Naturstrom umstellt, die GEW zum Umdenken bewegt (kein Atom-, keine Kohlestrom) und Kohlekraft keine Chance gibt. Fred Iken: Bau und Betreibung von Windkraftanlagen und Solaranlagen. Realisierung eines Wasserkraftwerks und Prüfung eines Gezeitenkraftwerks.

Thomas Städtler: Wilhelmshaven muss weg von der Kohlekraft. Es muss zukünftig konsequent auf die Ansiedlung von Windenergie-Unternehmen insbesondere im Bereich der Offshore-Logistik, aber auch der Offshore-Produktion gesetzt werden. Auch die Bereiche Solarenergie, Erdwärme, Gezeitenkraftwerke und Brennstoffzellentechnik sind zu berücksichtigen. Das Deutsche Windenergieinstitut und die Jade-Hochschule sind eng in diesen Umstellungsprozess mit einzubeziehen.

Dr. Michael von Teichman: Der Rat hat bereits die Aufstellung eines Klimaschutzprogramms beschlossen, daran wird derzeit gearbeitet. Weitere Flächen für Windenergienutzung sind identifiziert. Viele Dächer kommunaler Gebäude werden für die Solarnutzung auch überörtlich angeboten. Die Stadt hat vor einigen Monaten den „European Energy Award“ in Silber zuerkannt bekommen. Wir arbeiten weiter, um den in „Gold“ zu bekommen.

Andreas Wagner: Wir alle waren erschüttert von den Ereignissen in Fukushima. Niemand wollte wahrhaben, dass ein derartiges atomares Unglück in einem hoch technisierten Land wie Japan geschehen kann. Die Energiewende wurde von der CDU-geführten Bundesregierung eingeleitet. Nun sind wir alle gefordert, diese umzusetzen. Ich möchte gemeinsam mit den Entscheidungsträgern in Bund und Land die gesetzten Ziele hin zu einer klimafreundlicheren Energiegewinnung umsetzen.

Frank Uwe Walpurgis: Die Kohlekraftwerke sind nun einmal vorhanden, es müssen aber keine weiteren gebaut werden. Allein das Hickhack um ein zusätzliches Umspannwerk ist unerträglich. Ideal wären Blockheizkraftwerke, die Nutzung von Abwärme für die Beheizung von öffentlichen Gebäuden, Solaranlagen auf vielen Dächern und natürlich auch der Bau und die Verschiffung von Offshore-Windkraftanlagen.

4. Welche 3 Themen-/Problembereiche werden Sie als erstes angehen?

Stefan Becker: Ich will die Neuverschuldung senken und die Konsolidierung des Haushaltes als unsere Grundsatzpolitik verstehen. Sie ist ein Gebot der Generationengerechtigkeit und der Vernunft. Dazu gehört die Reduzierung der städtischen Beteiligungsverwaltung im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung.

Michael von den Berg: Aufstellen des Haushalts für 2012, interkommunale Zusammenarbeit und damit auch die wirtschaftliche Förderung der JadeBay-Region sowie die Umsetzung unserer Pläne für Banter See und Südstrand.

Nils Böhme: Da Verwaltungs- und Wirtschaftsfragen zum Tagesgeschäft gehören, gilt es 1. ein neues Bürgerportal aufzubauen, an dem sich alle Einwohner mit Ideen, Hinweisen und Fragen beteiligen können. 2. ist die Problematik im Stadtsüden um Banter See, Südstrand und Schleuseninsel anzupacken (der Tourismus ist für WHV und das Umland von großem Wert). 3. erfolgen Anpassungen an den demografischen Wandel – angefangen bei Kitas und Schulen als verlässliche Partner bei der Erziehung und Betreuung unserer Kinder bis hin zu Entscheidungen über den Umgang mit leerstehendem Wohnraum.

Rainer Büscher

Rainer Büscher

Rainer Büscher: Bürgernahe Politik betreiben und mit den Bürgern auf gleicher Augenhöhe Politik machen. Abwanderungen stoppen (durch Schaffung von Arbeitsplätzen und der Verbesserung des Wohnumfeldes), auch dazu gehörend, die sozialen Aspekte steigern und die Stadt entprivatisieren.

Fred Iken: Stadtentwicklungskonzepte insbesondere Stadtnorden, verkehrspolitisch vorhandene Gütergleise auch für den Personenverkehr zu nutzen. Die Entstehung von Mehrgenerationshäusern und Konzepte, Schaffung von Jugendprojekten und Jugendzentren. Realisierung einer Jugendherberge. Realisierung eines Gesundheitsnetzwerks.

