|
| |
Gegenwind 224 - Januar / Februar 2007

vom 17. Januar 2007
am Kehrblech: Imke Zwoch
Noch im November hatten die
einen und anderen geunkt, die Farbenvielfalt im neuen Rat würde end- und
ergebnislose Debatten mit sich bringen. Denkste! So oft und so schnell waren
sich die Fraktionen vormals selten einig. Nur die Diskussion zu einer Großen
Anfrage der Jamaikaner lief etwas aus dem Ruder.
- Übrigens
ist die
Bezeichnung „Jamaika“ für die Gruppe aus Grünen, FDP und CDU mittlerweile
salonfähig. Anfangs nur ein Arbeitstitel mit teilweise spöttischem
Beigeschmack, wird die zeitsparende Wortschöpfung jetzt von allen im Rat ohne
gedachte Anführungszeichen gebraucht. Wir schließen uns an – und schreiben es,
dem Duden folgend, mit „k“.
- Unangenehm
entwickelt sich
die WoBauJade seit der Übernahme durch so genannte „Heuschrecken“. Nicht nur
die Beschäftigten sind betroffen (s. „Klima der Angst“, GEGENWIND Nr. 223),
auch MieterInnen machen sich Sorgen. Ratsherr Joachim Tjaden (BASU) forderte
nun Akteneinsichtnahme in die Verkaufsunterlagen, um „sein Wissen
aufzufrischen“, weil er des öfteren von Betroffenen auf das Thema angesprochen
wird. SPD und CDU schlossen sich dem Antrag an, der einstimmig angenommen
wurde.
- Verspätet
will die Stadt,
auf Antrag von Jamaika, nun doch dem interkommunalen Gewerbeprojekt „JadeWeserPark“
beitreten. Ein entsprechender Antrag der FDP war im April 2005 mit knapper
Mehrheit abgelehnt worden.
Auf einer Fläche von 160 Hektar,
zwischen TCN, A29 und B210, soll 2008/2009 ein Gewerbe- und Industriegebiet
erschlossen werden. Derzeit läuft das Bauleitplanverfahren. Mitglieder des
Zweckverbandes sind die Landkreise Friesland und Wittmund sowie neun ihrer
Städte und Gemeinden. Wilhelmshaven hatte bei der Gründung 2005 „fahrlässig“
(CDU-Ratsherr Jörn Felbier) seine Beteiligung abgelehnt. Merkwürdig ist das
schon, setzt man doch bei der Entwicklung des Gewerbeparks auf den
JadeWeserPort und den Ausbau der chemischen Industrie an der Jade (und die
angedachte A22). Während die Stadt Wilhelmshaven sich daran festbeißt, wann
sie ihre ersten Flächen am Containerhafen vermarkten kann – was durch
konkurrierende Vermarktungsinteressen des Landes sowie den Naturschutzstatus
der Grodenflächen nicht einfach wird -, haben die Umlandkommunen schon ein
Angebot parat, das auch aus ökologischer Sicht vergleichsweise unproblematisch
ist. „Wertschöpfungsketten halten sich nicht an Verwaltungsgrenzen. Deshalb
ist es wichtig, dass regionale Wachstumskonzepte geschaffen werden wie beim
interkommunalen Gewerbegebiet JadeWeserPark“, zitierte Felbier den
niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Walter Hirche,
den das Projekt begeistert.
Angeblich kritisieren bestimmte
Umlandgemeinden mittlerweile die Wilhelmshavener Haltung als
„Oberzentrums-Mentalität“, man fühle sich „gegängelt und über den Tisch
gezogen“. Siegfried Neumann (SPD) hielt dem entgegen, die Stadt habe 1998 die
WFG gegründet in der Hoffnung, dass andere sich anschließen würden. (In der
Debatte vom April 2005 hatte Neumann auf den Kooperationsvertrag verwiesen,
wonach eine ca. 10%-ige Beteiligung der Landkreise Friesland, Wittmund und
Wesermarsch an der vorgesehen Vermarktungs- und Immobiliengesellschaft
Voslapper Groden und im Hafengroden vorgesehen sei.)
