Ehrung für Balou

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Jan 262014
 

Gerd Brandt erhält Wilhelmine-Siefkes Preis 2014

Gerd Brandt (links) erhielt die Urkunde vom Leeraner Bürgermeister Wolfgang Kellner. Foto: Artychoke

Gerd Brandt (links) erhielt die Urkunde vom Leeraner Bürgermeister Wolfgang Kellner. Foto: Artychoke

Leer. Am vergangenen Freitag ist dem Autor, Liedermacher und Journalist Gerd Brandt – vielen besser bekannt als „Balou“ – offiziell der diesjährige „Wilhelmine-Siefkes-Preis“ verliehen worden. Der offizielle Festakt ging im Kaisersaal des Leeraner Rathauses über die Bühne. Die nach der gleichnamigen Schriftstellerin Wilhemine Siefkes benannte Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die plattdeutsche Sprache verdient gemacht haben. Sie wird seit 1990 alle vier Jahre von der Stadt Leer vergeben und ist mit 2500 Euro dotiert.

„Es ist eine große Ehre für mich, diesen Preis bekommen zu haben“, sagte Gerd Brandt in seiner Dankesrede. Er fühle sich der 1984 verstorbenen Wilhelmine Siefkes ausgesprochen verbunden, da auch er ihre sozialen Wertvorstellungen teilen würde und zudem genau wie sie lange Zeit als Pädagoge tätig gewesen sei, so Brandt weiter.

Bekannt geworden in der breiten Öffentlichkeit ist Gerd Brandt aber sicherlich vor allem als Frontmann von „Laway“. Die nach wie vor bestehende Folk-Formation wurde ursprünglich 1979 von ihm mit begründet. Bereits das Debütalbum „Laat jo nicht unnerkriegen“ errang 1983 den renommierten Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Als weitere Auszeichnungen folgten u.a. 1985 der „Menschen und Meer“-Preis und 2003 der Bad-Bevensen-Preis für besondere Verdienste um die plattdeutsche Sprache.

Darüber hinaus hat Brandt sein eigenes Plattenlabel, auf dem er auch plattdeutsche Musik anderer Künstler herausbringt. Parallel dazu ist er einer der treibenden Kräfte bei Aufbau des plattdeutschen Bürgerradios in Ostfriesland und veröffentlicht regelmäßig Theaterstücke. Nicht vergessen werden dürfen die diversen inzwischen ebenfalls als Tonträger vorliegenden „Soundtracks“, mit denen „Laway“ seit den 90er Jahren die Störtebeker-Festspiele in Marienhafe musikalisch begleitet haben. Zuletzt sorgte Brandt mit der von ihm konzipierten Gedenkreihe „As Gotteshusen brannt hebben“ in Erinnerung an die Pogromnacht von 1938 für Furore.

Die Jury, die über den „Wilhelmine Siefkes Preis“ zu entscheiden hatte, bestand aus dem Leeraner Bürgermeister Wolfgang Kellner sowie Cornelia Nath (Aurich), Garrelt von Borssum (Leer), Dr. Reinhard Goltz (Bremen) und Carl-Heinz Dirks (Emden), der am Freitag die Laudatio sprach. Darin lobte Dirks vor allem den grenzenlosen Optimismus des Geehrten. Der habe es im Leben keineswegs immer leicht gehabt, meinte der Laudator. Einer der eher kleinere Schicksalsschläge sorgte dann für besondere Heiterkeit unter den Festgästen. Gerd Brandt hatte bis 1968 das Leeraner Ubbo-Emmius-Gymnasium besucht, musste die Schule jedoch wegen schlechter Deutschnoten vorzeitig verlassen.

Das musikalische Rahmenprogramm beim Festakt am Freitag bestritten die aktuellen „Laway“-Mitglieder Petra Fuchs, Jörg Fröse, Tilo Helfensteller und Jørgen Lang sowie Gerd Brandts Sohn Keno und die am „As Gotteshusen brannt hebben“-Projekt beteiligten Musikerkollegen Albertus Akkermann und Manuel Bunger. Anschließend wurde noch kräftig gefeiert. Und die Festivitäten dürften in dieser Woche gleich nahtlos weitergehen. Am Dienstag 28. Januar wird Gerd Brandt 60 Jahre alt. Und schon am nächsten Wochenende stehen dann die nächsten Konzerte mit „Laway“ an.

Das Foto zeigt Gerd Brandt (links) zusammen mit dem Leeraner Bürgermeister Wolfgang Kellner, der dem Geehrten beim Festakt im Rathaus die Urkunde überreicht. Foto: Artychoke

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