Thomas Städtler: Verbesserung der Streitkultur in Rat und Verwaltung unter Einbeziehung aller Bürgerinnen und Bürger. Arbeit und Wirtschaft – Neuausrichtung- und Strukturierung der Wirtschaftsförderung, Reduzierung der 49 Gesellschaften, Eigenbetriebe und Beteiligungen und Initiierung einer Qualifizierungsoffensive zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen der Wilhelmshavener Arbeitssuchenden.

Dr. Michael von Teichman: Haushaltssanierung und Bereinigung der Beteiligungen. Dafür ist die Besetzung der Stelle des Kämmerers unabdingbar. Eingehende Prüfung unserer verschiedenen Wirtschaftsförderungsgesellschaften. Wahrscheinlich ist die Einstellung eines externen Profis für die Wirtschaftsförderung erforderlich Zusammenarbeit mit dem Umland ausbauen, Kontakte zu Landes- und Bundesregierung auffrischen.

Michael von Teichman

Michael von Teichman

Andreas Wagner: Kassensturz und konsequente Ausgabenkritik. Nicht alles, was wir uns leisten, können wir uns in Wilhelmshaven auch finanziell erlauben! Bestmögliche Begleitung des Projekts JadeWeserPort. Wir haben hier eine Jahrhundertchance, die konsequent genutzt werden muss. Durch eine kluge und verantwortungsbewusste Wirtschaftsförderung neue Unternehmen in Wilhelmshaven ansiedeln und bestehende zur Expansion bewegen, um neue Arbeitsplätze entstehen zu lassen.

Frank Uwe Walpurgis: Ansiedlung von Firmen und Betrieben und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen (s. Punkt 1); Schuldenreduzierung und Generieren von höheren Einnahmen; besseres und freundlicheres Erscheinungsbild unserer Stadt – und da beziehe ich ausdrücklich den Banter See, das sogenannte „Mischwasser“ und touristische und freizeittechnische Dinge mit ein. Entflechtung des Gewirrs von Gesellschaften und Verhinderung von Privatisierung zu Lasten der Beschäftigten.

5. Was sind die 3 wichtigsten Faktoren für die Lebensqualität in einer Stadt?

Stefan Becker: Viele Arbeitplätze, bezahlbare Mieten in vernünftigen Wohnungen sowie ein gutes Kultur- und Freizeitangebot.

Michael von den Berg: Für eine lebenswerte Stadt werde ich mich in den folgenden 3 Themengebieten stark machen: 1. Daseinsvorsorge für alle Bevölkerungsschichten; 2. Saubere Umwelt und gute Infrastruktur; 3. Sport, Kunst & Kultur. Im Fokus steht also immer der Bürger.

Nils Böhme: Verlässliche und langfristige Lebensgrundlagen wie Ausbildung, Arbeit/Beruf und Freizeitgestaltung/Erholung.

Rainer Büscher: 1. Eine gute Wohnqualität für jeden; 2. einen sicheren Arbeitsplatz, der gut bezahlt wird und 3. einen guten Bildungsstandort schaffen.

Fred Iken

Fred Iken

Fred Iken: Arbeit – Freizeit – Solidarität zwischen Jugend und Senioren

Thomas Städtler: Arbeit und soziale Gerechtigkeit, ein ausgewogenes Bildungsangebot inklusive einer frühkindlichen Förderung für alle Bevölkerungsgruppen und eine nachhaltige Stadtentwicklungspolitik unter besonderer Berücksichtigung unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Dr. Michael von Teichman: Seinen Lebensunterhalt durch eigene Arbeit selbst verdienen zu können und damit unabhängig von staatlichen Transferleistungen zu werden. Eine ordentliche Infrastruktur wie Straßen, Rad- und Fußwege zu haben. Ein gutes Angebot an Bildungs- und Kultureinrichtungen zur Verfügung zu haben.

Andreas Wagner: Arbeitsplätze. Jeder Bürger unserer Stadt soll die Chance haben, selbst für seinen Lebensunterhalt aufkommen zu dürfen und ein selbst bestimmtes Leben führen zu können. Bildung. Ich möchte jungen Menschen ideale Zukunftsaussichten bieten. Kindergärten, Schulen und Jade-Hochschule müssen zu Einrichtungen werden, die Kinder und Jugendliche individuell fördern und mit allem Rüstzeug für eine erfolgreiche Zukunft ausstatten. Arbeit und Lernen sind die Basis. Zum Wohlfühlen gehören auch spannende Einrichtungen für eine bunte Kultur, für Sport, Freizeit und Erholung.