Aber „wir sind bereit, den
Oberbürgermeister zu überre… äh, zu beauftragen, den Beitritt zum
JadeWeserPark vorzubereiten.“ Man müsse ihn nicht überzeugen, mit anderen zu
reden, meinte OB Eberhard Menzel. Felbiers Kritik ziehe er sich nicht an. Er
wies auf gemeinsame Projekte mit dem Umland hin, wie das Veterinäramt, die
Naturschutzstiftung oder Krankenhäuser. Und es gäbe schon verschiedene
Vermarktungsebenen, in die die Stadt viel Geld einzahle. Unterm Strich riet
Menzel vom Beitritt zum JadeWeserPark ab, da dieser sich mit anderen
strategischen Konzepten überschneide oder diese sogar behindere. Der Rat
entschied sich jedoch einstimmig für den Beitritt, d. h. die Verwaltung wurde
mit dahingehenden Verhandlungen beauftragt. Das soll wohl klappen – bereits
2005 hatte die Geschäftsführerin des Zweckverbandes, Hiltrud Péron, der Stadt
ein Türchen offen gehalten: „Wir sind keine geschlossene Veranstaltung,
sondern können jederzeit Neue aufnehmen.“
- Nicht verspätet
steigt die Stadt
in wieder eine andere Kooperation mit dem Umland ein: „Strategische Ansätze
für ein Regionales Standortmanagement im Jade-Weser-Raum“ heißt eine Studie,
die das Nds. Institut für Wirtschaftsforschung (NIW) und die Nord/LB gebastelt
haben. Neben der Stadt Wilhelmshaven und den Landkreisen Friesland und
Wittmund ist hier auch der Landkreis Wesermarsch mit im Boot. Auch hier bilden
der JadeWeserPort und die Investitionsplanungen der Chemischen Industrie in
Wilhelmshaven (die sich aktuell etwas relativiert haben) den Hintergrund. Auf
dem Programm stehen die Qualifizierung der regionalen Betriebe und
Arbeitskräfte, zielgruppenorientierte Ansiedlungs-, Leitbild- und
Marketingstrategien sowie das Management der Großbaustellen und Flächen. Im
Mittelpunkt steht eine regionale Entwicklungsagentur. Im Lenkungsausschuss
sind der OB und die 3 Landräte, NIW und Nord/LB sowie beratend Planer und
Wirtschaftsförderer. Je drei Vertreter entsenden die Kommunen in den
Politischen Beirat (für WHV je ein Sitz für SPD, CDU und FDP). Reuter wertete
dieses Vorhaben als große Unterstützung seitens der Landesregierung für die
Region. Deshalb hält er Kritik an der Landesregierung für unpassend. Es gibt
immer wieder Unmut, weil landeseigene Flächen am JadeWeserPort zuerst
vermarktet werden sollen und das Land sich schleunigst um Ausgleichsflächen
kümmern soll, damit das europäische Schutzgebiet Voslapper Groden von der
Stadt vermarktet werden kann. Neumann soll laut Reuter im Finanzausschuss
gesagt haben, letztlich krähe kein Hahn (oder sonst ein Tier) danach, ob es
Ausgleichsflächen gäbe oder nicht – in Hamburg habe man ja das Mühlenberger
Loch, das letzte Süßwasserwatt an der Unterelbe, für das Airbuswerk
zugeschüttet … (Anm. d. Red.: Und jetzt haben die Verantwortlichen ein
Verfahren des Europäischen Gerichtshofes am Hals, weil sie den Eingriff in die
Natur immer noch nicht kompensiert und damit gegen geltendes Recht verstoßen
haben – da kräht schon jemand. Nebenbei bemerkt stand nicht allzu lange nach
Zerstörung der Naturfläche die Zukunft des Airbus-Standortes schon wieder in
Frage.) Neumann versuchte das zu relativieren – er habe nur ein Beispiel
dafür nennen wollen, dass es auch schneller geht mit dem Baubeginn – „5.300
Arbeitslose warten darauf, dass sich etwas tut“.
„Viele Gutachten werden erstellt, viele verschwinden in der Schublade, und oft
ist das auch gut so“, brachte Michael von Teichman (FDP) seine Zweifel am Sinn
des Strategiekonzeptes zum Ausdruck. Er zitierte aus der Imponiersprache der
Studie, eine Aneinanderreihung gängiger Stereotypen wie „auf Augenhöhe“, was
er bisher nicht erkennen könne. Als Beispiel für ein im Ergebnis misslungenes
Regionalmanagement nannte er die Ostfrieslandkonferenz, die mittlerweile auch
eingeschlafen sei. Doch auch er plädierte, man solle in Bezug auf die (CDU/FDP-geführte)
Landesregierung „nur so viel Porzellan zerbrechen wie nötig, nicht wie
möglich“. Menzel machte deutlich, er werde nicht der Devise folgen „Jawoll,
Land, befiehl, wir folgen dir“, räumte aber ein, dass es auch mit der früheren
SPD-Regierung „nicht immer eitel Sonnenschein“ gegeben hätte. Trotz alledem
nahm der Rat (bei einer Enthaltung) die Studie zustimmend zur Kenntnis und
beauftragte die Verwaltung, die personellen und finanziellen Rahmenbedingungen
zu schaffen.
