Fair-Café

Menü

 

 

Dez 152010
 

Ausgebluest

Schlechte Nachrichten für alle Freunde von Blues- und Clubkonzerten: Nach sieben Jahren und 500 Konzerten stellt das Faircafé in Grafschaft den Musikbetrieb ein. Reinhard und Jutta Hartwig sind nicht mehr bereit, das finanzielle Risiko selbst zu tragen. Und sie sind enttäuscht, weil sie von der Stadt Schortens so wenig Rückhalt bekommen haben.

Bis Mitte 2011 finden die bis dahin geplanten Konzerte noch statt, aber neue Gigs werden nicht mehr gebucht. „In drei Jahren sind wir 60 Jahre alt und haben nur malocht, haben Zig-Tausende von Euro in dieses Projekt investiert, und haben noch nicht einmal eine ausreichende Altersversorgung“, so Hartwigs.
Wir sprachen den Bürgermeister der Stadt Schortens, Gerhard Böhling, auf die Vorwürfe Hartwigs gegen die Stadt Schortens an. Böhling zum Gegenwind: „Herr Hartwig betreibt das Kaffeehaus als gastronomischen, „gewerblichen“ Betrieb auch wenn er das gelegentlich anders darstellt. Gleichwohl schätzen wir sein dortiges Angebot. In den letzten Jahren hat das gewerbliche Angebot und damit die Konkurrenz an Musikveranstaltungen in Schortens enorm zugenommen, z. B. durch die Angebote des Wirtes vom Cafe Henry und der Gastronomie des Beachclubs im Freibad Heidmühle. Auch diese erhalten von der Stadt Schortens keine finanzielle Unterstützung. Auch wenn der Wirt des Bürgerhauses zusätzliche Freiluftkonzerte im Sommer durchführt, wird das von der Stadt nicht finanziell unterstützt.“ Böhling, der nach eigenen Angaben auch schon mit Herrn Hartwig gesprochen hat, bietet Hartwig „die Unterstützung an, die wir auch allen anderen Betrieben in Schortens anbieten. Eine finanzielle Unterstützung gehört nicht dazu. Er soll nicht schlechter aber auch nicht besser gestellt werden als andere Betriebe in unserer Stadt.“
Resümee. Das seit fast 20 Jahren bestehende Fairhandelshaus als solches trägt sich finanziell und soll vorerst bestehen bleiben. Doch mittelfristig wollen die beiden Schortens den Rücken kehren und sich auch von der Immobilie trennen. Sie würden sie auch jemandem übertragen, der bereit ist, die Musikveranstaltungen fortzusetzen, obwohl sie das als wenig erfolgversprechend einschätzen. (iz)

Sorry, the comment form is closed at this time.

go Top