Frank Uwe Walpurgis: Was wichtig ist, ist der von mir in Diskussionen angesprochene „gute Umgangston“. Als OB hat man da unbedingt eine Vorbildfunktion. Andersdenkende und kritische Mitbürger/innen dürfen nicht ausgegrenzt werden, jeder hat das Recht auf seine Meinung und Gehör. Die Menschen sollen sich mehr einbringen und Spaß daran haben, und sie sollen sehen, dass sie ernst genommen werden. Eine saubere, sichere und intakte Stadt ist wichtig, so dass der Wohlfühlfaktor steigt. Die Sicherheit der Einwohner/innen und Gäste muss gegeben sein. Und was wichtig ist, dass Arbeitsplätze vorhanden sind und vernünftiger und gepflegter Wohnraum für Menschen aller Altersklassen und auch für Menschen mit Behinderungen.

6. Wie sieht Wilhelmshaven im Jahre 2019, also nach Beendigung ihrer ersten Wahlperiode, aus?

Stefan Becker: Attraktiver, l(i)ebenwerter und bürgernah. Die Wirtschaft ist hier neu angesprungen und die Arbeitslosenquote liegt unter 8 Prozent. Die Bürger stehen ihrer Stadt positiv gegenüber.

Michael von den Berg: Sicher gibt es dann nicht nur „blühende Landschaften“, sondern immer noch zahlreiche Baustellen. Aber die negative Stimmung wird aufgebrochen sein, und wir werden wieder stolz sagen: „Ich bin WHVer!“ Das Wichtigste ist, dass wir bis 2019 eine lebenswerte Stadt schaffen und die Weichen für einen nachhaltigen Aufwärtstrend gestellt haben.

Nils Böhme: Bis etwa 2015 wird die Planungs- und Abstimmungsphase für „WHV 2030“ laufen, spätestens ab 2016 sind die ersten Umsetzungsschritte einzuleiten. Somit wird in 2019 auch materiell sicht- und greifbar, wie sich das Aussehen und die Funktionalität dieser Stadt ändern werden. Sicher bedarf es umfassender Überzeugung, es wird unterschiedliche Wege und Meinungen geben, aber über das Ziel muss Einigkeit herrschen und es darf nicht aus den Augen verloren werden.

Rainer Büscher: Wilhelmshaven ist spätestens im Jahre 2019 eine bürgernahe Stadt mit einem großen kulturellen Programm, ein Standort für saubere Industrien, einer guten Infrastruktur und eine Stadt der guten Bildung.

Fred Iken: Wilhelmshaven im Aufschwung in allen Bereichen – Umkehr des Abwärtstrends.

Thomas Städtler

Thomas Städtler

Thomas Städtler: Wilhelmshaven ist ein bedeutender Standort für Erneuerbare Energien, die Arbeitslosigkeit konnte deutlich verringert werden und die Stadt genießt einen Ruf als weltoffenes und dynamisches Oberzentrum für die gesamte Küstenregion.

Dr. Michael von Teichman: Wir haben die Stadtverwaltung modernisiert, alle Aufgaben geprüft, ob sie nicht besser und effizienter durch Private erledigt werden können. Wir haben die Zahl der Arbeitsplätze vermehrt und die Sozialausgaben vermindert. Schulen und Bildungseinrichtungen bilden ein gemeinsames starkes Angebot. Der Tourismus floriert. Die Zusammenarbeit mit dem Umland ist exzellent.

Andreas Wagner: Ich möchte, dass Wilhelmshavener wieder stolz auf ihre Stadt sind. Statt Jammern und Meckern brauchen wir Zuversicht. Ich möchte, dass dann jeder in Niedersachsen und in Deutschland weiß, Wilhelmshaven ist eine lebendige Stadt mit guter Zukunft.

Frank Uwe Walpurgis: Besser – so hoffe ich. Das schafft kein OB der Welt allein, aber er kann dafür sorgen, dass auch das Wir-Gefühl steigt und man gemeinsam die wichtigen Dinge anpackt. Ich bin immer für ein Miteinander und das gemeinsame Erreichen von Zielen, und es wäre mir eine große Freude und Ehre, dies für meine Heimatstadt in der Funktion als OB auch zu schaffen!

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