- Immer wieder
ärgern sich
Jamaikaner über die mangelnde Transparenz von Aktivitäten und Finanzen der
städtischen Gesellschaften. Die arbeiten zwar im Wesentlichen mit dem Geld der
BürgerInnen, rechtlich gesehen sind es aber privatwirtschaftliche Unternehmen,
weshalb Anträge auf entsprechende Auskünfte stets abschlägig beschieden
werden. Die BASU fand nun heraus, dass Ratsmitglieder, die im Aufsichtsrat der
Gesellschaften sitzen, mit dessen Zustimmung durchaus ein Stück weit aus dem
Nähkästchen plaudern dürfen. Bereits in der vergangenen Ratssitzung hatte sie
für die WTF eine solche Berichterstattung beantragt und ergänzte dies nun für
alle anderen Gesellschaften. Günter Reuter (CDU) erweiterte den Antrag: Nicht
nur Ratsmitglieder in den Aufsichtsräten, auch die in den
Gesellschafterversammlungen sollten Bericht erstatten. Man diskutierte dann
noch etwas über Fristen und Regularien – wer soll (bis) wann was beantworten-,
nahm dann aber auch diesen Antrag einstimmig an. Menzel kündigte an, alle
Gesellschaften anzuschreiben, die dann in ihrer nächsten Aufsichtsratssitzung
darüber befinden sollten. Abschließend wies er darauf hin, dass diese Berichte
nur in nichtöffentlicher Sitzung erfolgen dürften.
- Uneinig
sind sich derzeit
in zwei Fällen die Stadt (als oberster Dienstherr) und der Personalrat,
weshalb gemäß dem Nds. Personalvertretungsgesetz eine Einigungsstelle gebildet
wird, die dann bis zum Ende der Amtszeit des Personalrats bestehen bleibt. Sie
besteht aus sechs Mitgliedern, die je zur Hälfte von der obersten
Dienstbehörde und vom Hauptpersonalrat bestellt werden, und einer/m
unparteiischen Vorsitzenden. In diesem Fall ist das Richter Michael Ferber vom
Amtsgericht Oldenburg. Laut Gesetz sollen der Einigungsstelle Frauen und
Männer angehören. Seitens der Stadt wurde nur eine Frau als Mitglied benannt,
die beiden anderen und alle sechs Stellvertreter sind männlich.
Die Verhandlungen der Einigungsstelle sind nicht öffentlich. Innerhalb von
sechs Wochen nach Anrufung der Einigungsstelle soll sie (mit Stimmenmehrheit)
einen Beschluss fassen.
- In Angst
leben immer noch
Eltern und Kinder Mucaj und auch weitere Familien, deren Abschiebung noch
nicht abschließend abgewendet wurde. In ihrem Interesse erkundigte sich
Ratsherr Johann Janssen (LAW) nach Details der Umsetzung der neuen
Bleiberechtsregelung. Laut Stadtrat Jens Graul ist der Beschluss der
Innenministerkonferenz vom 17.11.2006 vom Nds. Innenministerium durch Erlasse
vom 6. und 19.12.2006 in geltendes Recht umgesetzt worden. Frage 1 widmete
sich dem Bleiberecht für Erwerbsunfähige. Diese können, so Graul, eine
Aufenthaltserlaubnis erhalten, wenn eine „leistungsfähige“ dritte Person sich
mit einer Verpflichtungserklärung bereit erklärt, die Kosten für
Lebensunterhalt, Betreuung und Pflege zu übernehmen.
Wer arbeitsfähig ist, aber noch keinen Arbeitsplatz nachweisen konnte, dessen
Duldung wird bis zum 30.9.2007 verlängert, sofern die sonstigen
Voraussetzungen der Bleiberechtsregelung erfüllt sind. Betroffene erhalten
eine Bescheinigung der Ausländerbehörde für den Arbeitgeber, aus der
hervorgeht, dass ihnen eine Arbeitserlaubnis erteilt wird, wenn sie mit einem
sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz ihren Lebensunterhalt dauerhaft
sichern können. (Herr Mucaj könnte seit langem einen solchen Arbeitsplatz
haben, bekam aber bisher keine Arbeitserlaubnis).
