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Gegenwind 249 - Dezember 2009

Es gibt so vieles, über das wir gerne noch berichten würden, aber
meist fehlt es am Platz, manchmal auch an der Zeit. Hier gibt es die Meldungen,
die der Nachwelt erhalten bleiben müssen.
Zerplatzte Träume
(hk) Das muss für
die Herren und Damen der ‘Wilhelmshaven-Fraktion’ ein schlimmes Jahr gewesen
sein, zerplatzten doch viele ihrer Träume wie die Seifenblasen. Eine kleine
Auflistung gefällig?
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Die Erweiterung der INEOS-Betriebsanlagen (immerhin eines der
milliardenschweren Leuchtturmprojekte) wurde in Richtung Niemals verschoben.
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Dieser Planung fiel (leider) auch der Ersatz der INEOS-Chlorgasküche in
Rüstersiel zum Opfer. Da müssen die RüstersielerInnen weiter mit diesem oft
recht übel riechenden Nachbarn leben, und die Logistik-Zone des JadeWeserPorts
wird auch in Zukunft von der Chlorgasleitung begrenzt und durchzogen.
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Auch die Planung des Flüssigerdgashafens der DFTG wurde nach einem kurzen
Aufbäumen wieder zu den Akten gelegt – hier werden wir sicherlich noch den
“Goldenen Planungsbeginn” feiern können.
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Die Wilhelmshavener Raffinerie bereicherte die Wilhelmshavener Traumlandschaft
ebenfalls mit milliardenschweren Ausbauplänen. Da wurde sogar ein aufwendiges
Genehmigungsverfahren durchgeführt (wir belästigten unsere Leser des Öfteren
damit). Dann kam die Meldung von ConocoPhillips aus Houston, Texas, dass man
sich freut, dass die Genehmigungsbehörden die Planungen so willfährig
abgenickt hätten – aber man wolle dann doch wohl erst einmal auf den Bau
verzichten.
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Vor wenigen Wochen kam dann die Meldung, dass der Betreiber des JadeWeserPorts
dessen Inbetriebnahme ein wenig nach hinten verschieben möchte. Trotzdem wird
natürlich fleißig weitergebaut. Auf allen Ebenen überschlagen sich die
Politiker, zu beteuern, dass der Hafen im geplanten Zeitraum fertig wird. Na
und? Was soll ein Hafen, wenn der Betreiber sich in Bremerhaven oder Hamburg
herumtreibt?
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Dann zerplatzte auch noch der Bau des e.on-Super-Kraftwerks 50plus. Welch ein
Affront gegen die hiesige Kohlekraftlobby! Müssen sie doch nun auch in Zukunft
zugeben, dass es mit der Umweltverträglichkeit der Kohlekraft wohl doch nicht
so weit her ist!
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Da passte natürlich gut ins Bild, dass die großspurigen Planungen, das
C&A-Gebäude abzureißen und durch das mit der Nordsee-Passage verbundene
City-Carree mit seinen “repräsentativen Büroflächen, attraktiven
Einzelhandelsflächen und exklusiven Penthouse-Wohnungen” zu ersetzen, mangels
Interesse den Bach runter gingen. Jetzt soll da ein Ärzte- und Pflegezentrum
mit Apotheke und Einzelhandelsgeschäften entstehen, mit der unglaublichen
Begründung, dass durch den Bau des JadeWeserPorts sich der Bedarf an solchen
Einrichtungen erhöht. Geht’s noch?
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Nichts wurde auch aus den Plänen der Stadtverwaltung, die städtischen
Gesellschaften in eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) umzuwandeln.
Wir fragen uns, warum die Stadt noch mehr Nieten einsetzen will? Es reicht doch!
Unweltminister
Äußerungen des
niedersächsischen Umweltministers Sander gehörten schon immer zu den Highlights
des Wissens. Zum Küstenschutz: “Jedes neue Kohlekraftwerk ist ein Gewinn für das
Klima!” Ausdrücklich lobte Sander den Bau des 800-Megawatt-Steinkohlekraftwerkes
des Energiekonzerns GDF Suez in Wilhelmshaven, “weil dadurch ineffiziente
Kraftwerke vom Netz gehen”.
Der Rohrdommel möchte er keine teure Schutzwand bauen, er hätte die Vögel lieber
umgesiedelt und wäre auch bereit, der Rohrdommel einen angemessenen Geldbetrag
zu überweisen. Sander: “Der Ausgleich und Ersatz der betroffenen Flächen muss
auch in Geld erfolgen können.” (Alle Sander-Äußerungen nach WZ vom 11.12.2009)
Der Gegenwind wünscht seinen Leserinnen und Lesern, unseren Abonnenten und
Inserenten, unseren Förderern und Helfern ein schönes Weihnachtsfest und ein
gutes Jahr 2010. Bei unseren frommen Wünschen wollen wir natürlich nicht die
vielen Ungenannten, die durch ihre Mitarbeit, durch Informationen oder durch
ihre Politik zum Erscheinen des Gegenwinds beigetragen haben, vergessen.
Gegenwind 249 - Dezember 2009
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