Eine weitere Frage galt der Verjährung von „Fehlverhalten“ der Betroffenen.
Die Härtefallkommission (im Landtag) sieht, so Graul, keine Verjährungsfristen
vor. Allerdings würde nicht jedes ausländerrechtlich relevante Fehlverhalten
zum Ausschluss von der Bleiberechtsregelung führen. Schlecht sieht es für die
Betroffenen aus, wenn sie ihre „Rückführung in gravierender Weise verhindert
oder behindert haben, erheblich straffällig geworden sind oder ihr weiterer
Aufenthalt Sicherheitsbedenken begegnet“. (Die Angabe eines falschen Namens,
was ein hiesiger Flüchtling vor etlichen Jahren aus der Not heraus tat, fällt
hoffentlich nicht darunter). Zur konkreten Auslegung erwartet man ergänzende
Anweisungen des Ministeriums. (Unser Gegenvorschlag: Unsere Ausländerbehörde
wartet nicht ab, sondern nutzt das Zeitfenster, um im eigenen Ermessen zu
Gunsten der Betroffenen zu entscheiden).
Bisher galt für Arbeit suchende MigrantInnen im Zusammenhang mit der
Bleiberechtsregelung die so genannte Vorrangprüfung, d. h. der Arbeitgeber
musste erst nachweisen, dass es keinen geeigneten Interessenten mit deutscher
bzw. EU-Staatsangehörigkeit gibt, ehe er jemanden anderer Herkunft einstellen
konnte. Diese ist mit der neuen Bleiberechtsregelung abgeschafft. Graul
ergänzte, dass die Agentur für Arbeit aber weiterhin prüft, dass keine
schlechteren Arbeitsbedingungen herrschen als bei anderen Arbeitnehmern. Das
ist, sofern es im Sinne der Menschenwürde des Betroffenen ausgelegt wird, auch
in Ordnung.
- Erneut
erkundigte sich
die BASU nach einem Gutachten zur zukünftigen Nutzung des Jadezentrums. Ein
gewichtiger Ratsbrocken, dem wir einen eigenen Artikel gewidmet haben.
- Umfangreich
war eine Anfrage
der FDP zum Tourismuskonzept der Stadt, bestehend aus 14 Einzelfragen zu den
Blöcken „Neuaufstellung des Tourismuskonzeptes“, „Naherholungsgebiet als
Ersatz für den Geniusstrand“ sowie „Jugendtourismus“. Viel Zeit bzw. sieben
gedruckte Seite nahm sich Stadtrat Graul für die Beantwortung einschließlich
Vorbemerkungen, was mit anschließender Diskussion etwa eine Stunde
beanspruchte. (Dass da „Unlust bei der Beantwortung durchschimmerte“, wie von
Teichman beklagte, ist für uns nicht erkennbar). Aus Platzgründen können wir
nur Auszüge wiedergeben, die komplette Fassung wird in absehbarer Zeit online
im Ratsprotokoll zu lesen sein.
Laut Graul gelang Wilhelmshaven mit der „Expo am Meer“ (2000) „der endgültige
Durchbruch im Städtetourismus“ und der Aufstieg „in eine höhere touristische
Liga“. Dort gehe es jetzt um den „Klassenerhalt, das heißt eine klare
Positionierung gegenüber konkurrierenden touristischen Zielen in der Region
und darüber hinaus“. Den Saisontourismus hat man sich schon lange abgeschminkt
– da man große Flächen an der Ostküste der Stadt zu Gunsten von Industrie und
Hafen verplant hat, eine realistische Einschätzung. Deshalb geht es „in erster
Linie, wenn nicht ausschließlich um Städtetourismus im Kurzzeitbereich“.
Tatsächlich bleibt der WHV-Tourist nicht länger als drei Nächte. „Der
Geniusstrand mit einst mehr als 700.000 Gästeübernachtungen pro Jahr hat, so
bedauerlich man das empfinden mag, schon lange seine Bedeutung als
touristisches Ziel verloren, er war zum populären Badestrand für Bürger dieser
Stadt geworden mit einem Campingplatz, der im wesentlichen einem
Wochenendhausgebiet entsprach“. Hier verschieben sich ein bisschen Ursache und
Wirkung – angesichts der Planungen für den JadeWeserPort haben auswärtige
Camper sich natürlich frühzeitig umorientiert. Der OB drückte es in der
Aussprache unfreundlicher aus: Der Campingplatz sei nur noch „ein Abstellort
für nicht mehr fahrfähige Wohnwagen“ gewesen. Das ist nicht nett gegenüber den
treuen Campern, die über Jahre viel Geld im Stadtnorden ließen – die Bedeutung
des Platzes wird so im Nachhinein herabgewürdigt, wie um dessen verfrühte
Räumung zu rechtfertigen. Zwar mussten dabei tatsächlich antike Wohnanhänger
entsorgt werden. Doch ist es europaweit auf Campingplätzen gang und gäbe, dass
Dauercamper ihre Caravans rund ums Jahr stehen lassen und sogar mit festen
Anbauten versehen – das ist nicht verwerflich, sondern eine sichere
Einnahmequelle.
Für Graul ist der Tourismus „eine feste Größe im Arbeitsmarkt und in der
Ökonomie unserer Stadt“, mit mehr als 200.000 Übernachtungen und über 300.000
zahlenden Besuchern jährlich in den touristischen Einrichtungen. Deshalb wurde
in den letzten 15 bis 20 Jahren trotz leerer Kassen viel Geld in diese Sparte
investiert.
Das neue Tourismuskonzept wird von städtischen Dienststellen und
Gesellschaften in Eigenleistung erstellt; auf Grund des Zeitbudgets der
betroffenen Mitarbeiter lässt die Fertigstellung noch etwas auf sich warten.
Bislang wurden zwei Personenmonate investiert sowie 3000 Euro für externe
Moderation. Als „Steinbruch“ dient eine vorliegende Konzeption der WTF. Graul
zählt z. B. den erfolgten Durchbau des Valoisplatzes Richtung Deichbrücke und
die Umgestaltung der Fußgängerzone zu konkreten Aktivitäten im touristischen
Bereich. Die Kritik der FDP an der verzögerten Vorlage des Konzeptes lässt
Graul bei dieser „wichtigen, aber nicht dringenden Angelegenheit“ nicht
gelten, zumal im Tourismusausschuss über den Fortgang berichtet wurde. Als
wesentliche Inhalte des zukünftigen Konzeptes nannte Graul u. a. die
Weiterentwicklung der „Maritimen Meile“, Maßnahmen zur Saisonverlängerung,
Wassersport, Radtourismus, Angebote für Wohnmobile, Weiterentwicklung der
„Jadeallee“ (Wiesbadenbrücke, Banter Kaserne). In diesem Jahr soll anlässlich
des 100jährigen Geburtstages der K-W-Brücke der touristische Süden im
Mittelpunkt des Stadtmarketings stehen („Wir im Süden“). Weiterhin nannte
Graul verschiedene Beteiligungen an regionalen und überregionalen
Tourismusorganisationen.
Ein Ersatz für den Geniusstrand als Naherholungsgebiet für die heimische
Bevölkerung ist nicht in Sicht. Banter See und Südstrand müssen ausreichen.
Verschiedene Standorte für einen Campingplatz wurden geprüft, kamen jedoch, so
OB Menzel, wegen der strengen Auflagen (Campingplatz-Verordnung) rechtlich
bzw. wirtschaftlich nicht in Frage. Allein die Einrichtung würde zwei bis drei
Millionen Euro kosten. Werner Biehl (Grüne) stieß noch die Diskussion um
Wohnmobil-Stellplätze an – auch hier sind keine zusätzlichen Angebote in
Sicht.
Zum Thema Jugendtourismus erklärte Graul abschließend, Jugendherbergen oder –gästehäuser
seien „ohne jeden Zweifel eine notwendige und auch touristisch wichtige
Einrichtung“, müssten jedoch nicht zwangsläufig in kommunaler Trägerschaft
geführt werden. Das Gästehaus des CVJM werde von der Stadt ideell und
personell unterstützt und touristisch mitvermarktet.
Gegenwind 224 - Januar/Februar 2007
Zum Seitenanfang
Vorherige
Seite Titelseite
Nächste Seite
| |
Informationen und Kultur:








abgeordnetenwatch.de












|